Beiträge von Maylin85

    Und wer jetzt damit argumentiert, dann zieh doch in eine möblierte Wohnung. 900 Euro Minimum hier in der Nähe.

    Wenn du eh bei 0 startest und - ohne Möbel und Hausstand - nichtmals einen aufwändigen Umzug stemmen musst, dann such dir doch einfach eine Ecke mit niedrigeren Lebenshaltungskosten. Zumindest für die Dauer des Refs, danach kannst du dich ja wieder in deine bevorzugte Gegend orientieren. Man muss mit wenig finanziellem Spielraum ja nicht unbedingt in superteuren Städten wohnen.

    Den Möbel-Punkt verstehe ich auch nicht so recht. Ich bin überwiegend mit meinen Jugendmöbeln in meine Studentenwohnung gezogen und habe nach und nach ausgetaucht, hole noch heute gerne Sachen second hand bei ebay Kleinanzeigen (gerade Holzmöbel kann man auch toll und günstig aufarbeiten), dafür braucht man nun wirklich nicht tausende Euros. Guck, dass in der Wohnung eine Küche drin ist, dann ist es notfalls auch erstmal mit Matratze, Schreibtisch und Kleiderstangen getan.

    Wie alt ist denn dein Auto? Für 2000€ kriegt man schon Gebrauchtwagen mit frischem Tüv vom Händler, wo direkt noch 2 Jahre Garantie dabei sind. Bevor sowas reparaturtechnisch zum Fass ohne Boden wird, würde ich mich vermutlich lieber trennen und erst bzw. nur ein neues holen, wenn es aufgrund der Konstellation Seminar/Schule/Wohnort zwingend nötig wird. Bis dahin spart man aber zumindest ein paar Monate an laufenden Kosten. Der stündliche Zug klingt nicht toll, aber auch nicht völlig unmachbar. Muss sowieso eine neue Wohnung her, kann man ja die Verkehrsanbindung berücksichtigen.

    Äh, nee. Meine Ex-Kollegin hat 2 Jahre bei uns Vollzeit als Vertretungskraft am Gymnasium gearbeitet und wurde auch gebraucht. Feste Stelle gabs dann leider nur mit 50% Grundschule und wir mussten den Ausfall irgendwie abdecken. Die Vorstellung, dass die Gymnasien alle überbesetzt sind und lediglich Überhang abordnen,ist Quatsch und trifft allerhöchstens auf dem Papier zu. Gleiches galt für die mit Mangelfach neu eingestellte Kollegin mit Teilabordnung an die Realschule.

    Deine Fächerkombi besteht doch aus Sprachen, oder? Irgendwie ulkig, dass du einen anderen Studiengang als "Luschenstudium" abkanzelst. Mit genau derselben Hybris begegnen ja viele Akademiker, z. B. aus den Naturwissenschaften, den Absolvent*innen sprachwissenschaftlicher Studiengänge.

    Eine Sprache, eine (deutlich lernintensivere) Gesellschaftswissenschaft, ja. Und eben weil mein Studium superentspannt war, fällt mir schwer nachzuvollziehen, was an Deutsch nun so kompliziert gewesen sein soll^^ Ich breche mich auch keinen Zacken dabei aus der Krone anzuerkennen, dass Naturwissenschaftler deutlich anspruchsvollere und lernintensivere Studiengänge haben... warum auch 😊

    Muss nicht am Luschenstudiengang liegen, sondern einfach an unterschiedlichen Interessen, Talenten, Fähigkeiten, zur Persönlichkeit passenden Rahmenbedingen, etc.

    Oder hältst du dich selbst um Welten genialer als deine Schwester?

    Sicher nicht für genialer, aber vielleicht für jemanden, der sich zumindest hin und wieder mal hingesetzt und was gelernt hat, wenn es nötig war. Meine Schwester ist (vermutlich ohne jemals eine Minute am Schreibtisch verbracht zu haben) haarscharf durchs Abi gerutscht, hat im Pädagogikstudium nach eigenen Angaben nie lernen müssen und im Prinzip das komplette Studium weltmeistlich durchgefeiert, und ist dann bei Deutsch anscheinend erstmals an einen Punkt gekommen, wo das so nicht funktionierte.

    Aber ja, Interesse an Gedichtanalyse & Co hatte sie auch nicht sonderlich.


    @Thema Grundschulabschiebung

    Ich kenne niemanden, der in diese Hybridstellen gezwungen wurde und es anders empfindet.

    Ok, das verstehe ich alles. Aber wäre für mich jetzt nicht ein muss, wenn es darum geht, das Ref zu machen oder aufzuschieben. Wohnt man halt schlecht aber preiswert. Auto hatte ich noch aus dem Studium a la Schrottkarre. Kleidung kann man seine bisherige weiternehmen. Wenn Die wollen, dass ich tolle Sachen trage, sollen sie mich besser bezahlen. Unterrichtsmaterialien kann man kostenlos ausleihen bzw. die Schule zahlt.

    Ich kann die Ausgaben alle verstehen und wenn man sich das leisten kann, ist das toll. Aber wenn ich kein Geld habe, würde ich mich eher einschränken bevor ich auf das Ref. verzichte bzw. es verschiebe. Ich meine nach den 18 Monaten bekomme ich A12/A13. Dann kann ich mir alles kaufen, was ich will.

    Aus heutiger Sicht stimme ich bei vielem zu, aus damaliger Sicht fühlte man sich ohne Blazer & Co halt unangemessen angezogen und hat halt gekauft, was man meinte zu brauchen, um vernünftigen Unterricht zu machen. Einiges davon nutze ich heute noch, von daher verbuche ich es schon eher unter nötigen oder zumindest sinnvollen Ausgaben. Auto hatte ich auch schon lange, fiel mir aber nie schwerer zu finanzieren, als im Ref. Mein Studentenjob hat definitiv mehr eingebracht, als das Ref.

    Ich stimme aber zu, dass ich das Ref auch möglichst nicht aufschieben würde. Das Problem löst sich ja nicht, sondern wird nur vertagt, denn dass man von einer Vertretungsstelle so wahnsinnig viele Rücklagen bilden kann, bezweifel ich.

    Was war denn bei euch so teuer, dass ihr nicht ohne elternlichen Zuschuss ausgekommen seid? Ich meine, dass man nicht fürstlich bezahlt wird, ist vollkommen klar. Aber um 18 Monate möglichst preiswert über die Runde kommen zu können, sollte es doch reichen?

    Kombi aus Miete in einigermaßen vernünftiger Gegend, Auto und Hundekindergarten. Aber auch ohne den letzten Posten wäre es extrem knapp geworden. Meine Rücklagen sind größtenteils für Umzug und angemessene Klamotten (konservative Ersatzschule) draufgegangen, außerdem hab ich im Ref wahnsinnig viel Geld für Unterrichtsmaterial ausgegeben.

    Wieder ein Grund, warum Seiteneinstieg über OBAS oder dergleichen attraktiver ist, als ein grundständiges Lehramtsstudium. Ich wäre ohne elterlichen Zuschuss auch nicht über die Runden gekommen.

    Vielleicht kannst du deine Ortswünsche fürs Ref am Wohnungsmarkt und Mietpreisniveau orientieren? Auch gibt es sicherlich Seminarstandorte, an denen man ohne Auto besser oder schlechter auskommt. Im geringen Umfang darf man sicherlich auch nebenbei was dazu verdienen, wenn man die Zeit und Energie findet.

    Die Frage, ob man Kinder hat oder möchte, kommt doch ständig von Schülern aller Altersklassen. Mir sagte vor ein paar Wochen ein Studierender "warten Sie mal ab, bis Sie älter werden und ihre biologische Uhr anfängt zu ticken, dann sehen Sie das anders" - das fand ich ja mit Ende 30 ja wirklich charmant 😄

    Ach super, Luschenstudium. Sowas hab ich bisher noch nicht gehört, nehme ich dankend ins Repertoire auf.

    Wenn man solche herablassenden Aussagen über Studiengänge tätigt, sollte man sich mal über sein Wohlbefinden Gedanken machen. Mich berührt das nicht, aber mein Beileid an deine Schwester, die deinen offenbar fehlenden Respekt bezüglich ihren abgeleisteten 6-7 Jahre ihres Lebens ertragen muss.

    Einfach nur unnötig. Zeigt, dass nicht mal annähernd verstanden wurde, was ich geschrieben habe. Herzlichen Glückwunsch für die verschwendeten 5 min deines Lebens :)

    Ich habe großen Respekt vor dem Job, den sie jetzt macht, den ich niemals machen wollen würde und auch nicht könnte, der zu ihrem Studium passt und den sie scheinbar auch sehr gut macht.

    Eine gute Deutschlehrerin wäre aus ihr aber vermutlich nicht geworden, wenn das zweite Semester schon zu viel war. Daher ist es doch gut, dass ein Quereinstieg ohne Fachqualifikation eben NICHT so einfach möglich ist 😊


    Du wirkst übrigens superdünnhäutig und unreflektiert, an der Stelle wünsche ich dir noch einen großen Entwicklungsschub 😊

    Ja, die medizinische Amnesie ist auch wahnsinnig häufig.

    Thema Menschenrechte: Die Menschen werden versorgt und leben in Sicherheit. Wer sich frei bewegen möchte, kann das durch Rückkehr in sein Herkunftsland tun (ja, erfordert Nennung) oder alternativ an der Feststellung seiner Identität mitwirken und genießt danach alle Rechte, die für Menschen in einem laufenden Asylverfahren vorgesehen sind.

    Es ist grundsätzlich ja gut und richtig, dass wir hohe Standards haben. Ich denke aber, als die Regelungen festgeschrieben wurden, waren viele der heutigen Entwicklungen nicht absehbar, und wenn es zu nennenswertem Missbrauch der Strukturen kommt, muss eben auch mal nachjustiert werden. 2021 reiste jeder zweite Flüchtling ohne Identitätsnachweise ein, 2017 gab das BAMF an, gerade einmal 35% der Einreisenden könnten einen Pass vorlegen. Das kann man in dieser Größenordnung meines Erachtens nicht so hinnehmen, sondern es muss extrem unattraktiv gemacht werden, mit angeblich nicht feststellbarer Identität hier aufzuschlagen.

    ...und ja, das klingt möglicherweise populistisch angehaucht. Auch in meinen eigenen Ohren und ich hätte niemals gedacht, dass sich meine Haltung mal so wandelt. Man kann aber auch nicht mehr ignorieren, dass wir hier Fehlentwicklungen zulassen.

    Ein "Auffanglager ohne Ausgangsmöglichkeit" ist letztlich ein Gefängnis. Der Aufenthalt in selbigen erfordert in einem Rechtsstaat ein ordentliches Gerichtsverfahren in dem mit bedacht wird, dass keine feststellbare Identität zu haben längst nicht immer in der Verantwortung der Menschen liegt, die hier ankommen, sondern auch an den Herkunftsländern liegen kann, die nicht ausreichend kooperieren bei Identitätsfeststellungen. Verdienstmöglichkeiten zumindest offizieller Art haben hierzulande sowieso nur Menschen mit passendem Aufenthaltsstatus. Dafür müssen wir uns also nicht direkt von unserem Rechtsstaat verabschieden.

    Es geht um Leute, die sich ihrer Identität nicht erinnern können und keine oder offensichtlich fehlerhafte Angaben machen und damit offensichtlich ganz bewusst Schwachstellen im System nutzen. Man könnte durchaus diskutieren, ob mangelnde Kooperationsbereitschaft in Kombination mit der Tatsache, dass man nunmal keine Ahnung hat, wen man da vor sich hat, Präventivmaßnahmen rechtfertigt. Ja, dazu bräuchte es ggf. eine Anpassung des Rechtsrahmens. Meines Erachtens gibt es hier derzeit ein rechtliches Vakuum - einerseits sind Ausländer ohne Aufenthaltserlaubnis sofort ausreisepflichtig, andererseits hat man Kandidaten, deren Verfahren zur Feststellung des Vorliegens der Voraussetzungen für eine solche Erlaubnis mangels Identitätsfestellung nicht gescheit durchgeführt werden kann. Hier braucht es eine mit Konsequenzen belegte Mitwirkungspflicht zur Identitätsfeststellung.

    Mit Verdienstmöglichkeiten meinte ich nicht nur reguläre, an eine Arbeitserlaubnis geknüpfte Jobs, sondern jede Art von finanziellen Zuwendungen, wie beispielsweise auch Taschengelder oder (anknüpfend an den vorherigen Gedanken) Entlohnung von Arbeit in Idenitätsfeststellungsgewahrsam. Das war begrifflich unpräzise formuliert.

    Wäre ich betroffen, ich hätte so glaube ich, sämtliche Papiere weggeschmissen und könnte mich an nichts mehr erinnern. Ich hätte auch kein Handy dabei.

    Menschlich individuell vielleicht verständlich, aber so etwas kann ein Ankunftsland meines Erachtens nicht einfach so hinnehmen. Wer keine feststellbare Identität hat, kann hier eigentlich nicht frei herumlaufen, sondern müsste in ein Auffanglager ohne Ausgangsmöglichkeit und ohne Verdienstmöglichkeiten vebracht werden, so dass der Aufenthalt hier außer einer Unterkunft und Versorgung mit dem Nötigsten auch letztlich "nichts bringt". Wer ein Verfahren, Bewegungsfreiheit oder mal Kontakt zur Familie aufnehmen möchte, erinnert sich ja vielleicht auch wieder an seine Herkunft und Identität.

    So blöd finde ich das mit der Haushälterin gar nicht. Ich möchte meine Putzfrau jedenfalls nicht missen, solange es hier keinen Teilzeit-Parter mit entsprechendem Haushaltsdienst gibt 😄

    Eine Teilbezuschussung (ähnlich der bezulagten Hausfrau) wäre ja schön 😊

    Oje was für anstrengende Eltern. Die Kinder müssen in Schule sich am Riemen reißen, daheim im Garten...:autsch:

    Ich bin froh wenn die Kids kein Bock auf Medien haben sondern draußen einfach Kids sind; laut und Spaß haben. Hat man Kinder als Nachbarn ist das halt ein Lebensrisiko :grimmig:. Der Grill-, Kamin-, Zigarettengeruch weht ja auch zu einem herüber...

    Die Gärten sind so angelegt, dass man sich zwar nicht sieht, aber durchaus hört, wenn es ansonsten ruhig ist, und die machen das wirklich super. Natürlich dürfen die spielen, aber ohne Geschrei und Gequieke, ohne ständig gegen Wände fliegende Bälle, ohne Gezanke usw. Artikulieren sich auch bei Tisch sehr höflich, Mamas Ansagen werden nicht diskutiert.. ich finde das toll und sehr rücksichtsvoll 😊

    Aber: wenn Papa alleine mit den Kindern ist, klappt es auch nicht soooo supergut. Was wiederum zeigt, dass es nicht gottgegebene Vorzeigekinder sind, sondern eben viel Arbeit und Konsequenz drinsteckt. Was mir wiederum viel Respekt, insbesondere vor der Mutter, abnötigt 👍 Die liegt definitiv nicht entspannt im Liegestuhl und lässt laufen, sondern ist eigentlich permanent regulierend anwesend (in ruhiger, angemessener Weise, wie ich finde).

    Die Ruanda-"Lösung" finde ich insbesondere deswegen auch problematisch, weil man die wirtschaftlich schwierige Lage ausnutzt, um gut bezahlte Abkommen zu schließen, deren Folgen für das Land gar nicht zwingend absehbar sind. Ruanda hat nach dem Bürgerkrieg eine durchaus positive Entwicklung durchlaufen und einen sichtbar erfolgreichen Weg zur nationalen "Gesundung" eingeschlagen. Trotzdem verarbeitet diese Gesellschaft aber gerade noch einen noch nicht allzu lange zurückliegenden Genozid, konnte sicherlich noch nicht alle Spannungen nachhaltig ausräumen, und in dieses fragile, gerade auf die Beine kommende System möchte man nun illegale Migranten schicken. Halte ich nicht für sehr gelungen. Der Westen muss seine Probleme selbst lösen und kann nicht ständig outsourcen. Man hat in diesen Ländern in den letzten Jahrhunderten schon genug nachhaltig verpfuscht.

    (Und es sollte klar sein, dass ein braves angepasstes Mädchen, um das Klischee zu bedienen, in der Regel kein Ergebnis der eigenen Erziehungsleistung ist sondern primär schlicht das Wesen bzw. der Charakter des Kindes.)

    Wieso geht man direkt davon aus, dass das NICHT Ergebnis von Erziehungsleistung ist? Schau ich mich in meinem Freundeskreis so um, dann gibt es da sehr gut erzogene Kinder, die aber auch in meinem Beisein regelmäßig und frühzeitig von den Eltern zur Ordnung gerufen und deutlich erkennbar erzogen werden. So auch meine Nachbarn, die es schaffen, dass die Nachbarschaft trotz Trampolin und Pool im Minigarten nicht von ihren drei Jungs belästigt wird, weil sie superkonsequent und superschnell eingreifen, wenn es laut und störend wird. Und dann gibt es da Leute, deren Kinder sich wie hulle benehmen und die was von "ist halt lebhaft" und "sind halt Kinder" faseln. Da habe ich dann aber wiederum auch selten bis nie erlebt, dass sie mal gescheit und vor allem konsequent und nicht nur dann, wenns schon massiv daneben ist, gemaßregelt werden 🙃

    ...vielleicht sind Naserümpfen und Vorzeigekind ja auch einfach verdient und erarbeitet 🤗

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