Beiträge von Firelilly

    Bei uns ist es so geregelt: Handys haben ausgeschaltet in der Tasche zu sein und dürfen nur nach Aufforderung durch die Lehrkraft herausgeholt werden. Werden SuS mit Handy erwischt wird dieses eingesammelt und darf erst um 14.30 Uhr (egal wann die SuS Schluss haben) im Sekretariat abgeholt werden.

    Meine neuen Schüler stören laufend den Unterricht, indem sie auf ihrem Handy herum daddeln und dabei reden.

    Würde ich ausrasten, wenn die in meinem Unterricht am Handy spielen. Das machen die genau einmal. Sofort ist das Handy im Sekretariat, direkt darauf erfolgt ein Gespräch unter vier Augen in dem deutlich mache, dass ich dererlei Verhalten in keinster Weise dulde.

    Ich habe nur einmal einen Schüler gehabt, der sich davon nicht hat beeindrucken lassen und der einfach weiter gestört hat.
    Zeugnis 5 (mangelhaft) war dann dann das, was ich ihm immerhin noch "mitgeben" konnte, die meiste Zeit verbrachte er an einem extra Tisch mit dem Gesicht zur Wand oder bei offener Tür mit einem Tisch auf dem Flur. Eine Klassenstufe später war er dann nicht mehr an der Schule, weil er auch in anderem Unterricht so renitent aufgefallen ist und die Mitarbeit verweigert hat.

    Lasst euch doch nicht so etwas Dreistes gefallen!

    Ich hoffe, die Asymmetrie fällt auf. Wenn Lehrerinnen für hunderte von Euro Zeuch in die Schule schleppen, alles OK. Tausende Euro teure private Computer für die Schule benutzen, alles OK. Usw. Und wenn dann mal einen etwas in der Schule druckt, kursiert hier der Begriff Diebstahl. Merkt ihr was?

    Das Land Schleswig-Holstein schuldet mir mittlerweile über 30 000 Euro Weihnachtsgeld, was unrechtmäßig zur Haushaltssanierung nicht ausgezahlt wurde. Das nenne ich mal Diebstahl!

    https://dbbsh.de/weihnachtsgeld/index.php

    Ich frage mich gerade, ob es irgendeinen anderen Berufsstand gibt, der sich über Doppelzimmerunterbringung auf Dienstreisen überhaupt Gedanken machen muss. Nichtmals als Azubis sind wir so untergebracht worden.

    Ich halt das auch nicht für zumutbar.

    Eine Freundin von mir, Reisebranche und keine gehobene Position im Unternehmen, hat sich darüber beschwert, dass auf der Dienstreise beim Essen im Restaurant nicht alle Getränke erstattet wurden, es war wohl ein langer, feuchtfröhlicher Abend. (Das gesamte Essen im Hotelrestaurant + zwei Getränke wohlgemerkt schon).

    Ich bin mittlerweile dazu übergegangen gar keine Klassenfahrten mehr zu machen (trotz Dienstpflicht). Es ist einfach nicht zumutbar von den Arbeitsbedingungen.

    Mit praktischen Arbeiten meinst du die Arbeit an Experimenten, oder? Tut mir leid, aber ich bin mit deinen Fächern weniger vertraut. Ich vermute mal, dass es auch hier fachliche Anforderungen gibt und dann kannst du anhand passender Kriterien überprüfen, ob der Schüler (m/w/d) diese im Rahmen der praktischen Arbeit erfüllt.

    Ich zitiere mal aus den Fachanforderungen Chemie in Schleswig-Holstein:

    "Entwicklung von Kompetenzen im Bereich Kommunikation in der Sekundarstufe I

    Die Schülerinnen und Schüler können … [ ]

    argumentieren

    ∙ Argumente sammeln und ordnen.

    ∙ passende Argumente auswählen.

    ∙ eigene Argumente entwickeln.

    ∙ einen Argumentationsprozess strukturieren.

    ∙ die Qualität von Argumenten beurteilen.

    ∙ in Diskussionen über naturwissenschaftliche Fragestellungen auf Argumente anderer eingehen

    und diese einordnen."

    Wenn wie in meinem vorherigen Beitrag die Aufgabenstellung lautet sich zu einem fachlichen Thema auszutauschen (z.B. wenn die SuS als HA etwas zu recherchieren hatten und darüber diskutieren sollen) und ich dann von einem Störenfried höre, dass er in der Gruppe über das Computerspiel "Fortnite" spricht, dann zeigt er eindeutig, dass er die hier zitierten Kompetenzen nicht hat.

    Weder sind seine Aussprüche passende Argumente, noch diskutiert er über naturwissenschaftliche Fragestellungen und geht dabei auf die Argumente anderer ein.

    Ganz klar, jegliche Unterrichtsstörung ist in sich schon das Zuschaustellen, dass man die Aufgabe nicht löst.

    Lehrer stellt der Klasse den Arbeitsauftrag: "Ermittelt die Verhältnisformen der angegeben Ionenverbindungen: Magnesiumnitrat...."

    Die Arbeitsphase beginnt, es tönt von Schüler/in XY klar hörbar "yo, wallah, gestern bei Fortnite habe ich richtig rasiert"

    Lehrer vergleicht die Aussage mit den erwarteten Verhältnisformeln und stellt fest, die Aussage ist falsch! Die Verhältnisformel hätte "Mg(NO_3)_2" heißen müssen und nicht "yo, wallah......". Der Lehrer weist den Schüler auf den Fehler hin und notiert eine schlechte Note, die Antwort, die er seinem Nachbarn mitgeteilt hat, ist völlig falsch. Der Schüler scheint das Prinzip Verhältnisformeln aufzustellen noch nicht verstanden zu haben.

    Kann ja sein, dass er es im Test oder so doch irgenwie kann (gibt es selten auch mal, ja!), doch das, was der Schüler zu der gegebenen Aufgabe zu gegebenem Zeitpunkt von sich gibt ist die falsche Antwort für die Aufgabenstellung und damit eine bewertbare Leistung.

    Und klar, wenn der Schüler sich berappelt und dann doch die Aufgaben löst kann man ja noch eine weitere Leistung notieren.

    Natürlich ganz klar in der Praxis, ich mache das nicht bei jeder Störung oder bei jedem Nebengespräch so. Ein bisschen "Puffer" hat jeder, das ist ja logisch. Aber bei Leuten die extrem stören, herumalbern oder nur Nebengespräche führen mache ich das genauso. Ich nehme ihre Äußerungen als Antwort zur gegebenen Aufgabenstellung als bewertbare Leistung.

    Und ja, ich schaue natürlich auch ins Heft dann. Sollten da ganz überraschend die Aufgaben schon fertig und richtig bearbeitet sein, dann bewerte ich das natürlich auch positiv. Zu 95 % hat der Störenfried aber die Aufgaben nicht oder nicht vollständig, wie denn auch, er ist ja nur am Stören und Ablenken.
    So habe ich dann dokumentiert, dass er die Aufgaben nicht hat.

    Ihr müsst euch doch mal bewusst machen, in dem Moment (in dem Zeitraum) wo jemand herumalbert, ablenkt, stört... kann er doch gerade gar nicht die Aufgabe lösen und zeigt doch also ganz offensichtlich, dass die Kompetenz (in genau diesem Moment!) nicht da ist.

    Wir bewerten doch keine Potentiale sondern messbare, beobachtbare Dinge.

    Ein "jaaaa, wenn XY nicht die ganze Zeit herumalbern wüüüüürde, dann kööööönte er ja vielleicht die Aufgabe lösen" ist doch vollkommen egal.

    Die aktuelle Aufgabe lautet "Ermittle die Verhältnisformeln" und da zeigt er / sie doch gerade, dass die Lösung falsch ist. Wer gar nicht erst an der Aufgabe arbeitet kann es doch nicht richtig haben.

    WEnn ein Schüler eine leere Klausur abgibt schreibe ich doch auch 0 Punkte hin und argumentiere nicht "ja das ist sein Verhalten, der hat halt aus dem Fenster geschaut, aber er hat nichts geschrieben, das sagt doch gar nichts aus, ob er es nicht vielleicht doch könnte".

    Genauso muss man jede Störung sehen.

    Und mich wundert es, wie man das anders sehen kann. Ganz ernsthaft.

    Das sind halt Fragen, die ich mir- geschlechtsunabhängig, denn die vom Verhalten her so richtig bösartigen- Exemplare sind bei uns mehrheitlich weiblich- immer stelle bei der Notengebung, um mir vor mir selbst sicher zu sein, dass ich das Verhalten dort benote, wo es benotet gehört, nämlich bei der Verhaltensnote, nicht aber bei der Fachnote, wo es wirklich nur um die rein fachliche Leistung geht. Anders lässt sich das meines Erachtens nicht sicherstellen, dass man tatsächlich fachliche Leistung bewertet, nicht auch Arbeitshaltung und Sozialverhalten.

    Ich verstehe all die KuK nicht, die Verhalten von der fachlichen Leistung trennen. Was ist denn die "rein fachliche" Leistung? Im Unterricht sind so viele Kompetenzen gefragt!

    In genau dem Moment, wo SuS laut herumplärren, "witzige" Kommentare in ihrer Peer-Group loslassen... machen sie ihre Aufgabe nicht, fachliche Minderleistung.

    In dem Moment, wo SuS beim Experimentieren die Federtasche des Nächsten klauen... arbeiten sie nicht am Experiment, schlechte Leistung.

    Wenn sie herumalbern statt ordentlich zu arbeiten verstoßen sie gegen viele fachliche Vorgaben zum Experimentieren.

    Ich behaupte 95% des negativen Verhaltens lässt sich ganz klar auch fachlich bewerten! Denn mindestens zu dem exakten Zeitpunkt dieses Verhaltens arbeiten sie nicht konstruktiv am Arbeitsauftrag.

    Und auch das Sozialverhalten kann absolut in die fachliche Note mit reinspielen. Wenn mein Arbeitsauftrag lautet sich gegenseitig auszutauschen zu einem bestimmten Thema und eine Person stellt sich in der Gruppe hin und inhaltlich sagt oder durchs Verhalten spiegelt: "Nee, mit euch rede ich nicht, ihr seid doof." und ich dann vorbeikomme und in die Diskussion reinlausche, mir Notizen mache, wer wie tiefgehend sachlich argumentiert, sich sich aber auch verbal gut ausdrückt, vielleicht auch andere mit einbindet, dann sind genau diese genannten Punkte Dinge, die ich für die fachliche Note heranziehe. Das sind Kompetenzen, die fachliche, kommunikative und soziale Teilbereiche haben, die alle in der Chemie bzw. Biologie Note Platz finden. Die Person die da stattdessen herumstänkert oder anderes Störverhalten in der Gruppe zeigt, die wird schlecht bewertet.

    Und da ist mir vollkommen egal, ob die Person richtig toll fachlich alles verstanden hat. Das ist gerade nicht das im Zentrum, was abgeprüft wird. Kann ja sein, dass der oder die dann in der Klausur 15 Punkte schreibt, die verrechne ich dann eben mit den andereren Punkten.

    Das sind alles Dinge, die man bewerten kann und meiner Meinung nach auch dringend muss, denn sie bilden die Anforderungen von Beruf und Studium gut ab. Auch da sind Engagement, Freundlichkeit, Konzentrationsfähigkeit, Frustrationstoleranz usw. Kompetenzen, die genau wie rein fachliches Know-How eine Rolle spielen.

    Ich finde es so verrückt, das gibt es KuK die einem Schüler, der ständig nur herumdödelt, der frech ist usw. dies nicht auch durch Noten spiegeln.

    Stellt euch mal jemanden in der Ausbildung vor, der bei Edeka fünf anderen Kollegen von ihrer Arbeit abhält, hereinkommende Kunden bepöbelt, sich mitten auf den Gang legt, aber dann weiter übernommen wird, weil er ja fachlich gesehen das eine Regel zumindest richtig eingeräumt hat. Das kann man doch nicht voneinander trennen?!

    Warum macht ihr überhaupt Fortbildungen, wenn offensichtlich kein Interesse daran besteht?

    Nachdem ich einmal auf Fahrtkosten sitzen geblieben bin habe ich mir gesagt, nein Danke. Mache nur noch das, wozu ich zwangsverpflichtet werde.

    Was nicht heißt, dass ich mich nicht fortbilde, ich interesse mich für meine Fächer und lese da viel aktuelle Forschung etc.

    Aber richtige Veranstaltungen, wo ich ggf. noch hinfahren müsste, nope, nicht unter diesen Bedingungen.

    Eine gute Freundin von mir ist oft auf Fortbildung (nicht Lehrerin), da wird das Hotel gezahlt und sie kann selbst das Essengehen einreichen. Sie arbeitet in der Reisebranche bei einem mittelgroßen Unternehmen. Selbstverständlich fährt sie dafür morgens nach Hannover (ICE erste Klasse, voll übernommen) und selbstverständlich zählt die Fahrt dahin, genauso wie die Fortbildung, als Arbeitszeit.

    Wenn ich mal ganztätig Fortbildung machen wollte, da würde man mir den Vogel zeigen. Lehrerberuf.

    Ich finde es absolut peinlich, dass entweder Referendare, oder, dass Studienleitungen für die Verpflegung selbst aufkommen sollen. Es geht dabei doch nicht darum, wer was verdient. Schaut euch doch mal Politiker an, was die verdienen, glaubt ihr, dass die, wenn die z.B. bei einer Firma eingeladen sind, selber zahlen? Oder glaubt ihr, dass wenn Leute aus einer Firma irgendwo hingeschickt werden für ein wichtiges Gespräch, oder alleine für eine Fortbildung, dass die die Verpflegungskosten selber tragen, indem sie sich geschmierte Brote mitnehmen?

    Einer meiner Ex hat bei seinen Seminaren einen Präsentkorb mitbekomemn danach. Selbstverständlich wurden sie auch jederzeit verköstigt.

    Und dann muss so ein Studienleiter seine Brote schmieren?

    Achso, jetzt fragt ihr, wer es dann zahlen soll.

    Na, die Schule über den Schulträger natürlich! Da muss halt im Zweifel ein Caterer beauftragt werden oder der lokale Bäcker für Schnittchen.

    Da werden jetzt wieder einige aufschreien (weil ihr im Lehrerberuf gewöhnt seid ausgebeutet zu werden, alles selber zahlen zu müssen, Weihnachtsfeier, in SLH nicht einmal Weihnachtsgeld bekommt). Jeder andere Akademiker oder allein schon nicht Studierter in vergleichbarer Stellung würde sich zurecht abfällig über die Bedingungen äußern, wenn der irgendwo zu einem wichtigen Termin muss und man ihm vorher sagt "schmieren Sie sich bitte ein paar Brötchen". Im Schuldienst, wo alle ihren Müll noch selber raustragen müssen (ist uns beim Aufräumen der Sammlung so geschehen, Hausmeister kackdreist "wieso, das könnt ihr doch selber wegbringen"), Laborgeräte händisch spülen usw. ist es halt irgendwie leider selbstverständlich, dass man alles aus eigener Tasche bestreiten muss.

    Klar :) Behaupten kann hier jeder irgendwas. Man sollte nur aufpassen, dass man sich eine konsistene Legende ausdenkt. Das Talent hat offensichtlich nicht jeder.

    Wo ist denn bitte etwas nicht konsistent. Du kannst meine ältesten Beiträge durchsuchen, auch da habe ich (meine ich) schon einmal mitgeteilt, dass ich in beiden Fächern ein Diplom habe. Ich habe nie behauptet einen Doktortitel zu haben.

    Ihr wisst jetzt vielleicht einen Grund, warum ich ins Lehramt gegangen bin, nämlich, dass mein Doktorvater mich (und andere) ziemlich verarscht hat. Das habe ich nun zum ersten Mal erwähnt, das mag sein.

    Da ist aber überhaupt nichts inkonsistent.

    Bei dem Fachkräftemangel an allen Ecken und Enden sollte eigentlich locker etwas zu finden sein.

    Meine Vermutung: Vergleichsweise sind die Konditionen im Lehramt dann doch attraktiver.

    Lehramt ist eine Einbahnstraße. Kein Unternehmen möchte einen ehemaligen Lehrer einstellen. Unser Dienstherr weiß das. Und unter anderem gerade deshalb sind die Konditionen im Lehramt so schlecht.

    Die hast du dir gerade ausgedacht.

    Überhaupt nicht, ich habe sie nur nicht beendet. Falls Dich die Gründe interessieren:

    Ich habe ein zugesagtes Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes für meine Studienleistung abgelehnt, weil mir eine volle BAT II Stelle für meine Promotion versprochen wurde, ich aber dann nur drei Monate Gehalt bekam.

    Man konnte nur ein Stipendium für die Doktorarbeit bekommen, wenn man keine anderweitige Stelle hat, also hatte ich das ausgeschlagen, da BAT II mehr Geld gewesen wäre als das Stipendium.

    Tja, und dann meinte mein Doktorvater nach 3 Monaten, dass die Finanzierung doch nicht gesichert ist und ich solle es nochmal bei der Stiftung probieren (die sagten, einmal abgelehnt würde heißen, man hätte keinen Anspruch mehr).

    Das habe ich nicht mit mir machen lassen und habe dann den Fehler gemacht, anstatt zu meiner alten Uni zurück zu gehen, ins Referendariat zu gehen (sprich auf Lehramt umsatteln, immerhin hat man mir meine Diploma als Staatsexamina anerkannt)

    Heute weiß ich, dass ich, anstatt an der Uni zu bleiben, lieber hätte in ein Unternehmen gehen sollen oder zumindest an meine ursprüngliche Uni zurück (ich habe zwei Fächer auf Diplom studiert).

    Das kann man auch laut anmerken. Ich merke wirklich, wie ich in diesem Job Jahr für Jahr gelinde gesagt verblöde.

    (Ja, das wird jetzt für einige eine Steilvorlage sein, ist in Ordnung)

    Ja, intellektuelle Unterforderung und dafür aber Stress. Im Lehrerberuf muss man tausend kleine intellektuelle Nichtigkeiten vollbringen, am besten gleichzeitig und unter großem Lärmpegel und Reizüberflutung.

    Da ist es ganz logisch, dass das Gehirn sich abschottet.

    Ich habe immer das Bild während meiner Doktorarbeit vor Augen, ich saß in meinem stillen Büro und habe intensiv über Reaktionsmechanismen nachgedacht, Literatur gewälzt, Computersimulationen gefahren.

    Heute stehe ich im Lehrerberuf, ermahne im Sekundentakt ADHS Kinder, hechte zu Meldungen um zu hören "ich habe DAS nicht verstanden?" "Was denn genau? "Na, das!", muss nebenher noch zuspätkommende ins Computerprogramm eintragen, das wieder streikt, dann will ich einen Filmausschnitt zeigen, dann geht der Ton nicht, gleichzeitig ist Schülerin XY ihr Füller ausgelaufen.
    Und das ganze für extrem wenig Geld.

    (Ja, in meiner Verwandtschaft sind viele Ärzte, mein Onkel hat sich gerade letztens eine Millionen-Villa in Florida gekauft)

    Das einzige, und ohne das würde ich den Lehrerberuf sofort aufgeben, was ich anderen Berufen gegenüber vorne sehe ist:

    - Ferien (ja, wir müssen auch da arbeiten, aber so viele Tage, an denen man ausschlafen kann gibt es sonst nicht)

    - früher Unterrichtsschluss (man muss zwar auch danach arbeiten, kann aber erstmal Joggen gehen am helligten Tag etc.)

    - die Möglichkeit sich 3 Tage am Stück ohne Schein krank zu melden

    Wenn man diese Möglichkeiten intensiv ausschöpft (man muss da auch wirklich effektiv von Gebrauch machen, also nach Möglichkeit versuchen mit einem Minimalprogramm an außerunterrichtlichem Engagement durch zu kommen), dann kann man mit dem niedrigen Gehalt und dem ernormen, gesundheitsschädlichen Stress und der intellektuellen Unterforderung klar kommen. Dann ist es ein annehmbarer Beruf.

    Das Problem ist, dass viele Schulleitungen einen Einsatz verlangen, als würde man ebenfalls 10 000 Euro Netto nach hause bringen. Dem ist aber nicht so!

    (Und bevor es wieder heißt: Wer verdient denn bitte so viel? -> Diejenigen, die sich eben wie mein Onkel eine Villa kaufen ; diejenigen, die 100 000 Euro für ein Auto ausgeben können ohne, dass sie sich dafür in Schulden stürzen müssen.)

    Aufpassen, hier im Forum sind einige (vermutlich von den Ministerien beauftragte) User unterwegs, die den Lehrerberuf extrem positiv reden wollen. Die erkennst Du allein schon daran, dass sie die Alimentierung für gute Bezahlung halten.

    Niemals hatte ich (40) Probleme, einen Job zu finden. Dank Praktika im Studium fand ich direkt nach dem Abschluss den ersten und hatte immer gute Stellen in Marketing und PR. Grundsätzlich war ich immer froh, meine "Nische" gefunden zu haben und auch mit meinem Gehalt bin ich zufrieden. Doch in letzter Zeit geht es mir nicht mehr gut damit.

    [...]

    Bitte um Ehrlichkeit.

    Ich würde mir das wirklich extrem gut überlegen. Die Bedingungen im Lehrerberuf sind generell nicht wirklich rosig und in Schleswig-Holstein sind sie leider mit am schlechtesten von allen Bundesländern:

    um mal wichtige Eckpunkte zu nennen:

    - extrem hohe Pflichtstundenzahl (höher als in vielen Bundesländern)

    - Klassen- und Studienfahrten sind Dienstpflicht

    - man wir jedes Jahr um mehrere tausend Euro betrogen (das Land verweigert verfassungswidrig seit 2007 die Auszahlung von Weihnachtsgeld, um damit den Landeshaushalt zu sanieren)

    Der berufliche Alltag ist ganz in Ordnung, aber man sollte auch keine Illusionen über "leuchtende Kinderaugen" und "lernwillige Schüler/innen" am Gymnasim haben. Durch den Wegfall der Real- und Hauptschule ist das Gymnasium von heute unterwandert mit leistungsschwachen und leistungsunwilligen Schüler/innen und diese wird man (politisch und von vielen KuK leider auch dogmatisch gewollt) nicht wirklich los und schleift diese bis ins Abitur. Man muss ertragen können, dass intelligente und interessierte Schüler/innen systemgewollt von dieses Schüler/innen ausgebremst werden.
    Größter Dorn finde ich ist es, dass man quasi eine Leibeigene des Dienstherrn ist und die Rahmenbedingungen für den Beruf einfach nicht stimmen. Deshalb ganz ehrliche Meinung, überleg es Dir gut, denn Du scheinst ja gut unter gekommen zu sein!

    Dr. med. ist wie das heutige Abitur 🙈

    Das ist natürlich übertrieben, man muss aber unumstößlich sagen, dass der Umfang und das wissenschaftliche Niveau nahezu aller Doktorarbeiten bei Medizinern der Diplomarbeit von Naturwissenschaftlern unterzuordnen sind.

    Eine Dissertation in einer Naturwissenschaft ist dann nochmal eine ganz andere Hausnummer.

    Mediziner sind eben keine Wissenschaftler, sondern Praktiker. Die werden nicht für die Forschung ausgebildet, sondern, um Medizin zu praktizieren.

    Wenn man etwas erforschen möchte, dann machen das Genetiker/innen, Biochemiker/innen usw., denn die haben die fachliche Tiefe, die die Mediziner/innen gar nicht haben können.

    Im Rahmen einer Studie für die Uni muss ich eine Diskussion über Meinungen zum Thema Inklusion in einem Internetforum anstoßen und dokumentieren

    Das ist das Dümmste, was ich 2024 bislang gelesen habe, das Jahr geht ja gut los! Diesem Dozenten oder Dozentin sollte man möglichst schnell die Lehrbefähigung nehmen, das ist ja grauenvoll. :D:D:D

    Das ist kein geeignetes Beispiel dafür, dass fachliche Tiefe nicht mehr gefordert und erwünscht sei, sondern dafür, dass man sich als Lehrkraft weitgehend an curriculare Vorgaben zu halten hat und eben keine völlige Lehrfreiheit wie an der Uni besteht.

    Es handelte sich um Inhalte, die im Curriculum stehen.

    Sorry, das ist jetzt aber auch wiederum Unsinn. Der Referendar wurde dahingehend beurteilt, wie er die Stunde umsetzt, die er geplant hat. Da in die Sammlung zu gehen und anderen Kram spontan machen ist völlig unpassendes Verhalten in der Situation. Das hätte er für eine andere Stunde aufgreifen können (die Schüler natürlich dahingehend loben, dass sie interessante weiterführende Ideen hatten).

    Oder er greift die Frage in dem Moment auf, wo die SuS intrinsisch motiviert eine nicht geplante Forscherfrage aufwerfen und einmal wirklich (und nicht wie in jeder Vorführstunde, nach einer Pseudosammlung an antizipierten, dressierten und herausgelockten Forscherfragen) Interesse haben.

    "Jetzt nicht" oder "schau das zuhause selber nach", wir tanzen jetzt unser Programm hier runter weil es nunmal so geplant ist sicherlich gut begründbar mit all diesen Argumenten.

    Man hätte auch den Entwurf bewerten /beraten können (es war einfach eine Besuchsstunde) als theoretische Planung und dann bewerten / beraten können, wie er spontan didaktisch etwas gelöst hat. Auch da hat er ein Experiment machen lassen. Das hätte man ja auch aufgreifen können "Sie haben jetzt spontan das so aufgegriffen, wie könnte man das, wenn man das als Stunde plant, vielleicht etwas besser vorbereitet machen?"

    "Was sind die Vor- und Nachteile des spontanen Reagierens?"

    Aber Gott bewahre, die Sicherheitsdatenblätter waren noch nicht gedruckt und ein rieeeeesen Drama!

    Es war im Nachhinein alles unbedenklich, aber ihm wurde unterstellt das spontan nicht überblicken zu können.

    So ein fucking Dumfug, der Typ war ein Quereinsteiger mit 100000x mehr Ahnung von Chemie als die Fachleitung.

    Da sehe ich auch nicht das "Korsett Schule", ich halte häufiger mal spontane Stunden, aber im ALLTAG. Nicht in einer Prüfungssituation.

    Ja, in Prüfungen darf man einfach nichts zeigen, was im Alltag vielleicht gold wert ist, weil es Schüler da abholt wo sie stehen. Also wenn man jetzt noch nicht merkt wie absurd ein System ist, in dem man in Prüfungen ganz anderes zeigen muss als die Dinge, die im Alltag dann sogar als sinnvoll

    oder wertvoll betrachtet werden.

    Bei allem Verständnis dafür, dass so spontane Stunden auch Nachteile haben (die haben sie ja auch, das darf man ja offen diskutieren), so sehr kann ich das Drama nicht verstehen. Also ich fand das mega genial so spontan reagieren zu können.

    Da versucht man ganze Curricula umzuwerfen, denkt sich komischten Kram aus (alles bunt, fancy Methode usw.) in der Didaktik um zu erreichen, dass SuS motiviert sind etwas zu lernen. Und dann hat man mal SuS die von selber eine sinnvolle Fragestellung entwickeln und dann soll man sagen "Ach, sorry, heute tanzen wir hier für unsere Prüfung!" Das ist schon auch widersinnig und das darf man finde ich auch hinterfragen.

    Keine meiner SuS würde da zu viel Zeit investieren schließlich besprechen wir auch das Zeitmanagement bei den Prüfungen vorher.

    Ich habe in meinem Profil einen Schüler sitzen, der genau bei sowas enorm Zeit verliert und deshalb nur (!) auf 13 Punkten in Klausuren landet.

    Nächsten Tag hat er dann meist eine Ausarbeitung dabei, was man bei der Aufgabe noch hätte alles beachten können, weil ihm sowas auch nachmittags nicht aus dem Kopf geht.

    Klare 15 Punkte Mitarbeit und meist dann auch im Zeugnis, denn ich finde seine Einstellung, seinen Ehrgeiz und auch sein fachliches Können einfach total genial! Das wäre so ein Traum, wenn noch mehr SuS so wären.
    Was auch immer die Eltern gemacht haben, um aus ihm so einen interessierten, kritischen Naturwissenschaftler zu machen, aber das ist ein Traum!

    So ähnlich wie bereits schon jemand schrieb (habe grad keinen Nerv, es genau herauszusuchen):

    Richtig intelligente SuS wissen sich die Zeit für die Aufgaben angemessen einzuteilen und verstehen, worauf es bei dieser Aufgabe hinausläuft. Verstehen wir doch auch!

    Keine meiner SuS würde da zu viel Zeit investieren schließlich besprechen wir auch das Zeitmanagement bei den Prüfungen vorher.

    Außerdem lässt sich an evtl. notierten Punkten auch erkennen, dass die Aufgabe nicht so tiefschürfend gemeint sein kann.

    Stimme ich Dir zu, auch das ist eine Kompetenz, diese Zeiteinteilung und der Überblick, wieviel man zu etwas schreiben sollte je nach Bepunktung.

    Insofern hat auch so eine Aufgabe ihren Lehrwert, klar.

    Allerdings sehe ich auch das Problem, dass gerade dieses "schnell was abarbeiten" und eben "keine Zeit haben länger nachzudenken" eine Oberflächlichkeit regelrecht antrainiert. Da wird doch gerade ein "nein, ich hinterfrage nicht kritisch sondern ich rechne einfach wie ein Affe nach, was von mir erwartet wird" belohnt und jegliche Gründlichkeit oder jegliches Hinterfragen abtrainiert.

    Das liegt aber generell an solchen Aufgabenformaten, in denen schnell was abgeprüft werden soll.

    Und da wird auch kein Prüfer die Eier haben Extra Punkte zu vergeben, wenn jemand schreibt, warum die Aufgabe dämlich ist.

    Bei uns hat ein Chemiereferendar total Ärger bekommen, weil er in einer Besuchsstunde seine ganze Stunde umgeworfen hat, weil da voll motivierte Schüler zu einem ganz anderen Themenbereich Fragen hatten. Der ist spontan in die Sammlung, hat ein paar Chemikalien geholt und das spontan mit den SuS bearbeitet. Kam überhaupt nicht gut an bei unserer Fachleitung. Ich kenne die Geschichte nur von seiner Erzählung (die Umsetzung weiß ich also nicht genau), aber das zeigt doch (wenn es so stimmt und so ablief) genau wie Schule ist.

    Ersticken jeglicher tiefergehender Fragestellungen durch das Korsett Schule.

    Und SLH mit dem kommenden Zentralabitur in Chemie wird dem noch Vorschub leisten. Fachliche Tiefe ist nicht mehr gefordert, nur auf Masse lernen. Anstatt, dass man mit den SuS mal tiefgehend etwas bearbeiten kann.

    Immerhin haben sie jetzt ein Profilseminar eingeführt, wo man vielleicht ein bisschen etwas retten kann.
    Aber ich schweife ab.

    Nein, es geht nur darum, dass ihr es auch übertreibt damit die Aufgabe aufblähen zu wollen, in eine völlig nicht intendierte Richtung. Ja, gut ist sie nicht. Aber auch nicht so ein Problem wie hier dargestellt.

    Das mag stimmen. Im Endeffekt ist es auch eine intellektuelle Leistung zu erkennen "was eigentlich gemeint ist".
    Ich finde es zeigt aber eindeutig die Richtung, in die sich Schule bewegt. Es wird alles "aufgehübscht", sei es durch Kontext (der gar nicht nötig ist für eine innermathematische Aufgabe!) oder durch fancy Methoden. Da wird Ringenpietz mit Anfassen im Unterricht gespielt und lehrerzentrierter Unterricht verpöhnt, alles muss bunt und motivierend sein. Und der Inhalt? Ja, der wird fachlich schwächer und fehlerhafter.

    Ein Problem gibt es nur für weniger intelligente Schüler, die durch den ganzen überflüssigen Overhead verwirrt sind, sich zulange damit aufhalten und die Aufgaben unter Umständen gar nicht oder falsch lösen. Das liegt dann aber nicht daran, dass es in der Aufgabe um Astronomie geht.

    Oder für die richtig intelligenten SuS, die sich in die Aufgabe hineinversetzen und viel Zeit verlieren, weil sie genau diese Gedanken, die hier kritische KuK haben, auch haben und denen dann nachgehen. Ich finde die Aufgabe auch denkbar ungünstig!

    Also auf dem Niveau:

    Stell dir vor, dass du Busfahrer bist.
    Es steigen 10 Leute ein und vier Leute aus.
    Wie alt ist der Busfahrer?

    10-4=6

    Hauptsache gerechnet.

    Ich muss Flupp da zustimmen, die Astronomie Aufgabe ist auch eine "hauptsache gerechnet" Aufgabe.

    Diese ganze erzwungene Kontextualisierung zeigt doch einfach, dass die moderne Didaktik auf dem Holzweg ist.

    Ich habe fast geweint, als ich gesehen habe wie verpöhnt in Mathe mitterweile "innermathematische Aufgaben" sind. Da wird immer irgendein Kontext herangezogen, dabei kann man doch auch einfach viel stärker innermathematisch bleiben? Das Anwenden sollte doch in Fächern wie Physik oder Chemie (usw.) stattfinden, aber in Mathe kann (und sollte!!!!) man doch abstrakt bleiben. Das ist doch der ganze Zauber der Mathematik, dass man Dinge ganz allgemein und abschließend beweisen kann.

    Erzwungene Kontexte wie in dieser Astronomie-Aufgabe, die dann auch noch sachlich falsch sind, sind einfach nur schlecht.

Werbung