Beiträge von Maylin85

    Früher Schluss machen war an ausnahmslos allen Schulen mit minderjährigen Schülern, an denen ich gearbeitet habe, ein absolutes no go. Und es gab da auch mal diesen Schulleiter, der vor den Sommerferien 10 Minuten vor Unterrichtsschluss hinter einer großen Pflanze in der Pausenhalle versteckt stand und vorbeilaufenden Schüler gefragt hat, wer sie gerade gehen lassen hat. Hätte ich es nicht selbst gesehen, ich hätte es nicht geglaubt.

    Ich selbst habe ganz frisch nach dem Ref mal eine 7. Klasse 5 Minuten früher gehen lassen und als ich das Gebäude verlassen habe (war so ein Containerübergangsgedöns), standen 2 Schüler auf dem Dach und haben den wohl in der Pause hochgeschossenen Fußball gesucht. Wäre da jetzt - immer noch in der Unterrichtszeit - einer runtergefallen und hätte sich verletzt, wäre das für mich sicherlich unschön geworden. Habs nie wieder gemacht.

    Darf ich fragen, warum manche eine halbe Stunde oder gar 1,5 Stunden vor Schulbeginn da sind? Kopiert ihr noch, oder besprechen euch mit Kolleg*innen oder braucht ihr das zum Ankommen? An den Schulen, an den ich tätig war, kannte ich das Phänomen auch schon. Es gab aber auch Lehrkräfte die erst kurz vorher da waren (was mMn eigentlich ausreicht). Und dann so Spezialfälle, die eigentlich immer zu spät kamen.

    An der alten Schule: ab 7.10h wurde es mit Parkplätzen eng.

    Momentan: fahre ich 10 Minuten später, brauche ich 20-30 Minuten länger, weil sich die Autobahn zuzieht.

    Ich muss aber tatsächlich auch meistens noch kopieren und trinke ganz gerne noch in Ruhe einen Kaffee.

    Ich fahre mit dem Auto immer gleich los und bin manchmal 45 Minuten vor Unterrichtsbeginn da, manchmal 10. Einmal war es eine Punktlandung. Die Strecke ist verkehrstechnisch bescheiden.

    Mit der Bahn würde zur ersten Stunde nur eine Verbindung mit einem einzigen Puffer funktionieren, das ist mir zu unsicher. Habe ich später, nehme ich die Bahn und fahre so, dass ich eine Stunde vor Unterrichtsbeginn da bin.

    Aber meine Varianten starten alle ab Haustür um 6.30 Uhr - bei 5 Uhr wäre ich definitiv raus.

    Zur Pünktlichkeit zum Dienst bei unpünktlichem ÖPNV: Die Lehrkraft ist verpflichtet, pünktlich zum Dienst zu erscheinen. Da ich auch häufiger Bahn fahre, fahre ich zwei Takte vor meinem Arbeitsbeginn (also ab 5.00 Uhr), da mit der Unpünktlichkeit der Bahn zu rechnen ist

    Würde ich normalerweise auch so machen. Bei Zwangsabordnung nicht.

    edit: also die zwei Verbindungen früher würde ich machen. Losfahren um 5 sicherlich nicht. Wann steht man da auf, um 4? Wie lebt man auf Dauer so??

    Ich hab auch mal eine Klausur für meine beste Freundin geschrieben. Und gerade dieses Jahr hatte ich einen Schüler, der angeboten hat, seine 2 mit der 5 von jemand anderem in einen Topf zu schmeißen und doch einfach für beide eine Mittelnote zu bilden.Ist ja irgendwie süß.


    Im vorliegenden Fall würde ich mir je nach Rahmenfaktoren überlegen, ob ich das überhaupt bemerkt haben will. Wenn ja, dann beide Schüler zum Gespräch laden und die Leistung bzw. das veränderte Schriftbild von A erklären lassen. Wenn alles abgestritten wird, die Klausuraufgabe durch A ggf. vor Ort direkt spontan noch einmal schreiben lassen und abgleichen, ob die inhaltliche Qualität übereinstimmt. Entsprechend werten. Bei B kann man meines Erachtens nichts machen, außer eben die unvollständige Klausur sachgerecht korrigieren und benoten.

    Sicherheitshalber kann man sein Vorgehen evtl. auch mit der Abteilungsleitung oder Schulleitung abstimmen.

    Okay, so kompliziert wie bei chilli war es bei uns nicht. Wenn ich mich richtig erinnere, brachte eine Klassenleitung in 5/6 z.B. 0,5 Entlastungsstunden, Englisch LK Korrekturentlastung 0,3 (pauschal, egal wie groß der Kurs war) und so hatte eben alles seine Bepreisung. Man musste auch nix extra einreichen, sondern das haben direkt die Stundenplaner gemacht.

    Jetzt nichts gegen dich, aber es ist immer interessant, was Kolleginnen und Kollegen vom Gymnasium als sehr betreuungsintensiv empfinden.

    Im Vergleich zu einer Mittelstufenklassenleitung ist die Erprobungsstufe definitiv betreuungsintensiver. Allein schon, weil die Eltern dort noch öfter auf der Matte stehen und mehr Konferenzen anfallen. Wenn es um die Verteilung von Entlastung geht, kann man ja nur innerhalb der eigenen Schule schauen, wo eben die meiste Zeit verbraten wird 😊

    Ich finde es schon deswegen richtig, Entlastungspunkte für Klassenleitungen zu geben, weil gar nicht jeder eine hat. Wer z.B. Französisch und Latein unterrichtet, was an manchen Schulen beides im klassenübergreifenden Kurssystem läuft, hat praktisch nie Klassenleitungen. Kollegen mit periodischen Fächern meist auch nicht. Dagegen sind gerade Hauptfachlehrer, die ohnehin die höheren Korrekturbelastungen haben, hier oft dauerhaft betroffen und haben selten mal ein Jahr ohne.

    Gerade in der sehr betreuungsintensiven Erprobungsstufe finde ich Entlastung für Klassenlehrertätigkeiten absolut angemessen.

    Zum Thema: an meiner letzten Schule gab es ein Punktesystem für fest definierte Tätigkeiten und man hat jedes Jahr eine Übersicht bekommen, wie viel Entlastung einem gerade auf dem Papier zusteht. Alle paar Jahre gab es die dann auch im Stundenplan. Ich meine, die Liste für das Gesamtkollegium war auch transparent einsehbar.

    Auch am Gymnasium sind die Noten und die Schulformempfehlung bei Anmeldung in Klasse 5 eigentlich egal, denn Eltern dürfen ja anmelden, wo sie wollen. Bei mehr Anmeldungen als Kapazitäten durfte an meinem alten Gymnasium auch nicht auf Basis der Schulformempfehlungen ausgewählt werden, sondern es wurde gelost. Ich weiß nicht, ob das überall so ist, aber hier konnte sich wirklich absolut jeder anmelden und hatte im Prinzip gleiche Chancen.

    lilimarleen: Ich denke, dass du dich in einer wohlsituierten Blase bewegst. Ich lese bei dir keinen KFZ-Mechatroniker, Bäcker oder Rettungssanitäter heraus. Aus dieser Sicht sieht nämlich ein A12-Gehalt noch einmal ganz anders aus. Und selbst wenn jemand IT macht oder Anwalt ist, gehört man nicht automatisch zu den top 10% in der Branche - auch hier gibt es viel Mittelmaß.

    Aber Grundschullehrer ist ja nunmal ein studierter Beruf, also muss man auch mit den Berufsentscheidungen anderer männlicher Akademiker vergleichen. In meiner Bubble gibt es auch keinen Mann, der nach Studium in einem Job auf A12-Niveau gelandet ist. Einer arbeitet als freier Journalist, der mag eine Ausnahme sein. Aber gefühlt spricht man seiner Tätigkeit (ob verdient oder nicht, sei dahingestellt) mehr intellektuellen Anspruch und damit letztlich auch mehr Prestige zu. Um mehr Männer ins GS-Lehramt zu holen, bräuchte es eine andere gesellschaftliche Anerkennung des Berufs.

    Neben dem erteilten Unterricht haben wir eine Fülle an anderen Sachen zu stemmen (ich rede noch nicht von Unterrichtsvorbereitung oder Korrekturen), keiner würde sich an eine Budgetierung trauen.

    ("1 Std. Aufsicht pro Woche führen", "Klassenakten aktualisieren 4 Std/Jahr", "Schulausflüge begleiten 20 Std/Jahr", "Chemiesammlungsleitung 30 Std/Jahr" oder "Klassenlehrerschaft 2 Std/Woche" oder "Konferenzen xxxStunden pro Jahr). Zum einen würde es bedeuten, dass unsere Dienstherren schwarz auf weiß hätten, was wir eigentlich alles leisten müssen, zum anderen variieren die Stunden ja tatsächlich auch stark (Klassenlehrerschaften können extrem zeitraubend sein oder eben auch nicht, wenn keine Problemfälle auftreten. Die Chemiesammlung kann ein Selbstläufer sein, wenn alle Kollegen an einem Strang ziehen, oder es kostet mehrere Stunden pro Woche )

    Exakt diese Budgetierung braucht es. In Kombination mit Erfassung der tatsächlichen Arbeitszeit. Wenn eine Klassenleitung sich dann als zu "betreuungsintensiv" herausstellt und das vorgesehene Kontingent sprengt, muss eben Entlastung an anderer Stelle geschaffen werden - Teilnahmeentbindung von einer Konferenz, anders verteilte Aufsichten, Vertretungen, Einsatz in Zweitkorrekturen oder Prüfungskommissionen, whatever. Kommt eine Schule zu der Erkenntnis, dass es auch damit nicht funktioniert die Zeitgrenzen einzuhalten, ist das ein deutlicher Marker, dass Angebote eingekürzt, Konferenzen gestrafft oder reduziert, Arbeitsprozesse optimiert werden müssen etc.

    Also ich war auch schon mit Klassen im Hochseilgarten, seltsames Beispiel. Und wegen Liebeskummer muss man zum Sozialarbeiter?! Gute Güte..

    Generell halte ich Lehrer und pädagogisches Personal als "Bezugspersonen" in ihrer vermeintlichen Bedeutung für überschätzt. Personal in Institutionen leistet Betreuung und Anleitung zum Lernen, für die allermeisten Kinder wars das aber dann auch. Echte Bezugspersonen finden sich im privaten Umfeld und das pädagogische Personal nimmt höchstens bei desolaten Familienverhältnissen eine substitutive Funktion ein. Man sollte seinen Einfluss hier auch nicht überschätzen.

    Ich finde einen höheren Männeranteil trotzdem erstrebenswert - nicht nur für die Schüler, sondern auch im Hinblick auf ein ausgewogenes Verhältnis im Kollegium. Ich habe gerade die männlichen Kollegen in der Vergangenheit in vielen Situationen als pragmatischer und weniger selbstausbeuterisch veranlagt erlebt, was sich in so mancher Debatte und Abstimmung über nette, aber letztlich Mehrarbeit verusachende Ideen und Vorhaben als sehr wertvoll erwiesen hat. Auch sind Männer tendenziell zuverlässiger einsetzbar und fallen weniger oft durch Schwangerschaft, Kinderkranktage usw. aus - aus Kollegensicht ebenfalls vorteilhaft.

    Naja, die 3. Zuwanderer-Generation findet den Job mit den gegebenen Rahmenbedingungen sicher genauso attraktiv oder unattraktiv, wie alle anderen. Ich bin gerade nicht sicher, wie dieser Aspekt zum Thema passt. Grundsätzlich: ja bitte, ab an die Schulen. Wenn man sie denn bekommt.

    Wenn die Schülerzahlen steigen, die personellen Ressourcen aber nicht, dann muss das Angebot eben eingekürzt werden, bis beide Faktoren wieder zusammenpassen. Sich hier nicht ehrlich zu machen und nötige Anpassungen vorzunehmen, führt nur immer tiefer in die Abwärtsspirale.

    Migration haben wir nun einmal, das gehört zur Realität, mit der man nun weiterarbeiten muss.

    Der weitaus häufigere Weg, insbesondere in fortgeschrittenerem Alter, dürfte der Exit über Dienstunfähigkeit sein. Oder, im ersten Schritt, über signifikant steigende Krankheitsphasen zur Regeneration im laufenden Betrieb.

    Ich denke, diese Maßnahme ist kurz gedacht und wird die Probleme nur verschärfen.

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