Darüber hinaus hast du im Unterricht eine andere Präsenzanforderung als in Fächern ohne potentielles Unfallrisiko.
Beispiel Projektwoche Chemie:
Wir bieten eine Chemieprojektwoche für die Mittelstufe an, in der die SuS eigentlich durchgängig experimentieren, auswerten usw.
Es braucht jedes Mal sehr viel Zeit die Materialien und Chemikalien für die einzelen Stationen bereitzustellen (man kann schlecht die Aufbewahrungsgefäße hinstellen, die werden verunreinigt) und man ist von vormittags bis zum frühen Nachmittag konstant im Einsatz, weil man ständig die SuS im Labor beaufsichtigen muss und ständig helfen muss. Die Chemie-KuK gehen nach dieser Woche alle am Stock. Wir sind eine kleine Fachschaft und im Dauereinsatz in diesen Tagen, selbst bei Doppelbesetzung schlaucht es total. Ab und an muss man doch auf Toilette und kommt ins Lehrerzimmer, wo KuK korrigieren, lachen, schwätzen. Wie geht das? Na so!
-> Beispiel: Religion in der Projektwoche
Die Religionsfachschaft richtet in der Zeit die Projektwoche für die Unterstufe aus. Die SuS bekommen verschiedene Bibelstellen, sowie den Auftrag diese visuell zu gestalten, Texte dazu zu schreiben oder eine Art kleines Theaterstück dazu zu entwickeln.
Die Arbeitsaufträge und Texte werden kopiert (Vorbereitungszeit ein minimaler Bruchteil dessen, was die Experimente der Chemie bedürfen), mit einer Instruktion am Montag morgen an die SuS verteilt und dann die SuS nur noch beaufsichtigt. Dabei wechseln sich die Religionskollegen locker ab, die SuS arbeiten in kleinen Gruppen in der Aula, dem Klassenraum und an verschiedenen anderen Sitzgelegenheiten der Schule. Ab und an schlendert man da als Religionslehrer mal vorbei, fragt man nach Fortschritten. Dann geht man zurück ins Lehrerzimmer, korrigiert oder chillt einfach entspannt ne Runde.
Am Freitag setzt man sich gemütlich hinten ins Klassenzimmer und lauscht den Präsentationen der SuS. Pünktlich Freitag Mittag startet man schon vorentspannt in das Wochenende. O-Ton:"Nach der Projektwoche bin ich immer sowas von entspannt, da habe ich immer richtig neu Kraft. Und der Korrekturstapel ist auch weg".
Die Chemiefachschaft muss Freitag Mittag erstmal die ganzen Chemikalien und Gerätschaften wegräumen (oftmals noch sauber machen, da SuS das doch nicht so richtig machen und die Spülmaschine eh gleich voll ist) und geht am späteren Nachmittag hundemüde, gestress und ko ins Wochenende. Dort wartet dann der Korrekturstapel.
Den SuS machts riesig Spaß und Naturwissenschaft läuft bei uns an der Schule... aber auf Kosten der KuK, die das aber natürlich der Kinderaugen wegen in der Form weitermachen. Fast alle anderen Fachschaften lassen die SuS irgendetwas ausarbeiten und beaufsichtigen ganz locker. Eine Fachschaft ist sogar so geschickt und bildet ältere SuS dazu aus die Unterstufenschüler zu beschäftigen und chillt dann noch mehr.
Ähnlich beschissen wie in Chemieprojektwochen läuft es übrigens für Biologen im mündlichen Abitur: Während andere KuK korrigieren und chillen, sich Prüfungen anschauen, müssen die Biologen, weil jeder Idiot Bio als Naturwissenschaft im mündl. Abi wählt, unzählige Prüfungen vorbereiten und im Akkord abnehmen. Auf Teilzeit nimmt man natürlich keine Rücksicht, denn es ist ja Abitur. Also schön 25 Prüfungen vorbereiten und abarbeiten. Chemie / Bio ist eine Todeskombo bei uns.
Meine Empfehlung: Nimm Sport, Reli, Musik oder Kunst als Fach zu Chemie.