Argumentation gegen Stammtischparolen

  • Hallo zusammen!


    Hat jemand von euch Erfahrungen mit einem "Argumentationstraining gegen Stammtischparolen" in der Schule? Gibt es ja als Konzept für die Erwachsenenbildung, aber mich würde mal interessieren, ob das schon jemand mit Schülern durchgeführt hat und wie die Erfahrungen waren.

  • Hallo,
    das Buch, das mein Vorredner angeführt hat (Autor: Klaus-Peter Hufer, Link zur Bundeszentrale für politische Bildung) ist erst mal wirklich empfehlenswert. Ich habe allerdings folgende Erfahrung gemacht:
    In einer Klasse am Berufskolleg, in dem ich im Fach Politik als Referendar (mit wenig Erfahrung in dem Fach) selbständigen Unterricht machte, habe ich aus diesem Buch (S. 46, falls es jemand nachliest) eine anscheinend "echte" Wohungsanzeige einer türkischen Familie zu lesen gegeben, die so satirisch formuliert ist, dass sie alle Vorurteile und Stammtischparolen gegen türkische Leute enthält, also z. B. "Wir schlachten unsere Lämmer grundsätzlich in der Badewanne" oder "bei uns wird die Frau mindestens einmal in der Woche krankenhausreif geschlagen" usw.
    Was jetzt im Unterricht geschah, war folgendes, dass nämlich der größere Teil der Klasse darin überhaupt nichts Satirisches sehen konnte, sondern nicht davon abzubringen war, dass das alles stimmen würde, was darin steht. Ich bin fast vom Glauben abgefallen, wie man so sagt, und war wohl darauf auch nicht vorbereitet.


    Ich will damit nicht vom Thema abraten, ganz im Gegenteil; ich selbst war aber, ehrlich gesagt, der Situation nicht so recht gewachsen (ich weiß oder vermute, was man jetzt alles sagen kann, wie man darauf hätte vorbereitet sein können, usw., stimmt alles, aber es ist nicht einfach!)


    Überlegen muss man ja auf jeden Fall, ob man die, wie man vielleicht denkt, ohnehin aufgeklärten Schüler fit machen will für den Umgang mit solchen Parolen, oder ob man erst mal mit ihnen selber zu der Thematik arbeiten muss.
    Viele Grüße
    kien

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