Examensarbeit (die erste)

  • Hallo!


    Ich hoffe, ihr könnt mir ein wenig weiterhelfen, ich muss nämlich in näherer Zukunft mit dem ersten Staatsexamen anfangen (einige hier erinnern sich vielleicht noch an diese zeit? [Blockierte Grafik: http://images.rapidforum.com/images/i23.gif]) und ich suche verzweifelt nach einem Thema (Literatur Deutsch oder Englisch). Ich brauche keine konkreten Themevorschläge, aber irgendeine Art von Inspiration wäre klasse. Wie seid ihr auf eure Themen gekommen? War es der absolute Lieblingsautor/-theoretiker oder was auch immer? Worüber habt ihr denn so geschrieben (wenn ihr das mitteilen möchtet)? Hattet ihr eher 'klassische' Themen oder auch was 'exotisches'? Hattet ihr Schweirigkeiten, einen Prüfer zu finden bzw. euer Thema beim Prüfer durchzukriegen?


    Und last but not least: Hatte vielleicht noch jemand solche Schwierigkeiten bei der Themensuche?? Ich fühle mich nämlich langsam schon total dämlich, weil alle meine Freunde sehr gerne studieren und eine ganze Reihe auch gerne promovieren würde bzw. bereits in der Promotion steckt (für mich persönlich eine Horrorvorstellung, die ganze Zeit nur Bücher, der Schreibtisch und der Computer...[Blockierte Grafik: http://images.rapidforum.com/images/i19.gif])


    Vielen lieben Dank schon mal!!!


    Und schöne Ferien (inzwischen ist ja auch das letzte Bundesland zu den Feriengenießern gestoßen...müssten dann die ersten nicht bald wieder anfangen?[Blockierte Grafik: http://images.rapidforum.com/images/i25.gif])!!!
    Katta<br>

    "Et steht übrijens alles im Buch, wat ich saje. ... Nur nit so schön." - Feuerzangenbowle

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Katta,


    um welches Lehramt handelt es sich denn?
    Unabhängig davon, würde ich schauen, was Dich interessiert und dann, ob man daraus ein Thema machen kann. Gerne werden eigentlich immer Arbeiten mit einem empirischen Teil genommen, d. h. Du könntest in die Schule gehen und z. B. mit den Kids irgendwas machen, was Du dann auswertest (sorry, dass es so ungenau klingt, aber Du hast leider so wenig geschrieben). Ich hab GS-Lehramt studiert und mitbekommen, dass jemand in Deutsch etwas über die Erzählfähigkeit von Kindern geschrieben hat. Dazu hat er sie u.a. Bilder beschreiben lassen. Ist nur ein Beispiel - die Palette ist einfach zu groß. Schreib doch mal mehr darüber, was Du gemacht hast oder was Dich thematisch lockt.


    LG, Melosine<br>

  • Hallo Katta,
    unabhängig von dem was du genau studiert hast, ist das schon schwierig. Ich hab damals im Schreiblabor unserer Uni so einen zweitägigen Workshop belegt, in dem man fit gemacht wurde für die Examensarbeit. Da wurde zum Einstieg das Thema eingegrenzt, dann ging es um Dinge wie Arbeitsformen, richtige Zeiteinteilung den Tag über, Zeitmanagement die ganze Arbeitsphase über etc., das hat sich wirklich gelohnt, eine Freundin hat auch genau in dieser Veranstaltung ihr Thema gefunden.


    Wichtig ist, dass du dir zunächst einmal über ein grobes Gebiet im Klaren bist, was dich interessiert - ein Autor, eine Gattung, ein didaktischer Teilbereich... Dann kannst du anfangen abzugrenzen, um das Thema irgendwann so eng zu fassen, dass es bearbeitbar wird. Schau vielleicht einfach mal deine Studienunterlagen in Deutsch durch und sieh, was du alles gemacht hast, da findet sich bestimmt ein Anknüpfungspunkt. Für mich fand ich halt am wichtigsten, dass ich das Thema so spannend finde, dass ich über ein Vierteljahr wirklich interessiert daran arbeiten kann (hat auch geklappt). So habe ich dann (allerdings in Sachunterricht) dieses Thema gewählt: Der Computer als Recherchewerkzeug im Sachunterricht. Eine Analyse der Möglichkeiten im Vergleich zur Buchrecherche.


    Mein Professor wollte übrigens unbedingt, dass wir uns das Thema selbst wählen, er war da so ziemlich zu allem bereit, so lange es bearbeitbar bleibt. Da ist übrigens noch ein wichtiger Punkt: Bei der Wahl des Professors würde ich weniger darauf achten, dass man seine Scheine bei ihm immer "locker" bekommen hat, wichtiger als niedrige Anforderungen ist eine gute Betreuung. Ich konnte wirklich immer mit allen Fragen zu ihm kommen - das ist aber nicht selbstverständlich, eine Freundin hat in Religion geschrieben, der Professor hat nie konkrete Auskünfte gegeben und sie wusste nie so recht, woran sie war. Das führt dann dazu, dass du eigentlich immer unsicher bist, ob du das Richtige tust.


    Abschließend kann ich dir dann noch einen ziemlich guten Literaturtipp geben, den ich sowohl im Schreiblabor als auch von einigen Professoren bekommen hab: Otto Kruse: Keine Angst vor dem leeren Blatt. Da werden alle Punkte, die die Erstellung einer solchen Arbeit betreffen, angesprochen (auch die Themenfindung und -eingrenzung). Mir hat das sehr geholfen, weil es nicht nur formale Dinge behandelt, sondern halt auch organisatorische Probleme, Schreibblockaden etc. (die einen immer irgendwann einholen).


    Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen; schreib doch einfach nochmal, wenn du schon etwas genauer Bescheid weißt, dann können wir vielleicht besser helfen.


    LG
    Britta<br>

  • Zitat


    ich suche verzweifelt nach einem Thema (Literatur Deutsch oder Englisch). Ich brauche keine konkreten Themenvorschläge, aber irgendeine Art von Inspiration wäre klasse. Wie seid ihr auf eure Themen gekommen? War es der absolute Lieblingsautor/-theoretiker oder was auch immer? Worüber habt ihr denn so geschrieben (wenn ihr das mitteilen möchtet)? Hattet ihr eher 'klassische' Themen oder auch was 'exotisches'? Hattet ihr Schwierigkeiten, einen Prüfer zu finden bzw. euer Thema beim Prüfer durchzukriegen?


    Hallo Katta!


    Für mich klingt das so, als studiertest du Englisch/Deutsch Sek. II/I - und auf der Grundlage dieser Annahme gebe ich mal meinen Senf dazu. Ich habe zwar weder Deutsch noch Englisch studiert, aber meine Erste Staatsexamensarbeit in französischer Literaturwissenschaft geschrieben; und da die Neueren Philologien doch nahe beieinander liegen, denke ich mal, daß ich da schon was zu sagen kann ;) .


    Du willst also im Bereich Literaturwissenschaft schreiben. Mein Thema war auch eine etwas schwere Geburt. Allerdings hatte ich keine Probleme, einen Prüfer zu finden, mit dem ich auch gut ausgekommen bin. Er hat mich bei der Themenwahl sehr intensiv betreut (das ist natürlich der Idealfall und leider keineswegs selbstverständlich) - aber auch meine ersten drei [!] selbstgesuchten Themenvorschläge abgelehnt, weil er sie entweder zu 'ausgelutscht' fand ("Sie wollen ja nicht nur Sek.lit. referieren, oder?") oder zu umfangreich für eine Staatsex.-Arbeit. Dann hat er mir einen Vorschlag gemacht, der mich wiederum nicht begeistert hat, und das habe ich ihm auch direkt gesagt, denn warum soll man sich ein halbes Jahr oder länger mit herumquälen, was einen nicht interessiert?


    Wie bin ich nun letztlich zu meinem Thema gekommen? Der Prof. bei dem ich meine Arbeit geschrieben hab, hat ein zweisemestriges Oberseminar zu Fragen literarischer Raummodellierung durchgeführt, das ich sehr spannend fand. Eines der diskutierten, philosophischen Raum-Konzepte (das Heterotopiekonzept von Michel Foucault) hat mich dann so angesprochen, daß ich es an literarischen Texten ausprobieren wollte. Dafür habe ich dann einen meiner Lieblingsautoren (Émile Zola) hervorgekramt. (Das hatte nicht zuletzt den Vorteil, daß ich schon in die Primärtexte eingelesen war.)


    Also, Britta, bei mir war die Themensuche eine Verbindung von: interessante Lehrveranstaltung + interessantes theoretisches Konzept + Lieblingsautor. Das hat sich gewissermaßen im Laufe der durchaus steinigen Suche so ergeben.


    Der Titel der Arbeit ist übrigens: Heterotopie im Naturalismus. Untersuchungen zu Zolas "Rougon-Macquart"; wenn ich auch das 'formale' Aussehen der Arbeit interessiert kann ich dir den Text als pdf zusenden. Als Grundlage für das literaturwissenschaftliche Arbeiten eignet sich gut: Ewald Standop: Die Form der wissenschaftlichen Arbeit. Der Autor ist Anglist und seine Einführung entsprechend besonders für Lit.wiss. ausgelegt. (Es ist m.E. gut, sich bei der Wahl der Formalia an einem Buch dieser Art zu orientieren. Gibt es dann mal Probleme wg. der Formalia, kann man auf dieses Buch verweisen und ist so bezügl. der Wissenschaftlichkeit des eigenen Vorgehens aus dem Schneider.)


    Viel Erfolg bei der Prüfer- und Themensuche!
    Philosophus
    <br>

    Einmal editiert, zuletzt von philosophus ()

    • Offizieller Beitrag

    Hi Katta,


    ich habe auch Deutsch und Englisch studiert. Bei mir war die Themenfindung auch nicht ganz leicht, da ein Prof bei dem ich schreiben wollte, gerade in Pension ging, der andere nicht bereit war, Arbeiten zu betreuen, da er dafür angeblich (als Privatdozent o.ä. nicht bezahlt würde). Ich wollte ursprünglich in Deutsch schreiben, habe deshalb dann aber in Englisch geschrieben.
    Bei der Themenwahl ist am allerwichtigsten, dass dich das Thema interessiert! Ich habe nämlich den Fehler gemacht, dass ich über ein Thema geschrieben habe, dass mich überhaupt nicht interessiert hat (Jane Austen). Der Prof war halt klasse und ich hatte mal ein Seminar darüber besucht und eine Hausarbeit über ein anderes Buch der Autorin geschrieben und so dachte ich, dass ich ja schon ein bißchen im Thema drin wäre. So war die Zeit der Examensarbeit dann ziemlich schrecklich. Im Nachhinein wäre es besser gewesen, wenn ich ein Thema genommen hätte, in das ich mich hätte einarbeiten müssen, das mich aber wirklich interessiert hätte.
    Wenn du in Literatur schreibst, könntest du vielleicht auch über Gedichte schreiben. Das hat den Vorteil, dass die Gliederung der Arbeit leichter ist. Eine Freundin hat ihre Arbeit über einige Gedichte eines Autors geschrieben (ich glaube, es waren so 10-15) und hat die Arbeit so aufgebaut: allgemeiner Teil und dann jeweils einige Seiten zu einem Gedicht.


    für mich persönlich eine Horrorvorstellung, die ganze Zeit nur Bücher, der Schreibtisch und der Computer...)


    Es geht mir genauso, ich fand es auch fürchterlich, nur Bücher und Computer um mich zu haben. Aber ich denke, es ist eine Typsache, ob man gerne forscht und schriftlich arbeitet oder eher Leben um sich braucht. Und als Lehrer musst du dich ja nie wieder so detailliert mit einem Thema befassen wie während der Examensarbeit!


    Ich wünsche dir viel Glück für deine Arbeit und hoffe, ich konnte dir ein bißchen weiterhelfen.

  • Meine liebe Referendarin,
    du hast doch Ferien, kannst Du nicht abschalten oder was tummelst du dich noch hier .....
    hab ich dir schöne Ferien gewünscht!
    erhol dich von uns
    kannst dich ja mal melden


    liebe grüße
    sisterA

  • Hallo Ihr Lieben!


    Vielen Dank für die Antworten, ich bin schon ein wenig ruhiger! [Blockierte Grafik: http://images.rapidforum.com/images/i25.gif]


    Ja, ich studiere Sek I/II, d.h. eine didaktische Arbeit fällt schon mal flach.
    Mein Problem ist halt, dass ich in dem Sinne keinen absoluten Lieblingsautor habe, ich mag halt verschiedenes recht gerne, aber eben auch wirklich teilweise extrem verschiedene Dinge. Das reicht von den Buddenbrocks (aber den Zauberberg beispielsweise mochte ich nicht so) über Effi Briest und Oscar Wilde bis hin zu Terry Pratchett.
    Dazu kommt das Problem, dass ich in meiner Prüfer- bzw. Fachwahl nicht wirklich frei bin, weil es in Englisch eigentlich nur zwei (evtl. drei, aber den dritten kenne ich nicht) Prüfer gibt, die jedoch sehr klare Vorlieben und Abneigungen haben (der eine hielt schon Oscar Wilde für zu, wie soll ich sagen, populärwissenschaftlich...oder so, jedenfalls mag er das nicht und dann sollte man da, glaube ich, lieber keine Arbeit schreiben [Blockierte Grafik: http://images.rapidforum.com/images/i25.gif]). Und ich teile ihre Vorliebe für Südafrika-Texte eben nicht...


    Mein Problem war halt (bzw. ist es eigentlich noch), dass mir die Herangehensweise nicht ganz klar war: sollte ich über Autoren bzw. Bücher zum Thema finden, oder bereits eine grobe Themenidee haben und dann Bücher suchen??
    Im Moment bin ich auf dem Trip Richtung phantastische Literatur...weiß aber nicht so genau, was das ist...sind doch spitzen Vorraussetzungen, oder [Blockierte Grafik: http://images.rapidforum.com/images/i25.gif]?!


    Obwohl, am spaßgsten wäre wohl eine Untersuchung von einigen von Terry Pratchetts Romanen im Hinblick auf intertextuelle Bezüge und Parodie...oder MacBest und Macbeth vergleichen...[Blockierte Grafik: http://images.rapidforum.com/images/i23.gif]
    Aber da finde ich wohl keinen, der das mitmacht...von Sekundärliteratur mal ganz zu schweigen...und ich möchte die Texte ja auch nach der Arbeit noch mögen...


    Wie ging euch das eigentlich während/nach der Bearbeitung eurer Themen, hattet ihr danach noch Spaß/Interesse daran, oder hattet ihr (für einige Zeit) die Schnauze voll davon (auf gut deutsch gesagt)??


    Ich danke euch noch mal herzlich und wünsche euch einen schönen Abend und erholsame Ferien!!
    Eure Katta

    "Et steht übrijens alles im Buch, wat ich saje. ... Nur nit so schön." - Feuerzangenbowle

  • Hallo Katta,


    das hört sich doch schon zuversichtlicher an. Auf jeden Fall habe ich in meiner Ex-arbeit gelernt, nie davon auszugehen, dass es zu irgendwas viel oder wenig Literatur gibt - gib einfach mal zur Probe ein zwei Stichworte in den UB-Rechner ein und schau was herauskommt! Ansonsten geh im Zweifel auch ruhig mal zu dem eher in Frage kommenden Prof und bitte ihn um Rat - dafür sind die da!
    Zu meinem Thema kann ich sagen: ja, ich war vorher interessiert und bin auch jetzt noch daran interessiert, wenn auch ein wenig desillusioniert, das kann fürs Ref aber nur gut sein. Das liegt aber auch mehr am didaktischen Teil der Arbeit und daran, was tatsächlich alles anders gelaufen ist mit den Kindern und den Rechnern als es sollte... ;)
    Viel Glück auf jeden Fall


    Britta (die morgen ihre erste Klausur schreibt und langsam nervös wird 8o )

  • Bin ab Oktober erst Lehramtstudentin, aber im Gym haben wir Facharbeiten geschrieben, die auf Arbeiten in der Uni vorbereiten sollen und da habe ich mich äußerst intensiv mit dem Thema "Effi Briest" beschäftigt. Ich würde sagen, damit kannst du nichts falsch machen, vor allem weil es über Fontane viel Sekundärliteratur (In der Unibibliothek Göttingen jedenfalls so viel, dass du eine eigene Bibliothek damit aufmachen kannst) gibt, vom psychologischem Hintergrund bis literaturwissenschaftlichen Betrachtungen...
    Ich hatte das Thema "Die Thematik der Entsagung anhand dreier Romane Theodor Fontanes" und Effi Briest war mein Schwerpunkt. Weil wir danach den Roman noch behandelt haben und eine meiner Abiturarbeiten auch noch einen freien Text aus Sicht von Effi beinhaltete, bin ich mit dem Thema echt übersättigt, muss aber sagen, dass es da sehr viele Themenmöglichkeiten gibt und viele Infos.
    Persönlich fände ich etwas phantastischeres (MacBest oder ähnliches) spannender, aber wenn es wegen den Profs und der Sekundärliteratur nicht hinhaut, würde ich dir ein Thema um Effi Briest empfehlen, gerade weil du den Namen nanntest.... Klar ist so ne Examensarbeit noch was anderes, ich wäre soooooo gerne auch schon so weit :D
    .....aber ich hatte wirklich den Eindruck, dass man zu dem Thema auch wirklich Anspruchvolles machen kann, da wären die Eigenheiten von Fontanes Stil, die Realismus-Vorstellung seinerseits und vieles vieles mehr.

Werbung