An alle Profis der deutschen Grammatik

  • Hallo,


    ich habe eine Bitte, da ich bei der Satzgliedbestimmung des folgenden Satzes so meine Probleme habe


    ?(



    Ich freue mich darüber, dass ich jeden Tag mit dem Fahrrad fahren kann.



    Es geht um "darüber", welches Satzglied lässt sich hier bestimmen??


    Habe schon viele Kollegen gefragt und viele Antworten erhalten, allerdings war sich niemand wirklich sicher bzw. hatte eine Erklärung.


    Binmir sicher, dass ihr ne Lösung habe ;)


    Danke!


    Schnuppe :)

  • Je nach Grammatik gibt's vielleicht verschiedene Antworten, da jede Grammatik nur eine Annäherung an die echte Sprache ist.


    Aber nach meiner Analyse ist erst mal:


    "darüber, dass ich jeden Tag mit dem Fahrrad fahren kann"


    ein ganzes Satzglied. Umstellprobe (bleibt zusammen) und Spitzenstellungstest (kann im Hauptsatz vor dem finiten Verb stehen) weisen darauf hin. "Darüber" ist durch den folgenden Attributsatz näher bestimmt ist.


    Was für ein Satzglied diese ganze Konstruktion nun ist... hm. Subjekt, Prädikat und Prädikativ sowieso nicht. Bleiben Adverbiale und Objekt. "Ich freue mich der Tatsache...": Ein seltenes Genitivobjekt. "Ich freue mich über die die Tatsache": Präpositionalobjekt. Und was ist mit: "Ich freue mich darüber"?


    Mein Wörterbuch nennt "darüber" ein Adverb. Dann bliebe fast nur Adverbiale als Satzglied für die ganze Konstruktion.

    Bitte, erkläre es mir nicht noch einmal. Ich glaube, ich verstehe sehr gut, was du meinst, ich teile nur deine Meinung nicht.


    Seit 2004 unter dem gleichen Namen im Forum.

  • erstmal danke für deinen bestimmungsversuch


    ich denke auch, dass es vielleicht mehrer möglichkeiten gibt, aber ich hätte gerne die, die am nähsten kommt.


    klar, der nebensatz ist ein objektsatz, der das fehlende objekt im hauptsatz ersetzt, deshalb kann darüber meiner ansicht nach kein objekt sein. adverbiale bestimmung habe ich auch für sehr wahrscheinlich befunden, doch was für eine??


    bin über weiter anregungen dankbar. ;)

  • Nur noch mal klarstellen: "darüber" allein ist gar kein Satzglied. Anders wäre es in: "Ich freue mich darüber."

    Bitte, erkläre es mir nicht noch einmal. Ich glaube, ich verstehe sehr gut, was du meinst, ich teile nur deine Meinung nicht.


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  • Aber wie kann denn ein Satzglied durch komma getrennt sein, wenn darüber +nebensatz ein gemeinsames Satzglied sein soll???


    jetzt bin ich völlig am Ende ... 8o

  • hallo,
    also, ich sehe das auch als Adverbiale, und zwar entweder darüber alleine, aber auch darüber+dass-Satz...


    am ehesten ist es meiner Meinung nach eine Adverbiale des Grundes...


    mfg
    der unbekannte Lehrer

    "Get thee back into the tempest and the Night´s Plutonian shore!...
    Take thy beak from out my heart, and take thy form from off my door!"
    Quoth the raven: "Nevermore." (E.A.Poe,The Raven)

  • Zitat

    Schnuppe schrieb am 03.06.2005 15:06:
    Ich freue mich darüber, dass ich jeden Tag mit dem Fahrrad fahren kann.


    Wäre es nicht so besser:
    "Ich freue mich, dass ich jeden Tag mit dem Fahrrad fahren kann."


    Wenn "darüber", dann handelt es sich meiner Meinung nach jedenfalls um ein Präpositionalobjekt, denn freuen vergibt die Präposition "über" zwingend. Adverbiale sind im Gegensatz zu Präpositionalobjekten "freiwillige" Satzergänzungen ("Ich fahre nach Hanover", "Ich fahre im Tunnel"... ).

    Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.

  • Präpositionalobjekt wäre mir sehr lieb - dann wäe "darüber" von der Wortart her als Kombination von Pronomen+Präposition zu verstehen, und eben nicht als Adverb.

    Bitte, erkläre es mir nicht noch einmal. Ich glaube, ich verstehe sehr gut, was du meinst, ich teile nur deine Meinung nicht.


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  • Zitat

    Wenn "darüber", dann handelt es sich meiner Meinung nach jedenfalls um ein Präpositionalobjekt, denn freuen vergibt die Präposition "über" zwingend.



    auja, eine Fachdiskussion :D


    haltet mich jetzt nicht für einen Korinthenkacker, aber ich bezweifel doch, dass freuen zwingend mit "über" steht (falls du das so gemeint hast, Timm), denn es kann auch ohne Präposition mit Genitiv stehen oder mit der Präposition auf z.B.:


    freut euch des Lebens, ich freue mich auf meinen Geburtstag...
    etc..


    mfg
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  • Hallo,


    meiner Meinung nach müsste das ganze Gefüge (darüber, dass...) ein Präpositionalobjekt sein, da man den Nebensatz auch weglassen könnte, und dann das "darüber" der Ersatz für diesen Nebensatz wäre. Das "darüber" wäre also demzufolge auf der Ebene der Wortarten ein Pronominaladverb und als "einzelnes" Satzglied ohne den Nebensatz eine adverbiale Bestimmung des Grundes (aus welchem Grund freue ich mich?).


    (Ohne Gewähr auf Richtigkeit )

  • Schließe mich Semira an.

    Bitte, erkläre es mir nicht noch einmal. Ich glaube, ich verstehe sehr gut, was du meinst, ich teile nur deine Meinung nicht.


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  • Klarheit würde man nur bekommen, wenn man die Valenz des Verbs kennen würde. Ist das Verb "freuen" zweiwertig (was ich jetzt behaupten würde) ist es ein Präpositionalobjekt, sonst ein Adverbial. Leider gibt mein Deutschwörterbuch die Valenz nicht an. Kann es jemand nachschlagen?


    Der Genitiv ist m.E. eine (ver)altete Form, die andere Präposition ergibt schlichtweg eine neue Bedeutung. Bei meinem Beispiel für ein Adverbial mit "fahren" ändert der Austausch der Präposition nicht die Bedeutung des Verbs.

    Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.

    Einmal editiert, zuletzt von Timm ()

  • Zitat

    Schnuppe schrieb am 03.06.2005 18:35:
    Aber wie kann denn ein Satzglied durch komma getrennt sein, wenn darüber +nebensatz ein gemeinsames Satzglied sein soll???


    Das ein oder andere Komma tut dem Satzglied nicht weh.


    In "Der Mann, der zu viel wußte, starb eines grausigen Todes." ist "Der Mann, der zu viel wußte," das Subjekt.


    Zu deinem Satz weiß ich aber auch nichts zu sagen. ... :rolleyes:



  • Einspruch, euer Ehren, :D
    Meiner Meinung nach kann der Relativsatz nicht Teil des Subjektes sein, da er selbst Subjekt, Akkusativobjekt und Prädikat beinhaltet...


    nur die kleinliche Ansicht eines Lateinlehrers ;)


    mfg
    der unbekannte Lehrer

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  • Zitat

    the-unknown-teacher-man schrieb am 05.06.2005 18:40:


    Einspruch, euer Ehren, :D
    Meiner Meinung nach kann der Relativsatz nicht Teil des Subjektes sein, da er selbst Subjekt, Akkusativobjekt und Prädikat beinhaltet.


    Gut, ich dachte wohl mehr in Richtung Nominalphrase, aber ich bin da trotzdem tolerant. Von mir aus kann das Subjekt beinhalten, was es will, solange es seinen Job macht. :D


    Und schließlich ist nicht irgendein Mann Subjekt, sondern der Mann, der zu viel wusste, übrigens mit Doppel-s.


    Trotzdem muss ich mal meine Lehrprobe weiter vorantreiben.
    Macht schon Spaß, der Job. Da geht der Neid der Nicht-Lehrer runter wie Schweröl.

  • hallo!
    ich habe auch eine frage zur grammatik. wie sagt ihr zu dem satz: "Auf Taste B drücken." ist dies eine infinitivkonstruktion mit präpositionalgruppe?? wäre nett, wenn jemand eine idee hätte!
    vielen dank!

  • erstmal vielen dank für die bisherigen antowrten, wobei ja noch keine lösung im sinne der nähersten annäherung gefunden ist...


    die sache mit dem satzglied und der trennung durch kommata ist mir immer noch suspekt...aber nun gut....vielleicht ergibt sich da ja noch ein beispiel...oder eine regel...


    was meinen beispielsatz angeht warte ich wieter gespannt auf lösungenmöglichkeiten mit enrsprechdenen argumenten...


    am dienstag muss ich den satz nämlich mit meiner klasse 7 (!) klären...


    schönen sonntag noch,


    schnuppe

  • ich frag mich da schon, warum keiner der deutschlehrer das eindeutig klären kann. überfordert anscheinend die deutschlehrer hier.

    Suum cuique!


    Um Vorwürfen vorzubeugen,
    gilt bei allen meinen Beiträgen mitzudenken:
    BSE:
    (BETROFFENHEIT SORGE ERSCHÜTTERUNG)

  • Max
    Das liegt daran, dass die deutsche Sprache eine schwere Sprache ist und sich nicht immer alles eindeutig bestimmen lässt.


    Timm
    Habe jetzt kein passendes Wörterbuch da, würde aber auch sagen, dass es zweiwertig ist (über/auf etwas/ jmd. freuen), wobei man es ja auch ohne Präposition (oder ist das ein Adverb ) benutzen kann (Ich freue mich.).


    Gruß leppy

  • Zitat

    leppy schrieb am 07.06.2005 16:27:
    Timm
    Habe jetzt kein passendes Wörterbuch da, würde aber auch sagen, dass es zweiwertig ist (über/auf etwas/ jmd. freuen), wobei man es ja auch ohne Präposition (oder ist das ein Adverb ) benutzen kann (Ich freue mich.).


    Gruß leppy


    Ich behaupte aber, der Satz "Ich freue mich" ist nicht verständlich, wenn nicht durch pragmatischen oder semantischen Kontext ersichtlich ist, über was.
    Z.B. heißt es wohl unstrittig "jemanden etwas geben" (3wertig). Im richtigen Kontext reicht aber: "Ich gebe gerne" (z.B. jemand, der im Moment Geld in die Spendenbüchse gibt, der wohlhabende Mäzän...).
    Genau wie oben ist nur durch die Kenntnis des Kontext der Satz "Ich freue mich" in Ordnung, deshalb bleibt freuen 2wertig, die Ergänzung ein Präpositionalobjekt.

    Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.

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