Seit einigen Jahren bleiben an meiner Schule immer mehr Schüler von Klassenfahrten daheim, teilweise bis zu einem Drittel. Manche teilen dies von Anfang an mit, manchen fällt 2 Wochen vor der Fahrt ein, dass sie doch keine Lust haben, andere sind am Abfahrtsmorgen sterbenskrank. Die offiziell mitgeteilte Gründe sind vielfältig. Während früher oft das Geld ein Problem war, haben heute viele keine Lust auf klassische Ziele, organisiertes Programm, Kultur, Verbot von Alkohol undd Nikotin, zu wenig Freiraum am Reiseziel, ... Auch Heimweh bzw. Trennungsangst wird immer mehr. Unsere Schüler sind bei den Abschlussfahrten in der Regel 14-15 Jahre alt, bei Schullandheimfahrten jünger. Am liebsten wäre ihnen eine Fahrt ans Meer mit schönem Hotel, Pools, AI, ... Alles andere wird von einigen von vorneherein abgelehnt.
Aufgrund der hohen Krankheitsraten buche ich inzwischen nur noch Komplettprogramme über einen Anbieter inkl. Reiserücktrittversicherung. Dadurch muss ich mich hinterher wenigstens nicht mit den Eltern rumärgern, die auf die Rückzahlung der geleisteten Kosten bestehen. Ein ärztliches Attest ist auch hier natürlich Pflicht.
Das gleiche Phänomen haben wir im Übrigen auch bei halb- und eintägigen Fahrten: immer mehr Schüler sind urplötzlich an diesen Tagen krank, erstaunlicherweise immer die selben.