Beiträge von Maylin85

    Mich würde interessieren, inwiefern die Abschlüsse in Deutschland und in Ländern mit größerer Bildungsgerechtigkeit bzw. einem weniger einflussreichen Faktor soziale Herkunft vom Anspruchslevel her vergleichbar sind. Beispielsweise gilt der amerikanische High School Abschluss als deutlich einfacher, als das deutsche Abitur. Wie sieht es in diesem Punkt in Ländern aus, die beim Thema Bildungsgerechtigkeit ganz vorne mitmischen? Denn wenn der Preis dafür ein insgesamt niedrigeres Kompetenzniveau und ein niedrigerer Anspruch an Abschlüsse ist, dann weiß ich nicht, ob das überhaupt erstrebenswert ist.

    Anekdotisch: meine vorherige Schule, Gymnasium im Ruhrgebiet, hatte in Sachen Durchlässigkeit eine prima Passung mit der örtlichen Realschule. Die in der Einführungsphase zu uns stoßenden Schüler haben sich mehrheitlich völlig unauffällig in den Leistungsquerschnitt unserer eigenen Schüler eingefügt und erschienen mir in einigen Teilbereichen sogar oft besser aufgestellt. Es war aber eben auch ein extrem leistungsschwaches Gymnasium (mit dem oft besten Abidurchschnitt der Stadt, kein Widerspruch) und ich bin sicher, dass die Hälfte der Schüler an der Schule, an der ich davor gearbeitet habe, definitiv kein Abitur bekommen hätte. In Punkto Bildungsgerechtigkeit also sicherlich sehr überdurchschnittlich gut abschneidend, aber man darf bloß nicht allzu genau hinschauen, was die Leute am Ende überhaupt können.

    Was ich sagen will: vielleicht KANN Schule bei einem gewissen Anspruch schlichtweg nicht auf häusliche Mitarbeit des Elternhauses verzichten. Unsere Schulen sind mittlerweile vollgestopft mit Förderangeboten, oft fällt aber auf, dass gerade diejenigen, die sie nötig hätten, sie nicht annehmen, und auch die (eher bildungsfernen) Eltern die Notwendigkeit nicht sehen. Und dann ist das eben so und man sollte vielleicht eher schauen, in welcher Ausbildungssparte die Kinder und Jugendlichen gut aufgehoben wären. Zwischen Uniabsolvent und Lagerarbeiter liegen ja glücklicherweise noch sehr viele sehr gut bezahlte Optionen, die man evtl. auch einfach mal wieder angemessen wertschätzen könnte.

    Die Reaktionen waren vorhersehbar. Der Austausch zwischen den Schulstufen ist sporadisch, zu den regelmässigen Treffen gehen immer die gleichen 5 Hanseln. Die Mehrheit hat keine Ahnung, was "oben drüber" und "unten drunter" passiert. Statistik vs individuelle Erfahrung, wie immer bei diesem Thema. Wir waren letzte Woche zu einem Treffen an der Uni. Von unserer Schule sind 12 Personen aus den relevanten Fachschaften gegangen, von einer anderen Schule gleicher Grösse waren es nur 3 Personen.

    Also ich wurde als Klassenleitung 5 nicht gefragt, ob ich zum Austausch mit den Grundschullehrern gehen möchte, sondern ich musste das schlichtweg. Diese Treffen sind obligatorisch. Ich fand sie für uns als weiterführende Schule übrigens nicht sonderlich wertvoll - aber klar, die Feedbackfunktion für die GS Lehrkräfte ist ein Argument.

    Ich finde es ganz schlimm, die Beherrschung der deutschen Sprache als in der Schule zu erwerbende Kernkompetenz zu entwerten. Mag sein, dass das für Naturwissenschaftler keine Rolle spielt. Für jeden stinknormalen Bürojob aber schon. Dass es möglich ist, in Deutschland bei gruseliger Schriftsprache ein Abitur zu erhalten, finde ich extrem fragwürdig. Und ja, neben ihrem funktionalen Wert, ist Sprache immer auch ein Kulturgut, das es zu erhalten gilt.

    Ich würde irgendwas schreiben a la "Seid uns nicht böse, aber wir denken, dass es keine gute Idee ist, Kinder zu diesem Anlass und zu einem doch recht späten Abendessen mit in dieses sehr gehobene Restaurant mitzunehmen" .. vielleicht verbunden mit dem Nachsatz, dass man sich freut, bei Gelegenheit nochmal in einem anderen Setting anzustoßen oder sowas. Aber mitbringen lassen würde ich sie auch nicht. Sobald Kinder dabei sind, dreht es sich letztlich sowieso mehr oder weniger überwiegend um die Kinder und das macht euch letztlich nur den ganzen Abend kaputt.

    Ich habe auch keine Dienstunfähigkeitsversicherung. Allerdings nicht so sehr, weil ich sie als überflüssig erachte, sondern weil sie mir lange zu teuer war und ich hier mit meinem Zoo sowieso am Monatsende überwiegend bei +/-/0 lande. Ich halte mich selbst allerdings auch nicht für Burnout-empfänglich und schließe zumindest aus, sie aus psychischen Gründen eventuell mal zu brauchen. Vor schweren Krankheiten ist man natürlich nie gefeit und dieses Restrisiko bleibt halt.

    Ich hatte vor einigen Monaten mal darüber nachgedacht, eventuell doch noch eine abzuschließen, bin aber bereits genervt von dem Prozedere, mich mit irgendeinem Makler auseinandersetzen zu müssen, und von dem ganzen Kram, den man einreichen soll. Muss jetzt ohne gehen.

    Als Nichtgrundschullehrer finde ich die Unterschiede bezüglich Hausaufgabenkorrekur ja interessant. Mich würde interessieren, wie die Rechtschreibleistungen von Grundschülern aus Bayern im Vergleich zu z.B. NRW aussehen. Angesichts dessen, wie die Fünftklässler an Gymnasien schreiben, scheint mir, dass man hier bei uns in diesem Punkt bereits vollumfänglich kapituliert hat und es letztlich auch egal ist - wäre spannend, ob Bayern (bei regelmäßiger Korrektur) andere Ergebnisse erzielt.

    Davon abgesehen hört sich das nach einem Arbeitsaufwand an, den ich bei freier Entscheidung auch nicht betreiben wollen würde.

    Nach 7 Jahren Tätigkeit als vollqualifizierte Lehrkraft in England ist es für mich durchaus auch unverständlich, jetzt irgendwas von Nachstudieren zu lesen. OBAS okay, aber alles andere ist bei faktisch vorhandenen Qualifikationen doch etwas befremdlich.

    Ich kann die Fragen leider auch nicht beantworten, aber vielleicht lohnt es sich zu überlegen, ob man sich ggf. auch längerfristig mit Privatschulen anfreunden kann. Die internationalen Schulen suchen ja auch immer mal wieder Lehrkräfte (ich stolpere z.B. öfters über Stellenanzeigen von St. George's in Duisburg und Köln).

    Ich kenne es auch bisher von allen Schulen so, dass die Fachlehrer ganztägig für eventuelle Fragen anwesend sein müssen. Dass man die eigentlich ja eh nicht beantworten darf, spielt keine Rolle. Ich hatte mehrere Fälle, wo ich von der Aufsicht angetextet wurde, um mir eine Frage anzuhören und zu erklären, dass ich dazu nichts sagen kann und werde. Mäßig singfrei? Ja. Definitiv. Aber nun gut.

    Mir erschließt sich der Sondertermin für muslimische Schüler nicht. Wieso nimmt man dann nicht direkt für alle einen anderen Termin? Der Freitag ist wegen des Bahnstreiks doch sowieso suboptimal.

    Das sollte gut durchdacht werden..gerade wenn du viel medizinische Hilfe brauchst könnte die PK von Vorteil sein.

    Ich bin auch nur mir 30% Zuschlag drin..hab aber durch meine Kinder eh einen Beihilfeanteil von 70%.

    Da kann ich nur zustimmen, insbesondere, falls man OPs anstrebt (und der Punkt nicht von vornherein ausgeschlossen wird). Meine sind (nach grottiger, unterirdischer amtsärztlicher Begutachtung) von der Beihilfe und letztlich auch mehr oder weniger von der PVK abgelehnt worden, aber insgesamt und unabhängig von meinem Fall scheinen mir die Übernahmechancen unterhalb von Stadium III bei PVK und Beihilfe höher als bei der GKV.

    Ist es denn bereits diagnostiziert? Ich wusste, dass ich eins habe, habe aber bewusst vorher nicht "offiziell" diagnostizieren lassen und die Amtsärztin zat damals auch nichts angesprochen. Gewicht war aber auch okay.

    Ich kenne jemanden, die Berichte vom Phlebologen vorlegen musste (Stadium), aber danach auch problemlos verbeamtet wurde.

    Und wie sieht diese Sanktionierung dann aus? Kürzung der Sozialleistungen (was dann auch zum Nachteil der Kinder geht)?

    Ansonsten kannst du ganz viele Leute nicht wirklich sanktionieren - ist leider so.

    Ja, zum Beispiel.

    Mal rumgesponnen (ich weiß, das braucht auch entsprechendes Personal): wer es nicht hinkriegt, dass sein Kind morgens in der Schule erscheint, bekommt zwangsweise eine Familienhilfe, die gegenfinanziert wird durch Streichung des Kindergeldes o.ä. Mal schauen, ob das ein Anreiz ist, den Arsch vielleicht einfach morgens selbst hochzukriegen.

    Ich sehe es auch so, dass Eltern mehr in die Verantwortung genommen werden müssen. Alles andere - ausgeprägtere, niederschwellige Hilfen - sind nette Ideen, die selbst bei gesicherter Finanzierung aber spätestens am Personal scheitern. Wer soll das denn machen? Ich bin auch nicht sicher, ob immer mehr Förderung, immer mehr bereitgestellte Ressourcen, immer weniger Eigenverantwortung der richtige Weg sind. Wer Kinder in die Welt setzt, der hat schlichtweg eine gewisse Mitwirkungspflicht. Es gibt bereits jetzt zahlreiche Unterstützungsangebote, um dieser Pflicht auch angemessen nachkommen zu können. Vielleicht braucht es mal einen Strategiewechsel und erhöhten Druck/Sanktionierung bei Kooperationsverweigerung.

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