Beiträge von WillG

    In NRW liegt das häufig daran, dass sie einfach nicht genug schreiben, weil sie beim dem Geschwafel nicht mitmachen können/ wollen/ darin berechtigt keinen Sinn sehen.

    Also, als Deutschlehrer (allerdings nicht NRW!): Es gibt wenig, was bei einer Korrektur mehr nervt, als inhaltsleeres Geschwafel ohne analytischen Mehrwert. Das spiegelt sich notgedrungen auch in der Bewertung wider.

    Wobei Aussagen natürlich argumentativ begründet sein müssen. Analyse- und Interpretationsbehauptungen alleine sind halt weder prägnant noch scharf, sondern erstmal nur Behauptungen.

    alles andere ist gefälliges Gequatsche.

    Na, dann ist ja zum Glück alles geklärt. Es muss so wunderbar sein, eine so simple Sicht auf die Welt zu haben. Wobei man gerade auf Basis dieses Beitrags sicher auch noch die Frage aufwerfen kann, ob der größere Anspruch ein Indiz auf höhere Intelligenz der Studierenden sein muss.

    Antimon

    Ja, wie hoch der fachliche Anspruch der Lehrkraft an der Schule sein muss, ist dann nochmal eine andere Frage. Die ergibt sich ja immer mal wieder, wenn sich User im Forum beschweren, dass sie all das, was sie an der Uni gelernt haben, an der Schule nicht brauchen. Ich sehe das grundsätzlich (- vielleicht auch wieder fachbedingt -) anders. Mich bringen an der Schule nicht so sehr die konrekten Inhalte (im Sinne der "Themen") der einzelnen Lehrveranstaltungen etwas, als vielmehr ein Verständnis für Denkweisen, sprachwissenschaftliche Zusammenhänge, literaturwissenschaftlicher Methoden etc. Das ist das, was ich im anderen Post damit gemeint habe, wie Sprache und Literatur "funktionieren". Vor allem natürlich in der Sek.II, aber durchaus auch schon in unteren Klassen. Aber das Thema hatten wir auch schon mehrfach. Und natürlich ist das alles im Kontext des schulischen Unterrichts dennoch trivial.

    Vielleicht habe ich dich nicht richtig verstanden oder ich habe nicht richtig gelesen - eine echte Option, ich bin nämlich ziemlich ferienreif.

    Ich will an zwei Beispielen verdeutlichen, was ich meine:

    1.) Gerade weil Germanistik so ein Massenfach ist, gibt es eine sehr große Menge an Deutschlehrerkollegen, denen man anmerkt, dass sie eigentlich nicht viel Verständnis dafür haben, wie Sprache und Literatur "funktionieren". Sie unterrichten eher "Kochrezpte", die dann angebenen, welche Analyseteile bspw. bei einer Gedichtinterpreation abgehakt werden müssen, egal ob diese eine Rolle spielen oder nicht. Wenn man sich mit ihnen inhaltlich darüber austauschen möchte, verstehen sie nicht mal im Ansatz, warum das dem fachwissenschaftlichen Ansatz vielleicht nicht gerecht wird. (Es gibt auch Kollegen, die das so unterrichten und sich des Problems bewusst sind, dann aber didaktische oder ähnliche Aspekte anbringen, die würde ich ganz deutlich nicht in diese Gruppe einordnen!) Diese Kollegen haben also das Studium geschafft, vielleicht sogar ganz gut, zeigen aber in ihrem Handeln, dass sie an der Wissenschaftlichkeit des Faches scheitern. So gesehen ist das Germanistikstudium also vielleicht wirklich sehr viel einfacher als andere Fächer, vielleicht vor allem als MINT-Fächer, dann aber aus dieser Warte heraus, weil es in seinen Ansprüchen eigentlich dem Fach nicht gerecht wird.

    2.) Ich habe eine Freundin, die promovierte Naturwissenschaftlerin ist. Da ich mich privat für einen Aspekt ihres Faches hobbymäßig interessiere und sie sich für Literatur hobbymäßig interessiert, tauschen wir uns viel und häufig aus. Ich nehme an, dass sie über mich etwas Ähnliches sagen würde, wie das, was du über deine SchülerInnne mit ihrem Mol-Problem beschreibst: WillG bemüht sich und will es verstehen, aber oft fehlt ihm das Modellverständnis und das Abstraktionsvermögen. Ich kann damit gut leben. Jetzt kommt aber andere Punkt. Wenn ich mich mit dieser sehr intelligenten Frau, die in einem Fach promoviert ist, in dem ich nichtmal das Grundstudium geschafft hätte, über Literatur unterhalte, dann kann ich umgekehrt zu dem gleichen Ergebnis kommen: Sie ist interessiert und will es verstehen, aber oft fehlt ihr das richtige Verständnis dafür, wie Literatur Zusammenhänger kreiert und durch andere Zusammenhänge Sinn geschaffen wird. Wie gerade Ambiguitäten und Ambivalenzen in sich selbst eine Aussage sein können. All das, was Hermeneutik ausmacht. Und ich bekomme mehr und mehr den Eindruck, dass diese sehr intelligente Frau an der Literaturwissenschaft gescheitert wäre, wenn sie diese ernsthaft betrieben hätte. Das Studium hätte sie wohl trotzdem geschafft (siehe Punkt 1), aber sie wäre vielleicht so eine Kollegin wie diejenigen, die ich oben beschrieben habe.

    Ich finde diese Vergleiche immer sehr schwierig, da wir ja alle vor allem unsere eigenen Fächer kennen, die die meisten von uns vermutlich aus einer gewissen Neigung (oder: Begabung) heraus gewählt haben dürften. Und natürlich hilft das Interesse dabei, sich auch mit den schwierigeren Aspekten auseinander zu setzen.

    Dann spielt bei der Frage, welches Studium "schwerer" ist, ja letzlich auch immer die Frage der Bewertung der Studienleistung mit.

    Also, ich will mal so sagen, in meinen Fächern (Deutsch; Englisch) ist der Anteil derjenigen, die abbrechen, weil die Fächer zu schwer sind, mit Sicherheit (- nehme ich an, ich hab jetzt keine Zahlen gecheckt -) geringer als in Fächern wie Mathe oder Physik. Das ist ja auch einer der Gründe, warum gerade Deutsch so ein Massenfach ist, irgendwie kommt man da schon durch. Andererseits glaube ich, oder behaupte ich, oder bilde ich mir ein, dass man eigene bestimmte Talente haben muss, um literarische Analyse und Interpretation auf einem sehr hohen Niveau betreiben zu können und dann entsprechende Ergebnisse argumentativ-hermeneutisch auch zu artikulieren. Wenn ich mir Naturwissenschaftler (Lehrer oder mit Diplom; z.T. promoviert) in meinem Umfeld ansehe, sind da durchaus welche dabei, die so ein Niveau trotz ihrer hohen Intelligenz meiner Meinung nach nicht erreichen würden. Trotzdem hätten die natürlich ein Germanistikstudium irgendwie herumbekommen. Vielleicht müsste man erstmal in den geisteswissenschaftlichen Fächern die Bewertungsmaßstäbe deutlich hochschrauben, bevor man hier sinnvoll vergleichen kann.

    Andersherum habe ich hobbybedingt ein gewisses Interesse für einen naturwissenschaftlichen Bereich entwickelt, lese in diesem Bereich sehr viel und merke, wie schnell ich hier an meine Grenzen komme. Natürlich fehlt mir hier der Hintergrund, der Kontext, aber ich merke auch, wie es mir zum Teil ganz einfach am theoretischen Abstraktionsvermögen fehlt. Mein Mathelehrer hat mir damals nach dem Abi geraten, statt zwei Korrekturfächern zu studieren, doch wenigstens eins durch Mathe zu ersetzen, der hätte es mir also wohl zugetraut. Jetzt, rückblicken, würde ich nicht darauf wetten wollen, dass ich das Studium geschafft hätte - und zwar nicht nur, weil meine Interessen an anderer Stelle lagen.

    Mein persönliches Fazit ist, dass es mich überhaupt nicht stört, wenn MINT-Akademiker denken, dass ihre Fächer anspruchsvoller sind. Es wird nur ein wenig nervig, wenn es immer und immer wieder hervorgeholt wird, so wie alles bei ständiger Wiederholung nervig wird. ich finde die Diskussion ermüdend, denn der "Keulenschlag" zurück wäre der über den Bildungsbegriff, der aus Gründen, die man durchaus hintergragen kann, gesellschaftlich sehr geisteswissenschaftlich dominiert ist. Oder über die Ausdrucksfähigkeit und Rhetorik. Dann stehen da zwei Fronten, auf der einen Seite die ungebildeten Superbrains, die sich nicht ordentlich ausdrücken können, auf der anderen Seite die dummen aber gebildeten Rhetoriker, die aber abstrakte Zusammenhänge dessen, was die Welt im Innersten zusammen hält, nicht begreifen können. Ich polemisiere, aber vor allem deshalb, weil ich diese Frontenbildung hochgradig albern finde. Soll doch jeder machen, worauf er Lust hat, und sich damit beschäftigen, was ihm Spaß macht.

    Der Ausgangspunkt dieser Diskussion, Firelilies Vorschlag, dass sich der Anspruch in der Besoldung niederschlagen sollte, ist aus anderen Gründen albern: So funktioniert das Konzept der Dienstbesoldung bei Beamten nicht, und so funktionieren meiner Ansicht nach auch die Gehälter in der freien Wirtschaft nur zum Teil, da hier noch ganz viele andere Faktoren eine Rolle spielen. Aber da gab es ja schon mal eine ausuferende Diskussion, die wir nicht neu aufbrechen sollten.

    Nein, ich mache nicht mit, deswegen war das auch kein Problem.

    Meine Frage: Reicht für das Verlieren der Challenge schon, dass man das Still Frame vom Video angezeigt bekommt oder muss man den Song tatsächlich auch als auditiven Reiz hören?

    Es muss dir doch klar sein, dass ein paar - einzelne - missbräuchliche Anzeigen nicht gleich eine ganze Bewegung, die sehr viel zum Opferschutz beigetragen hat, "unsäglich" macht. Das kann ich doch nicht verwundern, wenn dir so eine Pauschalisierung vorgehalten wird.

    Ich bezeichne ja auch nicht Black Lives Matter als unsäglich, nur weil ein paar Idioten sich einen Spaß aus Vandalismus gemacht haben.

    Ich bezeichne ja auch nicht das Erkämpfen für Arbeitnehmerrechte als unsäglich, nur weil es einzelne Gewerkschaftsführer gibt, die diese nutzen um sich zu profilieren.

    Ich bezeichne ja auch nicht die Demokratie als unsäglich, nur weil es einzelne schwarze Schafe gibt, die sie für ihre Zwecke ausnutzen.

    Ich bin jetzt nicht Icke, antworte aber trotzdem mal:

    Sorry, aber du hast eine Bewegung, die Missbrauchsopfern eine Stimme gibt, als "unsäglich" beschreibst, weil du jetzt einer Schülerin zum Geburtstag die Hand nicht mehr geben darfst.

    Ich weiß nicht, wie man das anders lesen soll.

    Seit dieser unsäglichen meeToo-Bewegung und den ganzen Missbrauchsskandalen kann man sich als Mann sicherlich nicht mehr "normal" in der Schule bewegen.

    Ja, total. Ich finde auch, ich als alter weißer Mann bin das größte Opfer der Missbrauchskandale. Ich meine, jetzt kann ich mich noch nicht mal einer Schülerin annähern oder mal den Blick auf ihre Brust senken, ohne dass die das als übergriffig und unangemessen anprangert. Das hätte die sich früher nicht getraut, als die Welt noch in Ordnung war, bevor diese unsägliche Bewegung Frauen den Floh ins Ohr gesetzt hat, dass sie es deutlich artikulieren dürfen, wenn sie das Gefühl haben, dass eine Grenze überschritten wird. Hat doch früher auch super geklappt und da hab ich mich nicht als Opfer fühlen müssen. Und die Frauen, die waren das ja gewohnt und überhaupt sind die doch selber schuld, wenn sie so freizügig herumlaufen. Die bitten ja gerade darum. [/Ironie off]

    Vielleicht können wir einfach mal akzeptieren, dass es Verhaltensweisen gibt, die noch nie okay waren und die aber hingenommen wurden, weil diejenigen, die sie ertragen mussten, - aus welchen Gründen auch immer - keine Möglichkeit gesehen haben, ihren Unwillen und ihre Wahrnehmung zu artikuluieren. Ich selbst habe in meinem Leben niemals absichtlich oder mutwillig ein Mädchen oder eine Frau misshandelt, aber #metoo hat zumindest bei mir bewirkt, dass ich scheinbar "normale" oder "altergemäße" ach so witzige Handlungen oder ach so witzige Zoten ("Boys will be boys") rückblickend dahingehend hinterfragt habe, wie sich das wohl für die Betroffenen angefühlt hat.

    Ich frage mich auch, warum mein Recht, es "doch nicht so zu meinen" an dieser Stelle gewichtiger sein soll als das Recht der Betroffenen, sich nicht unwohl fühlen zu müssen.

    Und, ja, unschudlig beschuldigt zu werden, kann massive Auswirkungen haben. Aber Missverständnisse kann ich mit leichten Verhaltensanpassungen vermeiden und mutwillige falsche Beschuldigungen sind tragisch, aber die Gefahr würde ich kaum höher einschätzen wie viele andere Gefahren, denen wir uns - als Lehrkräfte aber auch einfach als Menschen - jeden Tag aussetzen. Da muss man vielleicht mal die Kirche im Dorf lassen und auch darüber nachdenken, wie tragisch ein echter Missbrauchsfall ist.

    Ich weiß gerade nicht, inwieweits Söders Versprechen am Sachverhalt etwas ändern, deshalb kann meine Aussage veraltet sein:
    Bisher war es so, dass ein freiwilliger Bundeslandwechsel eben ja keine Dienstanweisung war, weshalb Umzugskosten meines Wissens nicht erstattungsfähig war. Im Kontext des Konkurrenzkampfs der Länder um Lehrkräfte kann dies natürlich inzwischen anders sein.

    Hast du in deinem Versetzungsbescheid keinen Hinweis darauf bekommen, ob die Umzugskosten erstattet werden? In meinem stand damals explizit, dass dies nicht der Fall ist, meine ich.

    Nicht wirklich deine Frage, aber vielleicht eine Überlegung wert:
    Gibt es in NRW denn das Konzept des Laufbahnvorteils? Das hat ja mit der Bestenauslese zu tun und müsste entsprechend in allen Bundesländern gelten.

    Dann hättest du mit A15 (durch deine aktuelle Bewerbung) evtl. einen Vorteil bei der Bewerbung um die andere Stelle, sofern du bis dahin schon ernannt und nicht nur beauftragt bist.

    Also, ich sehe das in vielerlei Hinsicht anders als im Ausgangspost dargestellt. Ich habe jetzt vier der fünf Folgen mal angesehen.

    1.) Ich bin fest davon überzeugt, dass nicht nur die theatralischen "Tode" gescriptet sind, ich bin davon überzeugt, dass beinahe alles gescriptet ist. Die Charaktere sind einfach zu konstruiert, die Verhaltensweisen zu "narrativ" anregend und vor allem die "Testimonials" können in einer auch nur im Ansatz authentischen Abfolge der Ereignisse zeitlich nicht erfolgen.

    Damit gehört Squid Games - The Challenge in die gleiche Kategorie wie andere dystopisch angehauchte Narrative und ist dabei ein eher magerer Repräsentant des Genres. Damit finde ich es aber auch morlisch nicht mehr verwerflich, sich die Serie anzutun als wenn man bspw. "The Hunger Games" ansieht.

    Die fiktive Erkundung der Abgründe, zu denen sich Menschen in extremen Situationen hinreißen lassen, wurde von den antiken Tragödien bis hin zu modernen Romanreihen deutlich besser und ansprechender - und intellektuell anregender - dargestellt. Dort ist auch die Beantwortung der Frage, wie man sich selbst in ähnlichen Situationen verhalten würde, wohl besser aufgehoben.

    2.) Selbst wenn man annehmen würde, dass die Serie nur zum Teil gescriptet ist und dass viele der Entscheidungen der Teilnehmer authentisch und frei erfolgen, kann ich die moralische Problematik nur zum Teil nachvollziehen. Es handelt sich um ein Spiel mit festgelegten Regeln, auf die sich alle Teilnehmer im vollen Bewusstsein eingelassen haben. Ich meine, niemand stirbt ja wirklich, es geht nur darum, sich gegen die Mitspieler durchzusetzen wie bei jedem anderen Spiel (kooperative Spiele wie "Legenden von Andor" mal ausgenommen). Insgesamt werden hier nur Versatzstücke aus anderen Spielen genommen: Bei "Mensch ärgere dich nicht" wirft man die Mitspieler, so dass sie von vorne anfangen müssen, bei "Monopoly" nimmt man die Mitspieler so lange aus, bis sie bankrott sind, bei "Sieder von Catan" versucht man das Beste für sich rauszuholen und Mitspieler durch eigene Siedlungen oder Straßen zu blockieren. Oft werden hier die Spieler, die am Gewinnen sind, von den Mitspielern beim Handeln ignoriert oder verstärktn mit dem Räuber/Ritter überfallen, um sie davon abzhalten, die letzten Punkte zu machen. Sogar bei Uno gibt es diese "Kartenziehkarten" und jedes Kind freut sich diebisch, wenn nach einem Hin und Her mit diesen Karten jemand plötzlich eine große Anzahl Karten ziehen muss.

    Der Unterschied zu Squid Games - The Challenge ist aus meiner Sicht nur, dass diese Versatzstücke auf etwas perfidere Art kombiniert werden und dass die Darstellung durch das sprachliche Framing und durch Gestaltung der Mis-en-Scene eher dazu geeignet ist, Beklemmung zu erzeugen. Im Grunde ist es aber doch eben nur ein Spiel. Ich würde entsprechend die Handlungen der Mitspieler moralisch nicht sehr viel höher hängen als bei den genannten Gesellschaftsspielen.

    3.) Die Überlegung, wie man sich selbst in Extremsituationen verhalten würde, ist sicherlich ein wesentlicher Teil der eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Und natürlich sehe ich es so, dass Kunst und Literatur (im Sinne der erweitereten Definition) hier dazu beitragen kann. Squid Games - The Challenge sicherlich auch, aber da es sich aus meiner Sicht eher um einen qualitativ mäßigen Vertreter handelt, würde ich mir hier nicht allzu viel davon versprechen.

    Neben Kunst und Literatur finde ich hier vor allem auch echte psychologische Expermimente spannend, gerade in der Frage, wie ich mich verhalten hätte. Ich denke hier an solche Studien wie Zimbardos Standford Prison Experiment (auch in den entsprechenden Verfilumgen) oder das Milgram Experiment. Hier sind solche Gedankengänge deutlich zielführender.

    Insgesamt sehe ich den Unterschied zwischen Squid Games - The Challenge und dem Dschungelcamp oder DSDS nicht so. Mein Genre ist es nicht, ich finde es aber auch nicht schlimm, wenn andere es ansehen.

    Also, die Sachanalyse von ChatGPT ist zumindest unter literaturwissenschaftlich-mediaevistischen Gesichtspunkten unbrauchbar.

    Ich war nie so der große Mediaevist, aber wenn ich mich richtig erinnere, war das Kernmotiv, das in der Figur des Siegfrieds angelegt war, doch eine Vermischung aus Heldenepik und höfischem Roman, also zwei eigentlich grundsätzlich unterschiedlichen Gattungen. Siegfried wird in den ersten Aventuiren als höfischster aller Prinzen dargestellt, er vereint alle höfischen Tugenden etc. Gleichzeitig ist er aber auch der heldenhafteste aller Helden, auch durch die im Nibelungenlied nur angedeuteten Jungsiegfriedabenteuer. Das ist für die mhd. Literatur nicht üblich und in dieser Doppelrolle ist Siegfried eben sowohl das "perfect match" für Kriemhild, der höfischsten aller Prinzessinnen, also auch für Brunhild, der heldenhaftesten aller Kriegerinnen. Das wiederum bringt dann eben den Konflikt, der dazu führt, dass Hagen in seinen "truiwe" Verhältnis zu Gunther gar nicht anders kann als Siegfried zu töten. Das wiederum wird durch Kriemhilds Traum ganz am Anfang mit dem Falken (?) und dem Adler (?) vorweg genommen.
    Die Ambiguität in Siegfrieds Charakter wird auch durch Siegfrieds Eintreffen in Burgund aufgezeigt: Er kommt mit einer Armee, um Burgund einzunehmen, Gunther tritt ihm aber höfisch entgegen und sie kommen zu einer Vereinbarung unter rein höfischen Tugenden, denen sich Siegfried nicht entziehen kann.

    Das alles ohne Gewähr, ich hab mir das auf die Schnelle aus den tiefsten Abgründen meines Gedächtnisses herausgezogen und es kann sein, dass ich völlig falsch mit bestimmten Einzelheiten liege.

    Um diese ganz grundsätzlichen Zusammenhänge nachzuweisen, reicht dir vermutlich eine simple Einführung in das Nibelungenlied. Zu meiner Zeit vor 25 Jahren waren das diese dunkelblauen kleinen Monographien aus dem Metzler-Verlag. Für das Nibelungenlied gab es einen Experten mit "B", Bunkert oder so ähnlich, aber da gibt es sicher jetzt aktuelleres.

    Für die Mittelstufe würde ich aus nhd. Übersetzungen (oder in Prosa gehaltenenen Jugendbuchvarianten wie von Auguste Lechner) die Eigenschaften herausarbeiten, mit denen Kriemhild und Siegfried beschrieben werden und dann gegenüberstellen, dass sie einfach perfekt aufeinander passen und füreinander bestimmt sind. Ähnlich wie das ja bis heute in jedem Highschooldrama und jeder romantischen Komödie aufgegrifen wird, wo der Protagonist der falschen Person hinterherläuft, ohen zu sehen, dass eigentlich der perfekte Partner jemand anderes ist.

    Hm, diese Anfrage kommt mir suspekt vor.

    Hat von diesem User, "Kleiner Grüner Frosch" von euch schon mal jemand was gehört, oder ist das eine Neuanmeldung?

    Da kommt bestimmt als Nächstes ein Post mit einem komerziellen Link zu einer super günstigen Alternativlösung...

    Aber ernsthaft, in Bayern gibt es Mebis, jetzt wohl BayernCloudSchule, das eigentlich alles Schulen haben. Eher so eine Internetplattform, mit Lernplattform etc. Ich finde die ganz gut und hilfreich, wenn man sich mal eingefuchst hat und wenn sie stabil läuft. Ich glaube, Herr Rau kann aus berufenerem Mund dazu mehr sagen.

    Ja, das mag - je nach dem konkreten Job - schon der Fall sein, dem widerspreche ich ja gar nicht.

    Aber inwiefern widerspricht das dem Konzept einer Arbeitszeiterfassung für Lehrer? Wenn überhaupt wäre das ein Argument dafür, dass die Arbeitszeit bei Lehrkräften noch einfacher erfasst werden kann, wenn es weniger Leerlauf gibt.

    Ich lese eigentlich beide Erfahrungen so, dass das Argument, man könne die Arbeitszeit bei Lehrern aufgrund des komplexen Aufgabengebiets und der Überschneidung mit "privater" Zeit nicht richtig erfassen, in jedem Fall hinfällig ist.

    Offenbar ist es auch bei Bürojobs so, dass die Arbeitsbedingungen und die Art der Beschäftigung sehr unterschiedlich sein können und da kann die Arbeitszeit ja auch erfasst werden - was wenig überraschend ist.

    Wir fallen da also in keinster Weise aus dem Raster, wenn man Arbeitszeiterfassung denn ehrlich will.

    Zur Arbeitsverteilung generell:

    Ich fände es sinnvoll, ein allgemein verbindliches Modell zur besseren Austarierung von Belastungen im Kollegium zu haben.

    Vorschlag: Für jede Tätigkeit werden Punkte vergeben. Für eine fünfte Klasse im Fach Mathe bekommt man entsprechend weniger Punkte als für einen Abiturjahrgang Deutsch; für eine Physikklasse mit vielen Versuchsvorbereitungen weniger als für eine Reliklasse. Der IT-Betreuer bekommt eine entsprechende Punktzahl - ihr versteht das System.

    [...]


    (Ok, schimpft mich unrealistisch ^^ )

    So unrealistisch ist das nicht. Funktioniert das Arbeitszeitmodell in Hamburg nicht so ähnlich?

    Ich möchte mich Piksieben hier anschließen. Macht euch mit euren dienstrechtlichen Möglichkeiten vertraut, informiert euch über Mitbestimmungsrechte verschiedener Gremien, formiert euch und geht systematisch und gezielt dagegen vor.

    Zum Thema Überlastungsanzeigen:

    Man muss hier sehr genau aufpassen, dies "richtig" zu tun. Überlastungsanzeigen, die sich gegen Belastungen wenden, die sich direkt und konkret aus rechtlichen Vorgaben ergeben (Stundendeputat; Kursgrößen; Prüfungskorrekturen allgemein), sind formal gesehen keine Überlastungsanzeigen. Sie können also vom Dienstherrn ganz schnell auf Basis eine Formalie abgetan werden.

    Überlastungsanzeigen sind auch per se kein Mittel des Arbeitskampfes, auch wenn sie oft dafür genutzt werden, um Öffentlichkeit zu erzeugen. Vielmehr sind sie dafür gedacht, konkrete Situationen anzuzeigen, in denen man für das eigene Wohlbefinden und für die eigene Arbeit aufgrund der Situation keine Veantwortung mehr übernehmen kann, um sich vor späteren disziplinarischen Maßnahmen zu schützen. Also ergibt sich eine Überlastungsanzeige grundsätzlich aus einer (oder mehreren) konkreten Situation(en) / Anweisung(en), die im konkreten Kontext zu einer momentanen Überlastung führen.

    Eine Überlastungsanzeige ist also wirkungslos, wenn man sich gegen eine dienstrechtliche Verwaltungsvorschrift wehrt, die dich dazu zwingt, bei Wegfall der Prüfungsklassen Vertretungen zu übernehmen. Sie kann aber Wirkung haben, wenn du aufzeigst, dass du im Schuljahr 2023/2024 unter Berücksichtigung deiner Teilzeit von 40% bei zwei Abschlussklassen, die XY Stunden deiner Arbeitszeit binden, nicht zudem noch Aufgaben X, Y und Z übernehmen kannst, ohne deine Arbeitszeit deutlich zu überschreiten. Entsprechend kannst du gemäß §15 und §16 Arbeitsschutzgesetz keine Verantwortung für die Qualität deiner Arbeit übernehmen und siehst die Fürsorgepflicht des Diensthernn gemäß §45 Beamtenstatusgesetz hier verletzt.

    Ich hatte es in einem anderen Thread (- glaube ich -) schon mal geschrieben: In vielen BLs kann sich de GeKo eine eigene Geschäftsordnung geben. Die könnte dann auch Grundsätze (!) für die Anzahl der Konferenzen oder die Dauer festlegen. Auch Redezeiten können limitiert werden.

    Außerdem kann es sinnvoll sein, darauf hinzuweisen, dass Konferenzen per se erstmal Entscheidungsgremien sind, wo also Beschlüsse gefasst werden. Zu reinem Geschwafel sind sie nicht da. Manchmal kann man durch gezielte Anträge zur Tagesordnung (Auslagerung eines TOPs in eine Email oder ViKo) hier Änderungen herbeiführen.

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