Ist es für Dich vollkommen ausgeschlossen, Dich in Deinem jetzigen System so einzurichten, dass Du damit klarkommst? Gibt es Möglichkeiten für Dich, bestimmte Dinge auszublenden oder nicht näher an Dich heranzulassen, dass Du auf Dauer nicht mehr leidest?
In die Richtung habe ich auch gleich denken müssen. Hier im Forum habe ich vor Jahren mal den Spruch "Love it, change it, or leave it" aufgeschnappt, den ich in vielerlei Hinsicht sehr passend finde.
Wenn "leave it" im Moment keine Option scheint, bleibt nur "change it". Du bleibst - aus Gründen natürlich - sehr vage, was die Belastungsfaktoren sind und schreibst nur das hier:
Starke Vorgaben, eine sehr hierarchische Struktur und Rahmenbedingungen, mit denen ich mich langfristig - auch schon jetzt - nicht identifizieren kann, prägen den Alltag.
Zu den Rahmenbedingungen kann ich nicht viel sagen, aber die hierarchischen Strukturen kann man vielleicht ein wenig durchbrechen. Das ist ein dickes Brett, bedarf langem Atem und viel Zeit, aber durch das Gefühl der Selbstwirksamkeit kann man eine Menge an Arbeitszufriedenheit wieder herstellen.
Ich weiß nicht, wie fit du schulrechtlich bist, aber es lohnt sich ein Blick ins Schulgesetz. Die Rechte der Lehrkräfte, insbesondere der Gremien (Gesamtkonferenz, Fachkonferenzen, Personalräte etc.) sind deutlich weiter gefasst, als man oftmals denkt. Wenn man erstmal ein Gefühl daür entwickelt hat, was alles möglich sein kann, kann man beginnen, Veränderungsprozesse in Gang zu bringen. Dafür braucht man auch Verbündete, die entsprechende Anträge in den Gremien mittragen und bei der "Lobbyarbeit" helfen. Es hilft auch, Aufgaben und Ämter zu übernehmen, die - wenn auch nur wenig Entscheidungskompetenzen - zumindest Prozessverantwortung übertragen, wodurch man automatisch in Entscheidungen eingebunden ist und sich hierarchischen Strukturen nicht so ausgeliefert fühlt: Personalrat, Fachobmann, Steuergruppe, Schulpflegschaft (um entsprechende Anträge einbringen zu können) etc.
Das wäre zumindest ein Weg, um dich gleich den Beamtenstatus hinzuwerfen und ein wenig Selbstwirksamkeit zu erfahren, bis es vielleicht doch mal mit einer Abordnung oder einer weiteren Versetzung klappt