Beiträge von O. Meier

    Du brauchst Kriterien, nach denen du entscheidest. Im Rückblick wählte ich andere als damals:


    • Wird das Lehrerinnenzimmer regelmäßig gelüftet?
    • Wird der Nichtraucherinnen-Schutz ernst genommen?
    • Gibt es einen guten Fahrradabstellplatz?

    Geh’ mal davon aus, das du vierzig Jahre dort verbringen wirst. Was ist dann wichtig?

    Wie sieht es den rein interessehalber mit den Orten bzw. Gegenden, an denen Vergewaltigungen o.ä. stattfinden?

    Keine Ahnung, wie es da aussieht. Was für Orte sollen das sein? Oder umgekehrt, an welchen Orten können keine Vergewaltigungen stattfinden?

    Und da greift das Beispiel von Susannea mit dem Helm eigentlich ganz gut.

    Also auf der Baustelle trage ich einen Helm. Der verhindert zwar nicht, dass ein Stein herunterfällt, schützt aber meinen Kopf, indem er den Energieeintrag auf den Kopf unter die Verletzungsgrenze reduziert.


    Sittsame Kleidung — das ist die Datenlage — verhindert keine Vergewaltigung. Was aber macht sie, wenn es zu einer kommt? Welche hilfreiche Eigenschaft bietet sie im Falle eines sexuellen Übergriffs.


    Ich bin da dich eher für einen Selbstverteidigungskurs als Analogon zum Helm.

    Im Verwaltungsnetz meines Schulträgers, in dem Microsoft Office "natürlich" der Standard ist, ist die Nutzung von OpenOffice u. LibreOffice nicht erlaubt - "aus Sicherheitsgründen". Auf Nachfragte erläuterte mir ein Mitarbeiter, dass der Vertrag mit Microsoft explizit die Nutzung der kostenlosen open-source Konkurrenz ausschließt.

    Ich musste mir damals den Mund fusselig sabbeln, damit wir OO aufs pädagogische Netz bekommen. Da war dann die damalige Wartungsfirma dagegen. Die hatten der Schulträgerin ein „System“ aus Terminal-Server und Thin-Clients aufgeschwatzt, das nie richtig funktionierte. In den Gesprächen verplapperten sie sich, so bekamen wir mit, dass sich dort manche Software total einfach installieren ließ, andere etwas mehr Aufwand benötige. Weniger Aufwand passte aber besser in die Kalkulation. Die mussten zwangsläufig knapp sein, die niedrigpreisigste Anbieterin gewinnt.


    Uns erzählten sie einen Haufen Scheiß in unangemessenem Tonfall. Sie betrieben ein „reines Produktivsystem“, da sein kein Platz für Spielkram. Deshalb könne auch kein BlueJ installiert werden. Da erfanden sie sogar einen Passus in den Lehrplänen, dass im beruflichen Gymnasium ausschließlich Eclipse als Entwicklungsumgebung zu nutzen sei.


    Die Schulleiterin ließ sich zunächst beschwatzen und vertraute nach einigem hin und her dann doch der Expertise der Fachkolleginnen.


    Danach habe ich mich im Wesentlichen nicht mehr darum gekümmert, welche Software installiert wird (Eine Ausnahme, aber ansonsten antworte ich „Leckt mich am Arsch!“, wenn ich gefragt werde, welche Software wir brauchen. Nur nicht so höflich und zurückhaltend, ich formuliere das etwas direkter).


    Damit es nicht nur anekdotisch wird, das könnte ein Beispiel für folgende Erkenntnisse sein:


    Die Menschen, die die Entscheidungen treffen, müssen sich auskennen, auch mit technischen Zusammenhängen.


    Das technische Personal muss für technische Lösung sorgen und dazu beraten. Inhaltliche Lösungen müssen andere treffen.


    Es muss genug Geld vorhanden sein. Dazu muss man insbesondere die Personalkosten so veranschlagen, dass die auch wirklich arbeiten können.


    Letztendlich müssten Lehrerinnen, technisches und administratives Personal zusammenarbeiten, um gemeinsam Lösungen zu finden. Keine Besserwisserei von allen Seiten, die einander erklären, was alles nicht geht.


    Dazu müsste man aber ein gemeinsames Ziel haben. Wenn man Digitalisierung nur betreibt, weil die von den Wahlplakaten in den Koalitionsvertrag diffundiert ist, hat man das nicht.


    Insofern, Morse' , stimme ich dir zu. Es sind die politischen Entscheidungsstrukturen, die uns im Weg stehen.

    Es gibt doch schon seit Jahren eine funktionierende Lösung (vernünftiges Dienstgerät vom Land gestellt, zentral administriert, Token zur Anmeldung im sicheren Netzwerk, komplette Peripherie gestellt zur Arbeit vor Ort und im Homeoffice) in den Schulbehörden und vermutlich auch in anderen Landesbehörden.

    Und in Bundesbehörden, Kommunen, Firmen, Sportvereinen.

    Eine Übertragung auf Lehrkräfte ist natürlich deutlich kostspieliger

    Als was? Aber man darf sich aber gerne an den Gedanken gewöhnen, dass IT Geld kostet. Man hörte, dass aus dem Digitalpakt nicht alles Geld abgerufen sei. Vielleicht geben die Länder das erstmal aus.

    Eine Alternative wäre ein mit einer Pauschale unterstütztes BYOD, das hatten wir an anderer Stelle schon diskutiert.

    Das wäre so dämlich, das machen die vielleicht.

    Ich halte es ...

    für wichtig und selbstverständlich,


    Diese Philosophie vertrete ich auch dem Schulträger und den Kollegen gegenüber. Natürlich.

    Das alles sind Punkte, die ich unterschreiben kann. Ich glaube aber nicht, dass die Liste schon abgeschlossen ist. Spontan fallen mir dienstliche Konten für Klassenfahrten ein.


    In der Realität sind all diese Dinge weder selbstverständlich noch natürlich. Nicht beim Land, nicht bei der Schulträgerin, und insbesondere nicht in den Köpfen vieler Kolleginnen und Schulleiterinnen.


    Ich kann auch verstehen, dass manch einer sich dadurch "bedroht" fühlt, weil er im Gegensatz zu anderen nichts Privates einbringen möchte.

    Eine Bedrohung ist es nicht, aber es nervt.


    Aus meiner Sicht gibt es definitiv nicht den Automatismus "Wenn 8 von 10 Kollegen Privates einbringen, dann müssen das auch die anderen beiden."

    Wie kommst du auf dieses Zahlenverhältnis, in dem die überwiegende Mehrheit Privates dienstlich missbraucht? Sind das Quoten, die real auftreten?


    Einen solchen „Automatismus“ gibt es nicht. Mobbing und anderer sozialer Druck haben keine derart festgelegten Quoten. Trotzdem kommen die vor. Das tut dann schon etwas mehr, als zu nerven.


    Womöglich sollte man da einfach drüber stehen, gelingt aber nicht allen. Mittlerweile bin ich stur genug, dass ich Sachen einfach aussitzen kann. Eine Situation wie der Ausgangspunkt dieses Threads entlockte mir womöglich sogar etwas Schadenfreude. Das sah aber als Berufsanfängerin noch ganz anders aus. Da glaubt nan schon mal, was die Kolleginnen sagen.


    Der gewichtigste Punkt ist aber der mangelnde Weitblick. Das ständige Einbringen von privatem Material hält den Druck für Land und Schulträgerin so niedrig, dass sie nichts ändern werden. Die vermeintliche Lösung führt zum Perpetuieren des Problems. Wurde im Forum schon mal angesprochen.


    Weil manche User ihr Handy immer dabei haben, kein Problem damit haben und den "Luxus" genießen, nicht noch den Token nutzen zu müssen.


    Warum O. Meier aus dieser Aussage von mir eine lange und in Teilen sehr unsachliche Diskussion machen musste: keine Ahnung. Das ist seine Sache.)

    Das ist in der Tat ein Punkt, dessen Fokus etwas verrutscht ist. Ich halte es nämlich —allein um die Selbstverständlich zu unterstützen — für angemessen eine rein dienstliche Lösung zu planen. Und man sollte es den Planerinnen nicht zu leicht machen, schlecht zu planen, indem man sie das in der Gewissheit tun lässt, dass sie sich auf die privaten Alternativen verlassen können. Das finde ich relevant, die Unerträglichkeit eines Tokens am Schlüsselbund nicht so sehr.


    Wenn übrigens anschließend viele Leute zur privaten Alternative greifen, ist das durchaus ein Indiz für die Unzulänglichkeiten der dienstlichen Lösung.

    Die beiden Kollegen sollen sich dann an den Schulleiter wenden und die Arbeitsplatz-Verordnung vorlegen.

    Soviel zur „Selbstverständlichkeit“. Selbstverständlich ist nämlich mal gar nichts. Vielmehr muss man allem hinterrennen, es einfordern und auch noch begründen.



    Dann kann der Schulleiter sich um die Arbeitsplätze kümmern.

    Macht sie vielleicht auch. Was dabei herauskommt, dürfte sehr unterschiedlich sein.


    Und er kann sich freuen, dass nur 2 Personen einen Arbeitsplatz brauchen.

    Du meinst, da werden dann zwei vollständige Arbeitsplätze exklusiv für diese zwei Personen eingerichtet, von denen die anderen acht schön die Finger lassen? Oder stehen irgendwo zwei Rechner im Lehrerinnenzimmer in der Ecke, an denen jede nur Mal schnell, was im Internet kuckt, ausdruckt, dies, das, Ananas?

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