Beiträge von Firelilly

    noch wird in diesen Unternehmen in kleineren Gruppen gearbeitet als sonst.

    Wenn die Gruppen nicht kleiner als "sonst" sind, wie klein sind sie denn überhaupt?

    Ich habe 12 Lerngruppen mit jeweils ungefähr 25+ SuS im Durschnitt, die ich pro Woche sehe. Im Lehrerzimmer treffe ich im Verlauf der Woche auf ca. 70 KuK, die ebenfalls diese Größenordnung von SuS in ihrem Unterricht sehen.

    Sind diese Gruppen in den Unternehmen vergleichbar?

    Für HIV gibt's bis heute keinen.

    Du weißt aber schon, dass das HI-Virus anders übertragen wird, oder? Ich muss nicht vor einer HIV-Infektion geschützt werden dadurch, dass man mich nicht mehr in die Schule schickt. Das ist nicht zielführend. Vor einer Infektion mit Coronaviren schützt es allerdings sehr wohl, wenn man den Unterricht als Fernunterricht durchführt.

    Und was eigentlich, wenn kein Impfstoff entwickelt werden kann?

    Dann führt man die Maßnahmen solange durch, bis die Gesamtbevölkerung hinreichend langsam (ganz wichtig!!!) durchseucht ist.

    Lockerungen der Maßnahmen dürfen, um die Geschwindigkeit zu wahren, nur Zusammenkünfte zwischen möglichst gleichen, kleinen Menschengruppen erlauben.

    Schulunterricht ist mit die schlimmste Form von Großveranstaltung (1000 Leute in einem geschlossenen Gebäude, am Gymnasium sogar ständig wechselnde Lerngruppen und Lehrer) und fällt nicht unter die Kategorie, die man erlauben kann. Ebensowenig Fußballspiele mit Zuschauern, Discotheken usw.

    Das müssen dann Mathematiker laufend berechnen, wie groß Arbeitsgruppen sein dürfen bei den Lockerungen nach und nach. Ob das 5 Leute sind oder vielleicht sogar 10, die Kontakt haben dürfen, keine Ahnung. Mit Sicherheit aber keine Schule mit 1000 Leuten in einem Gebäude und auch kein Unternehmen wird eine entsprechend große Belegschaft gleichzeitig aktivieren können. Wenn man nicht total verrückt ist.

    Es spricht allerdings nichts dagegen, dass mit mehr Zeit ein Impfstoff entwickelt werden kann. In Tübingen gibts ja schon Fortschritte. Und der Impfstoff ist die Lösung Nummer 1, darum sollte sollte es gehen.

    Ds ist ja alles richtig, aber es gibt kein verbrieftes Recht für Menschen über 60 und Vorerkrankte sowie mit Angehörigen mit Vorerkrankungen zu Hause zu arbeiten.

    Es gibt aber auch so etwas wie eine Fürsorgepflicht des Dienstherren. Die existiert anscheinend gar nicht. Wer hat denn diese Phantompflicht ins Beamtenrecht reingeschrieben? Was macht denn da so eine leere Worthülse?

    Firelilly, ich möchte dich etwas fragen: Siehst du dich in deinem Beruf gefährdeter als jemand, der eine pflegerische Tätigkeit ausübt?

    Nein, sehe ich nicht. Ich sehe uns etwa auf gleichem Niveau, vielleicht etwas darunter von der Gefährdung. Kommt auf die genaue pflegerische Tätigkeit an.

    Wenn jemand aktiv Coronakranke pflegt ist das Risiko sicher höher als bei uns. Wenn jemand aber z.B. alte Menschen pflegt und für wenige Menschen verantwortlich ist, kann es sein, dass man als Lehrer durch die Massen von Schülern (aber weniger nahen Kontakt) sogar gefährdeter ist.

    Edit: Sehr gut dargestellt auch in Beitrag #3.802 während ich getippt habe.

    Ganz wichtig ist aber dies:

    Wir arbeiten nunmal nicht in Pflegeberufen und haben ein Berufsfeld, in dem man mit einer derart erhöhten Selbstgefährdung schlichtweg nicht rechnen muss.

    Wir sind keine Krankenpfleger (besser ist aber der Vergleich mit Ärzten, Hochschulstudium mit Hochschulstudium vergleichen, weswegen auch der Einwand von Yestoerty unten nicht angemessen ist) und haben keine Ausbildung im Infektionsschutz genossen, noch irgendwelche Sicherheitsvorkehrungen, noch haben wir uns bewusst für so einen Beruf entschieden, in dem das Risiko besteht.

    Meine Schwiegermutter bekommt soweit ich weiß auch keine 8000€ als Pflegekraft

    Und nein, Maylin, der Vergleich ist überhaupt nicht absurd. Wir konnten uns in den letzten Wochen zurückziehen, während das in pflegerischen Berufen nicht möglich ist.

    Noch einmal: Ja, das Gesundheitswesen ist die einzige (!) Berufsgruppe, die man in diesen Zeiten wirklich als die Helden darstellen kann. Dies ist aber eine Gruppe, die sich bewusst dafür entschieden hat. Die muss auch mit anderen Infektionen rechnen und es gibt gute Gründe, warum viele Menschen nicht so einen Beruf ergreifen! Aber jetzt zwingt man eventuell (ja, es ist nicht sicher....) Lehrer dazu.

    Weder Einzelhandel, noch Industrie noch sonstwer setzt sich so einem Risiko aus. Dort wird Abstand gehalten, es gelten höchste Sicherheitsbedingungen und es wird, wo es geht, home office betrieben. Es wird niemand in einem Unternehmen gezwungen sich in enge Räume mit 30 Leuten zu stellen. Auch nicht hunderte Menschen auf engem Raum in engen Gängen während einer "Pause" zu beaufsichtigen.

    Dagegen sind, wie so oft geschrieben, die Arbeitsbedingungen bei allen anderen Berufen (ausgenommen das Gesundheitswesen, das ja nun eine Sonderstellung hat, weil man das da vorher weiß!) um Potenzen besser.

    Der Vergleich ist also absolut absurd.

    DANN kann man sich immer noch aufregen.

    Dann ist es halt nur zur spät. Deshalb sollte man vorher versuchen (Mails an die Verantwortlichen, Gewerkschaften usw.) aktiv zu werden.

    Wenn die merken würden, dass die Lehrer sich nicht unter solchen unwürdigen (infektionstechnisch hochriskanten) Bedingungen in die Arbeit begeben würden, führt das eher zu einem Widerstand, als wenn (wie viele hier im Forum) die Schule vermissen und allein deshalb schon gerne wieder die lieben Kleinen sehen wollen.

    Unfassbar, wie wir Lehrer mal wieder vor den Karren gespannt werden sollen. Die Kinder tragen kaum Risiko.

    Ich weiß, dass es noch nicht 100% feststeht, aber sollte es tatsächlich so kommen, hoffe ich, dass die Lehrer sich wehren.

    Du siehst an diesem Forum, dass sich nicht viele Lehrer wehren werden. Im Zweifel Dienst bis in den Tod.

    Heißt das dann, dass sich möglichst viele Kinder und Jugendliche anstecken sollen, damit die Herdenimmunität bald erreicht wird? Weil man davon ausgeht, dass die Krankheit bei den meisten von ihnen mild verläuft. Und was ist mit den anderen, die doch schwer erkranken oder sterben, die haben dann einfach "Pech gehabt"? Das fänd ich schon sehr bedenklich...

    Na klar heißt es das, und vor allem muss man in diese Rechnung einbeziehen, dass die Lehrer natürlich voll im Geschehen sind und als Kollateralschaden anfallen.


    Dass übrigens Fraggles menschenverachtender Beitrag #3.766 so viele Zustimmungen bekommt spricht Bände. Na dann spielt doch die "Helden" und lasst euch vor den Karren spannen, während in Unternehmen weiterhin Home Office angesagt sein wird und nur höchstens in Kleingruppen gearbeitet werden wird.

    Nach 3 Wochen shut down, 2 Wochen Ferien und dem Luxus des totalen Rückzuges kündigen hier Leute an, bei der schrittweisen Wiedereröffnung nicht mitzumachen - die irgendwann ansteht.

    Bei voller Besoldung und allem Luxus ... ist auf einmal ein großer Teil Risikopatient... seltsam bis beschämend.

    Was soll denn diese abstruse Argumentation? Mal abgesehen davon, dass es bei uns nur 2 Wochen shut down waren, habe ich in diesen zwei Wochen genausoviel gearbeitet wie sonst auch. Warum sollte man diese Wochen des shut downs irgendwie als Argument heranziehen oder implizieren, dass das ein Luxus sei, wenn man da ganz normal gearbeitet hat?!

    Das nächste Ding: 2 Wochen Ferien. Die stehen uns ja wohl zu und die haben wir uns hart erarbeitet! Warum sollten Ferien irgendwie ein Argument sein?

    Dieses "nach 3 Wochen shutdown, 2 Wochen Ferien" was soll das denn bitte implizieren? Dass man im Shutdown gechillt hätte und Ferien ein unverdienter Luxus seien? Völlig kruder Satz!

    Soll ich dir mal sagen, was Luxus ist?

    Mein Partner sitzt vollbezahlt (und das bei einem Gehalt höher als meines je sein wird) mit Firmenlaptop zuhause und arbeitet von dort. Sämtliche Treffen finden als Videokonferenz statt und das wird auch so noch einige Zeit weitergehen.

    Das Unternehmen hat deutlich gemacht, dass die Sicherheit der Mitarbeiter/innen an erster Stelle kommt.
    Selbst wenn die irgendwann wieder Präsenz zeigen müssen, dann mit Sicherheit in Kleingruppen und unter Bedingungen, von denen wir nur träumen können.

    Wir werden bei einer eventuellen Schulöffnung (und das sehe ich so kommen) absolut verheizt und sind die absolut einzige Berufsgruppe, die einen Beruf ergriffen hat, bei dem in keinster Weise vorher absehbar war sich unter Zwang (Dienstpflicht) in massivste Bedrohung für die eigene Gesundheit begeben zu müssen. Alle anderen Berufsgruppen setzen sich nicht annähernd so einem Infektionsrisiko aus (Massen von Menschen in einem Gebäude, eine wahre Großveranstaltung von 1000 Leuten unter einem Dach, ohne Sicherheitsvorkehrungen in der maroden Infrastruktur) oder haben bewusst einen Beruf im Gesundheitswesen gewählt.

    Ganz ehrlich, wenn ich wie ein Arzt meine potentielle Gesundheit hinhalten muss diese Tage, dann zahlt mir wenigstens auch 8000+ Euro monatlich.

    Hier ist es schon verboten zu denen ohne Grund hinzugehen ;)

    Und das ist gut so!

    Bei einigen Personen bricht in dieser Zeit eine sehr ausgeprägte Blockwart-Mentalität durch. Es ist mir wurscht, wer wo sitzt und grillt oder auch nicht. Unerlaubte Menschenansammlungen aufzulösen ist Aufgabe der Polizei, die werden dafür sogar bezahlt. Soll sich doch jeder um seinen eigenen Kram kümmern, "die anderen" ändern wir eh nicht.

    Das Verhalten von Leuten die irgendwo zusammensitzen oder sich sonst nicht an die Kontaktbeschränkungen halten sind in höchstem Maße asozial und das was du als Blockwart-Mentalität beschreibst, finde ich sehr sinnvoll. Ich halte es für Zivilcourage.

    Ein Fahrrad wird demoliert, jemand in der Bahn gemobbt. Soll sich doch jeder um seinen eigenen Kram kümmern, "die anderen" ändern wir eh nicht.

    Außerdem hat hier kein einziger User gesagt, dass die Schulen schnell aufmachen müssten.

    Na aber klar! Da sind ganz viele davon überzeugt, dass es nach Ostern schrittweise wieder zu Präsenzunterricht kommen sollte.

    Und was "Die Wirtschaft" anbelangt, geht es nicht um die Politur für den Bentley, wie oben schon jemand schrieb, sondern um Existenzen und auch sowas wie Finanzierbarkeit der Intensivstationen.

    Finanzierbarkeit der Intensivstationen? Du glaubst wirklich, dass man diese bald nicht mehr bezahlen kann und man deshalb die Wirtschaft wieder ankurbeln muss, damit man Intensivstationen unterhalten kann?!

    Es wäre famos, wenn du das Panikschüren unterlässt, es ist mitnichten vonnöten, wir haben genug Informationen über und manche von uns uns auch Erfahrung mit Atemnot.

    Es wäre famos, wenn andere User das bagatellisieren lassen würden. Ich habe auch genug Informationen darüber, dass es wirtschaftlich nachteilhaft ist, wenn man weiterhin mit drastischeren Mitteln versucht die Infektionsrate klein zu halten.

    Abartig, dass man das subjektive Angstempfinden hier tatsächlich in Frage stellen muss, bzw. irgendwelche Vergleiche anstellt!

    Ich kenne 3 schwere Fälle, die alle beatmet werden. Alter von 36-72, ohne Vorerkrankungen. Ich habe Angst, und werde gegebenenfalls tun, was ich für richtig halte.

    Ich glaube viele sind hier so "entspannt" oder argumentieren mit wirtschaftlichen Folgen, weil sie sich gar nicht vorstellen können, dass sie und ihre Verwandten auch ohne Vorerkrankungen krasse Verläufe haben können.

    Das wirkt einfach nicht real und weit weg.

    Es wird noch ganz anders werden, wenn die Schulen offen sind und man die Erfahrung im nächsten Umfeld macht, was es bedeutet Schmerzen, Atemnot und Todesangst zu haben und nicht mehr eigenständig (!) atmen zu können.

    Ich glaube dann werden die ganzen Leute, die immer wieder von Wichtigkeit der Bildung oder der Wirtschaft sprachen, auch eine andere Meinung haben.

    Und das wird auch überlegt. Man sollte den Leuten, die darüber entscheiden, nicht unterstellen, dass die Lehrerinnen und Lehrer "an die Front" geschickt werden.

    Warum nicht?

    Es ist eine rein politisch / wirtschaftlich Entscheidung, die völlig unabhängig von der Gesundheit der Lehrkräfte getroffen wird.

    Wir haben keine starke Gewerkschaft, die sich dafür einsetzt. Ich finde schon, dass man diese Unterstellung machen darf. Bislang deutet alles darauf hin.

    Dennoch sieht es mit den hygienischen Bedingungen an unseren Schulen schlecht aus, und da finde ich es schon wichtig, sich klarzumachen, dass man unter diesen Bedingungen im Moment nicht gern unterrichten will. Ich will es jedenfalls nicht. Aber einfach eine individuelle Lösung - krank schreiben lassen? Finde ich Mist.

    Ja, und, dann nimmt man es halt hin mit den Bedingungen, zuckt mit den Schultern, und zieht los in den Unterricht.

    Natürlich arbeite ich auch von zu Hause aus, anders eben! Dennoch sind wir im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen priviligiert.

    Ich mache mich jedenfalls nicht vor dem Ansteckungsrisiko kirre.

    Im Gegensatz zu manchen (!) anderen Berufsgruppen (Gesundheitswesen und Leuten, die in Kurzarbeit sind oder sonstwie finanzielle Einbußen haben) haben wir es momentan gut, gegenüber anderen Berufsgruppen (Leute, die home office betreiben können und nicht demnächst gezwungen werden sich einem extrem hohen Infektionsrisiko auszusetzen) haben wir es schlecht.

    Und, ich habe es schon oft geschrieben, diese relative Sicherheit keine finanziellen Einbußen zu haben, ist in unser Gehalt eingerechnet.

    Mein ich sage mal Partner (ist noch recht frisch) verdient deutlich mehr, befindet sich im Home Office ohne Einbußen und investiert seine Überschüsse gerade in Gold. Ich empfinde es nicht als Privileg Beamter zu sein. In Krisenzeiten lohnt es sich, in wirtschaftlichen Aufschwungszeiten ist es nachteilhaft.

    Ich meine okay, wenn man dann bereit ist in Aufschwungzeiten davon zu sprechen, dass man als Lehrer unterprivilegiert ist, dann sind wir von mir aus momentan privilegiert. Wobei ich mich da echt schwer tue, wenn man demnächst tatsächlich vor Schülerhorden stehen soll.

    Es wird dich überraschen, aber ich arbeite auch in einer Schule. In Räumen mit Wänden. Die Zustände sind mir bekannt. Ich versuche trotzdem konstruktiv mit er Situation um zu gehen.

    Kannst du mir mal erklären, wie denn dein konstruktiver Umgang damit aussieht?

    Du hast z.B. unkonkret geschrieben "um den Schutz aller Lehrer im alltäglichen Geschäft muss man sich auch kümmern."

    Ja, wie denn?

    Neben den Arbeitnehmern, die jetzt täglich arbeiten müssen (einige von ihnen sogar körperlich schwer und mit einer hohen Infektionsgefährdung (Medizinische und pflegerische Berufe), gibt es auch sehr viele Arbeitnehmer und Geschäftsführer, die jetzt

    nur noch auf Kurzarbeitergeld sind oder Angst haben, ihren Job zu verlieren (da die Firma pleite macht).

    Musstest du beim Home Office denn nicht täglich arbeiten?

    Ach, und, weil andere jetzt Kurzarbeitergeld bekommen, sollen wir die Schulen aufmachen.

    Wir hingegen haben derzeit volle Bezüge und keine Zukunftssorgen!

    Also ich habe konkrete Zukunftssorgen. Und zwar, dass man mich zu einem Herdenimmunitätsexperiment unter Inkaufnahme meiner Gesundheit ohne irgendwelchen auch nur annähernd vernünftigen Schutz zwingt.

    Ich freue mich jedenfalls wieder, wenn die Schule irgendwann wieder los gehen wird (und sei es in Etappen). Etwas Struktur ... etwas Normalität

    Besten Dank, Struktur habe ich auch im Online-Teaching und Normalität bedeutet für mich nicht in ein Gebäude mit Menschenmassen gezwungen zu werden während einer Epidemie, bei der jedes größere (und kleinere Unternehmen) seine Mitarbeiter nach hause schickt.

    Um Risikogruppen muss man sich kümmern, um den Schutz aller Lehrer im alltäglichen Geschäft muss man sich auch kümmern.

    Wer seinen eigenen Standpunkt verkürzt auf "wenn mir der Weg nicht passt, lass ich mich halt krankschreiben":

    muss sich nicht wundern, wenn er auch mal eine deutliche Antwort bekommt. All zu viel gibt es da auch nicht miss zu verstehen.

    Du hast glaube ich immer noch nicht verstanden, dass man den Schulbetrieb unter keinen Umständen so gestalten kann, dass die Lehrer geschützt sind, oder?

    Das ist räumlich gar nicht möglich.

    Ich denke, dass wichtigste bis dahin ist, dass wir die Zeit nutzen uns täglich gegenseitig zu versichern, dass das alles Irrsinn ist, die Situation auf jeden Fall für uns unerträglich und unzumutbar sein wird. Auf die Situation der Lehrer wird definitiv keine Rücksicht genommen werden, ich rechne damit, dass sich die Kollegen, die der Risikogruppe angehören, morgens vor der Schule aufstellen und von den Schülern anspucken lassen müssen. Auch eine plastische Schilderung über den Ablauf einer schweren Coronainfektion, die uns definitiv allen bevorstehen wird, wäre hilfreich, gerne mit Bildern.

    Ich denke schon, dass es wichtig ist zu wissen, was einen da eigentlich erwartet und was da eventuell bald verlangt wird.

    Keine (!) andere Berufsgruppe (abgesehen vom Gesundheitswesen, das zumindest wissentlich einen Beruf ergriffen hat, bei dem es zum Berufsbild gehört sie sich Infektionsrisiken aussetzen, weil ihr doch immer gerne schreibt "das hat man doch vorher gewusst..."), eben auch nicht der Einzelhandel, setzt sich einem auch nur annährend vergleichbaren Infektionsrisiko aus, wie es die Lehrer werden, sobald die Schule eröffnet wird.

    Ich habe ja bereits erläutert, warum das Infektionsrisiko in unserem Beruf gigantisch ist und um Potenzen über dem anderer Berufe liegt.

    Aus meiner Sicht sollte dieses sich gegenseitige Hinweisen auf den Irrsinn dazu führen, dass mehr KuK aktiv werden, sich aktiv zu wehren!

    Ich für meinen Teil habe verschiedene Mails an den Philologenverband, Herrn Meidinger, Frau Prien und diverse andere geschrieben.

    Aus deiner Ironie bezüglich "schwere Coronainfektion, die uns defintiv allen bevorstehen wird" entehme ich, dass du glaubst, dass das ja alles gar nicht so schlimm ist. Genau deshalb ist es so wichtig einmal aufzuzeigen, was man da überhaupt mit uns Liquidatoren äh Lehrern vorhat.

    So eine Erwartungshaltung empfinde ich auch als unsozial den 70% der Bevölkerung gegenüber, die aktuell normal arbeiten, und sich da auch an der ein oder anderen Stelle einem Restrisiko ausgesetzt sehen.

    Und das ist die nächste Dreistigkeit. Wer hat denn bitte nicht normal gearbeitet? Du, was? Ich kann mir hunderprozentig auf die Fahne schreiben, dass ich meine Wochenstunden vollumfänglich erfüllt habe. Ich habe "normal" gearbeitet, zwar unter anderen Arbeitsbedingungen (von zuhause), aber sich hier hinzustellen man würde nicht zu dem 70% der arbeitenden Bevölkerung zu gehören ist eine ziemliche Frechheit.

    Diese Arbeit lässt sich im Home Office unter sicheren Bedingungen auch weiterhin durchführen und optimieren.

    Normalerweise müssten die Gewerkschaften bzw. Personalräte da ordentlich Druck machen, dass vor Öffnung der Schulen grundlegende Schutzmaßnahmen eingehalten werden. In der Industrie hat teilweiser jeder eine Schutzmaske auf. Bei uns gab es noch nicht mal ausreichend Seife. Desinfektionsmittel nur begrenzt und "abgelaufen".

    Der Präsident des Lehrerverbands plädiert sogar für ein baldiges Öffnen der Schulen. Es ist einfach unglaublich.

    Ob wir die Schulträger mal ansprechen sollen, dass sie bitte Plexiglasscheiben zwischen dem Pult und den Kinder aufbauen sollen?

    Nicht einmal so ein Mindestmaß an Sicherheit wird mal uns zugestehen. Ich meine das hat man ja selbst in Supermärkten und da schwätzt man in der Regel nicht mit der Kassiererin.

    Wie sieht es aus, wenn die Schüler bzw. deren Eltern nicht mal eben Zugang zum Internet, zu digitalen Medien etc haben?

    Ja, dann muss der Staat schleunigst dafür sorgen, dass dieser Zugang Grundrecht wird.

    Aber um Gottes Willen, aus dieser Argumentation macht man in einer Epidemie nicht die Schulen auf.

    Meine Schüler WOLLEN zum großen Teil lernen, aber sie sind leider nicht so intelligent und haben Hörschädigung, die sie zusätzlich benachteiligt. Sie brauchen auch nicht rund um die Uhr einen Lehrer der neben ihnen steht, aber sie lernen in Beziehung einfach besser und erfolgreicher.

    Wenn sie wollen, dann ist doch schon einmal eine wichtige Voraussetzung gegeben. Verstehe auch nicht, warum die Hörschädigung jetzt gerade ein Problem für das Homeschooling darstellen soll. Eventuell entfällt für diese SuS dann ja ein akustisch schwer zu verfolgendes Unterrichtsgespräch?

    Dann sagen wir doch gleich, dass wer schon in der Grundschule zeigt, dass er nicht so gut lernen kann oder will, es nicht wert ist, weiter gefördert zu werden...

    Ich habe doch nicht gesagt, dass man diese SuS nicht fördern soll:

    Klar sollten wir als Lehrer versuchen, dafür werden wir bezahlt, dann eben aus der Ferne so gut zu beschulen, wie es geht.

    Was aber absolut nicht geht, und da stehe ich zu meiner Meinung, ist, nur, weil es durch direkten Kontakt besser ginge, deshalb die Schulen zu öffnen.

    Da muss man aus dem Online-Teaching versuchen das Beste rauszuholen, aber eben mehr nicht!

    Sie brauchen auch nicht rund um die Uhr einen Lehrer der neben ihnen steht, aber sie lernen in Beziehung einfach besser und erfolgreicher.

    Ja nun, aber deshalb macht man doch nicht leichtsinnigerweise Schulen auf. Meine Frisur ist auch besser, wenn ich zum Friseur gehe und in vielen Wirtschaftsbetrieben arbeitet man auch effizienter, wenn man nicht nur home office macht.

    Es ist aber nun einmal nicht lebensnotwendig und du schreibst selbst, das es ja zumindest grundlegend funktioniert.

    Aber ich möchte, dass schwächere oder benachteiligte Kinder die Zeit bekommen, die ihnen jetzt gerade genommen wird, damit sie, egal wo sie herkommen oder welche Benachteiligung sie mitbringen, zumindest eine Chance auf bessere Bildung und ggf. sozialen Aufstieg haben!

    Und wie willst du das erreichen? Also doch die Schulen öffnen?!

    hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, wie SuS mit schwachem oder sogar ohne schulischem Abschluss eine Ausbildung schaffen sollen? Oder sollen "solche Leute" deiner Meinung nach zeitlebens als ungelernte Arbeitskräfte arbeiten?

    Das betrifft in der Corona-Krise doch deutschlandweit die SuS. Deine SuS konkurrieren doch dann mit SuS anderer Schulen um die Ausbildungsplätze.

    Die Unternehmen haben doch keine Wahl und müssen zwangsläufig auch diese SuS einstellen.

    Und die, die trotz Corona den Hauptschulabschluss oder was auch immer schaffen, die sind vermutlich dann die, die ohne Corona eh einen besseren Schnitt gehabt hätten und sich im Bewerbungsgespräch durchgesetzt hätten.

    Das verschiebt doch nur das Ganze.

    Das wahre Problem ist, dass diese ganzen Abschlüsse doch eh nicht viel aussagen. Ein Abitur in Bayern und ein Abitur in Bremen, da können Welten dazwischen liegen. Vermutlich manchmal größere Abstände als zwischen Abitur und niedrigerem Bildungsabschluss in manchem Land.

    Anstatt SuS zu einem Hauptschulabschluss regelrecht zu tragen, sollte man doch lieber darüber gesellschaftlich darüber nachdenken, ob diese Leute nicht eben praktische Dinge machen sollten.

    Na klar, laut Firelilly sind sie dann ja in guter Gesellschaft von anderen Verlierern...

    Was sind denn Verlierer? Wer soll denn meine Haare schneiden oder meine Nägel machen? Jemand, der im gymnasialen Mathematikunterricht immer Herleitungen raushaut?

    Was ist denn eigentlich eure Vorstellung, dass alle SuS nach Möglichkeit das Abitur bekommen sollten? Was sagt das Abitur dann noch aus?

    Es muss einfach auch Menschen geben, die mit den Händen arbeiten und nicht mit dem Kopf.

    Und wer eher welche Aufgaben später in der Gesellschaft übernehmen kann, das zeigt sich doch aus der Nutzung der momentan vorhandenen Möglichkeiten.

    Ich finde es vollkommen richtig, dass die Leute, die Online-Teaching besser nutzen können, eben auch bessere Ergebnisse erzielen und auf lange Sicht eben auch Berufe ergreifen, wo man diese Fähigkeiten benötigt.

    Wer in dieser Corona-Krise zeigt, dass er oder sie diese Fähigkeiten nicht hat, der macht eben besser Anderes.

    Klar, optimal wäre man könnte jeden Schüler rund um die Uhr perfekt fördern. Aber das geht halt jetzt nicht und das ist doch einfach normal in so einer Situation.

    Dass man deshalb auf lebensmüde Gedanken kommt, man müsse jetzt irgendwie die Schulen öffnen, weil manche besser mit dem Angebot klarkommen als andere... owei.

    Dann plädiere ich nach der Corona-Krise auf Schulschließung, weil man endlich mal die bevorteiligen würde, die in der Schule den Mund nicht aufbekommen, schlechte Mitarbeitsnoten bekommen und die deshalb in der Konkurrenz um Arbeitsplätze den Kürzeren ziehen.

    Die Schüler meiner eigenen Klasse (8. Hauptschulklasse) haben dagegen deutlich weniger oder auch gar keine Unterstützung zu Hause. Und obwohl ich den Online-Unterricht nach meinen besten Möglichkeiten gestalte, ist er bei Weitem nicht so effektiv wie das täglich gemeinsame Lernen. Sobald das Thema komplexer wird, geht nur noch sehr wenig. Wenn die Schule bis Sommer geschlossen bleiben würde, würde ich allen Eltern empfehlen, dass ihre Kinder die 8. Klasse wiederholen, damit sie nächstes Jahr einen guten Abschluss machen können.

    Diese Schere macht mir zunehmend Bauchweh als Lehrerin. Als Mama bin ich dagegen sehr froh, dass mein Kind keine / kaum Nachteile aus dieser Situation davontragen wird. Mit diesem inneren Widerspruch kann ich manchmal nur schwer umgehen.

    Ich habe da weniger Bauchschmerzen. Die Gesundheit geht vor, alles andere ist verrückt und im wahrsten Sinne des Wortes lebensmüde.

    Klar sollten wir als Lehrer versuchen, dafür werden wir bezahlt, dann eben aus der Ferne so gut zu beschulen, wie es geht.

    Wenn sich dann eher die SuS "durchsetzen", die eben selbstständiger sind, kognitiv stärker sind und mit dem eigenständigen Arbeiten anhand von Musterlösungen und Material besser wegkommen, dann ist das gar nicht so schlimm.

    Die anderen sind anscheinend eh besser aufgehoben in praktischen Berufen (Einzelhandel oder z.B. die Altenpflege sucht händeringend!).

    Und, da das deutschlandweit so ist, dass die eher schwachen SuS eben keine guten Noten bekommen werden bei ihren Abschlüssen (oder von mir aus auch die Quote der Abschlüsse sinkt), ist man dann mit schwachem oder fehlendem Abschluss in guter Gesellschaft.

    Anstatt so viele Sorgen zu machen, wie man in die, die ohne einen neben ihm stehenden Lehrer nichts lernen (das alleine sagt schon alles aus, finde ich), doch noch auf einen bestimmten Bildungsstandard bringt, könnte man sich eher Gedanken machen, wie man solche Leute in die Gesellschaft einbindet.

    Keine Ahnung, Betrieben Bonuszahlungen geben, wenn Sie Schulversager (aufgrund von Corona) Ausbildungsplätze (z.B. in der Altenpflege usw.) zur Verfügung stellen.

    Das Zwangsbeschulen von SuS die weder wollen noch können halte ich seit jeher für ziemlich sinnbefreit. Solche Leute sollten möglichst früh und zügig praktisch arbeiten.

    Aus so einem Grund nun die Schulen wieder zu öffnen und das absolute Infektionsparadies zu schaffen halte ich für total daneben.

    Die müssen aber vor der Prüfung keinen Unterricht mehr haben. Als zumindest bei uns wird es so gemacht, dass die Schulen schon mal sicher erst nach den Maturprüfungen wieder öffnen.

    Klingt vernünftig. Bei uns plant man beides parallel abzuhalten. Sicher ist es noch nicht, aber die Tendenz besteht dazu. Mit anderen Worten, wenn es nach dem Ministerium gehen würde, dann wären die Schulen direkt am 20.04. wieder komplett offen. Man behält sich lediglich vor es nicht zu tun, wenn von höherer Instanz ein Verbot kommt.

    Und ich habe in den letzten Wochen gemerkt, dass das nichts für mich wäre. Ich bin nicht für Büroarbeit und Home Office gemacht. Mir fehlt die Schule.

    Mir gefällt es sehr gut. Also sowohl das home office, als auch Mai. Sie macht immer viele Chemie-Videos, die ich meinen SuS durchaus auch empfehlen kann.

    Tolle Arbeit, tolle Frau. Wir heißen Naturwissenschaftlerinnen müssen zusammenhalten.

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