Beiträge von kodi

    Ich gucke immer über die Funktion 'Ungelesene Beiträge'. Dadurch steht der Forenbereich manchmal etwas im Hintergrund.

    Aber ich verstehe, was du meinst. Das fiel mir auch schon auf und ist mir auch schon selbst passiert. ;)

    Richtig nervig finde ich es, wenn dann noch in Threads verbissene Diskussionen ausbrechen, weil sich einige Beteiligte offenbar nicht vorstellen können, dass Dinge an unterschiedlichen Schulformen und mit unterschiedlicher Klientel grundlegend anders sein können, als man das selbst erlebt oder gut findet.

    Gegen so Sachen wie Augen, Krebs und Corona kannst du dich nicht abhärten. Es ist jetzt auch nicht verwunderlich, wenn du z.B. nach einer überstandenen Krebsdiagnose eine Zeit lang anfälliger bist. Die zieht ja immer mehr oder minder drastische Gegenmaßnahmen nach sich.

    Gegen normale Schulinfektionen helfen häufiges Händewaschen, nicht die Augen reiben, gesunder Lebenswandel und ausschlafen. Zumindest bilde ich mir das ein. ;) Nein Spaß beiseite, gerade die konsequente Handhygiene hat bei mir sowohl beim Vermeiden von Schulinfektionen als auch Reisekrankheiten deutlich gewirkt, seitdem ich sie seit einem Indien-Urlaub extrem pingelig praktiziere. Hilft natürlich nix gegen die Tröpfcheninfektionen über die Luft.

    Das einzige, was mir dazu einfallen würde ist, dass du vermutlich nicht an die jetzige Schule zurückkehren kannst, wenn du wieder kommst.

    Dazu müsste eine Stelle da sein und es dürfte keinen Vollerfüller als Mitbewerber geben.

    Ich kenne eure Unterrichtssituationen nicht, aber diese Art des Schummelns erfordert Vorbereitungsaufwand, Vorhersehbarkeit der individuellen Abfragen und eine Klassenraumsituation, wo jemand unbemerkt irgendetwas in ein Gerät flüstern kann.

    Für meine Schülerklientel ist die Hürde das Umzusetzen viel zu hoch.

    Letztendlich ist die Konsequenz aus diesem Unglück ja leicht erfüllbar:

    • Krankheiten werden schriftlich abgefragt
    • Jeder Schüler bekommt eine feste verantwortliche Begleitperson zugewiesen und dies wird dem Schüler auch mitgeteilt
    • Die Erreichbarkeit der verantwortlichen Lehrkraft wird für die Schüler sicher gestellt
    • Eltern werden bei Krankheit informiert
    • Kranke Kinder werden mind. 2x am Tag kontrolliert

    Das muss man jetzt nicht überkomplizieren und sollte bei einer gut geführten Klassenfahrt auch eigentlich Standard sein. Vermutlich hätte jeder einzelne Punkt, die Situation dramatisch verbessert.

    In der SEK gibt’s keine Zeildifferenzierung und daher eigentlich am Gymnasium insgesamt nicht.

    Da auch das Gymnasium in der S1 nach APO-S1 unterrichtet, verstößt das schlicht gegen die Vorschriften (§3), wenn ihr gar nicht differenziert.

    Grundsätzlich ist die Gymnasialargumentation "Wir sind raus bei der Inklusion" mehr als löchrig.

    Kinder, die nur ESE, KME, Hören, Sehen haben, können unter Umständen die gleichen Anforderungen erfüllen wie Regelschlüler und ggf. auch Abi machen und studieren.

    GE ist sicher ein Sonderfall.

    Lernen-Schüler können nach 10 Schulbesuchsjahren einem dem Ersten Schulabschluss (HA9) gleichgestellten Abschluss machen. Theoretisch muss das daher an jeder Schule möglich sein, die S1-Abschlüsse vergibt. Sei es nun direkt oder durch Versetzung. Schließlich werden die Regelkinder dort ja auch zum Ersten Schulabschluss/HA9 geführt.

    Ob man die Lernen-Kinder jetzt am Gymnasium beschult, kann man sicher diskutieren. Ich denke keine nichtgymnasiale Schulform hätte ein Problem damit die Lernen-Kinder zu beschulen, wenn das Gymnasium entsprechend mehr Schüler mit den anderen Förderschwerpunkt beschulen würde.

    Was ich mich bei der Berichterstattung noch gefragt habe, ist ob es da eventuell eine Informationsfragmentierung gab. Also die betreuenden Lehrer auch deshalb falsch handelten, weil jeder einzelne nur ein kleines Bruchstück der Situation kannte und daher die Dramatik der Situation nicht erkannt wurde. Die Medienberichte sind da leider nicht differenziert genug.

    Ich frage mich, ob das Urteil für künftige Klassenfahrten irgend eine Bedeutung haben wird.

    Auch wenn da auf der Fahrt einiges wirklich unvorstellbar hanebüchen ablief, denke ich schon, dass dieses Urteil zu einer weiteren Aufsichtsverschärfung und zu einem schnelleren Ausschluss kranker Kinder führen wird.

    Wie sich Klassenfahrten gewandelt haben, sehe ich an meinen eigenen zu Schülerzeiten, die nach heutigen Maßstäben "Klassenfahrten aus der Strafrechts/Haftungshölle" waren:

    • Bergwanderung ohne vorherige Begehung des Weges (10-20km)
    • Spontanes Baden in Alpenseen und dann noch ohne Badeklamotten. Lehrer keine Schwimmlehrer.
    • Unbeaufsichtigtes selbstständiges wandern 5km den Berg runter in den Ort (11 Jährige)
    • Besuch nur mit Begrenzungsseil abgesicherter Aussichtspunkte am 300m Steilhang
    • Offene Herberge und nicht abschließbare Zimmer
    • Herberge mit Gemeinschaftssanitäranlagen für alle Gäste nicht nur die Schüler
    • Bahnfahrt in Abteilwagons, Fahrzeit ca. 10h mit Umsteigen zwischendurch.
    • Ungesichertes Klettern auf 15m hohe Bäume
    • 2-3h völlige Freizeit mit freier Bewegung "soweit man kam"
    • Klassenfahrtsziel 700km von der Schule entfernt

    War eine tolle Klassenfahrt. Heute ein absolutes No-Go.

    Ich erinnere mich an die letzte QA, danach ist auch nichts im Alltag besser geworden. Was soll das ganze Theater also?

    Also bei uns schon.

    Sie führt zur Professionalisierung der Schulen und zur Einführung gewisser Mindeststandards, was Schulorganisation, Konzepte und Unterricht angeht.

    Es ist schon gut, dass die Zeiten vorbei sind, wo es normal war, frei nach Gewohnheit, individueller Laune und ohne jeglicher Kenntnisnahme der aktuellen Forschung zur Schulqualität vor sich hinzuwurschteln.

    Die QA in NRW hat natürlich auch Schwächen und verbesserungsbedürftige Aspekte. Vor allem im Nachgang, im Umgang mit den Ergebnissen und der fehlenden strukturellen Unterstützung, wenn es darum geht, aus der QA Konsequenzen zu ziehen. Da werden die Schulen alleine gelassen.

    Auch dazu gibt es Studien, die zum Ergebnis kommen, dass nicht-behinderte Kinder durch Inklusion keine Lernnachteile haben: https://inklusionsfakten.de/die-nichtbehinderten-kinder-werden-durch-den-gemeinsamen-unterricht-benachteiligt

    :autsch:

    Behindert != GL-Kind

    Da es aber um Inklusion allgemein geht und falls das doch vermischt wird:

    Wer ernsthaft in seinen Studien zu dem Ergebnis kommt, dass an einer deutschen Durchschnittsschule die Klassenkameraden nicht unter dem nach außen gerichteten ESE-Typ der entsprechenden GL-Mitschüler leiden, der hat entweder handverlesene Musterschulen untersucht, seine Daten frisiert oder sie gleich ganz erfunden.

    Man kann zur Inklusion grundsätzlich stehen wie man will, aber bitte nicht die schlechte aktuelle Praxis mit irgendwelchen Märchen rechtfertigen.


    Natürlich gibt es auch Kinder, die das System sprengen, da muss man dann andere Lösungen finden, aber der Anteil ist nicht so hoch, als dass man Inklusion deswegen ablehnen müsste.

    Dieser Anteil ist an meiner Schule ca. 60% aller GL-Kinder. Das Problem ist real und obwohl wir die Inklusion im Rahmen der Möglichkeiten bestmöglich umgesetzt haben und sie in gerade noch akzeptablem Maße schlecht funktioniert, sind solche Aussagen für mich und meine Kollegen der blanke Hohn. Die derzeitige Inklusionspraxis gewinnt dadurch weder an Glaubwürdigkeit noch an Legitimation. Wir brauchen ganz dringend eine deutliche Verbesserung der Rahmenbedingungen. Gerade für die große Gruppe der GL-Kinder mit nach außen gerichtetem ESE-Typ.

    Und doch findet diese Aufsicht an den mir bekannten NRW Schulen allesamt nicht statt.

    Es gibt sie auch in NRW.

    Meine Ausbildungsschule hatte Busaufsichten, weil die Bushaltestelle direkt am Schulgelände lag. Sie war auch nötig und hat neben der Entschärfung diverser problematischer Situationen damals sogar einer Schülerin das Leben gerettet.

    Wieso werden Referendare eigentlich dann immer passend ein paar Monate zu früh oder zu spät fertig?😂

    Sparmaßnahme.

    Ein Halbjahr des Refs wurde in NRW abgeknapst und als Praxissemester ins Studium integriert.

    Angeblich zur Stärkung der Praxisorientierung im Studium. Wer es glaubt... ;)

    Dadurch passt das Ref jetzt nicht mehr zu den Halbjahren und den großen Einstellungsterminen.

    Kein Unternehmen möchte einen ehemaligen Lehrer einstellen.

    Das hängt glaube ich davon ab, was man zu bieten hat und wie man aus der Schule ausgestiegen bist.

    Natürlich stellt niemand einen dauerfrustrierten Miesepeter ein, der sich unter Ausnutzung aller Schlupflöcher jahrelang antrainiert hat, nur das absolute Minimum zu arbeiten.

    An Leuten, die im positiven den Job verlassen haben, kenne ich hingegen schon ein paar, die dann relativ einfach von einem Unternehmen übernommen wurden. Die sind dort (von außen betrachtet) auch halbwegs erfolgreich und zufrieden.

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