Bayern Oberstufe: Ist Thema, u.a. auch die "Troubles".
Beiträge von DeadPoet
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Was wird eigentlich in anderen Bundesländern gegessen, während auf Schulmails gewartet wird?
Ich wäre gerade schon froh, wenn ich wüsste welche Langzeitkranken zum 10.1., welche zum 1.2. und welche danach irgendwann wieder starten. Aber warum sollte man einen Stundenplan auch mehr als 3 Tage vorher fertig haben, oder eine UV mehr als eine Woche...
Gegessen? Was nach der Lektüre solcher Mails noch im Ansatz hilft ist ein guter schottischer Single Malt ... leider in ungesunden Dosen.
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Ja, alle Arbeiten werden eingesammelt und an die Fachbetreuung zur Respizienz gegeben (das ist soweit ich weiß recht spezifisch bayerisches Gehabe).
Respizienz: Der Fachbetreuer/die Fachbetreuerin schaut da mal drüber, ob die Arbeit sauber erstellt und korrigiert wurde (stichprobenartig).
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Tatsächlich realisiere ich gerade erst, dass es in BW noch die schulische Ordungsmaßnahme Nachsitzen gibt.
Ansonsten wundere ich mich, wie sehr bei vielen der hier Beteiligten noch der Strafaspekt im Vordergrund steht.Sogar "Vertrauensverlust" führt mich persönlich nur zu Kopfschütteln; mit sowas rechnet man doch in unserem Beruf alltäglich. Sind doch "Zöglinge". Anders vielleicht am Berufskolleg!
Hm ...
Hm ... also ich möchte schon eine gewisse Eben an Miteinander in meinem Klassenzimmer. Dazu gehört Vertrauen. Wer auf's Klo muss, darf gehen - im Vertrauen, dass er/sie das nicht für Dummheiten nutzt. Nein, ich unterstelle meinen SuS nicht täglich, dass sie mein Vertrauen missbrauchen ... nenn mich naiv, aber daran haben über 25 Jahre Lehrer nichts geändert, im Gegenteil.
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Nochmal: Ich habe von (fast?) niemandem hier gelesen, dass der Versuch keine Konsequenzen haben sollte. Die anderen SuS werden nicht um ehrliche Leistung betrogen, die haben bekommen, was sie geleistet haben.
Der Unehrliche bekommt auch eine Sanktion für den Versucht, nur eben aus Sicht einiger hier nicht die "6".
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Das stimmt, was ist das in Ba-Wü? Die dürfen bei uns nur die SL verhängen und das ist dann sowas wie befristeter Schulausschluss, das passt ja nun auch nicht.
In Bayern wäre eine der niedrigeren Ordnungsmaßnahmen - und die darf die einzelne Lehrkraft verhängen - ein Verweis. Geht schriftlich an die Eltern und darauf können dann weitere Ordnungsmaßnahmen folgen, die dann die SL verhängt. Ist für ein Schuljahr für alle Lehrkräfte "sichtbar", das heißt, alle sind "vorgewarnt", dass der Schüler so etwas versucht hat. Hat auch negativen Einfluss auf die Zeugnisbemerkung.
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Ordnungsmaßnahme ... nicht Erziehungsmaßnahme. Das hat je nach Bundesland ein anderes Gewicht.
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Es fand aber ein Betrug statt. Die Schülerin hat sich außerhalb der Situation „ohne Betrug“ begeben.
Sieh das ruhig so, ist Dir unbenommen. Ich nehme für mich in Anspruch, es anders zu sehen.
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Man kann aus allem eine Staatsaffäre machen. Die Arbeit misst die erbrachte Leistung - das war ohne Betrug ein "gut".
Nun hat der Schüler versucht, sich durch Betrug eine bessere Note zu erschwindeln.
Ich würde "gut" stehen lassen und eine Ordnungsmaßnahme verhängen, ruhig eine härtere - ich mag so ein Verhalten nämlich überhaupt nicht.
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Richtig. Aber schon vorher wurde der Bildungsbereich totgespart, bis auf ein paar "Leuchttürme" sehe ich seit Jahrzehnten nur Sparmaßnahmen an den Schulen. Und dazu gehört auch die Besoldung.
Mag in der Erinnerung täuschen, aber ich hatte in der Vergangenheit das Gefühl, die Tarifabschlüsse wären nicht so übel gewesen. Das mit dem Sparen an anderen Stellen - richtig (siehe bei mir oben: Ausstattung).
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Das meiste davon ist ebenfalls Gegenstand und Ergebnis von Tarifverhandlungen und -verträgen. Da geht es nicht nur um Geld, auch wenn das in der Medienlandschaft oft kein Echo findet. Da wird gern nur über Prozente und Geldbeträge gesprochen, alles andere ist zu komplex.
Zwischen Deinen Zeilen meine ich zu erkennen, dass für Dich der Erhalt eines Teiles des Staus Quo das unbefriedigende Ergebnis im Entgelt aufwiegt.
Wie ich gaaanz weit oben schon schrieb (wurde allerdings anscheinend ignoriert): Ich kann mir auch ein besseres Ergebnis vorstellen.
Aber ja, der Status Quo ist für mich was Geld betrifft in Ordnung. In einer Zeit, in der das für viele Menschen nicht sicher ist, ist das auch schon ein Pfund.
Gefühlt ist mein Lebensstandard in den letzten Jahren immer besser geworden. Da ich nicht an den Automatismus von "höher, schneller, weiter" (oder "mehr, mehr mehr") glaube, war mir klar, dass das nicht immer so weiter geht bzw. dass das nicht so sein muss. Wir machen gerade die wohl größte Krise seit Jahrzehnten durch ... ich erwarte nicht, dass das spurlos an mir (und an allen anderen, die weniger haben) vorbei geht. Der Staat muss im Moment viel leisten (Unterstützung des Handels, der Gastronomie, hoffentlich auch der Kultur ... von den Flutgebieten redet eh fast niemand mehr) - da finde ich es grenzwertig, auf der Wahrung des eigenen - für mich nicht niedrigen - Standards zu beharren. Meinetwegen hab ich wegen der Inflation jetzt weniger Geld zum Ausgeben ... es reicht dennoch immer noch gut.
Ich hätte gern bessere Ausstattung, mehr vernünftige Führung von oben ... etc. Das ist eben keine Frage meines Gehalts.
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Vielleicht sollten wir mal irgendwo wirklich eine Übersicht erstellen. Klassenfahrten gehören auch in Bayern zu den Dienstpflichten.
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Genau. Pensionsansprüche und Beamtenstatus sind gut. Schlecht ist eine steigende Arbeitsbelastung, die nicht ausgeglichen wird. Es gab vor ein paar Jahren in Niedersachsen eine unabhängige Kommission, die das bei uns untersucht hat. Außer leerer Worte ist noch nicht viel passiert. Ausstattung mit Arbeitsmitteln ist auch ein Thema. Die Lehrerendgeräte, auf die wir natürlich noch warten, dürfen wir nur für Unterrichtsgestaltung einsetzen aber nicht um Zeugnisse oder Gutachten zu schreiben. Wie sieht es sonst mit der sächlichen Ausstattung meines Arbeitsplatzes aus? Habe ich alles um meinen Job gut zu erledigen? Wie erfolgt Anrechnung und Ersatz für Dienstfahrten, Klassenfahrten, ... Ich war mit dem Schulträger auf einer Fortbildung. Das war eine ganz andere Kategorie als bei uns Lehrkräften. Wie ist es mit Unterstützungssystemen? Z.B. gegen Burnout? Werde ich vom Land mit den Problemen alleine gelassen oder gibt es ausreichend Unterstützung. Beispielsweise bei der Inklusion. Wie wird Mehrarbeit vergütet? Und Corona. Hat der Arbeitgeber versucht uns zu schützen?
Je nachdem wie man die Fragen beantwortet, wird man zufriedener oder unzufriedener sein. Ich wäre durchaus zufrieden damit, wenn das Gehalt stagniert oder sinkt und sich dafür die Rahmenbedingungen ändern. Pro 100 Lehrerstunden 5-10 Anrechnungsstunden für besondere Belastungen und ich brauche keine Gehaltserhöhung und keinen Bonus. Und nein, das wäre keine versteckte Arbeitszeitreduzierung. Wir machen die Sachen ja jetzt schon. Wir machen sie nur oben drauf.
Da stimme ich in vielen Punkten zu. Wie gingergirl schrieb, ist wohl auch die Situation je nach Bundesland und Schulart recht verschieden, so dass es zu unterschiedlichen Einschätzungen kommt.
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DeadPoet, da gebe ich dir Recht. Aber wir als bayerische Gymnasiallehrer sind auch in einer vergleichsweise privilegierten Situation. Wir haben A 14 als Regelbeförderung und Bayern zahlt eh schon die höchsten Gehälter bundesweit. Und wir haben mit 23 Stunden auch noch mit das kleinste Stundendeputat. Realschule bekommt auch A13, an Mittelschule und Grundschule gibt es vergleichsweise viele Beförderungsstellen in A13 außerhalb der Schulleitung. Alle Lehrer bekommen Weihnachtsgeld. Wäre es überall so wie hier, wäre doch verdammt viel gewonnen.
Völlig richtig. Ich kann nur aus meiner Position heraus schreiben, weil ich die Situation in anderen Bundesländern nicht gut genug kenne.
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Gehalt ist aber nicht alles. Arbeitszeit, Erreichbarkeit, Zeiteinteilung, Unkündbarkeit ... Pensionsansprüche ...
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Ich spiel das alberne Spiel mal mit. Prinzipiell sollte es durchaus vorstellbar sein, dass es auch Krankenschwestern gibt, die wenig Respekt verdienen ... aus verschiedenen Gründen. Das ist aber die Ausnahme, weil es bestimmte Menschen sind, die diesen Beruf ergreifen (sozial engagiert, empathisch, usw.) ... und diese Menschen verdienen meinen Respekt, aber nicht der Beruf an sich.
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Würdest Du also sagen, Du respektierst Krankenschwestern nicht?
Lesekompetenz: Ich bringe JEDEM Menschen Respekt entgegen. ... NUR wegen des Berufes gibt es nicht MEHR Respekt als für andere Berufe.
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Ich bin ehrlich gesagt entgeistert über die Geringschätzung des Berufsprestiges aus den eigenen Reihen und das gering ausgeprägte berufliche Standesbewusstsein.
Scheinbar bestehen fundamentale Unterschiede in der Selbst- und Berufseinschätzung und dem Verhältnis zur Fachlichkeit.
Vielleicht wird es Zeit die Unterschiede zwischen den Laufbahnen wieder mehr zu betonen, als zu versuchen die Schulformen zunehmend auswechselbar zu gestalten, ziehe ich daraus als Konsequenz.
Ja. Ich bringe jedem Menschen ein gewisses Maß an Respekt entgegen, egal welchen Beruf er hat. Mehr muss er sich persönlich verdienen. Aber wegen des Berufs alleine gibt es nicht mehr Respekt als für andere Berufe. Von daher fehlt mir jedes Berufs-/Standesdünkel.
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Das kann ich nicht beurteilen. Wenn dem so ist, dann scheint das "in der freien Wirtschaft ist es besser" ja zu stimmen - wenn man rein auf Netto schaut.
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