Fachliche Überforderung ENAT

  • Hallo ihr Lieben,

    ich weiß gar nicht so genau was meine Frage eigentlich ist, fühle mich aber gerade zum Ref-Start fachlich total überfordert. Ich bin an einer beruflichen Schule und alle Kollegen sind Direkteinsteiger, die ein wahnsinniges Fachwissen von der Praxis der Elektrotechnik haben. Ich habe lediglich E-Technik studiert und von den meisten, doch sehr praxisnahen Themen, noch nie etwas gehört. Dann versuche ich mich einzulesen in die verschiedenen Themengebiete, aber werde nicht richtig schlau daraus, weil ich durch die Theoriebücher noch lange nicht weiß, wie das 5-adrige Kabel jetzt in die Verteilerdose gezogen wird und woher ich weiß an welche Anschlüsse welcher Leiter kommt beim Relais (Aussagen sind jetzt nur beispielhaft).
    Weiß gerade einfach nicht, wie ich das Referendariat bzw. auch das weitere Lehrerdasein in diesem Fach schaffen soll, wenn mir die Praxiserfahrung fehlt. Vielleicht gibt es ja ein paar unter euch, die mir von ihren Erfahrungen berichten können.

    Vielen Dank!

  • Weiß gerade einfach nicht, wie ich das Referendariat bzw. auch das weitere Lehrerdasein in diesem Fach schaffen soll, wenn mir die Praxiserfahrung fehlt. Vielleicht gibt es ja ein paar unter euch, die mir von ihren Erfahrungen berichten können.

    Hallo, ich fühle stark mit dir. Kam auch nur mit meinem Wissen aus der Uni (was für die Praxis nichts brachte und theoretisch nur Ingenieurwissen war) und habe auch sehr gekämpft.

    Meine Tipps:

    Such dir gute Fachlehrer/innen. Bau selbst eine Anlage auf. Wir haben Werkstattlehrer und ich habe da viel gelernt.

    Schau, dass du eher passende Lernfelder bekommst, sprich die Problematik an. Am Ende habe ich viel Steuerungstechnik gemacht oder absolute Grundlagen. Gerade Steuerungstechnik ist fürs Ref auch sehr dankbar. Auch hier hatte ich nette Kollegen, die mir dazu angeraten haben.

    Installationen habe ich nicht machen müssen. Würde aber dann durchaus ggf. auch nen Praktikum in einem Betrieb empfehlen.
    Ich habe das über Schule und privaten Raum abdecken können. War aber auch schon dabei mir nen Handwerksbetrieb zu suchen.


    Viel Erfolg weiterhin!

  • Es ist sehr schwer am BK ohne praktische Erfahrung. Ich war bis gerade auch der Überzeugung, dass es überhaupt nicht möglich ist. Bisher dachte ich, eine Berufsausbildung oder wenigstens 12 Monate Praktikum in dem jeweiligen Berufsfeld, zusätzlich zum Studium, sind Einstellungsvoraussetzung.

    Es macht auf jeden Fall Sinn ein solches Praktikum zu absolvieren. Auch wenn es erstmal nur 5 Wochen in den ersten Sommerferien sind. Ansonsten erkennt jeder Azubi spätestens Ende August, dass du vom echten Job keine Ahnung hast. Dann bleibst du der Theoriefutzi, der nicht weiß wie es richtig geht.

    Die Sommerferien kommen ja Recht zuverlässig jedes Jahr wieder. Ich würde das Praktikum allerdings nicht in der Region machen. Sonst hast du früher oder später Azubis vor dir sitzen, die Geschichten erzählen wie du dich auf der Baustelle angestellt hast.

  • Es ist sehr schwer am BK ohne praktische Erfahrung. Ich war bis gerade auch der Überzeugung, dass es überhaupt nicht möglich ist. Bisher dachte ich, eine Berufsausbildung oder wenigstens 12 Monate Praktikum in dem jeweiligen Berufsfeld, zusätzlich zum Studium, sind Einstellungsvoraussetzung.

    12 Monate Berufspraktische Erfahrung ist nicht zwingend im Berufsfeld.
    Abgesehen davon ich habe Chemie und Elektrotechnik studiert auf BK, sollte ich dann 2x 12 Monate machen?
    Ich habe eine dreijährige abgeschlossene Ausbildung, aber eben im Berufsfeld Chemie.

    Also ja, es ist Voraussetzung, aber die fachpraktische Tätigkeit kann auch in verschiedenen/anderen Bereichen sein.


    Ansonsten erkennt jeder Azubi spätestens Ende August, dass du vom echten Job keine Ahnung hast. Dann bleibst du der Theoriefutzi, der nicht weiß wie es richtig geht.

    Das würde ich aus Erfahrung so nicht stehen lassen.
    Es ist die Frage, wie man damit umgeht. Ich verkaufe es noch heute so - ihr habt Ahnung von der Praxis, ich von der Theorie, lasst uns gemeinsam voneinander lernen. Ich weiß, wie die Prüfung aufgebaut ist und will euch da durch bringen.

    Wichtig ist, sich nicht vorne als allwissend hinzustellen!

    Und die Schüler freuen sich, wenn sie der Lehrkraft was erklären können. Ich praktiziere das durchweg so und bin damit noch nie schlecht gefahren.

  • Nicht allwissend ist genau das richtige Stichwort! Gerade am BK hat man doch häufig Schüler/Azubis, die irgendwas wirklich besser wissen oder können. Egal wie fit man fachlich ist.

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