Beiträge von Firelilly

    Ich habe heute von 8 bis 16 unterrichtet, I-Schüler waren unter anderem auch dabei. Die Obetstufenklsuren liegen weiterhin ungelesen auf dem Schreibtisch. Ich weiß nicht, wo man um 12 Uhr Feierabend haben kann, in HH selten.

    Kann ich auch nicht nachvollziehen, mal abgesehen davon, dass ich eh einen grauenvollen Stundenplan habe, so liegt zuhause immer Arbeit, selbst, wenn es "nur" die Vorbereitung des Unterrichts vom Folgetag ist.
    Ich bekomme schon immer einen Hals, wenn die Schulbegleiterinnen oder die Hausmeister einem einen schönen Feierabend wünschen, oder so etwas sagen wie "heute aber mal früh Schluss, was?". Das ist gar nicht böse gemeint, aber es ist Ausdruck dessen, dass fast alle Menschen (selbst Mitarbeiter des Schulsystems, die nicht Lehrer sind) bewusst oder unbewusst glauben, dass man als Lehrer frei hat, wenn man nach hause kommt.
    Das merke ich so oft. Vielleicht denken die Personen nicht darüber nach, würden auf Nachfrage schon selber darauf kommen, dass dem nicht so ist.
    Aber unreflektiert / nicht nachgedacht ist anscheinend der Grundgedanke von 95% der Menschen, dass man als Lehrer Feierabend hat, wenn man das Schulgebäude verlässt.

    An welcher Schulform unterrichtet Hannelotti, dass so etwas tatsächlich möglich ist?!

    Ich sag es euch ganz ehrlich, wenn ich um 12.00 Uhr, oder von mir aus auch später nach hause kommen würde und müsste nichts mehr machen, dann würde ich mich nicht mehr über das Gehalt ärgern.
    Wenn der Lehrerberuf ein Halbtagsjob wäre, dann wäre ich mit Sicherheit total entspannt und würde sogar mit weniger als A13 zufrieden sein. Das wäre dann immer noch eine passable Work-Life-Balance.
    Die Realität ist aber, dass es ein Stressjob mit unzähligen Überstunden ist, weil das Unterrichten an sich nur einen kleinen Bruchteil der Arbeit ausmacht und man zu so vielen Dingen gezwungen wird.
    Entweder Hannelotti möchte provozieren (kann man ja mal machen ;)) oder ich habe das falsche Bundesland, die falschen Fächer oder die falsche Schulform gewählt.

    Wieviele Kollegen kennst du denn, die sich aufgrund der Weigerung eine Klassenfahrt zu begleiten, ein Disziplinarverfahren bekommen haben?

    Zugegeben nur einen Kollegen (und das nicht an derselben Schule, aber es ist der Mann einer Kollegin bei uns), das ist also nicht statistisch siginifkant, das ist mir auch klar. Aber wie belastend so ein Verfahren sein kann, wenn es denn dazu kommt, hat sich da auch gezeigt. Einziger Auswerg konnte dann sein, dass er ein ärztliches Gutachten bekommt, dass er einfach nicht auf Klassenfahrten kann. Im Zuge dieser ganzen Scherereien mit der Schulleitung der anderen Schule ist er dann psychosomatisch erkrankt und mittlerweile in Frühpension. Aber nicht mal gegen seinen Willen, soweit ich das mitbekomme habe. Da er eine zusätzliche Dienstunfähigkeitsversicherung hatte, hat er nach einiger finanzieller Kalkukation dann entschieden, dass er sich lieber gleich ganz dienstunfähig schreiben lässt. Wie das jetzt ganz genau war, weiß ich nicht, könnte ich aber nachfragen, denn seine Frau sitzt bei mir am Tisch im Lehrerzimmer.
    Sie war es eben auch, die sehr eindrücklich davor gewarnt sich mit dem Dienstherrn anzulegen, wenn man nicht bereit (oder versicherungstechnisch nicht in der Lage) ist, im Notfall die ganze Strecke zu gehen. Und unsere Schulleitung würde mit Sicherheit ebenso reagieren, wenn man sich weigert auf Klassenfahrt zu gehen. "SLH lässt niemanden ungeschoren davonkommen"

    Firelilly: Klassenfahrtziele kann ich mir doch sogar selbst organisieren. Und dann soll der Arbeitgeber mal schön für eine Fahrt in die USA, Singapur, Mongolei, Norwegen oder so bezahlen. Hat doch in Berlin schon mal geklappt vor ein paar Jahren mit New York.

    Ja, ich gebe zu, das wäre schon deutlich attraktiver, wenn man dem Diensherrn so zumindest was aufbrummen könnte.
    Aber auch da hat man hier gleich schön den Finger drauf:
    Die maximalen Kosten sind nach oben hin stark begrenzt und liegen so gering, dass man eben bei der Unterkunft und den Zielen nur Schmalspur machen kann (die sozial schwachen Familien müssen die Reise ja auch finanzieren können). Dafür hat unsere Schulleitung schon gesorgt. Das würde also von Vornherein gar nicht erst genehmigt, wenn man die Reise so plant, dass es einem da auch gut gehen könnte.
    Was auch eine riesige Frechheit ist, dass man z.B. nicht als Programmpunkt für den letzten Abend ein gemeinsames Essen im Restaurant angeben kann (siehe der Thread mit dem Geschäftsessen mit den Kunden im Restaurant auf Firmenkosten). Das würde der Dienstherr niemals erstatten, so die Schulleitung. Alles, was einem zugesteht ist trocken Brot, Tee und vielleicht Spaghetti Bolognese aus einem Riesentopf einer Jugendherberge.
    Sobald man sich da besser verpflegen möchte wird das nicht genehmigt, selbst, wenn man Restaurantbesuche, Cafebesuche etc. so mit einkalkuliert, dass man unter den Maximalkosten der Klassenfahrt bleibt.
    Man könne froh sein ein eigenes Zimmer in der Jugendherberge zu bekommen.
    Kann sein, dass Berlin seinen Lehrern mehr bietet (würde mich nicht wundern), aber in SLH kannst du eine Fahrt gar nicht so organisieren, dass einen amtsangemessenen Standard gibt.

    Wenn du nicht fahren willst, fährst du eben nicht. Schon gar nicht, wenn du das selbst bezahlen sollst. Dazu gibt es auch schon einen Thread. Wenn jemand anderes die Fahrt organisiert, ich sie nicht bezahlen muss und mir das mit der Lerngruppe vorstellen kann, fahre ich auch mal auf Studienfahrt. Das ist bisher aber erst ein mal vorgekommen. Als Klassenleitung mache ich gerne Tagesausflüge bis maximal eine Übernachtung in der Region, an Orte, die mich interessieren und für die ich auch privat Geld ausgeben würde.
    Als Beamter kann man mich ja glücklicherweise zu fast nichts zwingen.

    Und ob man Beamte zu etwas zwingen kann. Sag du in SLH mal, dass du keine Klassenfahrt machst. Dann kloppt man dir ein Disziplinarverfahren um die Ohren, weil du deine Dienstpflicht verletzt.
    Das einzige, wie man rechtlich sauber aus so einer Mehrarbeit herauskommst ist, wenn man kurzfristig erkrankt.
    Es scheint ja in anderen Bundesländern humaner zuzugehen, aber in SLH ist man vieler Rechte beraubt und es kann von oben extrem viel angeordnet werden, gerade auch bei Beamten!

    Das einzige, und da gebe ich dir recht ist, dass man das nicht selber bezahlen muss. Aber das Geld für die Lehrkräfte aufzutreiben ist für den Dienstherrn nie das Problem, da man halt genötigt wird in einfachsten Jugendherbergen unterzukommen, die man privat natürlich nie von innen sehen würde. So ist genug Geld da um den Lehreranteil zu übernehmen. Alles möglichst billig.
    Natürlich versteckt sich der Dienstherr dann wieder hinter der Aussage, dass die sozial schwachen Familien sich keine teurere Unterkunft auf der Fahrt leisten könnten. Als Lehrer musst das dann eben doch Orte besuchen, für die du privat nie Geld ausgeben würdest.

    Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass der Dienstherr das durch die gegenüber anderen Bundesländern erhöhte Pflichtstundenzahl eingesparte Gehalt, sowie das entfallene Weihnachtsgeld, genau für solche Zwecke benutzt.
    Mit anderen Worten, der Dienstherr enthält den Lehrern in Schleswig-Holstein einen Teil ihres Gehalts (erhöhte Pflichtstundenzahl!), sowie deren Weihnachtsgeld vor, um die Lehrer mit diesem Geld dann auf Klassenfahrten in Jugendherbergen zu zwingen (Dienstpflicht!), indem er aus diesem eingesparten Topf dann den Lehreranteil übernehmen kann. Eigentlich ganz geschickt, die Eltern und Schüler freuen sich, dass die Lehrer das machen müssen und es ist sogar besser als kostenneutral, denn es wird rechtlich nicht nur keine Mehrarbeit fällig, sondern es ist sogar quasi vom eigenen Lehrergehalt bezahlt.
    Und so kann der Dienstherr strahlen, sich hinstellen und behaupten: "Kein Lehrer muss auf Klassenfahrt fahren, wenn er die Kosten dafür selber tragen müsste". Macht er aber, er wird halt an anderer Stelle dafür geschröpft.

    Bei uns wird niemand zu Dienstreisen gezwungen. In Gehaltsklasse 100000 Euro plus interessieren Ruhezeiten niemanden. Da fliegst du in die USA, flitzt zum ersten Geschäftstermin, hast noch ein Kundenabendessen bis 23 Uhr, übernachtest einmal, fliegst zurück und bist am nächsten Tag zurück im Büro.

    Joa und bei uns in SLH gibt es die Dienstpflicht, da wird völlig frei darüber verfügt. Wenn die Schulleitung eine bestimmte Klassenstufe zuteilt, dann steht fest, Dienstfahrt ohne wenn und aber.
    Auf der interessieren die Ruhezeiten dann auch nicht. Da fliegt man übrigens ebenfalls (bzw. quält sich sogar manchmal stundenlang in einem schäbigen Bus), hat aber am ersten Tag eventuell nicht mal um 23 Uhr Schluss, sondern vielleicht erst weit nach Mitternacht.
    Schön, dass du das Kundenabendessen erwähnst. Meinst du, das kann mit dem Jugendherbergsessen (Hagebuttentee vom Feinsten!) mithalten? Oder ist das eher nur so ein Restaurant, wo man man auf Firmenkosten mit den Kunden speist? Ja, da hat man es als Lehrer mit der Großküche (totgekochte Spaghetti Bolognese gibts doch meist am ersten Abend oder?) natürlich gleich mal besser getroffen. Wie übernachtet die Person eigentlich? Im Jugendherbergszimmer auf im Fünf-Städte-Heim auf Sylt, wo nachts ein Lärm ist, oder vielleicht doch etwa in einem Hotel?
    Und "am nächsten Tag" bist du da auch nicht schon zurück im Büro bzw. der Schule, das ganze darfst du dir non stop 5 Tage durch geben.

    Es wird immer so von amtsangemessener Alimentierung geschrieben und ich lese hier so oft, dass Lehrer gut verdienen. Also irgendwie sehe ich da einen eklatanten Widerspruch, wenn der Landesbeamte mit A13 wirklich so ein respektierter Mitarbeiter ist, warum dann Hagebuttentee und Jugendherberge?
    Ganz ehrlich, ich möcht denjenigen in der freien Wirtschaft sehen, der mit vergleichbarem Studium von seinem Arbeitgeber in eine Jugendherberge bei Hagebuttentee und totgekochten Spaghetti Bolognese geschickt wird, und dann nicht schaut, ob er nicht ein besseres Unternehmen findet. Das ist doch kein angemessener Zustand, das kann man vielleicht als Jugendliche bei den Pfadfindern mal ertragen, aber nicht als erwachsene Frau mit Hochschulstudium. Andere mit Diplom bekommen von einer Fortbildung mit Unterbringung im schnieken Hotel noch einen Geschenkkorb mit Wein und Käse mit (alles erlebt bei meinem Ex!).
    Ich verlange ja gar nicht, dass der Staat mir das bieten soll, aber verdammte Axt, wenn nicht, dann darf er mich gefälligst nicht dazu zwingen das über mich ergehen zu lassen.
    Das ist nicht amtsangemessen!

    in dem er ohne Reisebereitschaft

    Lehrer werden doch auch gezwungen zu reisen und dabei sogar komplett durch zu arbeiten bzw. in Bereitschaft zu sein.
    Also sollte man schon zum Vergleich jemanden heranziehen, der auf einer Dienstreise z.B. eine Woche durchgängig 24h pro Tag arbeitet bzw. erreichbar ist. Ich denke alleine dieser Service würde sich im Gehalt deutlich bemerkbar machen. Das ginge vermutlich nur über üppige Sonderzahlungen, da Ruhezeiten nicht eingehalten werden.

    Ich kann diese Mär vom fachlich ach so anspruchsvollen Studium fürs gymnasiale Lehramt nicht mehr hören.

    Zwischen dem Mathematikstudium für die Grundschule und dem fürs Gymnasium liegen Welten.
    Es mag Fächer geben, die für einen normal intelligenten Menschen mit ein bisschen Fleiß im gesamten Studium keinerlei nennenswerte Hürden aufweisen. Bei den Fächern kann es sein, dass, wenn man einfach einen gesamten Abiturjahrgang nehmen und da reinstecken würde, ein Großteil das schaffen könnte.
    Bei Fächern wie Physik oder Mathematik, tendenziell auch Chemie hört das aber auf. Das würde nur ein Bruchteil der Abiturienten überhaupt bestehen.
    Ja, diese Fächer sind fürs gymnasiale Lehramt im Anspruch nicht mit dem Studium für Grundschullehramt zu vergleichen.

    Man kann sich hier wie dort um die anspruchsvolleren Dozenten herumdrücken, wenn man schwach auf der Brust ist. Ich würde da eher von anderen Prioritäten/Schwerpunktsetzungen sprechen.

    Und da sieht man mal wieder, dass die Fächer Physik, Mathematik und Chemie eine Sonderstellung haben. Da bringt es gar nichts "anspruchsvollen Dozenten" aus dem Weg zu gehen.
    Wenn du da "schwach auf der Brust bist" dann fliegst du durch die Klausur, wirst gar nicht erst zum Praktikum zugelassen und so weiter.
    Die Hürde durch ein Physik Hauptstudium zu kommen ist deshalb so hoch, weil selbst der "anspruchsloseste" Dozent nicht darum herumkommt komplexe Mathematik zu verlangen. Denn so ist die Natur eben.
    Entweder man eignet sich dieses an, oder man scheitert schlicht. Da reicht ein bisschen Herumlavieren und den "chilligsten" Dozenten heraussuchen nicht.
    Ich glaube das ist echt ein fundamentaler Unterschied zu z.B. Gesellschaftswissenschaft.

    Jetzt studiert er nochmal: Lehramt Sek I...
    Noch Fragen?

    Joa, dann warts mal ab, was er macht, wenn ihm die Hauptschulklassen total den Nerv rauben, er dann merkt, dass er den bei der Bundeswehr erlernten Befehlston nicht auf die heiligen kleinen Stressmacher übertragen darf (obwohl es vermutlich wirken würde), weil sofort die Eltern auf der Matte stehen und die Schulleitung ihn rügt doch pädagogischer zu agieren. Das Ganze dann für ein Gehalt, was im Vergleich zur Versicherung als kleines Schmerzensgeld erscheint.
    Ja, es kann sein, dass er als Lehrer glücklich wird. Es kann aber auch gut sein, dass es nicht eintritt.
    Wie ich bei unseren Quereinsteigern, wenn sie denn mal in kleiner Runde ganz offen waren, rausgehört habe, waren da schon so Sätze wie "der Beruf ist viel mehr Arbeit und Stress, als ich erwartet habe" oder "da hätte ich gleich bei meinem alten Chef bleiben können, es ist verrückt, wieviel Stress sich Beamte gegenseitig machen können" (im Hinblick auf übereifrige Schulleitung) dabei.

    Franke, das viel wichtigere Thema deines Artikels sollte sein:
    Werden Lehrer durch die psychologischen Belastungen des Berufs häufiger krank? Treten psychosomatische Beschwerden bei Lehrern häufiger auf und wodurch werden diese ausgelöst?
    Das sollte dann darin münden, dass man über Entlastungen (weniger Pflichtstunden usw.) nachdenkt.
    Solange du nicht das Ziel hast anzuklagen, dass man ggf. Lehrern aufgrund von Krankheit die Verbeamtung verweigert, finde ich es nicht unterstützenswert. Gründe dafür hat Bolzbold genannt!

    Gibt durchaus Leute, die so was ehrenamtlich machen (wollen).

    Und so drückt sich der Dienstherr davor die Arbeit am Curriculum zu bezahlen. Ich halte gar nichts vom Ehrenamt, wenn dadurch die Preise für Menschen, die in dem Beruf darauf angewiesen sind Geld zu verdienen, kaputt gemacht werden.
    Man stelle sich vor, dass besagte Grundschule durch den Ehrenämtler enorm viele Arbeitsstunden einspart und die regulären Lehrkräfte die frei gewordene Zeit dazu nutzen ein umfangreiches Förderkonzept zu entwickeln oder sonst etwas. Und so ist halt ein Großteil der Pädagogen, die würden auf jeden Fall so etwas Ähnliches tun.
    Die Nachbarschule, die diesen "Luxus" eines Ehrenämtlers nicht hat bekommt Wind von den tollen Angeboten an der Schule und die Schulleitung (und so ist es immer (!)) beschließt, dass man auch entsprechend "attraktiv" für Schüler / Eltern werden muss. Tja, was wird gemacht?
    Die armen Beamten direkt oder indirekt genötigt Mehrarbeit zu leisten!
    Keine Unterstützung fürs Ehrenamt zum Wohle aller Kolleginnen und Kollegen!

    Mich ärgert es v.a., dass LuL anderer Schularten es nicht anerkennen, dass wir doch eigentlich das Gleiche leisten und verdienen.

    Zwei Stichworte: Oberstufenkurse mit Klausuren ; Abitur
    Für diese gibt es nicht einmal ansatzweise etwas Vergleichbares an der Grundschule.
    Das heißt nicht, dass dort nichts geleistet wird. Aber die Korrekturbelastung (zeitlich) und die Komplexität der Tätigkeit (Klausuren konzipieren korrigieren, bei denen die Punktevergabe über das abhaken von richtig / falsch hinausgeht.) Ich merke das immer, wenn ich einen Test in der 5. Klasse korrigiere, das geht schnell und nebenher kann ich Musik hören oder sonstetwas schauen.
    Wenn ich Chemie oder Biologie Oberstufe korrigiere, wo die SuS komplexen Satzbau verwenden und man immer sehr viel überlegen muss, ob und wieviel Punkte eine Lösung verdient, muss ich sehr konzentriert sein.
    Also wenn (!) man gleiches Gehalt ansetzt, dann muss man dafür am Gymnasium die Pflichtstunden um mindestens 5 pro Woche reduzieren.
    Ich behaupte eh, dass Grundschullehrer A13 und Gymnasiallehrer A14 bekommen sollten, um den gestiegenen Anforderungen (bei gleichzeitig keiner massiven Reduktion der Pflichtstunden) gerecht zu werden.

    Dann reduziere ich aber doch meine Stunden nicht, sondern die Zusatzaufgaben. Ich reduziere, wenn ich ein kleines Kind oder eine Oma zu versorgen habe. Wenn ich mehr Zeit für mich haben will. Wenn ich täglich 5 Stunden mit meinen Hund spazieren gehen will. Wenn ich einfach nur faul rumsitzen will. Aber doch nicht, um mehr zu arbeiten! Für weniger Geld.

    Also echt. Ich muss mich wirklich über sowas wundern.

    Das ist in den Kollegien allerdings mehr als üblich. Und der Dienstherr baut darauf!

    - die müssen springen, wenn der Chef "Spring" sagt (oder siehe oben)

    Ich verweise mal schön auf den Thread, in dem gerade diskutiert wird, dass Lehrer eine Urlaubssperre bekommen und in der Zeit Kisten einräumen und sortieren sollen.

    Und wenn ich mich mit all den Altenpflegern, Erziehern und Krankenschwestern in meinem Umfeld vergleiche, komme ich im Verhältnis ziemlich gut weg

    Es ist einfach kein Wunder, dass der Dienstherr von den Lehrern wie selbstverständlich verlangt Kindermädchen, Reiseveranstalter und neuerdings auch Möbelpacker zu spielen. Bei uns an der Schule haben sogar mal die Hausmeister gemeint, dass die Lehrer ja auch die Kotze von Schülern wegwischen könnten.
    Manche Lehrer sehen den Beruf ja anscheinend selber als einen, für den man kein Hochschulstudium braucht und vergleichen sich entsprechend.

    "Methylphenidat hemmt die Wiederaufnahme der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin, indem es deren Transporter in ihrer Funktion blockiert. Diese Transporter sitzen in der Zellmembran der präsynaptischen Nervenzellen und dienen einer schnellen Wiederaufnahme der Neurotransmitter"

    Du verstehst gar nicht, was du da zitierst, oder hast Du den Artikel auf Wikipedia nicht zuende gelesen?!?!

    Und selbst als ich alles eingepackt habe, was übrigens vielfach von mir privat finanziert wurde, ist bei jedem der Umzüge was verschwunden oder kaputt gegangen.

    Warum sollte sich dein Eigentum in diesen Umzugskartons befinden?! Also sorry, aber dafür habe ich Null Verständnis, man kauft doch nichts vom eigenen Geld, was der Dienstherr anschaffen müsste.

    Der Generalputz wurde von der Putzfirma durchgeführt. Wir mussten nichts putzen. Noch nicht mal Schränke.


    Das sollte ja auch so sein. Alles andere ist indiskutabel.


    Wir haben das während unserer Unterrichtszeit in der letzten Schulwoche erledigt. Nicht während der Freizeit.
    Und da es während der letzten Schulwoche war, hatten wir auch keine Vor- und Nachbereitungszeit mehr in der Woche. Außerdem hatten unsere Schüler 2 Tage schulfrei und dann hatten wir keinen Unterricht und konnten uns um unsere Angelegenheit kümmern.
    Im Schnitt haben wir in der Woche wesentlich weniger gearbeitet als in jeder Schulwoche. Keiner war noch lange nachmittags da oder musste gar abends was machen.

    Unter diesen Voraussetzungen würde ich natürlich auch mitarbeiten. Unter diesen Voraussetzungen würde ich sogar die Schränke ausputzen! Anstatt zu unterrichten einen Raum einzurichten, von mir aus. Fände ich sogar sinnvoll, mal den Unterricht ausfallen lassen, damit wir Chemikerinnen die Unterrichtsräume sortieren und ordnen können.
    Das aber zusätzlich machen, never ever. Und genau das wird ja von der Threaderstellerin verlangt. Zusätzlich zum Unterricht, nämlich in ihrer Ferienzeit.
    Absolutes no go, in den Ferien bekommt man mich da definitiv nicht für in die Schule.
    Da würde ich mich auch echt nicht verarschen lassen, also ganz ehrlich, entweder es wird wie bei Marie an der Schule gemacht, oder ohne mich. Ich kann immer noch nicht glauben, dass es hier um keinen fiktiven Fall geht. Ist ja unglaublich!

    Man kann argumentieren, wie man will, aber für das Ausräumen der Fachräume sind Lehrer verantwortlich.

    Letztlich muss ich sagen, dass es unbedingt notwendig ist, dass sich die Lehrer selbst drum kümmern, denn das kann man keiner Umzugfirma zumuten.

    Stimmt, das kann man keiner Umzugsfirma zumuten, deren Arbeiter für jede Stunde, die sie da arbeiten bezahlt werden. Es sollte von Lehrern in deren Freizeit erledigt werden, unentgeldlich.

    Da ich das nicht möchte, bin ich jedesmal mindestens 10 Stunden beschäftigt gewesen.

    Dazu kann ich echt nur sagen, selber schuld!

    Wenn mein Chemiefachraum umziehen muss in ein neues Gebäude, dann mache ich maximal Aufkleber an die Schränke oder einzelne Borde, farbcodiert.
    Da würden dann als Legende so Dinge darauf stehen wie:
    - Rübertransportieren und Inhalt genau so wieder einräumen
    - Inhalte entsorgen und Schrank danach sauberwischen
    Ich finde es schon dreist genug, dass wir unsere Putzfrauen nicht mehr anweisen sollen unsere Schränke zu wischen. Die seien ja nur für den Boden zuständig.
    Ich bin mit Sicherheit nicht für das Wischen von Schränken zuständig. Klar, wenn ich selber etwas verschütte oder mal hier oder da was wegwischen, macht man als Chemiker ständig.
    Aber so quasi mal einen Generalputz der Schränke? No way!
    Stellt euch mal vor das würde man anderen Akademikern aufdrücken einen Generalputz durchzuführen. Undenkbar.
    Es ist nicht die Tätigkeit, die ich ablehne. Wenn ich jede Stunde, die ich putze, zu A13 angemessenem Gehalt abrechnen könnte, würde ich das sofort machen.
    Aber meine Arbeitsstunden sind komplett aufgebraucht (mehr als das, aber es wird mir ja nichtmal bezahlt!) mit Unterricht, Vor- und Nachbereitung und so weiter.
    Keinen Finger mehr, danke! Oder halt jede Stunde abgerechnet, dann wäre ich sofort am Start.
    Zu verschenken habe ich nichts!

    da wir als Kollegium den Umzug stemmen bzw. Kisten usw. auspacken und Räume herrichten sollen

    ^^ ^^ ^^
    Jetzt werden die Hochschulabsolventen auch schon als Umzugshelfer missbraucht?! Lehrer, wie tief ist der Berufsstand eigentlich gesunken.
    Naja, mal abgesehen davon, dass es sich natürlich um einen Trollbeitrag handelt, es würde einen ja fast nicht wundern, dass es mittlerweile so weit ist. Schließlich arbeitet man ja auch als Animateur und Reiseveranstalter auf Klassenfahrten.
    Aber mal als Gedankenexperiment, angenommen so eine Anweisung gäbe es wirklich. Was würde man machen? Sich das natürlich erstmal schriftlich geben lassen und remonstrieren?

    Aber offensichtlich scheinen die Bundesländer das hinzubekommen, sonst wären da auch schon kritische Stimmen aus den betroffenen Bundesländern selbst gekommen.

    In Schleswig-Holstein ist es eine reine Katastrophe mit den Auswüchsen der krampfhaft ausgelebten "Demokratie". Das schert den Dienstherrn nur halt nicht.
    Da hat man genau das:

    Ich habe das schon erlebt, wo Eltern mir Hinweise auf das familiäre Umfeld anderer Kinder geben wollten. Das ist immer gefärbt und von eigenen Interessen geprägt.
    Ich würde als Elternteil nicht wollen, dass ein anderes Elternteil meine Privatsphäre in solchen Konferenzen zum besten gibt.
    Und ich erlebe, dass Eltern über gewisse Kanäle herausbekommen wollen, wie andere Kinder notenmäßig stehen.
    Wir haben an unserer Schule immer wieder ein Whatsapp Problem, wo Eltern sich gegenseitig anfeinden.
    Ich mag Eltern nicht als Handlanger haben, die über andere Eltern urteilen und ihre Meinung kundgeben. Wenn man auf gleicher Ebene ist (also Elternebene) ist man nie frei von eigenen Interessen gegenüber Schule.

    Manche Kollegen finden das sogar noch toll, man sei dann ja so schön transparent und die Elternvertreter hätten ja ein Recht auch dabei zu sein und bla. Grausam.

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