Seiteneinstieg - ich komme (hoffentlich)

  • Hallo alle miteinander,


    ich habe mich schon durch die ganzen Threads hier gewühlt und hoffe, dass ich nun alles verstanden habe. Zusätzlich war ich selbstverständlich auch auf http://www.schulministerium.nrw.de/ZBL/Wege/Seiteneinstieg/, lois.nrw und auf verena unterwegs.


    Und doch habe ich noch Fragen :-)


    Aber erst mal zu meinen Daten:
    Ich bin Magisterstudentin (Germanistik, Anglistik) und habe nun alle Prüfungen absolivert und soweit wohl auch bestanden, warte aber noch auf offizielle Ergebnisse (Magisterarbeit ist noch nicht vollständig korrigiert). Erfahrungen als Vertretungskraft an einer öffentlichen Schule habe ich nicht, aber dafür war ich fast 7 Jahre in einem Nachhilfeinstitut beschäftgit (falls mir das was bringt). Außerdem habe ich 3 Jahre Erfahrung im Community Managment in Onlinespielebereich (habe eigentlich mehr gearbeitet als studiert) --> kann aber keine 2jährige Berufstätigkeit NACH meinem Studium nachweisen. Nun würde ich gerne in den Lehrerberuf einsteigen.


    Also bleibt mir (wegen der fehlenden 2 Jahre) "nur" die Möglichkeit des Seiteneinstiegs mit pädagogischer Einführung. Soweit ich das verstanden habe. Da sieht es aber meiner Meinung nach erst mal schlecht aus, was vielleicht auch an meiner Fächer-Kombi liegt. Aber nun gut.
    Deshalb dachte ich mir, ich bewerbe mich auf verschiedene Vertretungsstellen. Falls ich so eine Vertretungsstelle nun bekomme - zählt diese dann auch für meine 2jährige Berufserfahrung (bzw auch dann noch, wenn ich mal 3 Monate Vertretung mache und dann 1-2 Monate nichts bekomme)?
    Da ich als Seiteneinsteiger nicht an die Grundschule darf - darf ich dann auch keine Vertretungsstelle an einer Grundschule annehmen (vorausgesetzt, ich würde eine bekommen)?


    Und was passiert nach der pädagogischen Einführung? Muss ich mich dann wieder für eine Stelle bewerben, damit ich eine berufsbegleitende Ausbildung machen kann?


    Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen. :-)

  • Der Verordnungstext differenziert nicht zwischen befristeteten und unbefristeteten beruflichen Tätigkeiten. Die OBAS verlangt nur, dass Du nach Deiner Ausbildung noch zwei
    Jahre beschäftigt warst. Falls Du also keine feste Stelle (ggf. auch mit PEF) bekommst und immer wieder Vertretungsstellen besetzt, erfüllst Du automatisch irgendwann auch die Bedingung mit den 2 Jahren nachgewiesener Berfufstätigkeit.
    Auf der anderen Seite würde ich an Deiner Stelle sofort zuschlagen, wenn Dir eine feste Stelle mit PEF angeboten wird; denn wahrscheinlich wird es für Seiteneinsteiger in den nächsten Jahren eher schwieriger (besonders bei dieser Fächerkombination). Die OBAS sieht ja auch die Möglichkeit vor, dass Du als "PEF´ler" Dich nachqualifizierst und dann erst in die OBAS einsteigst. Da ganze hätte den Charme, dass Du dann schon eine feste Stelle hast, solltest Du die Abschlussprüfung nicht schaffen, fällst Du nicht ins Bodenlose sondern in Deinen alten Vertragszustand (PEF´ler mit unbefristetem Anstellungsvertrag) zurück. Beginnst Du aber unmittelbar mit der OBAS, so droht Dir bei Nichtbestehen die Entlassung!

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Verstehe ich das jetzt richtig - ich kann auch sofort eine Stelle mit berufsbegleitender Ausbildung suchen? Ich dachte, das würde nicht gehen, da ich die 2 Jahre Berufserfahrung nicht habe.

  • Hallo Simone,


    Verstehe ich das jetzt richtig - ich kann auch sofort eine Stelle mit berufsbegleitender Ausbildung suchen? Ich dachte, das würde nicht gehen, da ich die 2 Jahre Berufserfahrung nicht habe.


    Es gibt in NRW zwei Arten der berufsbegleitenden Lehrerausbildung:


    1) Die Ausbildung nach der OBAS: Das ist quasi das berufsbegleitende Referendariat für Seiteneinsteiger und dauert i.d.R. zwei Jahre. Im Unterschied zum regulären Ref wirst Du von der Schule als Lehrkraft "voll" eingestellt, unterrichtest also im Angestelltenverhältnis das volle Stundendeputat, abzüglich Freistellung für die Ausbildung (Seminare, Ausbildungsunterricht usw.). Durch die erfolgreiche Teilnahme an der OBAS erwirbst Du das 2. Staatsexamen, das z.B. die Grundlage für eine Verbeamtung, Beförderung etc. ist.
    Voraussetzung für die Teilnahme an der OBAS ist aber (u.a.), dass Du nach Deinem Uni-Examen bereits zwei Jahre gearbeitet hast. Was, wo und wie lange, spielt dabei (eher) keine Rolle. Es gibt eine Ausnahme, wobei sich da m.W. momentan die Gelehrten drüber streiten: Wenn Du vor Beginn der OBAS schon im Schuldienst arbeitest und sonst keine zweijährige Berufserfahrung nach dem Uni-Examen nachweisen kannst, musst Du bereits seit zwei Jahren über einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit einer Schule verfügen. Aber, wie gesagt, darüber gibt es momentan unterschiedliche Auffassungen zu hören, zumindest in meinem Dunstkreis.


    2) Die Pädagogische Einführung (PE): Die ist für die Seiteneinsteiger vorgesehen, die (noch) nicht an der OBAS teilnehmen können, weil sie die Voraussetzungen noch nicht erfüllen, oder aber z.B. zu alt für eine Verbeamtung sind. Die PE dauert nur ein Jahr, Du unterrichtest voll, abzgl. 5 Stunden Freistellung für die Ausbildung. Mit der PE bekommst Du einen unbefristeten Angestelltenvertrag und kannst u.U, noch die evtl. anschließende OBAS (s. 1) verkürzen. Eine Verbeamtung etc. ist mit der PE aber ausgeschlossen.


    Für beide Varianten gilt m.W., dass die ausgeschriebene Stelle ausdrücklich für den Seiteneinstieg geöffnet sein muss. Ein kleiner Tipp: Suche auch mal nach Stellen bei Schulen in privater Trägerschaft - da gibt es u.U. die eine oder andere "Nische".
    Ach ja, wie sieht es eigentlich mit Deinen Lateinkenntnissen aus? Wenn Du in diese Richtung z.B. einige Seminare etc. besucht hast, könnte auch das zu einem "Türöffner" werden.


    Was Vertretungsstellen in Grundschulen betrifft, habe ich leider keine Ahnung.


    Übrigens: Zumindest in Niedersachsen ist es m.W. möglich, mit einem Magister, wie Du ihn hast, auch ins reguläre Ref zu gelangen. Vielleicht erkundigst Du Dich auch noch in diese Richtung?!?


    Viel Erfolg!
    Grüße,
    Stephen

  • Unabhängig von der immer gleichen Diskussion kann man der Fragestellerin wohl nur einen Rat geben:
    Falls Sie unbedingt in das Lehramt will und irgendeine Möglichkeit zum Einstieg bekommt, sollte Sie das annehmen. Gedanken um die verschiedenen möglichen Modelle würde ich mir erst mal nur nachrangig machen. Wenn man überhaupt in den Seiteneinstieg kommt, dann sollte man die schnellste Möglichkeit wählen, denn der Bedarf in Deutsch und Englisch ist jetzt schon eher niedrig und wird in nächster Zeit weiter nachlassen.
    Im beruflichen Bereich dürften die Chancen noch etwas besser sein.

  • Ich habe die Diskussion zum Thema "Seitenseinstieg nach dem Studium oder umsatteln während des Studiums" ausgegliedert.


    kleiner gruener Frosch, Moderator


    p.s.: den neuen Thread findet ihr hier


    P.P.S.: Coco, bist du mit dem Titel des Threads zufrieden? Deine Frage ist ja das Ausgangsposting des neuen Threads.

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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    "Angst ist ein unfähiger Lehrer." Jean-Luc Picard

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    "Urteile nie über einen Moderator dieses Forums, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist." (frei nach Firelilly)

    Einmal editiert, zuletzt von kleiner gruener frosch ()

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