Beiträge von Firelilly

    Sie haben jetzt schon viele Covid-19-Patienten behandelt. Was ist an dieser Krankheit für Sie als Lungenarzt besonders bemerkenswert?

    Wir lernen noch sehr viel Neues, auch erfahrenere Ärzte sind immer wieder überrascht. Es gibt erste wissenschaftliche Veröffentlichungen, die das Lungenversagen im Falle einer Covid-19-Erkrankung als ganz neue Kategorie klassifizieren möchten, weil der Ablauf anders und zum Teil viel schwerer ist. Es ist eine spezifische Therapie nötig. Wir können unter den Covid-19-Erkrankten mittlerweile Subtypen klassifizieren. Es gibt den L-Typ, das ist ein Patient, der kaum Luftnot verspürt, aber schlechte Sauerstoffwerte hat. Die Lunge wird gut belüftet, ihre Durchblutung ist aber schon so gestört, dass das Blut nicht mehr so gut mit Sauerstoff angereichert wird. Das ist für eine Lungenentzündung fast schon Covid-spezifisch und war für uns am Anfang völlig überraschend. Im späteren Verlauf kann die Krankheit zum sogenannten H-Typ voranschreiten, dann hat der Patient ein wirklich schweres Krankheitsgefühl, die Zellschäden in der Lunge werden immer schlimmer und Wasser sammelt sich in ihr an. Da kann eine intensivmedizinische Behandlung mit Beatmung notwendig werden. Dieses ganze Wissen haben wir erst in den letzten Wochen gewonnen, im Januar war von so was noch gar keine Rede. Da war das eine virale Lungenentzündung von vielen.

    Quelle: Frankfurter Allgemeine

    [Hervorherbungen durch mich]

    Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis man die Langzeitschäden besser beziffern kann.

    Ich verstehe nicht, wie es sein kann, dass es zu keiner zweiten Welle kommen soll, und ich will es verstehen.

    Natürlich kommt es zu einer zweiten Welle. Wir öffnen die Schulen nach und nach.

    Interessant wird vor allem auch der Herbst, wenn das Immunsystem brach liegt. Meine Prognose ist, dass es da nochmal richtig um sich greift.

    Aber vermutlich wird hier ja jetzt wieder irgendwelche Statistiken hervorkramen und sagen, dass es dafür überhaupt keine Anhaltspunkte gibt.

    Ein Berliner Schulleiter erzählt in der Öffentlichkeit, dass viele seiner Kolleg/innen einen pädagogischen Ethos haben und daher trotz Risikoerkrankung arbeiten kommen.

    Absolut ekelhaft. :tot: Und was für eine Fehlbesetzung auf dem Posten dieser Mann ist, unglaublich. :daumenrunter::daumenrunter::daumenrunter:

    Das ist inhaltlich absolut korrekt und formell absolut peinlich. Mal abgesehen von den Fehlern in den letzten Sätzen, könnte man sich auch deutlich gewählter ausdrücken - würde direkt erheblich souveräner wirken. Ganz persönlich finde ich ja auch das Rumhantieren mit Ausrufezeichen furchtbar stillos und "platt". Vielleicht bin ich kleinlich, aber wenn man ernst genommen werden möchte, sollte man doch besser auf einem anderen Sprachlevel kommunizieren.

    Wenn man sich "gewählter" ausdrückt, keine Ausrufezeichen verwendet und versucht möglichst stilvoll zu schreiben, dann hat man mit Sicherheit nicht mehr Resonanz. Ich sage dir, gehört und ernst genommen wird man mit Sicherheit nicht, wenn man einen weichgewaschenen Brief schreibt, in dem man dezent darauf hinweist, dass manche Dinge anders hätten laufen können. Am besten noch verbunden mit einer unterwürfigen Bitte.

    Manchmal muss man auch einen harschen Ton anschlagen, wenn die Verfehlung des Gegenübers so groß ist.

    Das sickert auch nur dann in deren mickrigen, gegen Kritik abgeschirmten Neocortex, wenn auch das limbische System mal emotional ordentlich aktiviert ist.

    Dir ist schon klar, dass bevor das passiert, du erstmal deiner Schulleitung einen Mordsärger einbrockst???? Kann die bestimmt gerade gut brauchen, so ein bisschen Extra-Stress. Hat sie bestimmt gerade noch nicht genug davon....

    Tja, wenn man A16 bekommt dann hat man Verantwortung zu tragen. Oder wie man mir so gerne sagt, wenn ich mich über Dinge als A13 Lehrkraft beschwere "Du hast vorher gewusst, was auf dich zukommt".

    Man könnte ja auch einfach konsequent für die Einhaltung der Sicherheitsbedingungen sorgen, so auch in diesem Fall:

    "Für die Mittagspause erwartet er (der Schulleiter einer Berliner Schule) eigentlich die Reinigungskräfte, doch die haben gerade abgesagt. Der Schulleiter ist sauer. Es sei nicht das erste Mal, dass das passiere.

    Was nun? Der neue Hygieneplan schreibe vor, dass Tische und Türgriffe in den Klassenräumen zwischendurch gereinigt werden müssen. Bis zu 10 000 Euro Strafe müsse er als Schulleiter bezahlen, wenn er sich nicht daran halte."

    Dann werden die SuS nach hause geschickt oder, wenn das nicht möglich ist, alle übrigen SuS auf de Pausenhof, die Aula und andere große Flächen etc. verteilt und von den KuK solange betreut, bis der Unterrichtsschluss erreicht ist. Klassenräume werden nicht betreten und der Schulträger über die Aktion informiert, denn der Schulträger hätte die Reinigungskräfte stellen müssen.

    In der Realität ist die SL vermutlich inkonsequent und setzt die SuS und die KuK undesinfizierten Räumen aus.

    Deshalb würde ich dann das Gesundheitsamt darüber informieren und hoffen, dass diese die Schule dann schließen.

    Vielleicht lernt die SL durch diese Geldstrafe dann, dass man seine Mitarbeiter "zum Wohle der Bildung" nicht deshalb Gesundheitsrisiken aussetzen darf.

    Aber das kennen SL eben nicht, es gibt keinen Schutz von Lehrern. Sonst hätten Sportlehrer schon längst Gehörschutz tragen müssen, wie in jedem normalen Beruf, der eben nicht Paralleluniversum Schule ist, auch.

    Es kam direkt eine Anzeige von einem Nachbarn beim Ordnungsamt, dass SuS zu dicht gegenüber des Schulgebäudes standen...

    Das ist gut! Bei uns sind selbst viele KuK total lasch und schreiten nicht ein. Beispielsweise bei Versammlungen von SuS nach dem Abitur und von den KuK selber im Lehrerzimmer.

    Nächste Woche geht es mit Präsenzunterricht los und und ich sehe schon KuK, die den Abstand nicht einhalten, weil sie doch zu den SuS hingehen und ihnen was erklären. Oder SuS (6. Klasse), die sich nicht daran halten.

    Ich melde solche Verstöße kontinuierlich dem Gesundheits- und Ordnungsamt per Mail, dann kriegen die halt täglich eine.

    Hilfe von Schulleitungen kann man da nicht erwarten, die sind zwar sichtlich bemüht Rahmenbedingungen zu schaffen (finde ich gut!), aber konsequent KuK und SuS zu verwarnen und sanktionieren, die sich nicht daran halten.... no way. Dementsprechend ist es für die Katz und man kann nur versuchen zu erreichen, dass das Ganze von Außen geschlossen wird.

    Hallo Ibolya,

    du hast vollkommen recht, das ist der Plan dahinter. Bei uns in SLH wird auch wieder Unterricht für die 6. Klassen geöffnet in der Weise, dass dort wieder alle Fächer unterrichtet werden. So stellt man sicher, dass eine Infektion auch wirklich im Kollegium herumgereicht wird.

    Die Kinder spielen hier trotz Lockdown seit 6 Wochen frei auf den Spielplätzen. Wir sind mit den Fallzahlen schneller runter als Deutschland. Ganz echt. Hat nur noch keiner eine "Studie" draus gemacht, aber ich glaube 8.6 Millionen Schweizer sind eine statistisch ganz OKe Population.

    Ja und in Schweden läuft es auch gut, ganz ohne so strenge Maßnahmen wie in Deutschland!

    Das habe ich doch sogar mal von dir, oder zumindest aber in diesem Faden, gelesen.

    Ist doch schön, dass Firelilly auch mal anerkennt, dass die von Ihr verbreitete Theorie, dass Kinder besonders massiv zur Verbreitung der Infektion beitragen würden, sich nicht bestätigt.

    Hä, wer hat denn jetzt die Studie nicht gelesen

    "Drosten findet darin einen nicht-signifikanten Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen."

    Mit anderen Worten, Kinder und Erwachsene sind gleich infektiös.

    Und sag es mal ganz ehrlich, selbst wenn die Kinder weniger infektiös wären, sind sie immer noch infektiös. Sind in den Großraumbüros von Erwachsenen Menschendichten zu erwarten wie in der Schule (vor allem jetzt mal von Normalbetrieb gesprochen?). Zeigen erwachsene Arbeitnehmer dieselben infektionstechnisch gefährlichen Verhaltensweisen wie Schüler an einer Schule (Spielen, Rangeln, Köpfe zusammenstecken usw.)?

    DAS war mein Argument gegen eine Schulöffnung.

    Die Infektiosität (ob mehr, gleich, oder annähernd gleich) in Kombination mit den ethologischen und sturkturellen Gegebenheiten des Systems Schule.

    Hier wurde ewig behauptet, dass Kinder nicht ansteckend sein, vielleicht gar überhaupt nicht erkranken. Jetzt wo das Gegenteil (beides!) erwiesen ist, werden die Goalposts geschoben und selbst bei Widerlegung, so getan als könne man sich bestätigt fühlen.

    Wenigstens heute im Kollegium beim Abi kamen welche auf mich zu und sagten sinngemäß "Okay, du hattest recht".

    Wie gesagt, wenn sich ein bisschen mit Immunbiologie auskennt, dann würde man schon einen sehr ungewöhnlichen Mechanismus erwarten, warum Kinder nicht ansteckend sein sollten.

    Corona-Live-Ticker: Kinder laut Studie vermutlich genauso ansteckend wie Erwachsene

    Kinder sind einer Analyse zufolge in der Coronavirus-Pandemie vermutlich genauso ansteckend wie Erwachsene. Deshalb warnen Forscher vor der uneingeschränkten Öffnung von Schulen und Kindergärten.

    "Ärzte beobachten bei mit dem Coronavirus infizierten Patienten extreme Thrombosen - und stehen vor einem Rätsel: Denn noch ist unklar, warum sich die Gerinnsel bilden. Doch sie erklären, warum bei manchen Patienten die Beatmung nicht anschlägt. Wird das Rätsel geknackt, könnte das Leid vieler Menschen gelindert werden."

    "Das Risiko einer Thrombose durch COVID-19 sei so hoch, dass Patienten "möglicherweise prophylaktisch Blutverdünner verabreicht werden sollten", schreibt ein Forscherteam um den New Yorker Arzt Behnood Bikdeli in der Zeitschrift "Journal of The American College of Cardiology". "Ich habe in meiner Karriere hunderte Blutgerinnsel gesehen, aber noch nie so viele anormale extreme Fälle", sagt Bikdeli."

    https://www.gmx.net/magazine/news/…ienten-34656890

    Ich muss morgen wieder gehen und gucke, ob sich irgendwas verändert hat. Ansonsten muss das angesprochen werden. Es kann nicht sein, dass man bei Ärzten oder in Supermärkte wie Pestkranke gesehen wird, und manche Schulen so fahrlässig damit umgehen.

    Es war schon peinlich irgendwie...

    Mein persönlicher Tipp, nicht der Schulleitung melden, sondern direkt einen Beschwerdebrief (wenn man sich nicht traut notfalls anonym) direkt ans örtliche Gesunheitsamt mit dem Hinweis, wie dort die Situation war (SuS haben keinen Abstand gehalten und so weiter), keine Desinfektionsmittel und so weiter.

    Die nehmen ihr Pflicht ernster als Schulen und werden da hoffentlich mal schön bei der Schulleitung nachhaken.

    Also hier in Hessen hat eine Schule Mundschutzpflicht erlassen und musste es aufgrund des Ministeriums zurück nehmen. Ich bin da tatsächlich froh drüber. Ich finde es schon anstrengend genug das Ding ne Stunde beim Einkaufen aufzuhaben.

    In der Schule muss ich aber viel mehr reden und es ist eine Bullenhitze in den Räumen, sobald die Sonne etwas scheint. Da will ich keine Maske aufhaben müssen.

    Eine Maske schützt (zumindest teilweise) davor, dass sich ein virenhaltiges Aerosol bei Vorgängen wie Sprechen und Atmen wie ein Schwall nach vorne in den Raum ergießt. Die mikroskopisch kleinen Flüssigkeitströpfchen, die die noch viel kleineren Viren enthalten, werden an den Stoff adsorbiert und verbleiben damit größtenteils beim infizierten Träger.

    Jetzt sagst du, dass du es gut findest, wenn "beim Reden" in der Schule keine Maske getragen werden muss.

    Man finde den Fehler.

    Mich würde mal interessieren wie du auf die Situation reagiert hast. Bist du dann in das zu volle Lehrerzimmer gegangen? Hast du die KuK ermahnt oder darauf angesprochen? Gab es noch andere KuK, die dich in deinem Denken bestärkt haben?

    Oder war das dann einfach so und du hast es hingenommen?

    Ich habe das Lehrerzimmer sofort verlassen und bin nach hause gegangen. Alle auf dem Spießroutenlauf durchs Lehrerzimmer (inklusive Limbo in engen Gängen) von der Seite an mich herangetragenen Gespräche habe ich abgeblockt.

    Unmöglich.

    Bei der nächsten Abiaufsicht kommende Woche werde ich es genauso machen. Diesmal aber erst (entgegen der Anweisung) kurz vor knapp erscheinen, schnell Maske + Handschuh an und ab in den Ausichtsraum. Diesmal werde ich keine Tasche im Lehrerzimmer deponieren, sondern im Auto lassen. Nur ein Federmäppchen bei mir tragen. Nach der Aufsicht nicht ins Lehrerzimmer sondern direkt ins Auto. Zum Glück muss ich diesmal keine Klausuren einsammeln.

    Unsere Disziplin ist auch weiter entscheidend. (Ich mag Fußball, gehe gerne ins Stadion, aber wenn hier- und damit meine ich natürlich nicht dich PhilS84 studierte Leute meinen, wenn der Fußball losgehe, könnten sie sich halt nicht mehr beherrschen, müssten anderen um den Hals fallen, würden Regeln nicht mehr für sie umsetzbar sein, dann macht mich das wirklich wütend.

    Am allerschlimmsten Lehrer und das wird, rechnet mal die Anzahl der Schulen deutschlandweit hoch, ein Massenphänomen:

    Zusammenglucken und Tratschen im Lehrerzimmer.

    Beim Abitur, wo bei uns die KuK Maske + Handschuhe tragen mussten, kamen die nach der Aufsicht zurück ins Lehrerzimmer, zack, Maske und Handschuh aus und zusammengestellt zum Labern. Ich kam in einen brechend vollen Raum, wo ich aus dem Augenwinkel bestimmt 10 eklatante Verstöße gegen jedwede Infektionsschutzmaßnahmen gesehen habe. Das wird an eurer Schule genauso sein.

    Studierte Leute (wenn auch nur Lehramt), die so tun, als gäbe es das Virus nicht. Im Lehrerberuf gibt es keine Disziplin was Abstand und Nicht-Kommunizieren angeht. Einem Lehrer (oder Schüler) zu sagen er soll einen Sicherheitsabstand einhalten und er solle nicht direkt jemanden anschauen, wenn er mit ihm spricht (Gesicht zu Gesicht -> Tröpfcheninfektionseldorado!) und das über auch nur einen halben (!) Schultag einzuhalten ist so, als würde man einem Vogel sagen, er solle den Tag nur noch zu Fuß laufen.

    Wer sich da was einbildet ist reichlich naiv und dann bin ich in der Tat gehässig und lache wenn ich live miterlebe, dass es tatsächlich auch so ist.

    Interessante Einblicke. Aber immerhin ehrlich!

    Ihren Stundenplan kenne ich nicht, woher soll ich wissen, dass Freitag um 10:40 Uhr die Deutschlektion beginnt.

    Zumindest wusstest du es gestern noch ;)

    Ich gucke auf die Uhr und stelle fest: 10:40 Uhr, aha, Beginn der 4. Lektion im Video-Chat.

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