Beiträge von Maylin85

    Genau das. Ich hatte Schulen, an denen ich abgesehen vom Elternsprechtag ziemlich exakt 0 Elternkontakte hatte, keine pädagogischen Konferenzen, nix. Bei leistungsstarker Klientel sind auch Korrekturen schnell gemacht. Überall, wo es hakt, steigt der Arbeitsaufwand aber teils massiv.

    Weiterhin gibt es auch erhebliche Unterschiede in der Gestaltung des Drumherums. Meine aktuelle Schule führt in den meisten Bildungsgängen beispielsweise zum Halbjahr gar keine richtigen Zeugniskonferenzen durch und die eine, die ich hatte, lag effizient terminiert in der Pause. An anderen Schulen saßen wir an zwei Nachmittagen nach dem Unterricht bis 19 Uhr und haben uns totgequatscht. Auch entfiel dort für die GLKs kein Unterricht, hier schon. Das muss sich doch alles irgendwo niederschlagen.

    Wenn wir ehrlich sind, hat doch heute schon jede SL die Möglichkeit, die Belastung für die Lehrer in Grenzen zu halten. Gerade die Anzahl von Konferenzen, Besprechungen, Zusatzprojekte, Schulveranstsltungen, Zusatz-/ Abend-/ Wochenendtermin, geforderten Konzepten, ... könnte jeder Chef sehr reduziert halten.

    Genau deswegen ist Arbeitszeiterfassung aber auch absolut notwendig. Wie viel Zeit in Extrakram fließt, darf nicht von der individuellen Schulleitung abhängig sein, sondern muss objektiv und vollständig erfasst werden. Dass es überhaupt möglich ist, theoretisch beliebig viele Termine und Aktivitäten anzusetzen, ist doch absurd.

    Ich denke auch, dass eine solche Stelle durchaus interessant sein kann. Mich hat einfach generell gewundert, dass essentielle Informationen wie Gehalt, Deputatsstunden oder dergeichen nicht näher benannt werden.

    ...und natürlich erwartet man kein Studienrat-Gehalt, aber ein etwaige Größenordnung ist für die Frage, ob es lohnt, über die Option evtl. mal nachzudenken, ja schon nicht uninteressant.

    Nochmal. Was passiert dann mit den Kollegen, die ein Vielfaches der vorgesehenen Zeit für jede einzelne Unterrichtsstunde planen? So lange an einer einzelnen Klausur rumhantieren wie andere an einem ganzen Stapel?

    Da fängts ja schon an. Was ist denn die vorgesehene Zeit? Und unterscheidet die sich je nach Fach?

    Ich sehe das Problem ebenfalls nicht ganz. Die Zeit wird erfasst und bei massiven Überschreitungen muss es Gespräche und Gegensteuern geben, zur Not mittels Entlastung bei sonstigen Aufgaben. Letztlich wird man auch hier, wie in jedem anderen Bereich und Beruf auch, damit klar kommen müssen, dass manche Leute mehr und andere weniger in ihrer Arbeitszeit schaffen.

    Das Instrument dafür gibt es ebenfalls bereits und nennt sich Überlastungsanzeige.

    Wobei das ja auch zweifelhaft wirkungsvoll ist. Ich kenne einen Fall, wo die Überlastungsanzeige im Herbst letzten Jahres gestellt wurde und bis heute keine Reaktion erfolgt ist. In der Zwischenzeit wurde in der Konsequenz die Rückgabe der A15 Stelle beantragt (weiß nicht, ob man das "beantragt", aber ihr wisst, was gemeint ist). Auch darauf gab es noch immer keine Reaktion. Aussitzen ist natürlich auch eine Strategie...

    Weitere Hinweise in einem Google-doc, dass nichtmal von ohne Anmeldung und Genehmigung sichtbar ist? Macht es euch doch nicht so schwer.

    Das riecht auf jeden Fall nach viel zu wenig Bezahlung.

    In dem Dokument gibt es ebenfalls keine weiteren Informationen.

    Ich hab die passende Fachkombi und war mal neugierig, aber das ist wirklich eine sehr merkwürdige Art der Personalwerbung.

    Also ich komme gerne zackig vorwärts. Classroom Management usw. finde ich nicht "interessant", sondern ist notwendiges Übel, um Hindernisse beim Vorwärtskommen zu überwinden.

    Aber ja, ich muss irgendwie einen anderen Zugang zu meinem Job finden, der jetzt halt ein anderer ist. Gelingt noch nicht immer so recht.

    Langweilig? Müsst ihr euren Schülern nicht helfen? Ich bin die ganze Zeit im Klassenzimmer unterwegs. :gruebel:

    Doch, schon, aber genau das IST doch sterbenslangweilig 🙈 Man erklärt 5x sie gleichen popeligen Sachen, die man eigentlich bereits im Plenum erklärt hatte, und dann ggf. noch 3x und noch 3x. Und überwiegend nur deswegen, weil einfach nicht richtig (oder gar nicht) zugehört wird. Außerdem muss man noch 8x daran erinnern, überhaupt mal mit der Arbeit anzufangen, und zwischendurch nochmal 7 Leute antitschen, die mittendrin einfach aufgehört haben und selbst nicht so ganz wissen, wieso eigentlich...

    Meine Nerven können sowas leider sehr sehr schlecht.

    Auf welche Grenze beziehst du dich da?
    Es klingt nach PKV/GKV-Rückkehr-Grenze und nicht nach "Wiederverbeamtung" (sonst wäre ich gerade sowas von weg..)

    https://lehrernrw.de/wp-content/upl…chulen-2022.pdf

    S. 31, unten links. Dort wird beim Wechsel von Privatschulen in den Landesdienst 55 als Altersgrenze angegeben. Ich stelle allerdings gerade fest, dass es diese Verordnung inzwischen nicht mehr so gibt und die Info möglicherweise veraltet ist.

    Ich bin trotzdem ziemlich sicher, in den letzten Jahren von Wechseln zwischen Ersatzschuldienst und Landesdienst jenseits der 42 zu wissen. Kann es aber nicht an Paragraphen festmachen.

    Ich finde seit dem Schulformwechsel das Unterrichten teilweise einfach nur todeslangweilig. Manche Klassen sind soooo krass langsam, brauchen zigtausend Wiederholungen, man kommt inhaltlich überhaupt nicht vorwärts, weil jede Phase 3-4x länger dauert, als antizipiert... mich strengt das Aushalten dieser Langeweile so an, dass ich an Tagen mit vielen Stunden in solchen Klassen erstmal 2-3 Stunden schlafe. So richtig sinnvoll mit Alternativtätigkeiten füllen lässt sich die Zeit im Unterricht ja auch nicht.

    Wieso möchtest du im laufenden Schuljahr raus? Ein sauberer Wechsel zum neuen Schuljahr wäre natürlich die schönere Variante. Ansonsten hilft nur, Entlassungsantrag zum Tag x stellen und abwarten, ob man dich mittendrin gehen lässt. Hier könnte ich mir vorstellen, dass das Land aber ggf. nicht mitspielt.


    Bei der anderen Frage denke ich, so lange Mangel besteht, wird ein Wechsel vermutlich immer möglich sein. Jedenfalls, solange du nicht an der Altersgrenze (ich meine 55 bei Wechseln?) kratzt.

    Der Punkt bei der ganzen Fragerei ist doch aufzuzeigen, dass Inklusion und gesellschaftliches Miteinander abseits von zwangsverordneten Kontexten meist nichtmals von denjenigen gelebt werden, die sie befürworten. Im echten Leben findet das alles kaum statt.

    Man könnte ja auch mal fragen, warum wir keine Kollegen mit Down Syndrom oder geistigen Behinderungen oder unterdurchschnittlichem IQ in den Schulen haben - wäre als Alltagshelfer oder Klassenassistenz oder pädagogische Unterstützung oder dergleichen doch durchaus vorstellbar und es würde das ganze Inklusionsunterfangen deutlich glaubwürdiger machen, wenn wenigstens ein staatlicher Arbeitgeber auch Anschlussperspektiven sichtbar vorleben würde. Passiert aber nicht, ebenso wenig wie (abseits von speziell bezuschussten Projekten) in der freien Wirtschaft. Also wo genau ist diese vielbeschworene gesellschaftliche Teilhabe denn außerhalb des Bildungswesens zu finden?

    Ja, ist mir klar und bekannt.
    Aber dann nimmt doch die Schule denjenigen mit der richtigen Schulform (und wenn sie Auswahl haben, jemanden, der ein bisschen was Affines hat) und mutet nicht dem Schulformwechsler noch einen ZK parallel zu. Sondern vielleicht irgendwann.

    Jein. Ich hab zuletzt Sek I Ausschreibungen gesehen, die für lehramtsfremde Bewerber geöffnet waren und gleichzeitig den Zertifikatskurs mit drin hatten. Aktuell z.B. die Ausschreibungen ES-R-21211 und 3-R-4301.


    edit: ok, ob das so gemeint ist, dass auch beides in Kombination geht, hab ich vielleicht reininterpretiert und geht aus den Ausschreibungen nicht zwingend hervor.

    Die Hattie-Studie zeigt, dass alle Kinder, im Sinne von Kinder mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf, in inklusiven Settings mindestens genau so gut lernen, wie unter der Bedingung der Seperation von Menschen mit Behinderungen.

    (...)

    bedarf aber natürlich Ressourcen, die an den meisten Schulen leider so erstmal nicht gegeben sind.

    Verkürzen wir doch mal aufs Wesentliche 😊

    Dass die Hattie-Studie immer noch vermeintlicher Beleg für allen möglichen Kram herangezogen wird, der sich in der realen Unterrichtspraxis hierzulande ganz anders darstellt, ist auch spannend.

Werbung