Beiträge von chemikus08

    Tom123

    Jeder Fall wird individuell neu verhandelt. Du wirst Dir als Vertreter der Dienststelle folgende Frage vom Arbeitsrichter gefallen lassen müssen:

    "Sie behaupten also, dass wenn Sie Tom123 Teilzeit gewähren die Unterrichtsversorgung gefährdet ist. Jetzt haben Sie aber drei Kollegen aus familiären Gründen sogar eine vollständige Befreiung gewähren, ohne dass es zu einer Gefährdung der Unterrichtsversorgung gekommen ist, wie könnten Sie diese abwenden? Mit flexiblen Mittel Kräften? Das ist eine gute Idee, wieso soll das bei Tom123 nicht funktionieren? Urteilsverkündung ist dann um 1400.

    (Machen die immer erst Nachmittag🤣)

    Wollen wir nicht junge Menschen motivieren, den Lehrerberuf zu ergreifen? Dann empfehle ich auch den Verfechter altpreussischer Beamtentugenden sich einmal anzuschauen, was so die Wertevorstellungen der jungen Generation sind. Ein hoher Wert ist Freiheit. Hierzu gehört auch die Freiheit selbst zu bestimmen, wieviel man arbeiten möchte. Insbesondere die bisher bestehenden Möglichkeiten des Sabbatjahres würden wegfallen, denn das ist voraussetzungslose Teilzeit. Für viele KuKs ist dies ein wertvoller Baustein geworden für eine wirksame Work - Life Balance. Wenn man sich jetzt wieder diesen Modellen verschließt, dann muss man sich nicht wundern, wenn man als Arbeitgeber an Attraktivität verliert

    Schmidt

    Jetzt möchte ich aber doch langsam Mal wissen, woher diese urban Legend stammt, man könne die Tarifbeschäftigten nicht genauso oder zumindest in ähnlichem Umfang versetzen, wie die Angestellten auch. Zumindest in NRW steht im Arbeitsvertrag keine bestimmte Schule. Sagt Euch der Begriff Direktionsrecht des Arbeitgebers etwas? Sorry aber wir Tarifbeschäftigten hängen genauso am Fliegenfänger. Abgesehen von deutlichen Unterschieden in der Besoldung sind die Arbeitsbedingungen doch ziemlich vergleichbar

    An betriebliche Gründe stellen die Arbeitsgerichte hohe Anforderungen. Ich bin daher auf die ersten Klagen gespannt. Um es Mal mit den Worten eines Arbeitsrechtlers zu sagen, eine Klage ist nichts schlimmes. Es ist nichts anderes als die Einholung einer Drittmeinung die dann gilt, falls es keine weitere Instanz gibt🤷. Eine Arbeitsrechtsschutz oder eine Gewerkschaftsmitgliedschaft sollte in unserem Beruf selbstverständlich sein.🤷

    fossi74

    Irgendwie kann ich Deiner Argumentation nur wenig abgewinnen (Es geht immer noch um den engen Rock).

    Da ist als wesentliches Gegenargument zu nennen, das wir als Tarifbeschäftigte in gleicher Weise von den Maßnahmenpaketen betroffen sind. In wie weit die Betroffenen dann den Mut haben arbeitsgerichtlich vorzugehen wird sich zeigen. Zu mindest im Bereich der voraussetzungslose Teilzeit würde ich Chancen sehen. Zum anderen sind auch Beamte keine beliebige Verfügungsmasse. Aber glücklicherweise gibt es auch hier genügend Möglichkeiten zur Gegenwehr. Dem Dienstherrn ist bei solchen Äusserungen offenbar nicht bewusst, dass ein Grossteil derjenigen, die voraussetzungslose Teilzeit haben, dies machen, weil die Grenze der Leistungsfähigkeit erreicht ist. Die eigene Eitelkeit hatte bislang nur verhindert, dass man das Gesundheitsfass aufgemacht hat. Die Amtsärzte werden sich demnächst bedanken, wenn eine Flut von Anträgen zur Teildienstfähigkeit über sie hereinbricht.

    fossi74

    Warum der Rock des Beamten eng sein soll und man das als abhängig Beschäftigter ( von mir aus auch abhängig alimentiert) auch noch toll finden soll, werde ich als überzeugter Gewerkschafter wohl nie verstehen. Mit der Methodik wird es allerdings schwierig werden, junge Menschen von einem Lehramtsstudium zu überzeugen.

    @Schlaubi Schlau

    Genau das ist der Grund, warum es die Generation Z plus gar nicht mehr ins Beamtenverhältnis ziehen wird. In einem Land, indem Fachkräfte Mangelware sind, habe ich als solch einer Narrenfreiheit. Und dann mache ich es, wie oben beschrieben. Bekomme ich eine feste Stelle, dann lasse ich mich nicht verbeamten und wenn ich Teilzeit machen möchte und es wird verweigert, gucken wir Mal was das Arbeitsgericht sagt oder ich kündige und suche mir eben eine flexible Mittelstelle mit der gewünschten Stundenzahl. Das wird die Konsequenz sein. Abgesehen davon, dass unter solchen Vorgaben doch niemand mehr auf Lehramt studiert. Wenn überhaupt, dann als Seiteneinsteiger, damit auch andere Alternativen bleiben🤷

    Ich erlebe immer mehr Kollegen, die lieber als angestellte Lehrkraft von Vertretungsstelle zu Vertretungsstelle wandern, als irgendwo eine feste Stelle anzutreten. Grund: Freiheit Die Freiheit die Schule und den Ort zu wechseln, die Freiheit eine künstlerische Pause einzulegen.Das Blockmodell hat diese Gruppe automatisch mitgebracht. Nach vier Jahren macht man ein Sabbatjahr und holt sich die eingezahlten Beiträge zurück in Form von ALG1, und danach kann man sich wieder was aussuchen. Der Fachkräftemangel macht dieses Modell attraktiv und es wird zumindest die nächsten 20 Jahre attraktiv bleiben. Und eigentlich brauche ich hierfür nur einen Bachelor, das komplette Lehramtsstudium kann ich mir sparen. In dieser Situation will man dann festschreiben, dass bedingungslose Teilzeit nicht erlaubt ist?Die Fachkräfte werden mit den Füßen abstimmen. Die Zeit der willfährigen Staatsdiener ist vorbei. Die Verantwortlichen wissen es nur noch nicht.

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