Beiträge von Maylin85

    Wie in dem Beitrag, als ich die AFD als russische Vasallenpartei bezeichnet habe? Die ist zudem für eine Migration nach rassistischen Gesichtspunkten. Das wäre genau das Gegenteil von dem, was ich präferiere.

    Da ist mir sogar die dänische Sozialdemokratie zu rechts. Ich bin beim kanadischen Modell. Es gibt Asyl und arbeitsmigration. Wer aber ausreisepflichtig ist, erhält keine Unterstützung mehr. Das Problem in Deutschland heißt "Duldung".

    Kanada gelingt es auch sehr konsequent, Straftäter abzuschieben. Dazu gehört auch, dass Rechtsmittel und Berufsungsverfahren für ausländische Straftäter deutlich eingeschränkt sind und Menschen mit Vorstrafen gar nicht erst aufgenommen werden. Könnte man sich durchaus was von abgucken 😊


    Beim Thema medizinische Versorgung denke ich schon, dass man Menschen, die hier sind, qualitativ hinreichend versorgen muss. Wenn mir ein syrischer Schüler aber erzählt, eigentlich wollten sie nach dem Ende des Assad-Regimes zurückgehen, aber die Behandlung der Oma sei hier besser und vor allem kostenlos, dann kann ich das individuell nachvollziehen, finde es systemisch aber bedenklich. Natürlich ist auch Gesundheitsversorgung ein Pull-Faktor. Asylsuchende verursachen nach einer Auswertung von Abrechnungsdaten von 2018 übrigens 10% mehr Gesundheitskosten, als der Durchschnitt. Auch das ein Punkt, der langfristig nicht gut sein kann für ein System, das ohnehin unter Druck steht.

    Die Frage ist ja, wieso das Existenzminimum in Deutschland so viel fürstlicher definiert ist, als anderswo. Ein erster Schritt wäre, sich mal wenigstens innerhalb Europas auf einen Versorgungsstandard zu einigen - wenn es in Land A nach einem Ablehnungsbescheid keinerlei Leistungen mehr gibt, in Land B ein Bett im Rückkehrzentrum und in Land C weiterhin gute Versorgung bei nur moderatem Abschieberisiko, ist klar, wo es Menschen hinzieht.

    Wenn ein Amt bei 3 Minuten Anwesenheit einen ganzen Tag anrechnet (bezweifle ich aber irgendwie), dann würde ich diese 3 Minuten nicht mehr eintragen. Denn 3 Minuten Anwesenheit ist kein ganzer Tag. Er hat faktisch den ganzen Tag gefehlt.

    Bei 3 Minuten trage ich auch nichts mehr ein. Wenn jemand von 90 Minuten die letzten 15 da ist, erfasse ich es allerdings durchaus korrekt.

    Untis lässt die Stunde irgendwann nicht mehr "reinwischen", aber man kann die Fehlzeit manuell minutengenau eingeben. Ich mache das auch.


    Das kann ich für unsere Schule nicht bestätigen. Aber dass zwischen deinem BK und den BBSn hier im Umkreis augenscheinlich teilweise große Unterschiede bestehen, haben wir ja schon häufiger festgestellt. Wir haben im Übrigen in den BFS-Klassen keine SuS, die erst vor Kurzem nach Deutschland gekommen sind. Sie werden bei uns in der "BES Sprache und Integration" eingeschult.

    Der normale Weg hier ist, dass es von FFM und IFK in die BFS geht, um die nächsthöheren Abschlüsse anzustreben.

    Und ja, bei euch liest sich einiges sehr viel besser aufgestellt 😊

    Dass es an der BK-Schulform aber Schultourismus gibt, hört man doch ständig. Betrifft es Neuankömmlinge statistisch höher? Oder ärgert man sich allgemein und wenn das einer im Duldungsstatus macht (warum auch immer man es weiß), fühlt man sich komplett betrogen?
    Ich meine: Bis ich eine Klassenfahrt organisiere (was ihr am BK kaum macht), weiß ich gar nicht, ob meine SuS deutsche Staatsbürger, Ausländer oder geduldet sind. Ich weiß höchstens, ob sie in den letzten Jahren angekommen sind.

    Wir sind doch die Berufsgruppe, die in der Wahrnehmung vieler in der Gesellschaft ständig krank und voll bezahlt bleibt, weil einige Einzelfälle in der Öffentlichkeit bekannt wurden und jede*r von uns Kinder im Umfeld hat, wo "gefühlt" "ständig" jemand ausfällt. Also sind alle verbeamtete Lehrkräfte Betrüger, die die Regeln ausreizen und denen gekündigt werden muss?

    Ich musste in den 6 Wochen nach Schuljahresstart ja nochmal fix 2 Revisionen machen und hab für Klassenauswahl und Entwurf nachgeschaut, wo die Schüler herkommen. In meiner BFS1 Gruppe hatte ich nur 7 Schüler, die nicht in den letzten 3-5 Jahren zugewandert waren. In der BFS2 war die eine Klasse 50/50, in der anderen Klasse gab es niemanden ohne jüngere Zuwanderungshistorie.

    Ich kann ja nun nur auf Grundlage der sehr begrenzten Erfahrungen sprechen, die ich in einem einzigen Schuljahr gemacht habe, aber ja: mir erschienen die Fehlquoten der "frischen" Zuwanderer in diesen Bildungsgängen und in der IFK irre hoch. Natürlich sind es nie alle, aber ich habe wirklich noch nirgends anders erlebt, dass so häufig und routiniert gefehlt wird und Schule so offen als irgendwas, was halt nebenbei plätschert, wahrgenommen wird. In meinem IFK Kurs (lag 1. bzw. 1./2. Stunde) waren fast durchgängig nur 2-3 Leute anwesend. Viele habe ich im kompletten zweiten Halbjahr nicht gesehen, sie waren in späteren Stunden aber anscheinend ausreichend anwesend, um nicht komplett gekickt zu werden. In den anderen Bildungsgängen sah es etwas besser aus, aber auch hier kamen viele Fehlzeiten, viele Abmeldungen, viele "halbe" Tage zusammen und viele ließen auch klar durchscheinen, dass Schule keine Priorität hat. Ich hatte in BFS1 mehrere Schüler, die nachts irgendwelche Jobs hatten und meinten, ihre notwendigen Anwesenheitszeiten auch schlafend erfüllen zu können. Mich ätzt so ein Verhalten unabhängig vom Aufenthaltsstatus an, gerade bei Migranten fehlt mir aber wirklich jedes Verständnis - wer seine Chancen hier nutzen möchte, soll sie gerne bekommen, wer aber nur Ressourcen frisst und keine konstruktive, mitwirkende Haltung an der Grundlage seiner Duldung erkennen lässt, möge bitte konsequenterweise wieder gegangen werden. Für mich grenzt das an Sozialleistungsbetrug.

    Quittengelee

    Vermutlich kommen viele Faktoren zusammen und im Osten ist es nochmals anders, als hier. Hier höre ich Migration als klaren Hauptgrund und was von der Wahl abhält, sind eher so Punkte wie die für den Durchschnitts-Wessi nicht nachvollziehbare Haltung zu Russland, Frauen und ihrer Rolle, die extremistisch völkisch-nationalistischen Kommentare einiger AfD Vertreter usw.

    Also: WAS willst du uns mit deinen Einzelfällen mitteilen?

    Die Wahrnemung, was Einzelfall ist und was nicht, hängt möglicherweise sehr von der Schulform ab und was man dort so erlebt. Viele meiner letztjährigen Schüler hatten hochseltsame Fehlstundenmuster, die sich mit "einmal am Tag vorbeischauen reicht der Behörde" zumindest erklären ließen. Von woanders kannte ich das so nicht.

    Und ja, mich ärgert das Verhalten auch, zumal man dieses ganz offen gelebte Ausreizen des Systems als Steuerzahler ja auch noch mitfianzieren darf. Wenn solche Schüler aufgrund ihres selbst zu verantwortenden Fehlverhaltens gehen müssen, halte ich das für eine Entlastung des Systems und nicht für einen Arschloch-Move.

    Welche öffentliche Ankündigung?

    Diese z.B.: https://www.whitehouse.gov/presidential-a…rce=chatgpt.com. Oder diese: https://www.whitehouse.gov/fact-sheets/20…rce=chatgpt.com

    Dort steht ausdrücklich, dass Menschen ohne legalen Status vor die Wahl gestellt werden freiwillig auszureisen oder mit den Konsequenzen der Durchsetzung des Einwanderungsrechts zu rechnen. Betroffene können die CBP-Home-App zur freiwilligen Ausreise nutzen, bekommen kostenlose Rückflüge und nach bestätigter Rückkehr noch einen finanziellen Exit-Bonus. Aktuell liegt letzterer bei 2600 Dollar.

    Man kann also nicht behaupten, die Leute würden einfach aus dem Nichts völlig willkürlich eingesammelt. Das Vorgehen war klar kommuniziert und die freiwillige Ausreise ist recht niederschwellig gestaltet. Dass es natürlich trotzdem bitter ist, wenn man ggf. schon lange im Land gelebt hat, verstehe ich, aber letztlich wurde ein Rechtsbruch begangen und es muss einem Land gestattet sein, darauf zu reagieren.

    Zitat

    Es wurden Menschen "abgeholt", die amerikanische Staatsbürger waren.

    Das wird zu Recht kritisiert.


    Zitat

    Und auch ansonsten. Wir reden von Menschen?

    Die sich aber nunmal widerrechtlich im Land aufhalten.


    Zitat

    Willst Du weinende Kinder aus Grundschulen raustragen? Welchen Eindruck macht das wohl auf die Klassenkameraden?

    Wenn Eltern die Ausreiseaufforderung ignorieren, finde ich es legitim Familienmitglieder dort zusammenzusammeln, wo man sie eben ziemlich sicher antrifft. Ich denke, die Klassenkameraden und deren "Eindruck" sind kein Grund, rechtsstaatliche Prozesse nicht durchzuführen.

    Also in den USA holen sie die Kinder oder Menschen einfach ab.

    Nach öffentlicher Ankündigung eines solchen Vorgehens und der klaren Aufforderung zur freiwilligen Ausreise bei fehlender Aufenthaltserlaubnis, also auch nicht "einfach so".

    Es sollte natürlich nur tatsächlich Ausreisepflichtige treffen.

    Zumindest sollte so etwas mit fristlosen Entlassungen einhergehen. Wie überall, wenn man dem Arbeitgeber absichtlich und bewusst Schaden zufügt.

    Es muss nachmittags erstmal überhaupt gar nichts stattfinden. Ruhe, Nerven runterfahren, Hausaufgaben erledigen und dann gehts nachmittags zu Freunden oder in irgendeine Vereinsaktivität. Ich finde diese institutionelle Dauerbespaßung ganz furchtbar. Kein Wunder, dass den Kids die Synapsen durchknallen.

    Der Fehler ist, Abgelehnte ohne Versorgungsleistungen frei herumlaufen zu lassen. Unterbringung in Rückkehrzentren, wie es Dänemark macht, ist vermutlich die bessere Variante.

    Wenn wir wirtschaftlich mächtig genug sind, um Grenzabwehr einzukaufen, dann sind wir auch mächtig genug, die Einhaltung von Menschenrechten zur tatsächlichen Bedingung zu machen. Dann muss ein Verstoß aber eben auch Konsequenzen haben und darf nicht mit einem kurzen Hinweis im Vertrag erledigt sein.

    Sind wir ja nicht. Vielmehr sind wir absolut abhängig davon, dass die besagten Länder nicht einfach durchwinken, und mehr als ein bissi verbales Dudu ist realistisch gar nicht möglich.


    Zitat

    Wir haben darüber hinaus die Möglichkeit, ernsthaft und gezielt dafür zu sorgen, dass Menschen ihre Heimat nicht verlassen müssen: faire Handelsbedingungen, Schutz der örtlichen Wasser- und Landressourcen, mehr Wertschöpfung vor Ort, Investitionen in Bildung und Infrastruktur, Unterstützung bei der Anpassung an den Klimawandel und keine Verträge, bei denen europäische Unternehmen profitieren, während die Bevölkerung ihre Lebensgrundlage verliert.

    Das klingt alles furchtbar nett und richtig, aber siehst du ernsthafte Bestrebungen in diese Richtung? Ich nicht. Ich sehe ein bissi obligatorische Entwicklungszusammenarbeit, wo medienwirksam Eine-Welt-Aktionismus oder Hilfe zur Selbsthilfe vorgespielt wird, aber wirklich aufrichtig liegt es doch gar nicht in unserem Interesse, den globalen Süden zu entwickeln. Das ginge notwenigerweise mit einer Verschiebung von Wirtschaftsstrukturen und letztlichbeinem Wohlstandsverlust einher, den nichtmals die größten Idealisten und Weltverbesserer hier ernsthaft mittragen wollen, wenn es sie denn dann auch selbst betrifft.

    ...und dann sind da natürlich auch noch die Chinesen und Nordamerikaner, die wohl weiterhin weniger rücksichtsvoll ihre eigene Agenda verfolgen und wo man sich im direkten Wettbewerb vielleicht auch besser nicht allzu arg selbst ins Knie schießen sollte...

    Ich denke, in einer Welt, die das von dir skizzierte Szenario realistische Vision sein könnte, leben wir einfach nicht. Die betroffenen Länder und Bevölkerungen müssten es schon selbst in die Hand nehmen, ihre Ressourcen zu schützen und nachhaltig Lebensgrundlagen zu sichern.

    Die Gewinnung von Rohstoffen und die Zusammenarbeit mit solchen Staaten ist doch Teil des Problems an dieser Stelle.
    Wenn ich akzeptiere, dass ausländische Firmen in einem Land das nicht viel Wasser hat (dafür aber rohstoffreich ist) das vorhandene Wasser vertraglich nur für sich nutzen und die Bevölkerung dadurch vom Trinkwasser abgeschnitten wird, brauch ich mich nicht wundern wenn die Leute vor Ort sich eine andere Möglichkeit zu überleben suchen (nämlich die Flucht).

    Und doch es liegt in dem Falle in unserer Verantwortung:

    Wir bezahlen nicht wenig an die Staaten in Nordafrika, das sie die Zahl der ankommenden Flüchtlinge reduziert. Vertraglich geregelt ist da durchaus aus das Wie (nämlich unter Einhaltung der Menschenrechte). Sehenden Auges ignorieren wir aber, dass Regierungsgewalt dort ganz bewusst mit den Flüchtlingen umgeht wie mit Dreck (Vergewaltigungen und Ermordungen sind da an der Tagesordnung durch Sicherheitskräfte). Gleichzeitig spielen wir uns als Moralapostel gegenüber anderen Ländern auf was die Menschenrechte angeht. Also ja….wir haben diese Verantwortung.

    Aber das ist ja der Punkt. Solange "wir" Produkte konsumieren, deren Rohstoffgewinnung und Herstellung als fragwürdig einzustufen ist (und das tun wir alle), solange wir Anteile der entsprechenden Akteure im Depot halten, solange wir Handelsbeziehungen mit Ländern führen, die offen gegen Menschenrechte verstoßen usw., brauchen wir uns nicht als Moralapostel aufspielen und so tun, als würden uns Menschenrechte oder die Lebensbedingungen von Betroffenen in den Herkunftsregionen oder an den Außengrenzen interessieren. Unser Hauptinteresse liegt doch ganz woanders.

    Im Endeffekt gibts zwei Möglichkeiten: entweder, man erkennt eine Verantwortung an und lässt dann aber auch konsequenterweise die Grenzsicherung fallen, die Leute durch und kümmert sich selbst um dieses (unsrige, kann man ja legitimerweise so sehen) Problem. Oder man geht den Weg, den man momentan geht, und lebt damit, dass andere Länder eben anders verfahren, als wir es für richtig halten. Outsourcen und dann von hinterm Zaun den moralischen Zeigefinger heben, dass man es aber bitte anders wünscht, ist eine ziemlich scheinheilige Haltung. Ich persönlich halte Vatiante 1 halt für ziemlich suizidal.

    Gibt es bei euch keine Möglichkeiten?

    Ich esse so gut wie gar kein Fleisch und die Hunde kriegen überwiegend Weiderind hier aus der Nähe, Wild, oder Huhn vom Bauern. Letztetes hat dann aber auch keine Füße und keinen Kopf mehr. Ob wirklich alle Teile verwertet werden oder irgendwas in "unguten" Export geht, weiß ich im Detail nicht.

    Wahrscheinlich gibt es überall Möglichkeiten für geringfügig besseren Konsum, als konventionelle Massentierhaltung, aber dennoch wirtschaften hier ja letztlich alle unter einer EU-Agrarpolitik, die anderswo Schäden anrichtet. Einen sonderlichen Aufschrei dagegen habe ich noch nicht vernommen.

Werbung