DIEJENIGEN, die sich am lautesten echauffieren, sind welche, die nur einmal im Jahr die Religion für ihre Weihnachtsgeschenke und -stimmung "missbrauchen" bzw. "nutzen".
Hast du Daten dazu?
DIEJENIGEN, die sich am lautesten echauffieren, sind welche, die nur einmal im Jahr die Religion für ihre Weihnachtsgeschenke und -stimmung "missbrauchen" bzw. "nutzen".
Hast du Daten dazu?
Das Befolgen religiöser Regeln schließt die Übernahme von Verantwortung für sich und andere nicht aus, auch nicht für das eigene Handeln.
Religiöse Regeln verlagern die Verantwortung auf fiktive Entitäten, Göttinnen et. al. Sie entziehen sich einer Begründung und erlauben kein kritisches Hinterfragen. Weil Göttin.
Darum geht's bei Religion. Anderen in ihr Leben reinreden, ohne etwas begründen zu müssen. Dass man trotzdem ethisch handeln kann, bedeutet nicht, dass Religionen Ethik bringen, sondern, dass man sich an betreffender Stelle emanzipiert hat.
Dazu gehört auch ein grober Blick auf wesentliche Aspekte weitverbreiteter Religionen. Und
Möglich. Etwas kritische Distanz wäre aber hilfreich. Die Reproduktion der religiösen Innenansichten hilft nämlich wenig. Man muss sich schon die Mühe machen zu erkennen, dass ethisches Handeln aus der Übernahme der Verantwortung für das eigene Handeln entsteht. Das Befolgen religiöser Regeln ist so ziemlich das Gegenteil davon.
Wie dem auch sei, finde ich in den hier zitierten Plänen keine Grundlage dafür, Kinder zur Teilnahme an religiösen Handlungen zu verpflichten.
Ich halte das Beschränken der Religionsfreiheit der Kinder und Eltern ernsthaft für rechtlich bedenklich.
Für die Protagonistin derartigen „Unterrichts“ hat aber die Diskussion darüber keinen Mehrwert. Das Gepolter und Gepöbel hat mich keinen.
Scheinbar kennt ihr euch nicht mit dem Teilrahmenplan Ethik in meinem Bundesland aus.
Eben. Ich weiß noch nicht mal welches Bundesland das sein soll. Du kannst uns aber gerne erhellen, ich hätte da sogar eine Nachfrage des Lehrplans.
alle Weltreligionen im Fach Ethik zu behandeln
Was auch immer das mit Ethik zu tun haben soll. Scheint mir eher ein Religionsunterricht zu sein, der nicht so heißen darf. Aber sei’s drum. Wenn’s im Plan steht, steht’s um Plan
Rituale und Traditionen exemplarisch zu zeigen und ggf. einmal anzuwenden
Jetzt frage ich nochmal nach. Steht es tatsächlich im Plan, dass die Kinder Riten einer Religion ausüben, der sie gegebenenfalls nicht angehören?
Grundschulkinder sind nicht religionsmündig. Die Eltern melden sie zum Ethikunterricht mitunter auch deshalb an, weil es kein Religionsunterricht an. Inwiefern wird deren Zustimmung eingeholt, bevor die Kinder an den Riten teilnehmen.
Im Übrigen meine ich, dass man nicht bei allem mitmachen muss, mit dem man sich auseinandersetzt. Wie macht ihr das so, wenn es im Unterricht um Essstörungen oder häusliche Gewalt geht?
Hättet ihr es gewusst, dass es einen Ramadan-Kalender gibt
Nein, wusste ich nicht. Und? Jetzt weiß ich es. Was ist jetzt besser?
Allerdings konntest du mir diesen Faktum vermitteln, ohne mich an religiösen Riten teilnehmen zu lassen.
Dass die abrahamitischen Weltreligionen eigentlich denselben Ursprung haben
Aha. Auch zu dieser „Erkenntnis“ musste ich an keiner religiösen Handlung teilnehmen.
Dass jede dieser Weltreligionen einen Gott hat
Oder drei. Wie man jeweils so zählt.
Es geht darum Gemeinsamkeiten herzustellen, um dann die Unterschiede herauszuarbeiten.
Gerne. Dazu muss man, wie gesagt, keine Riten begehen. Ich halte das sogar für kontraproduktiv. Damit verführt man die Kinder nur dazu, die religiösen Innensicht anzunehmen.
doch ich musste kurz in den Rechtfertigungsmodus
Allein, eine Rechtfertigung dafür, Kinder zur Teilnahme an religiösen Handlungen zu verpflichten, fehlt noch.
dass ich es persönlich traurig finde
Die Formulierung ist neu. Zuvor hat diese Foristin das nicht gefunden. Erst recht nicht „persönlich“.
Jetzt komm sogar ich als Förderschullehrerin an meine Grenzen.
Wieso ist es traurig. an Weihnachten K`salat zu essen? Weil er in deinen Augen nix Besonderes ist? Dann ist es doch FÜR DICH traurig und sei drum froh, dass du ihn nicht essen musst.
Ich wäre traurig, müsste ich Rouladen essen oder Klöße.
Meine Güte, es sind DEINE Gefühle.
Und das Lachen, dass auf diesen Beitrag kam, war sicher auch ein Akt der Zustimmung und Unterstützung.
Hier wird nur auf den Punkt hingewiesen, dass die Traurigkeit individuell ist. Das ist in diesem Forum schon Anlass für Pöbelei. Dass muss man gar nicht groß analysieren. Ich muss hier nur zwei Seiten lesen, damit mir das Halbverdaute in die Mundhöhle läuft.
State hat geschrieben, dass Kartoffelsalat traurig sei (wohlgemerkt: nicht für ihn, sonder generell) und dem hast du beigepflichtet. Ich fragte dich: Kartoffelsalat ist traurig? Und du hast geantwortet: Ja (...).
Ich möchte nochmals betonen, dass DU keinen K`salat an Weihnachten möchtest, weil er DICH an etwas trauriges erinnert. Und genau das habe ich vor ein paar Seiten auch schon geschrieben.
K'Salat:
Für dich: nix
Für andre: gern
Ich[*] finde es traurig, dass vermeintlich gebildete Leute einen solchen Unterschied in der Formulierung nicht hinbekommen.
Wobei es ja möglich ist, dass man diesen Unterschied gar nicht machen möchte, sondern wirklich einen Absolutheitsanspruch hat:
Er erinnert mich nicht an etwas trauriges. Es IST halt einfach traurig, sowas an Weihnachten zu essen.
Hier wird ja wohl eine Emotion beschrieben. Wie kann die denn durch Kapitalen betont werden, um ihr die Individualität zu nehmen? Ich will jetzt keine Küchentischpsychologie auspacken, aber irgendetwas aus dem Bereich Perspektivenübernahme/Empathie scheint mir hier zu fehlen. Vielleicht nicht verwunderlich bei einer Teilnehmerin, die sogar Freude empfindet, wenn jemand öffentlich zusammengetreten wird.
Vielleicht also nur ein bedauerlicher Einzelfall.
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[*] Fun fact: erste Person Singular
da wird man doch etwas Besonderes essen dürfen, worauf sich alle freuen.
ja, darf man. An 365 Tagen im Jahr darf man das. Du wirst sehen, wenn ihr das macht, passiert auch nichts. Nehme einfach hin, dass andere etwas anders machen. Selbst wenn sie beabsichtigten, dir etwas zu verbieten, hätten sie nicht die Mittel dazu. Also, machen. Nicht ärgern.
Nur state und ich werden angegangen, weil wir an Heilig Abend keinen Kartoffelsalat essen wollen.
Quelle?
Was einige hier zu stören scheint, ist doch eher die verbale Aggression mit der bestimmte Speisen, wie Kartoffelsalat, abgelehnt werden.
Wenn dieses Forum denn nur ein „Bei mir ist das so“-Banalitäten-Kabinett wäre, dann wäre da so. Aber auch das geht ja wohl nicht. Man kann hier nicht einfach wahrnehmen, was andere machen. Noch nicht mal auf dem Niveau ist hier ein Gespräch möglich. Noch nicht mal für das Geplapper an der Supermarktkasse reicht es. Es muss immer drauf geben.
Man müsste das ja noch nicht mal als Chance sehen, etwas anderes ausprobieren. Man muss auch gar nicht überlegen, was wen warum glücklich macht. Das wäre ja schon eine kognitive Leistung. Aber es noch nicht mal aushalten zu können, dass man Kenntnis davon bekommt, das andere etwas auf eine bestimmte Art machen, ist doch schon ein trauriges Bild. Tolles Fest der Liebe. Glückwunsch.
Ich weiß, dass es sich nicht lohnt, hier so etwas zu schreiben. Die, die hier sind um sich einfach mal über etwas zu unterhalten, wissen das. Die, die ohnehin nur pöbeln wollen, finden in diesem Beitrag bestimmt wieder einen Anlass. Aber natürlich wollten die miteinander lachen (oder verwirrt sein). Ja, auslachen ist die neue Zustimmung. Is' klaa.
In meinen Ethikkursen feiern wir immer Weihnachten und das Ende des Ramadans.
Prickelnd. Da kommen Kinder in den Ethikkurs, um nicht am Religionsunterricht teilnehmen zu müssen und dann werden dort religiöse Feste gefeiert. Das ist durch den Lehrplan gedeckt?
O. Meier Das war kein Auslachen, es war dir beipflichtend zur Kartoffelsalatdiskussion gemeint. So sind eben die Lehrerzimmergespräche ganz oft. Nichts für ungut.
* PLONK *
Ich frag dann noch mal nach. Vom Ministerium gibt es im wesentlichen Blabla, aber eine konkrete Grenze ist nirgends angegeben? Also für NRW?
Wir werden uns im Kollegium gerade nicht einig. Wir wissen, dass es in NRW Regelungen dazu gibt, was man als (beamtete) Lehrerin annehmen daref, ohne in den Verdacht einer Vorteilsnahme zu kommen.
Wie, aber, sieht das nun aus, wenn eine Kollegin von einer ganzen Klasse einen Präsentkorn im z. B. Rahmen der Abschlussfeier bekommt. Wieviel darf der insgesamt kosten? Gibt es da einen festen Betrag oder eine Orientierung?
NRW, bitte.
Danke.
PS: Mir ist das furchtbar wurscht, ich gehr nicht auf solche feiern und lasse mir schon nichts schenken. Aber irgendwiewird bei uns auf einmal diskutiert, was am Schuljahresende so passieren könnte. Tja.
ich schaffe es gar nicht mehr das Schlafzimmer so kalt zu lüften, wie ich es gerne hätte.
Es ist zu warm? Wenn diese Anmerkung von jemandem kommt, der sich freut wenn Klimaaktivistinnen als Reaktion auf deren Aktion öffentlich zusammengetreten werden, hat das schon eine gewisse Ironie. Insofern, Daumen hoch für den herzlichen Lacher.
Wenn ich die Wahl habe zwischen viel Steuern oder wenig Steuern zahlen, da brauche ich nicht lange zu überlegen.
Ja, du bist dem Problem auf der Spur. Aber. Vielleicht wäre es hilfreich, mal etwas länger nachzudenken.
Als ersten Impuls mag man noch nachvollziehen können, wenig zahlen zu wollen. Aber eigentlich ist das eine eher naive, wenn nicht gar infantile Sichtweise.
Wenn man nur aus der eigenen Betroffenheit „argumentiert“, kann man keine gesellschaftlichen Probleme lösen.
Eine sachliche Betrachtung liefert die Notwendigkeit des Staates, Einnahmen zu generieren. Die Idee, dass diejenigen, die „mehr haben“, auch „mehr geben“, halte ich für sehr simpel nachvollziehbar, bedarf eben auch keiner außergewöhnlichen Brainpower, ist aber schon ein Stück weiter als „Ich will nicht.“
Nächstes Problem: in unserem Land gibt es eine Mehrheit, die sich schützend vor die stellt, die am meisten haben, und dafür sorgt, dass diese am wenigsten zahlen. Also geht es nicht auf, alle anderen zahlen mehr.
Als Nicht-Superreicher fehlt mir das Verständnis dafür, warum man bereits so viel Geld hat, dass man sich einen sehr guten Lebensstil leisten kann und dennoch noch meint, Steuertricks nutzen zu müssen.
Egal, wieviel jemand hat, man ist nie zufrieden. man möchte immer noch mehr. Keine kriegt den Hals voll genug.
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