Videokonferenz kann von SL erzwungen werden - oder gibt es Möglichkeiten sich zu wehren?

  • Plädierst du dafür, auf Rechte zu verzichten, damit die technische Entwicklung besser voran kommt?

    Ich plädiere dafür, den gesunden Menschenverstand einzusetzen, was für die Schulleitung bedeutet, dass die nicht zwanghaft darauf besteht, dass die KuK die Kameras einschalten, wenn sie das nicht wollen, und dass die einzelne Lehrkraft mal die Kirche im Dorf lässt, wenn es um das kleinteilige Kritisieren geht, jedes mal wenn irgendetwas an schulischen Abläufen verändert werden soll.

  • Ich sehe nicht,

    …, dass Kameras bei Konferenzen oder im Unterricht der elektrischen Innovation Vorschub leisten. Vielmehr ist es doch so, dass erstmal Arbeitsplätze mit Kameras geben muss, bevor wir darüber diskutieren können, ob wir sie anschalten.

    „Fakten haben keine Lobby.“

    (Sarah Bosetti)

  • Ich plädiere dafür, den gesunden Menschenverstand einzusetzen,

    Eine Floskel, die ich häufig lese, aber nie so richtig verstanden habe. Sind andere Ideen krank?

    was für die Schulleitung bedeutet, dass die nicht zwanghaft darauf besteht, dass die KuK die Kameras einschalten, wenn sie das nicht wollen, und

    Und schon wäre das Problem gelöst. Wie so oft sollten Schulleiterinnen nicht meinen, sie wüssten immer alles besser.

    und dass die einzelne Lehrkraft mal die Kirche im Dorf lässt, wenn es um das kleinteilige Kritisieren geht, jedes mal wenn irgendetwas an schulischen Abläufen verändert werden soll.

    Hier scheint der Mythos von den Innovationsverweigerinnen bedient zu werden. In der Tat ist es so, dass bei uns ständig irgendwelche neuen Ideen aufkommen. Häufig genug von oben. Ich habe schon gar keine Lust mehr, alles anzumerken, was daran zu kompliziert und zu aufwändig ist. Wie ich schon anmerkte, wer Online-Konferenzen möchte, lädt zu solchen ein. Bitte gerne. Ich erledige auch den ganzen Papierkram, der in den letzten Jahren dazu kam. Kostet Zeit, die den Schülerinnen fehlt. Bitte, gerne. Ich muss nicht mehr hinterher feststellen, dass ich es vorher besser wusste. Aber wenn meine Persönlichkeitsrechte in Gefahr sind, dann wehre ich mich. Ja, auch aus Prinzip.

    „Fakten haben keine Lobby.“

    (Sarah Bosetti)

    2 Mal editiert, zuletzt von O. Meier (17. Oktober 2025 19:45)

  • Weil ich gerade darüber gestolpert bin:

    Die Landesdatenschutzbeauftragte NRW sieht das ganze relativ pragmatisch:

    "ii. Verpflichtung, die Kamera einzuschalten
    Die Schule muss entscheiden, inwieweit sie Schüler*innen und Lehrer*innen dazu
    verpflichtet, während des per Videokonferenz stattfindenden Unterrichts die Kamera
    einzuschalten. In datenschutzrechtlicher Hinsicht hat sie dabei zu berücksichtigen, ob
    die mit dem permanenten Einschalten der Kamera verbundene Verarbeitung von
    Bilddaten für den von ihr zu erfüllenden gesetzlichen Bildungs- und Erziehungsauf-
    trag erforderlich ist und ob bzw. inwieweit hiervon Ausnahmen zugelassen werden
    können. Über eventuell berechtigte Ausnahmen in Einzelfällen sollten sich Lehr-
    kräfte, Schüler*innen und Eltern gegebenenfalls miteinander verständigen."

    https://www.ldi.nrw.de/system/files/m…_2022-10-25.pdf

    Die Schule muss also die Erforderlichkeit begründen.

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