Wie kommt man eigentlich auf den Trichter, der Verkauf von US Staatsanleihen sei ein glaubwürdiges Drohszenario? Der amerikanische Staat wäre sicher nicht "pleite". Die USA geben Staatsanleihen in Dollar aus, also seiner Währung, die sie über die Federal Reserve selbst kontrollieren. Theoretisch kann die Federal Reserve durch Ausschüttung frischer Dollar sowohl die Schulden bedienen als auch notfalls selbst Anleihen kaufen. Klar müsste man sich mit Inflation, Währungsabwertung und Vertrauensverlust rumschlagen, eine echte Zahlungsunfähigkeit im Sinne eines Staatsbankrotts ist aber technisch kaum möglich (solange die Schulden halt in der eigenen Währung verbucht sind).
Europa dagegen würde zu schwachen Preisen verkaufen, Milliardenverluste realisieren und die eigenen Haushalte schwächen. Ein Crash bei den US-Anleihen träfe (neben dem zu erwartenden allgemeinen Aktiencrash) europäische Banken, Pensionsfonds, die europäischen Kreditkosten, Wechselkurse (schwacher Dollar = schlecht für europäische Exporte) etc. und würde vermutlich eine weltweite Rezession auslösen, die uns unterm Strich wahrscheinlich härter treffen würde, als die Amerikaner.
Ich halte das Gerede um Staatsanleihen daher für sehr viel heiße Luft. Wird niemand machen, auch nicht, wenn es in der Grönlandfrage hart auf hart gekommen wäre.