Beiträge von Maylin85

    Ja, das geht natürlich gar nicht.
    Und klar ist es Urlaub.

    Aber selbst ich als Muttersprachlerin (!) merke, dass es mir gut tut, ab und zu richtiges Französisch zu sprechen, das weg vom Lehrbuch und Klassenfranzösisch ist. Und da reicht mir das französische Fernsehen und Radio nicht ganz.
    Ich unterrichte kein Englisch, mein Englisch ist ganz passabel und ich würde (leider) sagen, dass mein Englisch gar nicht so weit vom Französisch vieler Lehrkräfte entfernt ist, die mal drei Monate im Ausland waren (ich war 10 Monate im englischsprachigen Ausland, habe viel auf Englisch (teil-) gearbeitet) und ich merke, wie gut es mir in den letzten Jahren getan hat, mindestens einmal im Jahr im englischsprachigen Ausland zu sein.
    Es ist definitiv keine Arbeit (also in meinem Fall schon, weil Dienstreise, aber nicht beim Urlaub), aber dieser Urlaub sollte bei vielen (nicht unbedingt allen) Fremdsprachenlehrkräften in Betracht gezogen werden. Nicht alles kann durch das Internet abgedeckt werden. Aber ja, es geht anders, man kann auch einfach mit Mitte 40 Angst haben, eine Oberstufe zu unterrichten, weil man im Stoff (egal ob Mathe oder Sprache) völlig eingerostet ist.

    Dass es sinnvoll ist, stelle ich auch gar nicht in Abrede. Aber es ist keine Dienstpflicht und absolut freiwillig, deswegen würde ich es gedanklich für mich nicht als Arbeitszeit verbuchen. Und wenn man lieber in einem anderen Sprachraum urlauben möchte, kann man das problemlos tun und jede Art der Einschränkung ist selbst auferlegt

    Urlaub ist Urlaub. Niemand zwingt einen, in einen bestimmten Sprachraum zu reisen, und wenn ich dort Material sammele, ist das ebenfalls mein privates Engagement. Das als Arbeitszeit zu verbuchen, finde ich schon irgendwie etwas befremdlich - außer, man trifft dort tatsächlich Kooperationspartner oder dergleichen.

    Erinnert mich an meine Geo-Exkursion an der Uni. Wir waren im südlichen Afrika und der Prof legte die vorausgegangene Urlaubsreise mit seiner Frau kostentechnisch auf uns Studenten um mit der Begründung, das sei kein Urlaub, sondern eine Reise zur Vorbereitung der Exkursionsfahrt gewesen.

    Kam das nicht etwas schräg rüber, als jemand anderes anstelle der KL mitgefahren ist?

    Bei den Eltern und in der Klasse? Ja, wahrscheinlich. Ich hab das nicht groß diskutiert und nur verkündet.


    Mich hat der finanzielle Punkt damals aber auch wirklich geärgert. Ich war gerade frisch im Job und bei vernünftigem Gehalt, musste noch meinen Studienkredit abzahlen, den Autokredit, kam gerade so +/-/0 über den Monat, hätte den Hund für die Fahrt noch teuer Vollzeit betreuen lassen müssen (damals 40€ pro angefangenem Tag) und dann soll ich auch noch mehrere hundert Euros in Vorleistung gehen... die ich mir damals hätte bei Mutti leihen müssen... sorry, aber nein. Der Dienstherr kann ja vieles verlangen, aber nicht den Einsatz meines privaten Geldes für Schulveranstaltungen.

    Ja, das müsstest du wohl, wenn du dir ein Urteil erlauben willst. Die Freien Wähler stehen in Bayern traditionell für FDP-Politik in ein bisschen konservativer, auf Bundesebene kennt man halt praktisch nur den Aiwanger. In meiner Heimatgemeinde haben die Freien Wähler jahrzehntelang den Bürgermeister gestellt, deren Politik passt schon sehr genau zu dem, wie du dich hier gibst. Ich kenne die Grünen aus der bayrischen Regionalpolitik auch immer schon sehr viel konservativer als sie es lange Zeit auf Bundesebene waren. Ein ehemaliger Nachbar von mir sitzt seit langer Zeit in Baden-Württemberg für die Grünen in der Landesregierung.

    Hab mir das Programm der Freien Wähler übrigens mal angeguckt und hatte den Eindruck, ich lese das Programm der Lobbypartei vom Bauernverband. Es gibt durchaus einzelne Punkte, die mir zusagen, aber so insgesamt - nein, passt nicht. Im Vergleich zu den ellenlangen Ausführungen zum Thema Landwirtschaft (wo ich die Positionen überwiegend nicht teile), bleiben viele andere Punkte auch extrem schwammig und unpräzise.

    Nach Lektüre des Programms wundert mich das Ergebnis des Wahl-o-mats jedenfalls noch mehr als vorher schon.

    Die Fahrt, die ich seinerzeit nicht machen wollte (weil wirklich blöde Klasse), hatte sich für mich erledigt, als ich gesagt habe, dass ich natürlich fahre, aber finanziell nicht privat in Vorleistungen gehen werde und mein Anteil übers Schulkonto vorgestreckt werden müsste. Man fand einen Kollegen, der wohl "gefälliger" in der Abwicklung war.

    Wirtschaftsliberal-konservativ trifft es auch, denke ich, Bündnis Deutschland vertritt aber eben auch Positionen, die ich niemals wählen würde. Das kann der Wahl-o-mat natürlich nicht erfassen, sondern dafür muss man das Programm schon selbst gegenchecken.

    Mit den Freien Wählern hab ich mich ehrlich gesagt noch nicht groß beschäftigt. Das ist bei mir in der Schublade "bayrische Regionalpartei mit unsympathischen Vertretern", aber vielleicht müsste man sich mal genauer mit denen beschäftigen.

    Wobei dien"hohen" prozentualen Übereinstimmungen bei mir auch irgendwie relativ sind. Mein Spitzenreiter war Bündnis Deutschland mit 66,7%, aber auch bei der SPD an Platz 9 sind es noch 52,8%. Ist alles ziemlich eng beieinander. Ganz unten stehen die Grünen mit 48,2%.

    Naja, auf der Website steht fett "Dein KI-Assistent für eine informierte Wahl" und ich kann genau wie bei ChatGPT & Co "Gespräche" führen. Mein Auto Navi generiert keine freien Texte, sondern spult nur die ewig gleichen Fragmente ab.

    Aber ich hab auch keine Ahnung, wo genau die Grenzen verlaufen...

    Ich finde den Wahl-o-Mat nach wie vor völlig ungeeignet, denn man kann komplexe Fragestellung nicht mit Zustimmung oder Ablehnung beantworten. Schon gar nicht weiß man am Ende, wie genau die Parteien dazu stehen, denn meist sind deren Positionen und Vorstellungen ja auch etwas differenzierter. Klicke ich spontan durch, stehen bei mir Bündnis Deutschland und Freie Wähler oben - beides kommt aufgrund diverser No Go Positionen überhaupt nicht in Frage. Mir macht ein wenig Sorge, dass sich besonders junge Wähler zunehmend auf solche Tools verlassen...


    wahl.chat ist übrigens auch eine nette KI-Spielerei und man kann gezielt inhaltliche Fragen zu den Wahlprogrammen stellen.

    Maylin85 hat ja schon erklärt, dass Lehrkräfte mit einem Header ihr Fach markieren.

    Im Süden muss es auch eine Trauerrand-Vorschrift geben, da ja im WSC auch viele Materialien diesen aufzeigen (Thema, Name, Klasse, Datum).

    Ich hab oben einfach gerne eine "Leiste" mit Fach, Jahrgangsstufe/Semester und Sequenzthema, dem das Material zugeordnet ist. Kürzel hab ich bei genauer Überlegung manchmal drauf, manchmal nicht. Bei Klausuren definitiv schon.

    Kann man sich sicherlich auch sparen, aber einheitliches Layout beim Material ist doch irgendwie schöner 😊

    Wir haben genug Schüler, die nie kommen, denen Bußgeld egal ist, etc.

    Da tust du den Kindern keinen Gefallen, wenn es keine Schulpflicht mehr gibt.

    Die Idee entspringt deinem gymnasialen Denken, dass Bildung etwas Wünschenswertes ist. Das sehen nicht alle so.

    Es geht mir nicht um die Kinder. Was erreichen denn diejenigen, die nie kommen und denen Bußgeld egal ist? Sie verursachen Mehrarbeit, weil man hinterherlaufen und nachhalten muss... mit welchem Nutzen letztlich?

    Wer Bildung nicht als wünschenswert empfindet, kriegt halt keine und lebt von Aushilfsjobs. Bis er sich irgendwann vielleicht doch anders entscheidet, dann sollte die Tür wieder offen stehen.

    Das wäre ein Freifahrtschein für die Schüler:innen wie Eltern, die ihre Kinder zu Hause halten wollen, aus unterschiedlichen Gründen.

    Aber auch ich ertappe mich ab und an bei boshaften Gedanken.

    Stimmt. Aber sollen sie halt, geht in anderen Ländern ja auch und könnte ein personell unterbesetzes System nur entlasten..

    Ich hatte neulich - angesichts der Meldungen zu Gewalt durch Schüler und unhaltbare Zustände an manchen Schulen - so den Gedanken, vielleicht muss weg von der allgemeinen Schulpflicht, die das Entfernen von Störenfrieden und Klassensprengern ziemlich schwer macht, und hin zu einem allgemeinen Recht auf Schulbildung.. das aber durch wiederholtes Fehlverhalten auch relativ schnell verwirkt werden kann 💁‍♀️ Die Rausgeflogenen dürfen es im neuen Schuljahr nochmal mit einem Restart probieren. Dann hätte man Schulen, in denen wieder normal gearbeitet werden kann und ein normales Schulklima herrscht, vermutlich mehr Eltern, die ernsthaft mit der Schule an einem Strang ziehen, und vielleicht generell ein verändertes Standing von Schulbildung, die vielleicht wieder mehr Privileg als als Zwang oder Selbstverständlichkeit betrachtet würde.

    Zugegeben, nicht sauber durchdacht.. aber es wäre so nötig, Verhaltensdefizite nicht einfach ewig mit begrenztem Maßnahmenkatalog hinnehmen zu müssen..

    Warum gibst du ihr denn überhaupt dein Material, wenn du es eigentlich nicht möchtest?

    Alternativ, triff doch klare Vereinbarungen mit ihr. Du bekommst mein Material, dafür erstellst du die nächsten 2 Klausuren oder die nächste Sequenz oder dergleichen...

    Ich würde mich an solchen Themen nicht emotional abarbeiten. Wichtig ist, dass dein Unterricht läuft. Ob andere mein Material nutzen oder nicht, ist mir persönlich ziemlich egal... und wenn ich wiederum Fremdmaterial nutze, setze ich auch oben mein Kürzel und "meinen" Header drauf, damit die Arbeitsblätter für die Schüler einheitlich und zuordbar sind. Dass Kollegen das umgekehrt auch tun, finde ich normal.

    Weil man eben doch zur Arbeit geht, egal wie es einem geht? Ist ja keine Krankheit.

    Dann ist man ja offensichtlich nicht dienstunfähig.. worüber reden wir dann?

    Und letztlich greift hier einfach die Selbstverantwortung und inwiefern man für sich selbst einsteht. Wer so stark eingeschränkt ist, dass er nicht arbeiten kann, geht eben nicht arbeiten.

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