erfahrungen kolloquium (ev.) reli?

  • hallo
    bei mir steht in 2 wochen die prüfung (grundschule/NRW) an und beim lernen für's kolloquium fällt mir dauernd auf, dass ich mir nur so wenige fragen speziell zum fach ev. reli vorstellen kann...
    deswegen fällt mir die reli-vorbereitung für die prüfung auch schwer.
    ich lerne zb eigentlich "nur", wie der lp aufgebaut ist, wie ich mich speziell als reli-lehrerin sehe, welche bedeutung der reli-unterricht hat, wie ich reli-unterricht (auch AU) plane, differenziere, erziehe usw.
    aber es ist viel weniger, als ich für's hauptseminar und mathe lerne!


    insofern wäre es ganz toll, wenn mal jemand aus seiner erfahrung berichten kann!
    was für fragen wurden euch gestellt?



    vielen dank und lg,
    silke

  • Hallo Silke,

    ich bezweifle, ob man sich außer deinen genannten Themen speziell auf die
    Reli-Prüfung vorbereiten kann.

    Wichtig scheint mir, dass du Bezüge zu den Themenbereichen der Themenliste (Querschnittsthemen), die der Prüfungskommission vorliegt, herstellen kannst.


    Z.B. Schulleben : Gottesdienste? Warum? Wie oft? Nehmen alle Kinder teil?
    Leistungsbewertung im RU
    RU in der integrierten EIngangsphase
    Offener Unterricht - Möglichkeiten und Grenzen im RU


    Wichtig ist, dass du Praxis und Theorie aufeinander beziehen kannst.

    Liebe Grüße und viel Glück bei der Prüfung,
    Margarete

  • Mir ist es passiert, dass ich in der Reflexion meiner Examenslehrprobe zum Exodus gefragt wurde, ob ich denn glauben würde, was da passiert ist. Also überleg dir auch so etwas vorher. Mich hat diese Frage nämlich wirklich kalt erwischt.

    Wer nie verliert, hat den Sieg nicht verdient.

  • Habe letzte Woche II. Staatsprüfung gehabt. Möchte jedem empfehlen, sich zuallererst auf die Stunden vorzubereiten - die müssen sitzen. Kolloquium in Bezug auf Hauptseminar wird gar nicht vorbereitet - das ist nämlich nur Wiederkäuerei der primitivsten Inhalte (Öffnung von Unterricht, Leistungserziehung usw). Dazu kann jeder reden, der anderthalb Jahre Ref und Hauptseminar ertragen hat. Kolloquium in den Fächern ist, wenn es keine speziellen Vorgaben durch den Fachleiter gibt, den man dafür in die Prüfung gewählt hat, letztlich nichts anderes. Da muss man dann erzählen, wie man (in deinem Fall) Religionsunterricht öffnen kann, wie man dort jedem Schüler gerecht werden will (Individualisierung) usw. Leistungsmessung ist in *allen* Fächern ein ganz beliebtes Thema - dazu muss man dann etwas sagen (welche Indikatoren für meine Note? Differenzierte Leistungsmessung über Portfolio und ähnliche Scheiße?). Immer auch Dauerbrenner ist die Sache mit der Förderung. Du hast Mathe... dann solltest du was wissen darüber, wie man in Klasse 1/2 bzw. 3/4 den Lernstand zu Beginn des Lehrgangs diagnostiziert und wie man mögliche Defizite auszumerzen gedenkt. Im Großen und Ganzen bewegt sich das Kolloquium sehr an der Oberfläche. Es wird nicht in die Tiefe gefragt - mit einer fachwissenschaftlichen Prüfung an der Uni nicht zu vergleichen. Die Leute wollen wissen, ob du in der Lage bist, zu den Begriffsfetischen Leistung, Differenzierung, Öffnung etwas zu sagen - und wie *du* gedenkst, das in deinem Unterricht (bezogen auf die beiden Ausbildungsfächer) anzubahnen und zu befördern. Mehr nicht - ist eine ganz weichgespülte Sache. Ich wiederhole mich... die Stunden müssen sitzen! Nach Ergebnis der Stunden wird dann das Kolloquium entsprechend angelegt, damit es passt. Wer zwei Stunden mit 1,7 hinlegt, kann im Kolloquium nicht auf 4,0 geprüft werden. Das wissen die Leute - und nachdem sie dich in den ersten beiden Stunden im Unterricht erlebt haben, wissen sie auch, wie sie dich im Kolloquium zu prüfen haben.

  • danke, besonder philou, für die beschreibung deiner konkretetn erfahrungen!!
    das man bei 10 themen, hs und 2 fächern nicht groß ins detail gehen kann, war mir fast klar, wurde uns aber vom seminar her nie bestätigt.
    dann lerne ich mal so weiter:
    dass ich zu allen großen punkten (offener U., leistungsmessung, differenzierung, diagnose/fördern, erziehen, beratung, übergang und AU) was sagen kann und meine eigene meinung bzw. erfahrungen einbringen kann


    Titania:
    der tipp mit den mög. fragen zur sache der stunde wurde mir auch gegeben.
    da werde ich fit sein!
    wobei ich aus berichten das gefühl habe, dass eher kathol FL als evangel. speziell exeget. fragen stellen



    vielen, lieben dank,
    silke

  • Zitat

    Titania:
    der tipp mit den mög. fragen zur sache der stunde wurde mir auch gegeben.
    da werde ich fit sein!
    wobei ich aus berichten das gefühl habe, dass er kathol FL als evangel. speziell exeget. fragen stellen


    Wobei ich allerdings evangelische Religion studiert habe :D

    Wer nie verliert, hat den Sieg nicht verdient.

  • Thema Schulgesetz... ja, da hätte ich nach dem 1. August dieses Jahres glatt meinen Arsch drauf verwettet, dass das für die Refs in diesem Durchgang Pflichtthema in wirklich *jeder* mündlichen Prüfung ist. Und ich glaube nach wie vor daran - verrückterweise bin ich aber die Ausnahme der Regel. Das wurde nicht einmal am Rande thematisiert - aber mein Vorsitzender war ein Schulleiter, der ein wenig schüchtern war (aber bullig wie ein Bär *g*). Ich denke, wenn man Schulamtsleute oder wen aus Düsseldorf da hat, dann wird das definitiv kommen wie das Amen in der Kirche.


    Trotzdem wird das m. E. lediglich auf Kernthemen hinauslaufen. Man muss etwas sagen über die neue Wahl des Schulleiters, die Stärkung der Elternrechte, die Durchlässigkeit des Systems v. a. nach oben und natürlich, dass die Versetzung der Regelfall zu sein hat (und wie das Gesetz das sichergestellt wissen will!!). Die anschließende Frage wird fast immer lauten: "Wie setzen sie diese Maßgaben in ihren Unterrichtsfächern um?" - "Jaaaa...... *g* Glasklar, das heißt, diagnostizieren und beobachten speziell in Anfangsklassen, und dann Fördern bis der Arzt kommt. Durch äußere Differenzierung, durch innere, durch Förderstunden und Lernstudios, durch Offenhalten aller Lernzugänge uswuswusf."


    Die Leute interessieren keine Popeldetails. Die wollen wissen, ob man den Überblick über diesen galoppierenden Wahnsinn hat und die Fetische Offener Unterricht, Förderung, Diagnose, Differenzierung, Selbstverantwortung auf seine eigenen Fächer übertragen kann, ob man da dezidierte Erfahrungen bereits hat etc. Bitte auf keinen Fall den Hauptseminarordner auswendig lernen - hinterher werdet ihr euch wahnsinnig ärgern über die vergeudete Zeit, die armdicken Nerven dazu und dass man da besser anderes Sinnvolles getan hätte (nochmal am Material feilen, nen Impuls klarkriegen usw).


    Soweit meine Erfahrungen diesbezüglich. Wenn es noch konkrete Dinge gibt, zu denen ich vielleicht etwas beitragen kann / soll, dann geb' ich gern Auskunft. :)


    Viel Erfolg auf jeden Fall!!!

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