Beiträge von ninale

    Wenn das so ist, kannst du versuchen, alle in der Klasse unterrichtenden Personen zusammen zu trommeln und gemeinsame Absprachen für Regeln und Konsequenzen zu treffen. Dann gemeinsam vor der Gruppe auftreten, diese Abmachungen verkünden, die Eltern per Brief benachrichtigen und Maßnahmen konsequent umsetzen.
    Ist natürlich auch davon abhängig, wie lange es dauert, bis die neue Klassenleitung kommt, ob sich das jetzt „lohnt“.
    So eine Situation ist im Ref aber echt eine Zumutung bzw. auch Überforderung.

    Gründe, für das Sich-besser-Fühlen der Täter werden zum Beispiel hier benannt:
    „Bei Tätern, d. h. Schülern, die aktiv mobben, sind häufig folgende Tendenzen zu beobachten: Demonstration von Stärke/Macht (häufig körperliche, seltener geistige Überlegenheit), Steigerung des (mangelnden) Selbstwertgefühls, Kompensation von Schwächen, Führer-Verhalten (sie haben oft Anhänger/Mitläufer in Cliquen). Sie halten sich für was besseres, zeigen dies lautstark und wollen sich vor den anderen brüsten.“


    Quelle:
    http://www.schueler-gegen-mobbing.de/mobbing-in-der-schule/

    Krapapple: „ Es muss doch möglich sein, absurde Mützen zu tragen oder dick oder doof zu sein, ohne dass andere gezielt auf whatsapp beschimpfen oder unvorteilhafte Bilder rumschicken, um sich lustig zu machen, nur mit dem Ziel, dass sich einer scheiße fühlt.“
    Den Tätern geht es aber gar nicht darum, dass sich jemand scheiße fühlt, sondern darum, dass sie sich besser fühlen!

    Ichhabeeinen Schüler mit Autismus und begleitender Assistenz in der Klasse. Der Schüler hat den anderen Kindern von Anfang ab erzählt,dass er am Nachmittag zum Autismuszentrum geht. Nach kurzer Zeit wollte er auch allen erzählen, was er hat und was bei ihm „anders“ ist. Die Gruppe hat super darauf reagiert und ignoriert jetzt gekonnt, wenn er „komisch“ ist. Die Eltern sind aber dafür offen.

    Ich habe bei meinem Sohn genau die Erfahrungen, die Schmidt für die Gesamtschule beschreibt, an einem Gymnasium erlebt. Es gab dort einfach keine Differenzierung außer der, dass man am Ende der Stunde schon mit Hausaufgaben anfangen durfte, wenn man mit den Aufgaben für die Stunde fertig war. Also musste er jahrelang nichts zusätzlich am Nachmittag machen. Und mein Sohn ist nicht ( übermäßig ;-)) hochbegabt.
    Wie man lernt, lernt er jetzt erst im Studium.
    Es gab an der Schule kein Zusatzangebot an besonderen AGs, die Beziehungsebene spielte keine Rolle. Man war damit zufrieden, wenn jemand nicht nervte. Bei Entwicklungskrisen, Pech gehabt!
    Also Schulen genau angucken und dann mir dem Kind entscheiden.

    Jenny Berry
    "ich starte bald in mein Praxissemester und habe von Kommilitonen und Lehrern schon des öfteren mitbekommen, dass sie vor kulturellen Missverständnissen standen.
    Sie habe eine Situation ganz anders wahrgenommen als der Schüler, weil er es aus seiner Kultur anders kennt.
    Habt ihr auch schon solche Erfahrungen gemacht und wie seit ihr damit umgegangen?"


    Wollsocken:
    "Man sollte da einfach kein Gewese drum machen sondern sich zueinander nach gesundem Menschenverstand anständig verhalten."


    Wie wäre es das "Gewese" jetzt auch mal gut sein zu lassen. Wenn hier niemandem Beispiele für "kulturelle Missverständnisse" einfallen bzw. der professionelle Umgang so routiniert ist, dass es höchstens "irgendwelche" Missverständnisse gibt, ist das okay.
    Dass Studierende darauf aufmerksam gemacht werden, dass es solche geben könnte und sie sich entsprechend darauf vorbereiten möchten, aber erst recht. Nennt sich vermutlich "Praxisbezug".

    Es gibt da schon einen „Klassiker“, den ich auch schon öfter erlebt habe. Kinder aus bestimmten Kulturkreisen sind es gewöhnt einen Erwachsenen nicht in die Augen zu schauen, weil es als aufsässig gilt Dann muss man halt sagen, dass „wir hier“ den Blickkontakt erwarten und das Wegschauen als unangemessen empfinden.

    Ich finde dein angedachtes Vorgehen super. Ich vermute, dass die Schüler auf Dauer so nachhaltiger lernen werden, weil sie sich aktiv inhaltlich und mit ihren Lernprozessen auseinander setzen müssen.

    Vielen Dank für die bisherigen Antworten. Spannend und leider auch reichlich erschütternd. Für mich wird so klarer, warum für viele das Thema ein rotes Tuch ist.
    Ich hoffe, es schließen sich noch andere mit Beiträgen an!

    Hallo ihr,


    die Frage von Nordseekrabbe zum Einsatz im GL oder an der Förderschule hat mich beschäftigt ebenso wie die bisherigen Antworten darauf.
    Mittlerweile gibt es hier viele Stränge zum Thema Inklusion. Ich schlackere bei den Fragestellungen oft mit den Ohren angesichts der unterschiedlichen Rahmenbedingungen.
    Deshalb fänd ich es gut die hier mal miteinander zu vergleichen.


    Vorneweg, ich bin keine Sonderpädagogin.


    Hier, in meinem winzig kleinem Bundesland, Oberschule, läuft es so:
    Für i. d. R. 5 Inklusionsschüler in einer Klasse oder verteilt auf einen Jahrgang gibt es 15 Stunden sonderpädagogische Förderung. An den meisten Schulen gibt es pro Jahrgang einen Sonderpädagogen. Die Sonderpädagogen sind fest in die Jahrgangsteams eingebunden. Sie geben oft in dem Jahrgang auch Fachunterricht und übernehmen natürlich die Förderung. Die Teams planen den Unterricht und auch die Förderung gemeinsam.


    Das ist das Grundgerüst.
    Ich bin gespannt auf Antworten aus anderen Bundesländern :)

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