Beiträge von Maylin85

    Mir fällt der LK inhaltlich leichter, weil man Zeit hat in die Tiefe zu gehen und die Themen in einem Umfang zu bearbeiten, der sich angemessen anfühlt. Im GK habe ich immer das Gefühl "eigentlich müssten/könnten wir noch...", habe aber schlicht keine Zeit dazu. Auszuwählen was rausfliegt, finde ich anstrengender und schwieriger, als im LK inhaltlich umfangreicher zu unterrichten.

    Ich finde das Verfahren auch fragwürdig.

    Was ich zum Zeitsparen gemacht habe: Tests mit Gruppe A und B (diktiert ins Vokabeltestheft, keine ausgeteilten Zettel), jeweils 1 Schüler jeder Gruppe arbeitet an der umgeklappten Tafel (dafür gab es bei den Kleinen meist reichlich Freiwillige). Nachdem der Test geschrieben war, haben die Schüler das Heft mit ihrem Nachbarn getauscht und wir haben zusammen anhand der an der Tafel geschriebenen Tests korrigiert (also so, dass die Schüler jeweils den Test eines anderen Schülers korrigiert und bereits die Punktezahl druntergeschrieben haben). Ich habe dann die "korrigierten" Hefte eingesammelt und nur noch die Noten druntergeschrieben. Das war in 5 Minuten erledigt und geht auch parallel zu einer Schüler-Arbeitsphase, kostet also keine Extrazeit.

    Das Vorstellen von Fachlehrern beim Elternabendend gab es an meiner letzten Schule nicht und erst fand ich das etwas ungewohnt und befremdlich, im Endeffekt hat es aber null Unterschied (in Bezug auf den Elternsprechtag) gemacht. Fand ich sehr angenehm und mittlerweile frage ich mich eher,,was dieses unnötig den Abend verlängernde "Vorstellen" überhaupt soll.

    Auch am Gymnasium sollten Kinder mit z. B. dem Förderbedarf Lernen unterrichtet werden.

    Das hatten wir (GE und LE) und es war katastrophal. Absolute Schwachsinnsidee (wobei ich damit nicht sagen will, dass dieses Unterfangen an anderen Schulformen besser aufgehoben ist, es ist einfach grundsätzlich kein gelungener Ansatz).

    Ich finde LKs sehr viel angenehmer zu unterrichten als GKs, denn die Heterogenität im Kurs ist meist geringer, das fachliche Niveau höher (= angenehmere Korrekturen) und man hat durch die höhere Stundenzahl im LK insgesamt etwas weniger Lerngruppen. Außerdem kostet die Oberstufe weniger Nerven als Mittel- oder Unterstufe und man hat auch deutlich weniger mit Eltern zu tun.

    Korrigieren beschleunigen ist für mich immer noch etwas eher Theoretisches, was Außenstehende leicht dahersagen, in der Praxis aber gar nicht so einfach ist. Ich habe z.B. noch nie, auch nicht im Ref, 2x gelesen. Trotzdem schaffe ich keine Oberstufenklausur Englisch in unter einer Stunde, auch nicht die sehr guten. Die schlechten dauern eher 1,5 Stunden oder auch mal länger. Abitur auch mal bis zu 3. Man hat (in NRW jedenfalls) 4 verschiedene Textteile, muss die alle auf Inhalt abklopfen, im Nachgang noch 12 sprachliche Kriterien im EWH bepunkten... das dauert einfach seine Zeit. Und es reicht eben auch nicht, wirre Sätze einfach als falsch zu markieren, sondern es sollen konkrete Korrekturvorschläge gemacht werden.

    Ich kenne einige Kollegen mit Vollkorrektur-Kombis (D/Päda, E/Spanisch etc.), die sich gerade in Zertifikatskurse Informatik für Sek I flüchten und eine Kollegin mit D/E macht Zertifikatskurs Philo mit dem Gedanken, dass das ja vermutlich zumindest nicht komplett alle Kursteilnehmer schriftlich wählen.

    Was die "Zwischenphasen" der Klausurphasen angeht, so muss man bedenken, dass die Sek I 3 Klassenarbeiten schreibt. Sprich, zwischen den beiden Oberstufenklausurphasen liegt dann noch eine Phase für die Sek I Lerngruppen - und damit hat man in der Praxis dann eben auch in den allermeisten Schulwochen was auf dem Tisch liegen.


    Maylin85 ich würde gerne aber noch ergänzen, dass Grundkurs Mathematik auch kein Spaß sind, wenn die Defizite bis zum Stoff der 5. Klasse zurückreichen und man nur Lücken stopft.

    Okay, das ist vermutlich so 😄
    Mein Schwager mit Mathe meint aber, dass die Korrekturen der Nulpen dafür umso schneller erledigt sind und teilweise gerne nur 5-10 Minuten dauern. Eine 5 in Englisch dagegen ist bei Positivkorrektur eine ellenlange Tortur. Ihr Mathematiker habt also zumindest mehr Zeit, euch von dem unvergnüglichen Unterricht zu erholen 😉😄

    Also ich als leidenschaftliche Literaturtante muss leider sagen, dass das Unterrichten nicht immer vergnüglich ist und ich auch schon hin und wieder den Gedanken hatte, dass ein "richtig/falsch"-Fach auch ganz nett wäre. Mit Lerngruppen, die sich darauf einlassen, macht das alles natürlich Spaß... aber es gibt eben auch die Grundkurse, in denen es angefangen bei der sinnerfassenden Lesekompetenz an so ziemlich allem hapert und die nicht einsehen, wieso sie sich überhaupt mit Literatur beschäftigen sollen. Die Diskussion "wir sollten lieber lernen, wie man Steuererklärungen macht, statt Gedichte interpretieren", habe ich sooo oft geführt und es nervt mich jedes Mal mehr. Auch ist für mich als jemand, der immer intuitiv direkt Zugang zu Textarbeit gefunden hat, oft schwer bis überhaupt gar nicht nachvollziehbar, wieso Leute es nicht schaffen Kernaussagen herauszuarbeiten, Verbindungen zwischen Sprach- und Inhaltsebene herzustellen, zu interpretieren, Texte kohärent zu strukturieren und ohne inhaltliche und logische Brüche zu verfassen usw. usw. Und an vielen Stellen kann man auch nur begrenzt helfen, da man zwar Strategien und Herangehensweisen trainieren kann, an den Kern des Problems aber häufig schlichtweg nicht herankommt. Also kurz gesagt: eigene Leidenschaft für Sprache und Literatur heißt nicht automatisch, dass die gewählten Fächer auch in der Unterrichtspraxis sonderlich erfüllend sind.


    Ich habe gerade mal überlegt und kenne tatsächlich auch niemanden mit der Fachkombi, der Vollzeit arbeitet oder sich nicht durch Sonderfunktionen und entsprechend weniger Unterrichtsverpflichtung von Korrekturen entlastet hat. Eine Kollegin hat sehr dafür gekämpft, nur mit einem der beiden Fächer in der Oberstufe eingesetzt zu werden und zum Ausgleich im anderen Fach viel Unterstufe zu machen, weil das für sie korrekturtechnisch wohl entlastender ist. Was man auch nicht vergessen darf, ist dass man mit zwei Hauptfächern auch direkt mehr Elternarbeit hat. In meinem Nebenfach sind kaum Eltern überhaupt je beim Elternsprechtag erschienen oder hielten es für nötig, über Fördermöglichkeiten zu sprechen. Im Hauptfach sieht das komplett anders aus und die Kollegen mit zwei Hauptfächern führen definitiv mehr Elterngespräche, als ich es je tun musste.

    Dennoch muss man am Ende natürlich auch was mit seinen Fächern anfangen können und es bringt nichts, ohne wirkliches Interesse irgendein Drittfach zu studieren. Wenn man merkt, dass man mit D/E dauerhaft nicht glücklich wird, gibt es ja immer noch die Möglichkeit von Zertifikatskursen, die man dann auch entsprechend berufsbegleitend machen kann.

    Ich möchte kurz einwerfen, dass eine ehemalige Kollegin von mir als Jugendliche und junge Erwachsene Leukämie hatte, einen Schwerbehindertenstatus bekommen hat und inzwischen verbeamtet ist. Ich würde diese Option nicht direkt komplett auschließen.

    Ansonsten denke ich, dass man im Leben seinen eigenen Weg finden muss und die Ratschläge wohlmeinender Eltern nicht Wegweiser sein sollten, wenn das Bauchgefühl und das Herz etwas anderes sagen.


    Nichtsdestotrotz finde ich den Einwurf von state_of_Trance nicht ganz falsch. Der Job ist physisch und psychisch nicht unanstrengend und gerade die Idealisten werden oft schnell von der Realität eingeholt und reiben sich daran auf. Vielleicht wäre es sinnvoll, längere Praktika zu machen, wenn du kannst, und dabei möglichst nicht nur den Unterricht anzuschauen, sondern den kompletten Schulalltag inklusive Drumherumaktivitäten mitzunehmen.

    Gesundheitlich alles Gute dir!

    Ich hatte gerade diesen Monat fast 400€ Nachzahlung für letztes Jahr, von daher versuche ich, dieses Jahr ein bisschen sparsamer zu sein und später mit dem Heizen zu beginnen. Fällt mir aber schwer, denn ich finde, mit zusätzlichem Pullover ist es eben nicht getan, wenn erstmal eine gewisse "Grundkälte" eingezogen ist.

    Ausnahme, Schlafzimmer. Mein größtes Heizlaster ist wohl, dass ich im Winter nachts im Schlafzimmer die Heizung auf 3 durchlaufen lasse, derzeit auf 2. Ich komme bei Kälte morgens schlichtweg nicht aus dem Bett und da jedes Aufstehen in aller Herrgottsfrühe eh per se schon Quälerei ist, werde ich an dem Punkt auch nichts ändern.

    Ich hatte solche Gespräche 2x und 2x ging es darum, einen zur Übernahme von Extraaufgaben zu bequatschen. Keiner der beiden Schulleiter hat mich je im Unterricht gesehen, von daher frage ich mich schon, welchen SONSTIGEN Sinn als Zuvorgenanntes solche Gespräche haben. Eine echte Beurteilung ist ja so gar nicht möglich (und war ja auch nicht die Intention).

    Das mag sinnvoll sein für Leute, die Beförderungsambitionen haben und ihre Optionen besprechen möchten. Wenn man einfach nur sein Kerngeschäft machen möchte, sehe ich wenig Sinn.

    Mein einer GK ist mit 37 gestartet (inzwischen sind wir bei 33), im LK hab ich 25. Ich hab einen einzigen 15er Kurs, der Rest pendelt zwischen 26 und 28. Da waren meine Oberstufenkurse vorher tendenziell kleiner.

    Gut, Kursliste und Anwesenheit stimmen nicht unbedingt überein^^ Aber sooo klein finde ich die Kurse jetzt erstmal nicht. In den höheren Semestern dünnt es dann wohl deutlich aus.

    Gleichzeitig war ich aber überrascht festzustellen, dass die GKs in der Q-Phase eine Klausur weniger schreiben als im 1. Bildungsweg und dass die Facharbeit nicht verpflichtend ist... auch das reduziert ja Korrekturaufwand.

    Ich finde eine wie auch immer geartete Erfassung der Arbeitszeit wichtig. Die Schule, die ich gerade verlassen habe, konferiert sich dumm und dämlich. LKs immer bis 18 oder 19h, Fachkonferenzen dürfen erst abends beginnen, über die letzten Jahre kamen schleichend nicht nur häufigere Taktungen dazu, sondern auch komplett neue Konferenzanlässe. Tag der offenen Tür wird nicht mehr durch einen Ausgleichstag entlastet (die Vorbereitung des immer aufgeblaseneren Programms sowieso nicht), es gibt einen ebenfalls unentlasteten zusätzlichen Elternsprechtag für die jüngeren Jahrgangsstufen, plötzlich taucht verbindlich ein zusätzlicher Elternabend im Kalender auf, und ab nächstem Jahr gilt in der letzten Sommerferienwoche nicht mehr nur telefonische Rufbereitschaft. sondern es wird wohl irgendwas in Präsenz kommen. Ich finde hochgradig problematisch, wie einfach in Schulen über Zeit verfügt werden kann und zusätzliche Termine angesetzt werden können, die nirgends erfasst werden und mit dem Verweis auf Ausgleich in den Ferien als pauschal abgegolten gelten. Auch kann es nicht sein, dass es leider persönliches Pech ist,ob man eine "pflegeleichte" Klasse bekommt oder ständig Gespräche mit Eltern, Schulsozialarbeitern usw. anfallen.

    Ich denke, es geht nicht um die Erfassung von 4 Minuten dienstlichen Gedanken, sondern ich würde schon die Erfassung der klar und recht einfach erfassbaren Zusatztermine als Fortschritt empfinden. Und beim häuslichen Rest ließen sich problemlos die gleichen Erfassungsmechanismen anwenden, wie es Millionen Leute im Homeoffice tun.

Werbung