Ich persönlich sehe sehr wohl die Gefahr, die mit einer solchen Vermischung von hauptberuflicher Tätigkeit mit mehr oder minder ehrenamtlichem Engagement besteht. Allerdings wäre ich sehr vorsichtig, dies pauschal als unprofessionell und unkollegial zu bezeichnen, wie es die Kollegin Friesin hier beschreibt. Bei genauer Betrachtung verhalten sich dann nämlich ca. 90% aller Kolleginnen und Kollegen unkollegial und unprofessionell. Warum? Weil die Subventionierung der beruflichen Tätigkeit mit eigenen fnanziellen Mitteln nichts anderers ist als eine Form dieser ehrenamtlichen Tätigkeit (Es gibt eben Geldspenden oder Sachspenden, wobei die eigene Mitwirkung eine Sachspende ist). Ich denke hier insbsondere an die zahlreichen Klassenfahrten, bei denen Kolleginen und Kollegen ihren Eigenanteil größtenteils aus eigener Tasche bezahlen. Hierbei handelt es sich um Reisekosten, für deren Erstattung es einen rechtlichen Anspruch gibt. Keine anderer Mitarbeiter im öffentlichen Dienst (der Vergleich mit anderen beruflichen Tätigkeiten wurde in diesem Thread öfter bemüht) würde freiwillig auf diese Erstattung verzichten, um seiner Dienststelle die Durchführung der Veranstaltung zu ermöglichen. Hinzu kommt, dass durch die Selbstverständlichkeit, mit der dies geschieht, Schulleitungen mittlerweile sogar die Erwartungshaltung entwickeln, dass ein Lehrer so zu verfahren hat. Damit ist hier genau das eingetreten, was nicht passieren soll; das ehrenamtliche Engagement wird zum Vorbild genommen und als Erwartungshaltung auf andere Lehrkräfte übertragen. Damit ist aber die Unterschrift unter die Verzichtserklärung mindestens so unkollegial (und auch unprofessionell) wie die Erteilung ehrenamtlicher Zusatzstunden.
Nur mal so zum nachdenken und als Diskussiongrundlage