Beiträge von chemikus08

    @WillG

    Ich finde die Argumentation von WillG sehr gut und da ist kaum was hinzuzufügen.

    Es gibt ferner das Risiko, dass aus Freiwilligen Zusatzleistungen auf einmal eine Erwartungshaltung wird. Das ist ganz gefährlich. Auch wenn Schulleitungen so etwas in ihre Beurteilung rein fließen lassen. Sobald in einer Schule nach diesem Motto verfahren wird. Lasst es sein, dann bitte bei Krankschreibung keine Leistung, auch wenn Ihr könntet. Ihr schadet denen, die noch kränker sind und es nicht können.

    Das erklärt beide Extreme, zum einen dass es durchaus möglich ist sich Krankmeldungen zu erschleichen, aber auch warum Kollegen die am Stock gehen, sich krampfhaft zur Arbeit schleichen. Das beste Beispiel ist mein Orthopäde. Die Diagnose ist klar. Dann kommt: Brauchen Sie eine Krankschreibung?

    Der weiß doch nicht, ob Du fünfmal die Etagen ohne Aufzug wechseln musst. Der geht von einem barrierefreien Gebâude aus.

    Genügend Kollegen würden auf diese Frage sagen: Brauch ich nicht kriege ich hin. Wer nicht direkt die AU einfordern möchte, sollte dann aber dem Arzt schon sagen, " Während einer Schicht laufe ich 3 km durch das Gebäude, ohne Aufzug, drei Stockwerke rauf und runter. Die Toilette ist im Keller. So jetzt könnt Ihr Mal ratenl, was der Arzt empfiehlt, wenn er diese Info hätte. Statt dessen, " Nö, Brauch ich nicht." Und sich dann wundern, dass die Therapie so schlecht anschlâgt🙈🙈🙈

    Man hat über ein solches System ja auch schon nachgedacht, man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass dies ein Nachfragesystem sein wird. Der Arzt wird es nur mache, wenn der Arbeitnehmer nachfragt. Denn ansonsten weiß der Arzt aufgrund der fünf Minuten Taktung in in unseren Praxen relativ wenig über die individuelle Arbeitsbelastung. Insoweit erfolgt der facto jetzt schon die Krankschreibung aufgrund persönlicher Selbsteinschätzung 🤷

    Also ich glaube Ihr habt einiges noch nicht berücksichtigt. Ihr behauptet locker vom Hocker, ja wenn ich über ein gewisses Repertoire verfüge, dann dauert die Vorbereitung nicht mehr so lange. Really? Selbst wenn ich nach fertigem Konzept unterrichte, quasi wie einen Erste-Hilfe Kurs nach Leitfaden, muss ich:

    - meine Unterrichtsstunde verwalten (Mitteilungszettel für versäumten Unterricht für die Klassenlehrer, Reaktion auf Unterrichtsstörungen z.B. mit Eltern telefonieren usw)

    - Kopien erstellen

    - den Beamer auf- und abbauen

    - Versuche vorbereiten

    - Versuchsaufbauten abbauen

    Alles das kostet alleine schon 20 Minuten, darüber hinaus ist bei den unterschiedlichen Voraussetzungen, die die Kurse teilweise mitbringen eine Um- oder Neuplanung von Unterrichtseinheiten häufig unumgänglich. Letzten Endes kann ich bei Doppelstunden sagen, dass da Vor- und Nachbereitungszeiten mindestens 30 Minuten (Durchschnitt) je Doppelstunde in Anspruch nehmen. Tests und Klausuren sind dabei noch nicht berücksichtigt.

    Ergänzung:

    Nicht zu vergessen, dass ich immer noch eine Schulform mit einem Deputat von 28 Stunden angehöre

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