Worin siehst du denn den Hauptauftrag der GEW?
Die Aufträge sind so vielfältig, wie die Tagesordnung der Gewerkschaftstage. Ich kann Dir jedoch sagen, wofür ich mich einsetze. Ich setze mich dafür ein, dass wir im Personalrat vertreten sind und genau da setzen wir und für die Punkte ein, die eben nicht in Tarifverhandlungen diskutiert werden. Wir begleiten Kollegen zu Dienstgesprächen, BEM Gesprächen, beraten im Vorfeld was durch ein BEM erreicht werden kann. Wir beraten, wie man im Einzelfall doch zu seiner Teilzeit kommt usw. usw. An dieser Stelle im Bezirkspersonalrat kann ich am meisten für meine KuKs tun.
Andere Gewerkschaftsmitglieder sind dafür in der Tarifkommission tätig und versuchen hier ihr bestes für die Kollegen zu erreichen. Nur gebe ich hier nochmals zu bedenken, mal nur auf NRW runtergebrochen. Das Land hat ca. 40000 angestellte Lehrkräfte in Summe jedoch 740000 Beschäftigte. D.h. die Lehrer machen bei den Tarifbeschäftigten des Landes mal gerade um die 5% aus aus. Entsprechend ist unser Stimmenverhältnis in den Tarifkommissionen. Wenn es also um Einzelfallregelungen für Lehrkräfte geht, dann ist das ein Kampf gegen Windmühlen. Betrachtet man dann noch die absolute Verweigerungshaltung auf Seiten der Arbeitgeber, dann ist man auf diesem Posten irgendwo der Rufer in der Wüste. Und wo würde ein langer Erzwingungsstreik schmerzen? In der Schule? Kaum. Die 2% die dann fehlen tun nicht weh. Anders jedoch in der Finanzverwaltung. Wenn hier die Steuern nicht eingetrieben werden, dann entstehen dem Land herbe Verlust. Das gleiche gilt für die Unikliniken, wenn dort die Verwaltung streikt. Tut alles wesentlich mehr weh als ein Lehrerstreik.