Ich habe heute von 8 bis 16 unterrichtet, I-Schüler waren unter anderem auch dabei. Die Obetstufenklsuren liegen weiterhin ungelesen auf dem Schreibtisch. Ich weiß nicht, wo man um 12 Uhr Feierabend haben kann, in HH selten.
Kann ich auch nicht nachvollziehen, mal abgesehen davon, dass ich eh einen grauenvollen Stundenplan habe, so liegt zuhause immer Arbeit, selbst, wenn es "nur" die Vorbereitung des Unterrichts vom Folgetag ist.
Ich bekomme schon immer einen Hals, wenn die Schulbegleiterinnen oder die Hausmeister einem einen schönen Feierabend wünschen, oder so etwas sagen wie "heute aber mal früh Schluss, was?". Das ist gar nicht böse gemeint, aber es ist Ausdruck dessen, dass fast alle Menschen (selbst Mitarbeiter des Schulsystems, die nicht Lehrer sind) bewusst oder unbewusst glauben, dass man als Lehrer frei hat, wenn man nach hause kommt.
Das merke ich so oft. Vielleicht denken die Personen nicht darüber nach, würden auf Nachfrage schon selber darauf kommen, dass dem nicht so ist.
Aber unreflektiert / nicht nachgedacht ist anscheinend der Grundgedanke von 95% der Menschen, dass man als Lehrer Feierabend hat, wenn man das Schulgebäude verlässt.
An welcher Schulform unterrichtet Hannelotti, dass so etwas tatsächlich möglich ist?!
Ich sag es euch ganz ehrlich, wenn ich um 12.00 Uhr, oder von mir aus auch später nach hause kommen würde und müsste nichts mehr machen, dann würde ich mich nicht mehr über das Gehalt ärgern.
Wenn der Lehrerberuf ein Halbtagsjob wäre, dann wäre ich mit Sicherheit total entspannt und würde sogar mit weniger als A13 zufrieden sein. Das wäre dann immer noch eine passable Work-Life-Balance.
Die Realität ist aber, dass es ein Stressjob mit unzähligen Überstunden ist, weil das Unterrichten an sich nur einen kleinen Bruchteil der Arbeit ausmacht und man zu so vielen Dingen gezwungen wird.
Entweder Hannelotti möchte provozieren (kann man ja mal machen ;)) oder ich habe das falsche Bundesland, die falschen Fächer oder die falsche Schulform gewählt.