Beiträge von Maylin85

    Sorry, aber an Noten bei Abschlussprüfungen sieht man gerade nicht, wie gut ein System funktioniert.

    Das ist lediglich ein Merkmal, das die Leistungsfähigkeit in einer vorgegebenen Zeit misst.

    Ob eine Schule eine gute Schule ist, zeigt sich nach dem Vergleich verschiedener Merkmale.

    Das individuelle Lernen bleibt bei Gymnasien oft auf der Strecke, obwohl unser Bundesland dies vor einigen Jahren als wichtigsten Indikator für gutes Lernen festgelegt hat. Ich selbst war auf mehreren Kongressen.

    Auf dem Gymnasium meines Sohnes sehe ich lediglich, dass sehr gute Schüler manchmal ein zusätzliches Arbeitsblatt erhalten. Ansonsten geht es um Leistungen und Aussieben. Von den 31 Schülern in Klasse 5 sind noch 18 in Klasse 10. Ist das ein Erfolg?

    Wenn man Abiturklausuren auf dem Tisch hat, bei denen man um 2 Noten nach unten abweicht, muss man unterm Strich trotzdem ganz nüchtern zu dem Schluss kommen, dass dieses System zur Noteninflation und letztlich auch Entwertung des Abschlusses beiträgt.

    Das heißt natürlich nicht, dass dort schlecht gearbeitet wird. Und ob man mit diesem System letztlich mehr Schüler auf ein durchschnittlich höheres Kompetenzniveau (nicht Abschlussniveau!) führt, als bei selektiveren Systemen, weiß ich auch nicht. Dass integrative (und auch inklusive) Systeme aber zu Lasten der "Spitzenleistungen" gehen, finde ich schon ziemlich offensichtlich.

    Das ist an Gesamtschulen doch Alltag. Verstehe diese Jammerei von Gymnasiallehrkräften nicht.

    Und wie toll das funktioniert, sieht man, wenn man Zweitkorrekturen von Gesamtschulen auf dem Tisch liegen hat...

    Das Gesamtschulniveau ist doch der beste Indikator, dass dieses System in der Praxis offensichtlich massive Defizite hat.

    Ich frage mich bei GE und LE oft, was eigentlich genau die Zielperspektive der schulischen Inklusion sein soll. Wir quälen uns mit viel Mehraufwand gemeinsam durch die Schulzeit, okay, aber das Danach hat sich doch nicht verändert. Die Kinder haben nach wie vor nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Von meiner Förderschul-Freundin weiß ich, dass ihre (mittlerweile geschlossene) Schule sehr viele und enge Kontakte zu Betrieben und Werkstätten in der Umgebung gepflegt hat, wo man sich schon während der Schulzeit um Kontaktherstellung über Praktika bzw. bestenfalls Vermittlung in ein späteres Arbeitsverhältnis bemüht hat. Das passiert an Regelschulen in dieser Form nicht und besser aufgestellt für den Arbeitsmarkt sind sie garantiert durch Mitlaufen im Regelsystem auch nicht. Inklusion macht doch nur dann Sinn, wenn an die Schule auch ein inklusiver Arbeitsmarkt anschließt, in dem sich der Gedanke fortsetzt.

    Ansonsten kann ich sagen, dass ich Inklusiom LE am Gymnasium und an der Realschule erlebt habe und es an der Realschule erheblich weniger unpassend fand. Einfach, weil man dort sowieso mehr Zeit hatte und sich die zeitintensive Mitbetreuung der I-Kinder besser "leisten" konnte. Am Gymnasium, noch dazu unter G8 Bedingungen, war kaum Spielraum für Zeitverzögerungen und Nebenschauplätze, sondern der Fokus lag klar darauf, den Stoff für die Regelschüler durchzubekommen.


    An meiner alten Schule wurde es auch erwartet. Ob und inwieweit man sich darauf einlässt und mitzieht, obliegt letztlich aber ja jedem selbst. Es gibt keine Verpflichtung dazu, bei Krankheit Material zusammenzustellen und Aufgaben zu schicken.

    Als Notfall-Alternativprogramm hatte jede Fachschaft für jeden Jahrgang aber auch noch Vertretungsmaterial oder eben Übungshefte bereitliegen, so dass auch dann halbwegs sinnvoll die Zeit gefüllt werden konnte, wenn nichts geschickt wurde.

    Ich finde das schwierig. Ich habe bei Klassenleitungen in Unter- und Mittelstufe natürlich in der Schule Dinge thematisiert, die sich unmittelbar in der Gruppendynamik im Unterricht zeigten, und versucht, daran zu arbeiten. Für außerschulischen Kram habe ich mich aber auch nicht zuständig gefühlt (ebensowenig wie für das, was in irgendwelche WhatsApp Gruppen passiert) und das auch ganz klar abgeblockt. Das ist meines Erachtens in Sachen Zeitaufwand ein Fass ohne Boden und kann nicht Zuständigkeitsbereich des Klassenlehrers sein. Dass die Sozialpädagogin hinzugezogen wird, ist doch gut!

    Möchte man Lernen-SuS den Hauptschulabschluss ermöglichen, müssen sie ein Schuljahr lernzielgleich (auf H-Niveau) unterrichtet werden und allen Anforderungen des Bildungsgangs entsprechen. Gleichzeitig muss vor Zeugnisverleihung der Förderbedarf aufgehoben werden.

    Das ist genau der Punkt, denn das ist an allen Schulformen außerhalb der Hauptschule ja nunmal nicht lernzielgleich, sondern lernzieldifferent. Ich frage mich, wie man sich das praktisch vorstellt, gleichzeitig Schüler oberstufenfit zu machen und irgendwas auf Hauptschulniveau zu unterrichten. Dass diese Schülergruppen im gleichen Raum sitzen, ist absolut sinnfrei.

    Bei 2 unserer LE Schüler hieß es, dass der Förderstatus aufgehoben werden kann und sie evtl. den Hauptschulabschluss schaffen könnten. Den aber dann WIR abnehmen sollten, was natürlich entsprechende Einarbeitung in die Lehrpläne und geforderten Kompetenzen erfordert. Wenn ich nicht komplett falsch liege, passiert das jetzt in diesem Schuljahr.

    Übersehe ich was wesentliches?

    Sie möchte möglichst kompakt arbeiten und nur drei Tage.

    Mehr Wünsche sehe ich nicht.


    Mehrarbeit ist nicht erlaubt in Elternzeit, also kein Wunsch, sondern eine Vorgabe.

    Hast Recht, es geht ja nur um die Elternzeit.

    Ich kenne diese Wünsche auch gerne von Kollegen NACH der Elternzeit (kompakte Stundenpläne, aber bitte nicht zu spät/früh, nur x Tage, bitte keine spontane Vertretung...) und mittlerweile triggert mich das 🙈

    Zielgleiche Inklusion finde ich völlig angemessen und da müssen alle Schulformen gleichermaßen ran.

    Zieldifferent ist eine Zumutung für alle Beteiligten und eine absolute Totgeburt. Ich hatte zwei LE Schüler und eine GE Schülerin in Klasse 5/6 mit dabeisitzen (mehr war es faktisch nicht, weil im gleichen Jahr plötzlich Haushaltssperre angesagt war und kein Inklusionsmaterial angeschafft werden konnte) und später dann nochmal 2x in 9 (mussten sie wiederholen, weil sie länger in der Sek I verweilen mussten, als die Sek I unter G8 andauerte). Da saßen sie dann halt immer noch mit im Raum, okay. Was diese Kinder gelernt haben, und ob überhaupt irgendwas Nennenswertes, ich hab keine Ahnung. Wie man als Eltern meinen kann, dass das die beste Bildungsvariante für das eigene Kind ist, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben.

    Mir fällt der LK inhaltlich leichter, weil man Zeit hat in die Tiefe zu gehen und die Themen in einem Umfang zu bearbeiten, der sich angemessen anfühlt. Im GK habe ich immer das Gefühl "eigentlich müssten/könnten wir noch...", habe aber schlicht keine Zeit dazu. Auszuwählen was rausfliegt, finde ich anstrengender und schwieriger, als im LK inhaltlich umfangreicher zu unterrichten.

    Ich finde das Verfahren auch fragwürdig.

    Was ich zum Zeitsparen gemacht habe: Tests mit Gruppe A und B (diktiert ins Vokabeltestheft, keine ausgeteilten Zettel), jeweils 1 Schüler jeder Gruppe arbeitet an der umgeklappten Tafel (dafür gab es bei den Kleinen meist reichlich Freiwillige). Nachdem der Test geschrieben war, haben die Schüler das Heft mit ihrem Nachbarn getauscht und wir haben zusammen anhand der an der Tafel geschriebenen Tests korrigiert (also so, dass die Schüler jeweils den Test eines anderen Schülers korrigiert und bereits die Punktezahl druntergeschrieben haben). Ich habe dann die "korrigierten" Hefte eingesammelt und nur noch die Noten druntergeschrieben. Das war in 5 Minuten erledigt und geht auch parallel zu einer Schüler-Arbeitsphase, kostet also keine Extrazeit.

    Das Vorstellen von Fachlehrern beim Elternabendend gab es an meiner letzten Schule nicht und erst fand ich das etwas ungewohnt und befremdlich, im Endeffekt hat es aber null Unterschied (in Bezug auf den Elternsprechtag) gemacht. Fand ich sehr angenehm und mittlerweile frage ich mich eher,,was dieses unnötig den Abend verlängernde "Vorstellen" überhaupt soll.

    Auch am Gymnasium sollten Kinder mit z. B. dem Förderbedarf Lernen unterrichtet werden.

    Das hatten wir (GE und LE) und es war katastrophal. Absolute Schwachsinnsidee (wobei ich damit nicht sagen will, dass dieses Unterfangen an anderen Schulformen besser aufgehoben ist, es ist einfach grundsätzlich kein gelungener Ansatz).

    Ich finde LKs sehr viel angenehmer zu unterrichten als GKs, denn die Heterogenität im Kurs ist meist geringer, das fachliche Niveau höher (= angenehmere Korrekturen) und man hat durch die höhere Stundenzahl im LK insgesamt etwas weniger Lerngruppen. Außerdem kostet die Oberstufe weniger Nerven als Mittel- oder Unterstufe und man hat auch deutlich weniger mit Eltern zu tun.

    Korrigieren beschleunigen ist für mich immer noch etwas eher Theoretisches, was Außenstehende leicht dahersagen, in der Praxis aber gar nicht so einfach ist. Ich habe z.B. noch nie, auch nicht im Ref, 2x gelesen. Trotzdem schaffe ich keine Oberstufenklausur Englisch in unter einer Stunde, auch nicht die sehr guten. Die schlechten dauern eher 1,5 Stunden oder auch mal länger. Abitur auch mal bis zu 3. Man hat (in NRW jedenfalls) 4 verschiedene Textteile, muss die alle auf Inhalt abklopfen, im Nachgang noch 12 sprachliche Kriterien im EWH bepunkten... das dauert einfach seine Zeit. Und es reicht eben auch nicht, wirre Sätze einfach als falsch zu markieren, sondern es sollen konkrete Korrekturvorschläge gemacht werden.

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