Beiträge von Maylin85

    Ich würde meinen, wer Abendrealschule macht, hat zumindest ein Minimuminteresse an einer Fortsetzung seiner Bildungskarriere. Das kann ich in der Ausbildungsvorbereitung bei einem signifikanten Teil der Schüler leider absolut überhaupt gar nicht feststellen.

    Und: meine Ausbildungsvorbereitung ist inzwischen auf 36 Schüler angewachsen. Solche Kursgrößen, die bei dieser ohnehin bildungsfernen Klientel eine absolute Zumutung sind, halte ich am WBK eher für die Ausnahme.


    Kafka

    Ich würde die Schule anrufen, wenn möglich einen Vorabtermin machen und all deine Fragen persönlich stellen. WBKs sind meist sehr kleine Systeme, wo man oft Zeit für sowas hat 😊

    ...der Teil der Ausbildungsvorbereitung, der die Ausbildungsvorbereitung geschafft und mit Abschluss verlassen hat 😉

    Ich vermute stark, das ist besser, als sich mit der Gesamtgruppe rumzuschlagen^^

    Ich war am WBK, bin jetzt am BK (mit einem allgemeinbildenden Fach und einem Zweitfach, was an meinem BK gar nicht unterrichtet wird) und würde WBK immer vorziehen. Die Unterrichtszeiten wären mir mittlerweile auch völlig egal.

    Ich finde die Klientel schon sehr anders, mein WBK hatte allerdings auch keinen Realschulbildungsgang.

    Den Vorkurs gibt es immer noch, der ist freiwillig. Das Mathematische Propädeutikum sind z.B. in Essen verpflichtende 6SWS. Und da werden Dinge wie Pythagoras, Bruchterme und Trigonometrie behandelt, das ist SI Wissen...

    Die Uni Essen hat inzwischen auch einen verpflichtenden Onlinesprachtest zu Sicherstellung von Mindestkompetenzen im Schreiben und Lesen zur Einschreibungsvoraussetzung in einen Lehramtsstudiengang gemacht. https://zlb.uni-due.de/2018/04/anmeld…sessment-skala/ (edit: ich sehe gerade, das Ergebnis ist egal - noch besser).

    Diese Uni bekommt das, was wir hier mit tippitoppi Abiturdurchschnitten aus den Schulen entlassen, und mich wundert kein Stück, dass sowohl im sprachlichen als auch mathematischen Bereich solche Maßnahmen dringend nötig sind. Das Ruhrgebiet ist einfach nur noch eine einzige Bildungskatastrophe.

    Wir haben alle 45 Minuten, in seltenen Fällen alle 90 Minuten Pausen. Wer da präventiv aufs Klo geht (so wie ich beispielsweise 😄), der muss in den paar Minuten dazwischen nicht superhyperdringend. Die Argumentation über "Müssen" ist einfach kompletter Blödsinn. Diese Toilettenrennerei haben wir nur, weil sie als salonfähig gilt und Schüler ihre Pausen folglich lieber anders nutzen.

    Die ganze völlig selbstverständliche Rumrennerei im Klassenraum - angefangen bei Papierkorb und Waschbecken - gabs früher überhaupt nicht und das alles funktioniert nur, weil es irgendwann aufgehört hat, dass dieses Verhalten als abweichend wahrgenommen wird. Nehme ich zur Kenntnis und ist halt so, aber als Notwendigkeit kann man das alles nun wirklich nicht einstufen. Der Schultag ist bewusst so strukturiert, dass eigentlich jeder außerhalb der Unterrichtszeit ausreichend Zeit für seinen Privatkram (Toilette, Händewaschen, Zeugs wegschmeißen) finden sollte.

    Wenn ich eine Prüfung schreibe, bin ich aufgeregt, mein Körper produziert zuviel Cortisol und Adrenalin. Das macht einen trockenen Mund. Deshalb muss ich trinken. Das kann auch mal soviel sein, dass ich dann während der Prüfung aufs Klo muss. Das ist bei vielen Menschen anders, bei manchen aber genauso. Ich kann es also durchaus nachvollziehen, dass es Kinder und Jugendliche gibt, die während Prüfungen aufs Klo müssen. Was das mit der Lehrkraft zu tun hat, erschließt sich mir nicht.

    Zentrales Wort "mal". Die Krawannen, die heutzutage bei Prüfungen oder generell im Unterricht aufs Klo marschieren, halte ich auch nicht für normal und nötig.

    Ich trinke in der Schule mindestens 1l Wasser + ggf. Tee oder Kaffee, trotzdem war es noch nie nötig, außerhalb vorgesehener Zeitslots aufs Klo zu rennen, weder als Erwachsener noch als Schüler. Habe da leider auch überhaupt kein Verständnis für. Letztlich fällt das aber nicht in den Bereich Blasentraining, sondern Anstand und Gespür für angemessenes Verhalten. Das erodiert halt an allen Ecken und Enden.

    Das ist die These, die Frau Weidel im Gespräch mit Musk vertreten hat. Meines Erachtens einfach ein Versuch, politisch rechte Positionen aus der Schmuddelecke zu holen.

    Auch wenn die Fragen nach dem rechtlichen Rahmen, aufgeworfen im Vorgängerbeitrag, völlig berechtigt ist, würde ich mich als Geprüfter (!) selbst fragen, ob ich nicht irgendwie den Toilettenbesuch außerhalb der Prüfungszeit organisiert bekomme, um diese möglichst optimal zur Bearbeitung der Aufgaben nutzen zu können.

    Ausbildungsvorbereitung -> tendenziell eher unterdurchschnittlich am eigenen Bildungserfolg interessierte Schülergruppierung

    Wenn du von Vokabeltests schreibst, geht es vermutlich um Fremdsprachen. Natürlich ist man da schnell bei einer 4, wenn jemand nicht spricht. Die Vokabeltests und die Mitarbeit in Arbeitsphasen usw. sind dann vermutlich der Grund, warum es keine 5 ist.

    Wir haben damals im Ref Raster vom Seminar bekommen, nach denen die Noten über Quantität, Qualität und Kontinuität definiert waren. Bei der 1 stand dementsprechend auch immer was von herausragender kontinuierlicher Beteiligung (sinngemäß, habs nicht wörtlich im Kopf). Wer die 1 haben will, sollte also für mein Verständnis schon auch quantitativ liefern.

    Bei uns gibts Raclette (allerdings ohne viel Käse) und dabei gehts ja gerade ums stundenlange Sitzen und Essen. Kartoffelsalat würde mich furchtbar enttäuschen (mag ich aber auch eh nicht).


    Ich finde es auch traurig. Aber in letzter Zeit haben die Probleme zugenommen. Zunehmend stören eine Hand voll Grundschüler den Schulfrieden und wir fühlen uns hilflos. Es gibt keine wirksamen Maßnahmen außer vielleicht §90, der dann irgendwann Anwendung findet und vermutlich auch nicht viel ändert. Es vergeht fast keine Woche ohne großen Ärger und respektlosem Verhalten (von Schülern und Eltern) den Lehrkräften gegenüber.

    Ich bleibe ja dabei, es braucht Sonderschulen für Verhaltensauffällige und die Möglichkeit einer zügigen, unbürokratischen Überführung durch die Regelschulen. Es artet doch mittlerweile überall mehr oder weniger aus, weil hier und da "eine Hand voll" Schüler normalen Unterricht und normales Schulleben unmöglich macht.

    Da muss ich sagen, dass das meines Erachtens vor ein paar Jahren noch besser war, obwohl ich sonst eigentlich nicht denke, dass Kinder früher mehr konnten. Sie konnten andere Dinge und stillsitzen und zuhören oder überhaupt ein Gefühl für "Geheimnisvolles" zu haben würde ich dazu zählen.

    Ich hab irgendwo mal die Theorie gelesen, dass Stillsitzen und angemessenes Verhalten bei "Veranstaltungen" früher ganz automatisch beim Kirchengang erlernt und durch die Eltern anerzogen wurde. Fand ich plausibel. Das spielt heute natürlich überhaupt keine Rolle mehr und viele Kinder müssen ja nichtmals mehr ordentlich am Tisch sitzen bleiben.

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