Beiträge von Herr Rau

    Edit: wir müssen Eltern soundsooft verklickern, dass ihr Kind besser an der Förderschule aufgehoben ist, bzw. es ihm dort unserer Einschätzung nach besser gehen wird. Glaubst du, da kann man wirklich "beraten"? Da muss man zu den Vorteilen überreden, die Nachteile sind natürlich nicht zu leugnen, die kann man nur "wegberaten".

    Ahem. Es geht, sagst du, nicht um Beratung an meiner Schulart, aber dann doch speziell um Beratung an deiner? Zu der kann ich nichts sagen, nur zu meiner. Bei uns wird kontinuierlich beraten, am Anfang ergebnisoffener, am Ende natürlich nicht. Das macht die Ratschläge aber in meinen Augen nicht zu Schlägen.

    Selbst wenn du es noch so freundlich formulierst und noch so Recht hättest, sagst du den Eltern, was sie machen sollen und das ist keine Beratung, sondern allenfalls ein Ratschlag. Und Ratschläge sind Schläge...

    Ich werde unsere Beratungslehrkraft - in BY an jedem Gymnasium als Funktionsstelle, mit eigener Ausbildung und Anrechnungsstunden und eigenem Büro (bei uns jedenfalls) und so, die genau für solche Fragen zuständig ist - auf ihren Irrtum hinweisen.

    Unterschiedliche Schularten brauchen einfach unterschiedliches Lehrerverhalten. Ob man dieses Verhalten schon vor der Entscheidung für eine Schulart präferiert oder es sich im Laufe der Ausbildung und des Berufsleben entwickelt, kann ich nicht beurteilen, vermute jedoch, dass es eine Mischung aus beidem ist.

    Ich glaube, das kommt schon vorher. Bereits an der Uni (Fachdidaktik Informatik) merke ich Unterschiede zwischen Studierenden auf Lehramt Realschule/Gymnasium. Und: Gymnasiallehrkräfte haben - im Schnitt, allgemein, laut Studie, nicht im Einzelfall - bessere Abiturdurchschnitte, meine Interpretation: bessere Erfahrungen mit Schule, und dann eher die Haltung "stellt euch nicht so an, bei mir ging's doch auch". Lehrkräfte anderer Schularten haben - im Schnitt, allgemein, laut Studie, nicht im Einzelfall - schlechtere Abiturdurchschnitte, meine Interpretation: schlechtere Erfahrungen mit Schule, weniger Erfolgserlebnisse durch Noten, mehr Bereitschaft, die Schule zu hinterfragen.


    Ergänzung: Und dann vielleicht noch Unterschiede, die aus der Geschlechterrolle herrühren, wo die Verteilung zwischen Primarbereich und Sekundarstufe 2 anders ist. Über Realschule weiß ich tatsächlich wenig, gibt 's da nur mäßig mehr Frauen als Männer, oder deutlich mehr?

    Ich kann nichts zu Gymnasien in Niedersachsen sagen. Der Threadtitel ist sehr plakativ, muss hier auch schon um Leser geworben werden? Insofern weiß ich nicht, worauf ich antworten soll, die persönlichen Anekdoten oder den pauschalen Titel.


    Pauschal ist das für Bayern Quatsch.


    Anekdotisch: Klingt schlecht dort, ja. Zur echten Einsätzung müsste man mehr wissen: Gymnasialschulempfehlung, ja oder nein, oder gibt es das überhaupt in Niedersachsen? Steht das so im Lehrplan, ja oder nein, oder gibt's überhaupt schulübergreifende Lehrpläne? (Das ist ja nicht überall so, glaube ich.) Es gibt sicher schlechte Gymnasien, und es gibt sicher individuelle Überforderung, die dann häufig auf die Schule geschoben wird. Soll ich etwas zu bayerischen Gymnasien schreiben, oder ist das hier gar nicht verlangt?


    Dass es im Allgemeinen Unterschiede zwischen Lehrkräften am Gymnasien und anderen Schularten gibt, stimmt übrigens sicher. Ich lass das mal so stehen.

    Es gibt offizielle Ferientermine, die kann im Kalender nachschauen. Die beginnen am Montag nach dem ersten Wochenende. Sonn- und Feiertag und Ferien sind freizuhalten - also darf man selbstverständlich darf man etwas "über die Ferien" aufgeben. (Technisch nicht, aber technisch gibt man es ja auch nicht über die Ferien auf.) So wie ich von Freitag auf Montag aufgeben kann, auch wenn die Sonntage doch frei zu halten sind.


    Rechtlich völlig eindeutig. Ob man das tun soll oder nicht, ist eine pädagogische Frage, die auch mit dem Alter zu tun hat.


    (Meine Meinung: Oft ja. Kommt halt darauf an. Und wie kuschelig die Schule sonst so ist - manche Schulen verbieten Noten am ersten Schultag nach den Ferien. Und: jetzt, in Coronazeiten, sich an so etwas zu stören als Eltern, das könnte ich nicht nachvollziehen.)

    Bewundernswert, mit welcher Sicherheit hier manche wissen, dass sich ganz viele an dem stören, was sie selbst stört und dann in deren Namen sprechen.

    Unsinn. Du sagst: "Keiner stört", und da reicht ein Gegenbeispiel. Niemand sagt "Alle stört." Aber der Thread hier ist voller Unsinn, von Quatschköpfen gekapert, weil sie nicht ernsthaft über das Thema reden wollen oder können. Echt peinlich. Ich glaube, den zeige ich mal meinen Schülern und Schülerinnen und lass sie tentative Personenbeschreibungen anlegen anhand dessen, was sie hier lesen. Darf ich die Beschreibungen dann hier posten? Kann noch etwas dauern, wir haben A/B-Wochen und dann Herbstferien, aber die Idee ist reizvoll.

    Selten in einem Thread hier so viel fachlichen Quatsch gelesen wie in diesem. Das wird mir zu viel, als dass ich allen antworten möchte, ganz viel halbgares Zeug dabei. Es ist halt ein emotionales Thema, und ich fürchte, da sollte man den eigenen vorgeblich rationalen Argumenten misstrauen, sondern einfach sagen: ich mache und mag das so oder so.


    Ich gendere meistens in verschiedenen Formen. Meine Schüler auch. Und die Schülerinnen.


    Interessant finde ich, wie sehr zeitgemäßes Denken bei meinen Schüler:innen angekommen ist - ich kann kaum ein Liebesgedicht mehr analysieren lassen (das Zehntklassbuch ist voll davon), bei dem meine Schüler und Schülerinnen automatisch davon ausgehen, dass es sich um ein heterosexuelles Paar handelt oder dass das stürmende, drängende Ich automatisch ein Mann ist. (In Schulen wird ja vor allem noch new criticism/teximmanente Interpretation gepflegt.)

    Ja, bei Günther Hoegg (Schulrecht) gibt es so ein Fallbeispiel, wo ein Lehrer eine Note ändern musste aufgrund einer Anweisung einer Schulleitung - ich glaube, es war eine Klassenarbeit.

    Das täte mich sehr wundern. Ich habe eben auf die Schnelle auch nichts im Hoegg gefunden. In Bayern Gymnasium ist das auch nicht so - die *ganze* Arbeit, also die aller Schüler und Schülerinnen, darf unter Umständen kassiert (nicht: geändert) werden. Aber natürlich kann die Schulleitung Druck machen oder sich über Regelungen hinwegsetzen.

    Am Rechner: Formatvorlagen, oder wenigstens ordentliche Absatzformatierung.


    Im Deutschaufsatz: Leerzeilen. Die Aufsätze sind 2-14 Seiten lang. Was bei Fächern oder Schularten mit weniger Seiten sinnvoll ist, will ich nicht beurteilen.

    Meine Schülerinnen und Schüler äußerst diszipliniert im Klassenzimmer, was Masken betrifft. In der Pause weniger - aber da sind manche Jahrgänge eh ständig am Essen, und da darf Maske dann ja auch ab. Anderthalb Meter Abstand dagegen sind kaum umsetzbar.

    Mal'ne blöde Frage, weil's in Bayern seit gestern wieder losgeht:

    Seid ihr auch so kaputt, wenn ihr den ganzen Tag Maske tragt?

    Ich kann mir vorstellen, das sein zu werden, aber bisher war noch nicht viel Schule bei mir, und die Konferenzen der ersten Tagen nach den Sommerferien machen mich so oder so jedes Mal kaputt.

    Wenn du nur eine Note aus dem Abiturzeugnis benutzen dürftest, wäre das übrigens die Note in Mathematik, die hat den größten Einzelvorhersagewert, d.h. wir können den Schülern viel Leid in Deutsch o.ä. ersparen.

    Bin deinen Links nicht gefolgt, aber laut Wikipedia ist die Korrelation bei Deutsch höher als die bei Mathematik. Just saying.

    https://de.wikipedia.org/wiki/…nz_und_schulischer_Erfolg

    (Wenn ich in der Schule bin, erwarte ich nur einen Kollegen mit stark abweichender Coronameinung zu meiner. Aber zwischen dem und mir verläuft eh schon ein Spalt, liegt auch am Fach; und der ist eh immer gegen alles, was ihn irgendwie einschränkt, also hat das auch nichts mit Argumenten oder Sachlage, sondern mehr mit Temperament zu tun. In diesem Fall.)

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