Moin!
Grundsätzlich löblich, wenn man sich um seine Schüler sorgt. Dann jedoch wiederum, in meinen Augen, in dem Fall nicht professionell. Schöne Tage organisieren die Betreuer (das Bezahlen übernimmt das Jugendamt aus den entsprechenden Töpfen und, sofern entsprechend hohe Geldmittel vorhanden sind, anteilig die Eltern; so eine Regelaufnahme kostet in Südniedersachsen circa 4.000 € pro Monat).
Davon ab, ohne Grund kommt ein Kind/ein Jugendlicher nicht in eine Einrichtung der Jugendhilfe. Wir arbeiten mit einigen Heimen eng zusammen und ich habe privat und familiär ein paar Einblicke. Bei uns an der Schule hatten wir eine junge Dame die dem obigen Beispiel entspricht: 1er Schülerin, sehr nett und freundlich, gegenüber uns Lehrern und den Mitschülern einfach toll. Im Heim: der Rekord liegt darin, dass sie einen anderen Bewohner, einen damals drei Jahre älteren Kurden, im Rahmen eines kleinen, unprovozierten Wutanfalls mit einer Glaskaraffe k. o. geworfen hat; eine Erzieherin hat sie bespuckt (das Mädchen wollte ihren Tischdienst nicht machen; Berufsziel ist übrigens Restaurantfachfrau, die Mitarbeiterin hatte den Fehler gemacht darauf zu verweisen), getreten und als "blöde F***e" beschimpft... war in beiden Fällen ein wenig bockig.
Sorry: ich bin so etwas immer sehr skeptisch, aber da muss jeder von uns eigene Erfahrungen machen. Unlängst wurde hier bei uns eine Wohngruppenleitung von einer erbosten Mutter heftig kritisiert. Grund dafür war die, in den Augen der Eltern, zu hohe Taschengeldzahlung (16jährige Berufsschülerin bekommt, gemäß den Sätzen der Jugendhilfe, 80,- € pro Monat). Das gleiche Mädel hat im Jahr davor an der allgemeinbildenden Schule versucht kräftig auf die Tränendrüse zu drücken. Sie sei ja jetzt "Heimkind" und alles wäre da ganz furchtbar (stimmt; ein Tischdienst alle zwei Wochen, das Zimmer muss aufgeräumt werden, das EIGENE Badezimmer ebenso, der Vorratsschrank mit den Süßigkeiten ist nicht 24h am Tag geöffnet; im Gegensatz zum Elternhaus durfte sich das Kind nun schminken, usw.). Ich kenne selbst nur drei Wohngruppen näher, mache mit einer Einrichtung zweimal jährlich ehrenamtlich kleinere Aktionstage zum Thema Umweltbildung, aber laut den Mitarbeitern solcher Heime im Freundes- und Familienkreis ist das zwischen den einzelnen Institutionen nicht so unterschiedlich.
Mein Rat: fahr hin, sprich mit den Pädagogen und vielleicht erzählt man Dir (inoffiziell), warum das Mädchen dort ist und wie ihr seitens der Schule unterstützen könnt.