Beiträge von chemikus08

    gingergirl

    Gesucht sind Lehrkräfte die verdammt nochmal die Fähigkeit haben sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen.

    Anschliessend dürfen sie dann noch, neben der nebensächlichen Unterrichtsverpflichtung, im Arbeitskreis zur Reanimation toter Pferde mitwirken.

    Nachtrag :

    Und was ich dann gar nicht verstehe. Die Gymnasien sind bei uns in NRW raus. Die bekommen keine Inklusionskinder. Mit der Begründung, dass dieses Niveau einfach nicht zu schaffen sei. Ja sorry, haben wir auf den Realschulen kein Niveau mehr was zu halten ist? Bei genauer Betrachtung widersprechen sich Inklusion und ein dreigliedriges Schulsystem. Wenn wir aber schon ein dreigliedriges Schulsystem haben, dann bitte auch die Förderkinder an die Gymnasien.

    Möglicherweise liegt es ja auch an der Schulform. Tibos Focus sind ja wahrscheinlich die Grundschulen. Mein Focus sind die Realschulen. Und hier sind die Rahmenbedingungen, auch ohne Inklusion, schon besch.... . Als man mit der Inklusion angefangen hat, da war es dann eine Förderpädagogenstelle für eine Schulklasse. Da haben dann auch die Skeptiker gesagt, ja könnte funktionieren. Zwei Jahre später waren dann schon alle Klassen im Schuljahr 5 mit Förderschulkinder bestückt. Da konnte man nicht mehr in der GL kLasse etwas weniger Schüler stecken und dafür die anderen Klassen mit voller Stärke bestücken, jetzt waren alle Klassen GL Klassen. Und wieviel Förderpädagogen? Ach ja, man hatte wohl schlecht kalkuliert, statt einer nur noch eine halbe Förderpädagogenstellen. Wohlgemerkt für alle Klassen.

    Wenn man als Lehrkraft keine keine selbstzerstörerischen Selbstausbeutungstendenzen hat, führt das zwangsläufig dazu, dass die Gesamtqualität des Unterrichts leidet.

    Hinzu kommt, und jetzt sind wieder beim Sozialindex, dass ein eklatanter Unterschied besteht zwischen den Schulformen. Wenn ich z.B. in meiner Stadt schaue, da liegen alle RS bis auf einer bei einem Sozialindex von 8-9. Bei den Gymnasien gibt es keins mit schlechter als 5.

    Dies bedeutet, dass neben den anderen Herausforderungen wie Inklusion und Integration die Schüler auch noch andere Probleme mit zur Schule bringen. Unter diesen Voraussetzungen ist die Mono Besetzung schon ohne Inklusionskinder schwierig. Wenn dann noch drei ESE Kinder in die Klasse kommen, dann gibt es Stunden, wo nur 10 Minuten Unterricht möglich sind, weil die ESE Kinder so richtig "Schwung in die Bude" bringen.

    Irgendwie habe ich den Eindruck wir reden aneinander vorbei. Ein Problem der Haltung ist es nicht, sondern es sind die real existierenden Unterrichtsbedingungen die dazu führen, dass es Schulen gibt wo sowohl die Regelschüler als auch die Förderschüler im Nachteil sind. Wobei ich weiß, dass es den ein oder anderen Leuchturm gibt. Allerdings muss man auch da hinter die Kulissen schauen.

    Evtl. kann man z.b. auf die höchstrichterliche Rechtsprechung des Sozialgerichts verweisen. Hiernach darf vom Arbeitsamt bei einer Eigenkündigung aus diesem Grunde keine Sperre verhängt werden. Analog dieser Gewichtung könnte man die auf das Arbeitsrecht übertragen, zumindest steckt die gleiche Begründung dahinter, nämlich der besondere Schutz von Familie durch das Grundgesetz.

    Es stört mich allerdings immer, dass so getan wird, als seien Poizist*innen besonders schützenswert rechtlich gegenüber anderen Menschen. (

    Die GEW und auch die anderen Lehrerverbände setzen sich derzeit verstärkt dafür ein, dass Gewalttaten gegenüber Lehrern auch von der Dienststelle zur Anzeige gebracht wird. Warum? Um genauso diese von Dir angesprochene besondere Beachtung zu erhalten. Ich halte es für vollkommen korrekt, wenn sogar ein schärferes Strafmaß gefordert wird. Warum? Weil die Kollegen von der GdP ihren Kopf hinhalten müssen, wenn irgendwo wieder eine Familienfeier mit Stuhlbein stattfindet. Es kann nicht sein, dass Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sich von jedem Vollpfosten bespucken, beleidigen oder sonstwie malträtieren lassen müssen, ohne das die Gesellschaft sagt, Stopp bis hierhin und nicht weiter. Denn sonst wird sich irgendwann keiner mehr für diesen Job bewerben und dann gilt Faustrecht. Weil wir genau das nicht wollen. stellen wir entsprechende Forderungen. Dies gilt für Lehrer die Gewalt erfahren genauso wie für Polizisten.

    Leute, leute irgendwie schafft Ihr es Heute, dass ich auf dem Sonntag noch mein Green Arrow Kostüm anziehen muss.

    aber warum haben wir dann Kündigungsfristen, wenn ich sie für mich (AN) so auslege, wie es mir passt, es aber dem AG nicht zugestehen würde?

    Genau das mache ich nicht, sondern ich habe in meinem Ausgangspost gesagt, dass es auf den Kündigungsgrund ankommt und der reine Wunsch an einer anderen Schule zu wechsel ist für sich alleine kein wichtiger Grund für eine außerordentliche Kündigung. Wenn aber beispielsweise durch Wegzug des Ehepartners aus beruflichen Gründen die familiäre Situation nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, wenn man nicht mitzieht (Betreuung der Kinder usw.) dann liegt ein wichtiger Grund zur außerordentlichen Kündigung nach BGB vor. Denn hier kommt es in der Tat zu einer Rechtsgüterabwägung zwischen Schutz der Familie einerseits (grundgesetzlich garantiert) und der vertraglichen Gestaltungsfreiheit des Arbeitsvertrags andererseits. Auch gesundheitliche Gründe können eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen. Und wenn dann solche Gründe vorliegen, und der Arbeitgeber sich dennoch nicht willig zeigt, dann macht es durchaus Sinn seinern Rechtsanwalt nach möglichen Exitstrategien zu befragen.

    Die außerordentliche Kündigung ist ein Recht das im Übrigen auch dem Arbeitgeber zusteht.

    Na aus meiner Sicht habe ich ja woanders keinen Nebenjob, da ich ja fristlos gekündigt habe und tatsächlich eben nicht mehr für diesen Arbeitgeber tätig bin, auch wenn dieser das anders sieht. Sieh es doch bitte mal aus umgekehrter Richtung, wenn main Arbeitgeber mich fristlos kündigt, dann kann ich zwar versuchen via Kündigungsschutzklage meinen Job zurückzubekommen. Ich kann den Arbeitgeber jedoch nicht davon abhalten zwischenzeitlich jemand neuen für diesen Jpb zu beschäftigen. Das gilt in beiden Richtungen.

    Es hängt ein klein wenig auch vom Kündigungsgrund ab. Willst Du nur die Schule wechseln um an einer staatlichen Regelschule anzufangen, dann hast Du wohl schlechte Karten. Anders sieht es aus, wenn Dein Partner weiter wegzieht und Du zum Familienzusammenhalt mitziehst oder aber Du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr "Schule" kannst, dann ist immer zu prüfen, ob nicht auch eine außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grunde möglich ist. Hierzu sollte man sich aber vorher arbeitsrechtlich von einem Fachanwalt beraten lassen.

    plattyplus

    Dur ist aber schon klar, dass von Gewerkschaftsseite die GEW die kleinste Kerze ist die auf der Torte brennt. Und auch eine IGMetall würde es kaum besser hinkriegen. Denn dann müsste man sich von der restlichen Tarifgemeinschaft abspalten und die Lehrerinteressen alleine durchsetzen. Welche Streiknacht hätten wir denn für einen wochenlangen Erzwingungskampf?

    Der eine Markt ist weggebrochen und da tut sich ein neuer auf. Die meisten Kollegen, die sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden, wären besser beraten, wenn sie damit zum Facharzt gehen und erstmal eine stationäre Therapie absolvieren. Und danach sollte Klarheit bestehen, in welche Richtung es geht. Vorher sind die Betroffenen in einer sehr vulnerablen Situation und daher für vermeintlich einfache Lösung empfänglich

    Die damaligen Befragungen sind ein typisches Beispiel. Hier wurde häufig der Antragsteller durch billige Rabulistik ausgetrickst. Hier musste man die Behörde mit ihre eigenen Waffen schlagen. Weiß gar nicht, ob er sich zu dem Zeitpunkt schon um Lehrer gekümmert hat. Jedenfalls ist er durch die Bundeswehr Aktion in der Presse so richtig bekannt geworden

    tibo

    Meine Klientel im Rahmen meiner SbV Arbeit ist a.) häufig Ü50 und b.) häufig gesundheitlich angeschlagen. Und wenn Du dann auf einmal nur noch auf drei Töpfen läufst ja dann merkst Du wie anstrengend das Ganze wirklich ist. Aber auch für die Kollegen gilt Inklusion. Man kann nicht alle in Frührente schicken, sonst stehst Du übermorgen mit 60 Kindern in einem Raum.

    Die Arbeit muss auch für diese Kollegen noch leistbar sein und das ist sie an vielen Schulen bereits nicht mehr.

    tibo

    Ich habe dennoch den Eindruck, dass Du an einer Schule arbeitest, wo die Randbedingungen vielleicht nicht ganz so extrem sind. Jedenfalls kann ich nur feststellen, dass immer mehr Kollegen ein BEM Verfahren angeboten bekommen und der Belastungssituation nicht gewachsen sind. Die Kollegen, die dann in stationärer Therapie aufgenommen werden können berichten, dass sie dort in guter Gesellschaft sind. Die Hälfte der Anwesenden sind wohl Lehrer. Wir können so nicht mehr weitermachen, sonst kommt irgendwann der ganz große Knall, wenn nur noch Aushilfslehrer vor den Klassen stehen.

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