Beiträge von Firelilly

    Dass jemand von 7 bis 19 Uhr in de Schule ist und sich dann zu Hause auch noch an den Schreibtisch setzt, ist mir dagegen bisher nicht untergekommen.

    Bei Berufsanfängern, die direkt aus dem Referendariat kommen und eine volle Stelle haben, logischerweise Klassenstufen unterrichten müssen für die sie noch kein vorbereitetes Material haben und dann noch an Konferenzen teilnehmen müssen, ist dieser Fall durchaus gegeben. Wie soll man sonst den nächsten 6 Stunden Tag schaffen, wenn man gar nichts vorbereitet hat?
    Selbst ohne Konferenzen ist nach 6 Stunden Unterricht (inklusive morgentlichem Aufbau der Experimente und nachmittäglichem Abbau) eigentlich schon der Akku so leer, dass am selben Tag eigentlich keine hochgeistige Arbeit (wie es die Unterrichtsplanung eigentlich aber erfordert) mehr möglich ist. Nicht eingerechnet ist der ganze Organisationskram rundherum.
    Es gibt ja für Berufsanfänger (vllt. ja auch im Lehrerberuf generell) sehr wenig "Autopilot"-Tätigkeiten. Das heißt die Arbeitsstunden, die man leistet, finden (zumindest als Berufsanfänger) unter höchster Konzentration statt. Man kann also auch nicht einfach nur Arbeitsstunden vergleichen. Und ja, auch ich habe während meines Studiums 8 Stunden täglich in den Semesterferien (körperlich) gearbeitet, konnte abends dann aber noch meinen Hobbies nachgehen. Ich konnte sogar während der Routinearbeit meine Gedanken schweifen lassen, Dinge fürs Privatleben planen. Das kann ich als Lehrer nicht, da muss ich bei allen Tätigkeiten voll konzentriert sein. Und das laugt aus, selbst, wenn es weniger als 8 reine Zeitstunden Arbeit wären. Vielleicht wird es in ein paar Jahren anders.

    Heute denke ich: Wenn die Stunden bei Berufsanfängern nicht so toll ausfallen, dann ist das eben so gedacht und gewollt! Und wenn mir die Arbeit über den Kopf wächst - wo bleibt da die Fürsorgepflicht des Arbeitsgebers? - dann bin ich eben öfter mal ein paar Tage krank!

    Ich verstehe gar nicht, wie die Lehrergewerkschaften es zulassen konnten, dass die zu unterrichtende Stundenzahl angestiegen ist. Es ist doch in den Jahren nichts dafür weggefallen, im Gegenteil, die alten Lehrer erzählen mir alle, dass es viel mehr Aufgaben als früher gibt. Warum drohen Lehrergewerkschaften nicht damit, dass sie zum landesweiten Dienst nach Vorschrift aufrufen werden (Streiken dürfen Beamte ja nicht), wenn die Stundenzahl nicht wieder gesenkt wird.
    In allen anderen Berufen werden die Interessen der Arbeitnehmer schließlich auch vertreten, warum gibt es bei Lehrern ständig Verschlechterungen der Bedingungen?
    Vielleicht liegt es daran, dass ich noch recht neu im Beruf bin, aber ich verstehe nicht, wie man für Klassenfahrten selber Geld ausgeben kann, ja allein schon, wie man Druckerpatronen zum Ausdrucken eines Arbeitsblatts letztendlich selber zahlt.

    Nele und Midnatsol:

    Ihr mögt von Unart reden, wenn man einen Beitrag doppelt posted und dann einen (identischen) davon innerhalb einer halben Stunde löscht. (Vergleicht Beitrag 1 und 2 dieses threads, beide von mir). Ich empfinde es im Gegenteil als Unart beziehungsweise Frechheit, wenn man mit solchen Anschuldigungen kommt und nicht einmal bemerkt, dass es ein Doppelpost mit gleichem Inhalt war.

    Hallo,

    mit Erschrecken habe ich bei meiner neuen Stelle feststellen müssen, dass es in SLH (und anscheinend auch in manchen anderen Bundesländern als Bayern) kein Weihnachtsgeld mehr gibt. Bei all den Deputatserhöhungen und Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen fragt mich, ob das so ein kluger Schachzug ist.
    Oder ist man sich so sicher, dass der Wegfall des Weihnachtsgeldes bei einem Großteil der Lehrerschaft (aus ideologischen Gründen?) nicht zu einer Demotivation, die sich dann auch auf den Unterricht und die Einsatzbereitschaft in der Vorweihnachtszeit übertragen würde, führen wird? Oder nimmt man das willentlich in Kauf?
    Ich zumindest bin nach dieser Nachricht ein bisschen bedient und werde nun den Stift fallen lassen und auf den Weihnachtsmarkt gehen. Dann ist die ausführliche Vorbereitung der kommenden Projektwoche mit neuen Ideen eben auch einfach gestrichen, Sparmaßnahme, und es findet exakt so statt wie im letzten Jahr. :engel:
    Prost!

    Ich habe ja selbst jahrelang (fachfremd) Chemie unterrichtet, und ich habe nie verstanden, wozu man das ganze Giftzeug alles braucht. Ich habe damals meinen ganzen Unterricht so organisiert, dass alles problemlos über den Ausguss entsorgt werden kann, indem ich nur Supermarktprodukte (Haushaltschemikalien, Lebensmittel) verwendet habe. Zumindest bis Klasse 10 war das problemlos möglich, auch so alle Versuche durchzuführen. ich bin mir sicher, dass sich auch in einer Oberstufe die Giftchemie zumindest stark reduzieren lässt.
    Ich denke, der Grundsatz sollte sein, dass man vor jedem Versuch in der Schule überlegt, ob man das didaktische Ziel auch ohne Giftstoffe erreichen kann.

    Mit Supermarktprodukten (alleine) lässt sich meiner Meinung nach nur ein sehr reduzierter Chemieunterricht bestreiten. Lebensmittel sind zum Beispiel ein eigenesThema, da passt es natürlich gut, aber für manche Themen sind sie eben einfach ungeeignet. Die SuS sollen ja neben allem Alltagsbezug auch Grundlagen vermittelt bekommen, die sie im Chemiestudium benötigen. Es ist meiner Meinung nach falsch zu glauben, dass man, wenn man SuS auf moderne Chemie vorbereiten möchte, um Industriechemikalien herumkommt. Da kommt man meiner Ansicht nach nicht einmal um Brom für eine SR Reaktion herum. Oder wie möchtest Du beispielsweise die chemischen Eigenschaften von Alkalimetallen oder Halogenen demonstrieren, ohne auf potentiell gefährliche Stoffe zurückzugreifen? Klar gibt es zu den meisten Versuchen Videos, aber ich denke man ist sich in der Chemiedidaktik einig, dass "echte" Experimente vorzuziehen sind. Wenn man junge Menschen zur Chemie motivieren möchte, dann sollte man eben auch mal Eisenwolle in einem Standzylinder mit Chlorgas "verbrennen".
    Und wenn die Rahmenbedingungen (funktionierende Abzüge, belüftete Schränke zur Lagerung) stimmen, dann ist es relativ unbedenklich den SuS auch solche Experimente live zu bieten. Die weniger giftigen Stoffe und Alltagschemikalien setzt man eben in Schülerexperimenten ein.

    chemikus08 und viele andere:

    Danke für die Hinweise, ich werde mir über die Ferien mal das weitere Vorgehen überlegen. Da die Schulleitung wirklich sehr vernünftig ist, würde ich die gerne konstruktiv mit ins Boot nehmen. Bei allem Druck machen muss ich irgendwie einen Weg finden nicht übers Ziel hinauszuschießen bzw. die Schulleitung vor vollendete Tatsachen zu stellen. Schließlich möchte ich noch länger (aber eben auch gesund) an der Schule bleiben.

    Hallo,

    danke für die Ideen. Die Schulleitung zeigt sich des Problems bewusst und hat bereits Fachleute eingeladen gehabt um über den Einbau eines neuen Lüftungssystems zu sprechen. Das Problem ist, dass bis zur Umsetzung eben wohl noch sehr viel Zeit vergehen wird, da es anscheinend von der höheren Stelle nicht so schnell Gelder für die Umsetzung gibt. Aus meiner Sicht nimmt man damit billigend in Kauf, dass Gesundheitsschäden entstehen.

    Mir geht es vor allem darum, wie ich nachweisen und absichern kann, dass ich täglich Dämpfe einatme. Sollten sich langfristige, gesundheitliche Konsequenzen ergeben möchte ich auf der sicheren Seite sein.
    Macht es also Sinn, dass ich meine Bedenken auch einmal schriftlich äußere und mir von der Schulleitung unterschreiben lasse?
    Weiterhin fragt es mich, wie man später eben nachweisen kann, dass tatsächlich eine erhöhte Konzentration an organischen Lösungsmitteln und anderen Stoffen in der Luft war. Offensichtlich ist es, aber wenn so etwas nie gemessen und schriftlich festgehalten wird, dann könnte sich eine Versicherung doch eventuell herauswinden?
    Nachher heißt es, Sie haben lediglich bestätigt bekommen von der SL, dass Sie Bedenken haben, das sagt aber nichts darüber aus, dass tatsächlich eine Belastung vorgeherrscht hat.

    Hallo,

    ich habe folgendes Problem. In der Schule an der ich nun bin sind in der Chemikaliensammlung keinerlei abgesaugte Schränke zur Lagerung von organischen Lösungsmitteln, und auch keine speziellen, abgesaugten Schränke zur Lagerung von Stoffen wie Brom vorhanden. Mal ganz abgesehen davon, dass in nur wenigen Chemie Unterrichtsräumen die Abzüge überhaupt funktionieren.
    Die Folge ist, dass einem immer ein extrem unangenehmer Geruch entgegenschlägt, wenn man die Chemievorbereitungsräume betritt. Ein Raum ist so stark betroffen, dass man den nur mit angehaltenem Atem länger als 2 Minuten betreten kann.
    In den anderen Räumen merkt man die Geruchsbelastung nach einiger Zeit nicht mehr so (Anpassung der Wahrnehmung?).
    Ich bin jemand, der eigentlich nie Kopfschmerzen hatte, aber seit ich an der Schule bin, habe ich abends verstärkt damit zu tun.
    Laut Auskunft der anderen Chemielehrer (von denen ich fast der einzige bin, der Vollzeit arbeitet und entsprechend oft und lange in der Sammlung ist) wurde die Sammlung von damaligen Sammlungsleitern entsprechend schlecht gepflegt. Neben dem Mangel an geeigneten, belüfteten Schränken zur Lagerung von Chemikalien kommt hinzu, dass die Sammlung aussieht, als hätte ein Messie dort gewohnt. Es müssten massiv Schränke ausgemistet werden, alte Materialien entsorgt und überall Staub gewischt werden.

    Es wurde mir gesagt, dass im Moment keine Gelder zur Verfügung stünden, den Raum, in dem ein Teil der Chemikalien (u.a. Brom, organische Lösungsmittel, Säuren) stehen, zu sanieren. Man sei allerdings an der Sache "dran", aber es könnte noch Jahre dauern bis entsprechende Schränke kämen.

    Aus genanntem Sachverhalt ergeben sich mir folgende Fragen:

    1) Wer stellt den Arbeitsplatzgrenzwert fest und an wen muss ich mich da wenden, damit dieser für die Räume bestimmt wird. Ich sehe Gesundheitsgefahr für mich und andere im Verzug und würde gerne eine offizielle Messung der Luftbelastung durchführen lassen und die Messergebnisse schriftlich bekommen.

    2) Wenn man als neuer Lehrer an eine Schule kommt und die Sammlung in so einem extrem desolaten Zustand ist, inwiefern ist man verpflichtet, auch Arbeiten wie das Putzen oder Entstauben von Schränken zu übernehmen?


    Zum zweiten Punkt. Ich räume als Chemiker natürlich immer auf, was ich selber verursache, aber wenn ich (zusammen mit den anderen, relativ neuen Lehrern der Fachschaft Chemie) vor der Aufgabe stehe, hunderte Stunden eine Messiesammlung zu reinigen und ordnen, dann sehe ich das nicht ein.
    Sagen wir so, ich würde da sogar selbst Hand anlegen, aber ich müsste dafür freigestellt werden in der Zeit. Sei es bei einer internen Fortbildung oder wo auch immer man vielleicht mal auf meine Anwesenheit verzichten kann. In den Ferien werde ich diese Zusatzarbeit sicher nicht verrichten.


    Damit kein falscher Eindruck entsteht, ich fühle mich sonst an der Schule sehr wohl, was Schüler, Kollegen und Schulleitung angeht und möchte gerne bleiben.

    Viele Grüße,

    Firelilly

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