Beiträge von Sommertraum

    Ich erlebe es in der Gewerkschaft schon genau so: Alles unter Sek II hat eigentlich immer was zu klagen und macht sich selbst das Leben am schwersten. Bei uns sind es eher die Sek-I-er als die Primar-Leute die mir gelegentlich echt auf den Sack gehen mit ihrem Dauerselbstmitleid.

    Vielleicht solltest du dich als Gewerkschafterin mal ehrlich für die Gründe des "Dauerselbstmitleids" interessieren und für eine Verbesserung der dortigen Arbeitssituation kümmern statt selbstgerecht mit solch abwertenden Ausdrücken um dich zu werfen. Aber deine Meinung zu deinen Sek1-Kollegen tust du ja regelmäßig kund, sodass ich darauf nicht hoffe.

    Wenn man rechtzeitig bucht, bekommt man relativ günstig Gruppentickets zum Sparpreis der Bahn, sogar inklusive kostenloser Stornierungsmöglichkeit. Der Online-Rechner gibt einen guten Überblick und telefonisch erhält man anschließend eine gute Beratung und noch bessere Auskunft als online.

    Viele Klassenfahrtanbieter erstellen auch Angebote mit Zug statt Bus.

    Offensichtlich nicht genug.

    Frag doch mal auf der Straße spontan ein paar Leute, warum man es bei Media Markt keine 19% Rabatt gibt, wenn 19% Mehrwertsteuer erlassen wird. ;)

    Verdammt viele würden auch nicht beantworten können, wie viel ein 10€-Artikel nach Abzug von 25% Rabatt kostet. Und ich weiß, wie unzählig viele Stunden wir an der MS 3 Jahre lang immer wieder ins Prozentrechnen stecken! Sobald wir ein neues Thema besprechen, ist das alte bald wieder vergessen.

    Was ist eigentlich, wenn man pensioniert wird? Auf welche Art bekommt man dann die Stunden zurück? Wird das alles eingeplant/berücksichtigt? Das mit der 1 Stunde mehr geht ja schon seit ein paar Jahren. Angenommen, ich arbeite sowieso Vollzeit, habe schon 5 Jahre oder mehr diese Stunde mehr gearbeitet und gehe in Pension...Was dann? Also 29 Stunden werden es nicht sein wegen Altersermäßigungsstunden, aber die stehen einem doch wohl hoffentlich zu.

    Oder vllt. wird man eher pensioniert?

    Die Meharbeitsstunde müssen nur Lehrkräfte leisten, die so weit vor der Pensionierung stehen, dass sie voraussichtlich die Stunde auch wieder abfeiern können. Bei Krankheit und/oder vorzeitiger Pensionierung wird es vermutlich so sein, dass du Pech hattest. Zumindest war es vor über 20 Jahren so, als auch schon einmal diese Art Arbeitszeitkonto geführt wurde.

    In der MS sind die Studentenzahlen so niedrig, dass klar ist, dass die Stunden nie zurückgegeben werden können. Deshalb konnte bei uns dieses Mal Gott sei Dank kein Arbeitszeitkonto eingeführt werden. Für die GS hingegen soll in den nächsten Jahren wieder ein Überschuss an Bewerbern kommen.

    Nach dem Vorbereitungsdienst musst du alle Fächer unterrichten außer Englisch (Jahrgang 7-10), Religion, Sport.

    Ich unterrichte alle 3 Fächer regelmäßig, ohne dass ich eins davon studiert hätte. Englisch machte an jeder Schule, an der ich bisher war, immer jeder. Und wenn kein Relilehrer da ist, interessiert keinen, ob du die Missio hast. Sport darf im Auftrag der Schulleitung ebenfalls jeder unterrichten.

    Die Not ist an den MS so groß, dass seit Jahren tatsächlich jeder unabhängig von seiner Eignung eingestellt wird.

    Die Studentenzahlen lassen darauf schließen, dass sich das in der nächsten Zeit nicht ändern wird.

    Gut, vielleicht bin ich zu pessimistisch, aber ich habe keinerlei Illusionen bezüglich nachhaltiger systemischer Verbesserungen. Für den Moment ist es wichtig, erst einmal Druck aus dem Kessel zu nehmen und die Belastungen für die noch verbliebenen Lehrkräfte herunterzufahren, damit uns das Ding nicht komplett um die Ohren fliegt. Eine "schlechte" Lehrkraft mag für die Schüler keinen Mehrwert haben, für den Kollegen, der die Gruppe dank dessen Anwesenheit nicht vertreten muss, aber halt schon.

    Nachdem an meiner Schulart aufgrund langjährigen extremen Lehrermangels inzwischen jeder vor Klassen gestellt wird, der sich dazu bereit erklärt (Qualifikation offensichtlich nahezu egal), sehe ich das nicht mehr so. Die Auswirkungen sind so gravierend negativ, dass uns schon fast alles "um die Ohren fliegt". Aber das wird natürlich alles fleißig unter den Teppich gekehrt, alles ist ja ach so toll, die Vertretungs-, Brücken-, XYZ-Lehrkräfte sind eine irrsinnige Unterstützung und Bereicherung. Dazu noch Seiten- und Quereinsteiger, Zusatzqualifikanten etc - einfach nur toll, diese Vielfalt.

    Bei uns war auch von vornherein klar, dass wir unseren Kindern die Ausbildung finanzieren (soweit es uns möglich ist). Unsere Tochter studiert 300 km entfernt. Sie bekommt von uns das Zimmer im Studentenwohnheim gezahlt und 400 € für alles weitere (Lebensmittel, Kosten für die Uni, Zugtickets, ...). Damit kommt sie aus. Sie kann keine Riesensprünge machen, es bleibt ihr aber jeden Monat etwas übrig, das für den Urlaub spart. Insgesamt war sie im Umgang mit Geld immer schon sehr vernünftig.

    Auch meine Eltern haben mir mein Studium komplett finanziert und ich würde mich nicht als unselbständig bezeichnen. Ich wusste immer (genau wie unsere Tochter), dass Geld nicht einfach so vom Himmel fällt. Dafür habe ich flott studiert und unsere Tochter bisher genauso und dazu mit guten Noten. Das ist uns das Geld allemal wert.

    Das ist bei uns ähnlich. Im Herbst beginnt Kind 2 zu studieren und auch das werden wir stemmen. In den Semesterferien arbeitet sie und stockt damit ihr Einkommen auf.

    Auch ich habe von meinen Eltern eine ähnliche Unterstützung erhalten, obwohl deren finanzielle Situation deutlich schlechter war als unsere heute.

    Allerdings stelle ich im Vergleich zu meinen DINK- bzw. Single- Freunden fest, dass wir einen komplett anderen, viel sparsameren Lebensstil haben, ohne dass ich das als Einschränkung wahrnehmen würde. Wir fahren auch 2x im Jahr als komplette Familie in den Urlaub in gute Hotels und wohnen im abbezahlten Eigentum. Wo wir sparen, sind eher Kleinigkeiten im Alltag: selber kochen statt ständig essen gehen oder liefern lassen, wir sind nicht jedes Wochenende teuer unterwegs, geputzt wird selber, insgesamt nehmen wir viel weniger Dienstleistungen in Anspruch. Auch unsere Urlaubsziele unterscheiden sich. Aber nicht einmal in meinem Leben habe ich meine Entscheidung für Kinder bereut oder wäre gar neidisch auf deren Lebensstil gewesen. Ganz im Gegenteil, mir würde ganz schön viel fehlen, hätte ich meine große Familie nicht!

    Wie gesagt, lässt sich das so pauschal nicht sagen. In Bayern, bei verbindlicher Regelung, sind an der Realschule die Hälfte der Schüler dort, obwohl sie auch an ein Gymnasium könnten.

    Das liegt sicherlich auch daran, dass die Erfahrung zeigt, dass man sich mit einem Schnitt von 2,33 (oder auch 2,0, je nachdem wie hart die Noten durch häusliches Lernen erarbeitet wurden bzw. wie großzügig die GS die Noten verteilt hat) auf dem Gymnasium relativ schwer tut. Die Eltern dieser Kinder wählen deshalb häufig lieber die RS.

    An die MS kommen selten Schüler, die 2,66 oder besser hatten, deshalb findest du wohl auch keine Zahlen dazu (s. dein nächster Beitrag). An die MS geht man, weil man muss und nicht, weil man will.

    Am Gymnasium meiner Kinder nehme ich das auch so wahr: viele Frauen arbeiten unfassbar wenige Stunden, oft unter 10, manche sogar nur 4 oder 6. Ein verschwindend geringer Teil des Kollegiums fährt mit auf Klassenfahrt, sodass ein paar wenige Lehrkräfte ständig fahren müssen und sogar mehrfach pro Jahr unterwegs sind.

    An den GS und MS in meinem Schulamtsbezirk ist das anders. Wir bekommen außerhalb der Elternzeit gar kein unterhälftiges Deputat genehmigt und Lehrermangel sei Dank hat man eigentlich immer auch eine Klassenleitung. Die macht so viel Arbeit, dass die meisten TZler recht schnell auf um die 20 Stunden oder sogar mehr erhöhen (meist zumindest so viel, dass der Unterricht in der eigenen Klasse abgedeckt ist). Je nach Schulleitung wird auch keiner freier Tag o.ä. gewährt und auch sonstiges Entgegenkommen ist kaum möglich. Bei uns muss auch jeder Klassenlehrer seine Klassen auf allen Fahrten begleiten und es kommt äußerst selten vor, dass mal jemand daheim bleibt.

    Denn wie oben geschrieben: solange man im rechtlichen Rahmen bleibt, ist die Antwort auf die Frage "Warum sollte man sein Privatgerät nutzen wollen?" Ganz einfach.

    Warum nicht.

    Weil es immer mehr Vorgesetzte gibt, die erwarten, dass man über die Smartphones immer und überall erreichbar ist und kurzfristig auf Anweisungen reagiert. Je mehr Kollegen mitspielen, desto ungemütlicher wird es mit der Zeit für alle. Mit Dienstgerät ist es wesentlich leichter, für Abstand zu sorgen, als mit dem Privatgerät.

    Über diese Zeugnis-Druck-Diskussion kann ich jedes Mal aufs Neue nur müde lächeln. Die Wochen rund um die Zeugnisse sind ja die, in denen ich meine Kollegen anderer Schularten sehr beneide. Bei mir lief es an jeder meiner bisherigen Schulen immer gleich aufwändig:

    Als KL sammle ich die Noten von allen in der Klasse umterrichtenden Lehrkräfte ein. Vom Sekretariat gibt's einen Stick mit Word-Dateien zu allen SuS der Klasse (über ASV generiert). Diese fülle ich mit Bemerkungen und trage händisch alle Noten ein. Wenn alles überprüft ist, drucke ich die (2seitigen!) Zeugnisse auf das offizielle Zeugnispapier. Im Anschluss muss ich sie noch kopieren und in den Schülerakten abheften. Außerdem fertige ich - wenn so gefordert - Kopien für getrennt lebende Elternteile mit Sorgerecht und lasse sie über das Sekretariat versenden. All das frisst verdammt viel Zeit und man macht es, egal ob man VZ oder TZ arbeitet.

    Vermutlich läuft es an den meisten bayerischen GS und MS so.

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