Dass jemand von 7 bis 19 Uhr in de Schule ist und sich dann zu Hause auch noch an den Schreibtisch setzt, ist mir dagegen bisher nicht untergekommen.
Bei Berufsanfängern, die direkt aus dem Referendariat kommen und eine volle Stelle haben, logischerweise Klassenstufen unterrichten müssen für die sie noch kein vorbereitetes Material haben und dann noch an Konferenzen teilnehmen müssen, ist dieser Fall durchaus gegeben. Wie soll man sonst den nächsten 6 Stunden Tag schaffen, wenn man gar nichts vorbereitet hat?
Selbst ohne Konferenzen ist nach 6 Stunden Unterricht (inklusive morgentlichem Aufbau der Experimente und nachmittäglichem Abbau) eigentlich schon der Akku so leer, dass am selben Tag eigentlich keine hochgeistige Arbeit (wie es die Unterrichtsplanung eigentlich aber erfordert) mehr möglich ist. Nicht eingerechnet ist der ganze Organisationskram rundherum.
Es gibt ja für Berufsanfänger (vllt. ja auch im Lehrerberuf generell) sehr wenig "Autopilot"-Tätigkeiten. Das heißt die Arbeitsstunden, die man leistet, finden (zumindest als Berufsanfänger) unter höchster Konzentration statt. Man kann also auch nicht einfach nur Arbeitsstunden vergleichen. Und ja, auch ich habe während meines Studiums 8 Stunden täglich in den Semesterferien (körperlich) gearbeitet, konnte abends dann aber noch meinen Hobbies nachgehen. Ich konnte sogar während der Routinearbeit meine Gedanken schweifen lassen, Dinge fürs Privatleben planen. Das kann ich als Lehrer nicht, da muss ich bei allen Tätigkeiten voll konzentriert sein. Und das laugt aus, selbst, wenn es weniger als 8 reine Zeitstunden Arbeit wären. Vielleicht wird es in ein paar Jahren anders.