Fragen zu Seiteneinstieg Sachsen Grundschullehramt

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    • Fragen zu Seiteneinstieg Sachsen Grundschullehramt

      Hallo Ihr Lieben,

      ich überlege gerade, es mit einem Seiten/Quereinstieg ins Grundschullehramt zu versuchen. Ich habe mich zwar schon umgehend informiert, blicke aber immer noch nicht durch aufgrund der vielen, zum Teil widersprüchlichen Informationen auf Websites und in Foren). Vll. hat ja hier der ein oder andere, der mehr in der Materie ist, Lust, mir ein wenig weiterzuhelfen:

      1. Die Frist 01.11 habe ich ja verpasst. Weiß jemand, wann die nächste Möglichkeit sein wird?

      2. Ich habe Geographie Studiert (Diplom) und bald ein Zweitstudium in Umweltwissenschaten fertig (Master bzw. Diplom). womit ich ja am ehesten in Sachkunde eingesetzt werden kann. Kann mir einer sagen, wo ich erfahre, ob aus meinem Fach überhaupt ein unterrichtsrelevantes Fach abgeleitet werden kann? Und wie ist dann das genaue weitere Vorgehen? Muss ich mich dann irgendwo bewerben (direkt an Schulen?) und wenn ich eine Zusage bekomme, dann noch was weiteres studieren (bzw. diesen 3 monatigen Vorbereitungskurs machen)? Wird der Vorbereitungskurs eigentlich vorher absolviert oder schon, während man unterrichtet/eingestellt ist? Vorher würde ja mehr Sinn machen, um nicht total ins kalte Wasser geworfen zu werden.

      3. Weiß jemand, wie das mit der Verbeamtung aussieht bzw. dem Gehalt (vor allem, wenn man während des unterrichtens noch studiert)?

      4. Wie ist das exakte vorgehen? Also chronologisch? Muss ich warten, bis ich mich das nächste Mal bewerben kann? Kann ich nicht vorher dann schon anfangen, das zweite Fach zustudieren bzw. diesen Vorbereitungsdienst zu machen?

      Fragen über Fragen. Ihr seht, ich bin onch ganz am Anfang.

      Liebe Grüße

      janadi
    • Die meisten Antworten findest du im obigen Link.

      Ich würde mit deinen Fächern aber generell zumindest auch die Oberschule anstreben, versuchen kannst dus zwar in der GS aber die Behörde ist wählerischer, als man gemeinhin vermuten könnte. Also allzu sicher, dass es klappt wäre ich nicht, v.a. mit mittelmäßigen Noten- Berufserfahrung und dergleichen social skills interessieren bei der Stellenvergabe leider nicht, so die Auskunft von mir bekannten Quereinsteigern bzw. solchen, die es werden wollten.
    • Janadi84 schrieb:

      Wird der Vorbereitungskurs eigentlich vorher absolviert oder schon, während man unterrichtet/eingestellt ist? Vorher würde ja mehr Sinn machen, um nicht total ins kalte Wasser geworfen zu werden.
      Ja, du wirst ins kalte Wasser geworfen. Bei uns hat im November ein Quereinsteiger angefangen. Jede Woche hat er 2 Hospitationstage in der Schule und 3 Seminartage. Ab Februar wird er dann selbstständig unterrichten müssen - neben seiner Ausbildung. Ich stelle mir das wirklich hart vor und habe Respekt vor jedem, der das durchsteht und aus dem ein vernünftiger Lehrer wird!

      Ich möchte dich auf keinen Fall abschrecken. Wenn du noch am überlegen bist, würde ich dir ein Praktikum in einer Schule empfehlen.

      Generell erfolgen die Bewerbungen über LaSuB und LaSuB weist dir dann eine Schule zu.
    • Da ich gerade die Einstiegsfortbildung für Seiteneinsteiger absolviere, kann ich dir deine Fragen gut beantworten:

      Mit deinen Fächern hast du - wie ja schon geschrieben wurde - in der Grundschule keine Chance, da Sachunterricht auch Lernbereiche wie "Zusammen leben und lernen" oder "Mein Körper und meine Gesundheit" etc. umfasst. Das fehlt dir alles. Sachkunde kann man ja auch gar nicht studieren (im Gegensatz zu den Grundschulfächern Deutsch, Mathe, Sport....). Und ohne anrechenbares Fach wirst du in der Grundschule im Moment wohl nicht genommen, so war's zumindest in der letzten Runde. Bewirb dich also wirklich lieber für die Oberschule!

      Zu deinen anderen Fragen:

      Die nächste Bewerbungdeadline wird wieder im März/April sein.

      Verbeamtet wirst du erst, wenn du dich an der Uni weiterqualifiziert und den Vorbereitungsdienst gemacht hast, das ganze dauert mindestens drei Jahre.

      Du bewirbst dich erst, und wenn du genommen wirst und bereits an der Schule arbeitest, kannst du dich um einen Studienplatz bemühen. Andersherum geht das nicht. Auch der Vorbereitungsdienst ist berufsbegleitend.

      Eingruppiert wirst du als Seiteneinsteiger in E12, auch in der Grundschule, das ist ab 2019 neu (und ist an der Oberschule auch jetzt schon so). Wenn du die Weiterqualifizierung durchlaufen hast, gibt es E13 (oder die Verbeamtung, falls du bis dahin noch nicht 42 sein solltest).
    • Alles klar, vielen Dank für die Info.

      Ich habe heute von Bekannten aus Sachsen, die es schon bis ins Vorstellungsgespräch geschafft haben, gehört, dass die Gespräche dort ungefähr so stattfanden:

      "Können Sie singen?"
      Bekannter: "nein, ich spiele auch kein Instrument"
      "So ein bisschen Musik können Sie doch bestimmt unterrichten. Dann tragen wir sie mal für Musik ein"

      Ich habe von so vielen Stellen erfahren, dass Leute genommen wurden, die es nie geglaubt hatten...weshalb ich denke, dass es vll. doch irgendeine Chance gibt. Die sind da momentan wohl relativ verzweifelt.

      Meine Eltern sind beide Lehrer an weiterführenden Schulen, den Wahnsinn dort traue ich mir auf keinen Fall zu.
    • Hallo Janadi84,

      wie ich bereits in einem anderen Thread schrieb, hatte ich am Dienstag ein längere Gespräch mit Chemnitz.

      Ja, es stimmt, dass dringend Grundschullehrer gesucht werden, aber man präferiert die Einstellung von Seiteneinsteigern, die sofort ein Hauptfach unterrichten können.
      Es scheinen sich recht viele Germanisten beworben zu haben, die wohl auch in der Grundschule eingesetzt werden sollen. Da ich mich für den Seiteneinstieg für das Gymnasium beworben habe, wurde ich gefragt, ob ich auch an der Grundschule unterrichten würde. Auch an der Oberschule habe man sehr großen Bedarf. Da man mir wohl drei Fächer eventuell anerkennen wird, würde ich entweder für die Oberschule oder die Grundschule ein Angebot bekommen. Da ich selbst gerne Sachkunde unterrichtet hätte, habe ich die Sachbearbeiterin genau auf dieses Fach angesprochen. Sie teilte mir mit, dass ich zwar theoretisch mein Soziologie/Politikstudium für Sachkunde angerechnet bekommen könnte, dies aber praktisch wohl nicht der Fall sein wird. Vielmehr würde es wohl auf Ethik hinauslaufen. Ich dürfte dann neben Deutsch wohl auch Ethik als auch Wirtschaft/Gesellschaft/Recht unterrichten.
      Seiteneinsteiger würden nur in Ausnahmefällen die Anerkennung für Sachunterricht erhalten, da das Curriculum vielfältig ausgerichtet sei.

      Mich selbst hat diese Aussage recht verwirrt, da ich es aus NRW kenne, dass das Studium Sachkunde recht gesellschaftswissenschaftlich geprägt ist.

      Ich halte eine Bewerbung für die Anerkennung für das Fach Biologie an der Oberschule für erfolgsversprechender; insbesondere, da du mit dem Fach Geographie noch ein zweites Fach hättest. Die Einstellungschancen erhöhen sich erheblich mit einem Zweitfach.

      Liebe Grüße
    • Hallo NRWlerin,

      vielen Dank für Deine Info :) Ich komme auch aus NRW, hatte aber zumindest bei meiner eigenen Schule den Eindruck, dass Sachkunde sehr Naturwissenschaftlich war.

      Oberschule würde ich bei mir eher ausschließen. Es stimmt schon, dass da meine Chancen vermutlich höher wären, aber ich bin da etwas vorgewarnt von meinen Lehrereltern, und auch wenn Grundschüler auch nicht ohne sind...aber pubertierende Teenager traue ich mir bei meinem Naturell wirklich nicht zu ;-D Dann schon wieder eher Gymnasium SEKII.

      Ich bin mal gespannt, was die mir auf meine Email antworten werden. Ich male mir zwar wenig Chancen aus, aber hoffe trotzdem, dass ich vll. irgendwas aus meinen zwei Studiengängen rausbekommen kann. Geographie ist ja sowohl natur- als auch gesellschaftswissenschaftlich ausgerichtet, Mathematik, Chemie etc. war ebenso omnipräsent wie Kulturwissenschaften. Außerdem habe ich in meinem Zweitstudium noch viele Module belegt wie BWL, Rechtswissenschaften etc.

      Ich habe gehört, dass vor allem auf dem Land gesucht wird. Da ich ein Auto habe, hätte ich auch gute Möglichkeiten, zu pendeln...vll. würde das ja noch die Chancen erhöhen. Weisst Du zufällig, ob man sich auch direkt an Schulen bewerben kann? Oder gilt das nur für "normal" ausgebildete LehrerInnen?

      LG

      Janadi
    • Hallo Janadi,

      es ist schön zu hören, dass ich dir ein paar Informationen geben konnte.

      Dass auf dem Land gesucht wird, hatte ich im Vorfeld auch gelesen, was mir etwas Bauchschmerzen bereitet hat, weil ich nur wegen meines Freundes nach Sachsen ziehen möchte, der in Leipzig wohnt. Beworben hatte ich mich wegen der Erfolgsaussichten in Chemnitz mit den weiteren Wünschen Zwickau und Leipzig. Bezüglich des Einsatzortes Leipzig habe ich mir aber nach den Infos hier keine großen Hoffnungen gemacht. Interessanterweise kam dann aus Chemnitz die Info, dass sich sehr wenig Bewerber für Leipzig entschieden hätten. Wahrscheinlich, weil ja überall zu lesen war, dass die Chancen in Leipzig gering seien. Chemnitz teilte mir dann am Dienstag mit, dass eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass ich einer Schule in Leipzig zugeteilt werde.

      Direkt an einer Schule - also schulscharf - kannst du dich im Gegensatz zu NRW nicht bewerben. Dies gilt nur für die grundständig ausbildeten Lehrkräfte.

      Sei mir nicht böse, aber ich würde mir bezüglich der Grundschule keine großen Hoffnungen machen. Man hat sich mir gegenüber wirklich recht ausdrücklich geäußert, dass man nur reine Fachwissenschaftler für die Hauptfächer haben möchte. Ich bezweifle, dass sie dir dein Studium im Bereich der Mathematik anrechnen werden.


      Was mir in Sinn kommt: Warum versuchst du es nicht mit der Berufsschule? Da wären deine Aussichten bestimmt auch nicht schlecht, weil an der Schule eines Bekannten hat man vor kurzer Zeit einen Seiteneinsteiger mit dem Fach Umweltwissenschaften eingestellt. Dieser unterrichtet dort die Azubis im Bereich Schreiner, Gärtner, etc.
      Und eventuell könntest du dort auch mit deinem Fach Geographie eingesetzt werden.



      Als Anmerkung: Das Fach "Sachunterricht" konnte während meiner Studienzeit an meiner Uni mit unterschiedlichen Schwerpunkten gewählt werden nach dem Grundstudium:
      - naturwissenschaftlich (Biologie, Hauswirtschaftslehre, Technik)
      - gesellschaftswissenschaftlich (Geschichte, Soziologie, Erdkunde)


      Wahrscheinlich hatte deine Lehrkraft im Studium einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt, sodass dein Sachunterricht naturwissenschaftlich geprägt war.

      Viele Grüße
    • Natürlich bin ich nicht böse, ich kann schlechte Nachrichten ja nicht einfach ignorieren :D

      Und ich gebe Dir recht, ich denke auch nicht, dass es reichen wird. Vll. sollte ich es entweder auf dem Gymnasium oder Berufsschule probieren (ab nächstem Jahr bin ich ja auch Umweltwissenschaftlerin).

      Was mich verwirrt, ist folgender Satz auf der Seite "https://www.bildung.sachsen.de/blog/index.php/2017/01/18/die-wichtigsten-fragen-und-antworten-zum-seiteneinstieg/"

      "b) Wenn Ihre Vorqualifikation keine hinreichenden Studienleistungen für eine Zuordnung zu einem Unterrichtsfach beinhaltet, absolvieren Sie zwei wissenschaftliche Ausbildungen (zwei Fächer) sowie eine schulpraktische Ausbildung."

      Das hat mich irgendwie verwirrt, weil das so aussieht, als würde man auch ohne Zuordnung zu einem Fach seiteneinsteigen können.

      Desweiteren folgendes:

      "Notwendige Voraussetzung ist ein mit einem Master, Magister oder Diplom abgeschlossenes Hochschulstudium an einer Universität, Kunst- oder Fachhochschule. Auch mit einem Bachelorabschluss der o. g. Hochschulen können Sie sich für die Schularten Grundschule, Mittel-/Oberschule oder Förderschule bewerben, wenn Sie hinreichende Studienleistungen in einem Unterrichtsfach der gewünschten Schulart nachweisen können."

      Hinreichende Studienleistungen in einem Unterrichtsfach der gewünschten Schulart hätte ich doch, wenn Sachkunde ein Fach ist. Ich weiß, dass Gymnasiallehrer, die Geographie unterrichtet haben, wenn sie auf die Grundschule wechseln möchten, dann da für Sachkunde eingesetzt werden.

      LG Janadi

      PS Darf ich fragen, aus welcher Gegend in NRW Du kommst? :)
    • Hallo Janadi,

      die Sache mit dem Bachelor ist faszinierend: Ich habe neben meinem Magister in Germanistik, Soziologie und Politikwissenschaften noch einen Bachelor in katholischer Theologie. Auf meine Frage, ob der Bachelor anrechnungsfähig ist, kam die Antwort: "Theoretisch schon, praktisch nein! Ein Bachelor ist ja auch kein richtiger Abschluss. Er entspricht ja vielmehr dem Grundstudium der alten einstufigen Studienabschlüsse!"

      Irgendwie deckt sich diese Aussage mit den Erfahrungen hier im Forum, weil wohl die Mehrheit der Interessenten, die abgelehnt worden ist. einen Bachelor besitzt.

      Theoretisch kannst du wohl auch ohne Zuordnung zu einem Fach den Seiteneinstieg versuchen, aber sie werden dich nicht berücksichtigen. Das Land möchte
      sich die Qualifizierungsmaßnahmen sparen. Seiteneinsteiger mit zwei Fächern sind einfach kosteneffektiver. Wie meinte das LaSuB zu mir: "Wissen Sie, Germanisten haben wir eigentlich genug, aber das Soziologie/Politikstudium macht Sie interessant, da wir damit drei Fächer abdecken können. Da haben wir weniger Ausbildungskosten und Sie können mehrere Fächer abdecken. Um so mehr Fächer Sie abdecken, um so besser.

      Ich glaube nach diesem Gespräch, dass der Amtsschimmel beim LaSuB gewaltig Laut von sich gibt.


      Grüße
      NRWlerin



      PS.: Zu deiner Frage: Ich stamme aus dem Ruhrgebiet. Studiert habe ich in Essen und Wuppertal
    • AAh ok, ich komme aus dem Raum Köln/Bonn.

      Weisst Du zufällig, wie das ist mit dem Erst und Zweitwunsch? Also wenn ich jetzt sagen wir mal Grundschule als Erstwunsch angebe und Gymnasium als Zweitwunsch...würden die dann erstmal schauen, ob man in Grundschule reinkommt und NUR falls nicht, bei Gymnasium schauen. Oder meinst Du die tendieren dann dazu (wenn sie zB sehen, dass Gymnasium viel besser passen würde und man es auch angegeben hat) einen schon direkt da zuzuteilen?

      Ich weiß nicht, ob ich gut erklärt hab, was ich meine. Also ich hätte Angst, dass die Angabe eines Zweitwunsches meine Chancen auf Grundschule (falls denn überhaupt eine da ist) mindert.

      LG janadi
    • Also, wenn ich meinen Ansprechpartner richtig verstanden habe, schauen die im ersten Schritt auf die anzurechnenden Fächer, danach auf den Bedarf und danach auf deinen Einsatzwunsch.

      Ich wollte gerne ans Gymnasium, aber wenn die mich nehmen sollten, dann wird es bei mir wohl auf die Oberschule hinauslaufen. Grundschule habe ich zwar auch angegeben, aber der Drittwunsch läuft wohl immer unter ... .

      Überleg' dir das wirklich mal mit der Berufsschule, weil du kannst dort u.a. Biologie unterrichten. Ich habe während meiner Zeit als Pastoralreferentin auch Religionsunterricht an Sekundarschulen und Berufsschulen geben müssen. Das war immer ganz nett; besonders an den Berufsschulen, weil das doch schon in die Erwachsenenbildung geht und viele, die dort beschult werden, auch ein großes Interesse an ihrem Bildungsgang haben. Du musst dich ja nicht im Berufsgrundschuljahr verheizen lassen.