Informationstechnische Grundbildung - HS

  • Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    es ist auffällig: auf dem Markt gibt es jede Menge offline- und online-Kurse für die verschiedensten Anwendungen. Ebenso auffällig ist es, dass es für die Hand von Schülerinnen und Schülern nur relativ wenig Brauchbares Material gibt. Gut aufbereitetes didaktisch/methodisch durchdachte UE für die Hand unserer Kundschaft sind rar. Vieles ist selbstgestrickt, sprachlich zu kompliziert, zu großschrittig, mit zu wenig Aufgabenstellungen und und und...
    Hat jemand von euch den Steyn der Weysen gefunden? Z. B. ein Word-Lehrgang ab Klasse 7 (einfach, basale Fertigkeiten) bis zur Klasse 10 (komplexe, spezielle Fertigkeiten) oder Entsprechendes für Excel/Access/PowerPoint/Staroffice/Bildbearbeitung etc. pp.?
    Oder könnte man sich auf diesem Gebiet noch eine gewisse Unsterblichkeit erwerben, indem man direkt Umsetzbares für die Sek. I entwickelt?
    Viele Grüße von Hannes,
    der jetzt nicht weiter suchen mag....

  • Hallo Hannes...
    Wyr by uns machen dass so:
    In einem Fach wird irgendetwas umfangreicheres spannendes gemacht: Bier brauen, Uran anreichern, Sprengstoff herstellen etc... Der ITG Unterricht greift genau das auf und vermittelt, wie die Ergebnisse in form von texten, bildern und tabellen auf dem Rechner dargestellt werden können. Hat viele Vorteile...


    Gruß
    Remus

    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen - HEnRy vAn dyKe

  • ....sozusagen ITG, eingebunden in den "normalen" Unterricht. Feine Sache, das, erfordert aber einen kompetenten Umgang dieses Mediums durch viele Lehrkräfte. Die sind bei uns nicht sehr verbreitet. Leider.
    Umgang mit Rechnern im Klassenverband im Computerraum oder auf den Rechnern, die in der Klasse stehen, ist mit Angst verbunden, es könnte was kaputtgehen, oder die eigenen Unzulänglichkeiten könnten gewahr werden...

  • Hallo Hannes,


    auch wenn ich dir die Unsterblichkeit nicht zusichern kann, so würde dir doch die Dankbarkeit von mir und einigen meiner Kollegen auf Ewigkeit nachschleichen, wenn adäquaten Kram in dieser Richtung bereitstellen kannst. Wie du so richtig schrybst: Der Stein der Waisen fehlt a weng und im Moment wurstelt jeder mehr oder weniger sinnvoll vor sich hin; allein, es fehtl am Konzept.


    Gruß,
    Holger

  • Läuft auch anders: Ich mach z.B. die Urananreicherung im Unterricht und der kompetente Kollege sorgt dafür, dass die Schüler ihren Versuch am PC dokumentieren. Da braucht man Text, Tabellen, Formeln und Bilder und etwas Netrecherche. Und das läuft ganz gut. Wer schnell arbeitet, kann auch noch eine Präsentation erstellen... und die geht dann wiederum in meine Note ein... :D


    Dazu muss ich Null Ähnung von PCs haben. Was Disziplin angeht, wir sind ein Gym und trauen uns noch, den Mob in die Computerräume zu lassen... ;)
    Und es reicht aus, wenn du mit EINEM Kollegen Absprachen triffst. Naturwissenschaften bieten sich an, aber sicher gehts auch mit anderen Fächern.


    Die Motivation und Synergie ist so deutlich höher...


    Gruß,
    Remus

    Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen - HEnRy vAn dyKe

    Einmal editiert, zuletzt von Remus Lupin ()

  • Also Hannes, wenn es ein solchen Material gäb, würd ich auch noch versuchen, die "Unsterblichkeit" aufzutreiben ... :D


    Computer und normalen Unterricht zu verbinden klingt toll und ich probier das im Normalfall auch.
    Aber auch dann brauchen die Schüler Grundlagen um Texte zu schreiben und zu formatieren, um Tabellen zu erstellen, Bildchen einzufügen und Dateien abzuspeichern....


    Bei meiner Computergruppe (7-8 Schüler = halbe Klasse) hab ich so unterschiedliche Voraussetzungen bei den Schülern, dass ich froh wäre, wenn ich ihnen Karteikarten in die Hand drücken könnte, auf denen bestimmte Dinge Schritt für Schritt - mit einfachen Worten und genauen Abbildungen stehen.
    So könnte jeder in seinem Tempo und mit seinen Fähigkeiten arbeiten.
    Sicher werden immer wieder solche Materialien angepriesen, aber da wird immer viel zu viel vorausgesetzt und mit Fachbegriffen "rumgeschmissen", so dass ich halt doch wieder erklären muss.

  • Zitat

    indidi schrieb am 06.02.2005 14:48:
    Bei meiner Computergruppe (7-8 Schüler = halbe Klasse) hab ich so unterschiedliche Voraussetzungen bei den Schülern, dass ich froh wäre, wenn ich ihnen Karteikarten in die Hand drücken könnte, auf denen bestimmte Dinge Schritt für Schritt - mit einfachen Worten und genauen Abbildungen stehen.


    Hallo Indidi,


    schade, bei deinen tollen Materialien, die du sonst so anbietest, hatte ich gehofft, du würdest jetzt ebensolche Karteikarten hervorzaubern
    Aber ernsthaft: Wir haben letzten mal an unserer L-Schule über ein IUK-Curriculum gehirnt mit allen Inhalten, die unsere Schüler unbedingt mal brauchen. Selbst das war nicht ganz einfach auf einen Nenner zu bringen, fängt's doch bei so grundlegenden Sachen an wie Umgang mit Verzeichnissen, etc. Im Endeffekt ist unsere Liste ins Endlose abgeglitten, aber auf Dauer wird kein Weg daran vorbeiführen.


    Leider wird momentan erstmal jeder Kollege weiterwursteln, und wenn ich die Schüler in der Oberstufe bekomme, können manche alles und der Rest gar nix


    Gruß,
    Holger

  • @ hodihu
    Ich hab' mich erst mal in Dein Mailverzeichnis aufnehmen lassen, gute Sache!
    Zum Thema:
    Die Statements machen mich nachdenklich - es gibt, wie mir scheint, landauf, landab keine wie auch immer gearteten Rahmenbedingungen, nach denen die SuS den Umgang mit Rechnern und Anwendungen im Laufe ihrer Schulzeit vermittelt bekommen sollen.
    Auch in NDS sollen die informationstechnischen Inhalte in die Fachbereiche eingebunden werden - das Fach ITG soll es eigentlich gar nicht geben. Aber wie soll man was einbinden, wovon man nix versteht? Es gibt faktisch keine diesbezüglichen Fortbildungen, und wenn, dann sind sie hoffnungslos überzeichnet.
    Da denken die Bildungsverantwortlichen wieder mal zu kurz. Das war Punkt eins.
    Punkt zwei ist mir heute beim Radln durch den Kopf geschossen. Hat nicht unmittelbar was mit dem Thema zu tun.
    Wir sagen immer, ITG/Informatik müssen Gegenstand der schulischen Bildung sein - sozusagen als Kulturtechnik Nr. 4. Damit stiegen die Chancen z. B. der Hauptschülerinnen und -schüler auf dem Arbeitsmarkt. Hat das eigentlich irgendwer schon mal nachgewiesen, dass das so ist?
    Wird der informationstechnischen Bildung nicht viel zu viel Geld, Zeit und Energie geopfert?
    Ich merk' schon, dass ist schon fast ein neuer Thread. Wenn das ein interessantes Thema ist, können wir ja einen draus machen...
    Schöne Grüße von
    Hannes

  • Zitat

    Ich hab' mich erst mal in Dein Mailverzeichnis aufnehmen lassen, gute Sache!


    Danke - freut mich wenn's gefällt!


    Ansonsten triffst du genau den Punkt: Seit der Einführung des neuen Oberstufenlehrplans für Förderschulen in By gibt's IUK (oder ITG wie's früher hieß) nicht mehr eigenständig. Grundlagen sollen bereits in den Klassen 3 bis 6 geschaffen werden; wir wenden dann nur noch das Wissen an. Im Endeffekt bin ich gut zwei Stunden pro Woche beschäftigt dieses Grundwissen zu schaffen und - wie du richtig bemerkt hast - ohne erkennnbaren praktischen Sinn. Außer der allgemeinen Vermutung "ohne Computerkenntnisse gehts heutzutage nicht" gibt's auch hier nichts greifbares. Auf die Frage ob ein angehender Maler, Bäcker, Lagerist, etc. wirklich mit Word & Co. oder sogar Frontpage umgehen muss, hat keiner die Antwort (zumindest hab ich noch keinen getroffen).


    Genauso ratlos grüßt,
    Holger

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