Bin zufällig auf dieses alte Thema gestoßen.
Ich habe bei der sogenannten Führungskräfteentwicklung-Fortbildung (5 Module in 2 Jahren plus Schulleitungspraktikum) teilgenommen und dort explizit nachgefragt, ob die Vereinbarkeit Familie und Beruf
auch als Schulleiter/Abteilungsleiter machbar ist und dies wurde eindeutig bejaht. Begründung (in Kurzform): weniger Unterricht, daher mehr Arbeit zuhause möglich. ("Schüler können Sie nicht mit nachhause nehmen, Akten schon")Als Abteilungsleiter mit Schwerbehinderung der Frau (benötigt Begleitperson) und Schulkind (die ersten drei Jahre Kindergartenkind) schaffe ich das seit ca. acht Jahren. Das wichtigste bei meinen Rahmenbedingungen ist tatsächlich, viel von zuhause aus zu regeln, die Schule also früh zu verlassen.
Trotzdem habe ich meine Arbeit immer komplett erledigen können. Ich kenne auch eine Schulleiterin an einem Gymnasium, die (mit schwerbehindertem Mann) entweder vormittags ODER nachmittags in der Schule ist, je nach Bedarf.
Und einen Schulleiter in der Pfalz, der täglich um 14 Uhr die Schule verlässt, weil er nur zuhause ungestört arbeiten kann. Auf die 41 Stunden Arbeitszeit für Beamte in Baden-Württemberg komme ich locker, meistens ist es mehr. Aber bei einer GEW-Fortbildung wurde noch einmal betont: Sowohl die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf als auch die 41-Stunden -Woche gelten auch für Schulleiter! Ansonsten muss man Aufgaben delegieren oder seine Überlastung kundtun.
Also bei uns dürfen die Abteilungsleiter nur jeweils einen Nachmittag pro Woche abwesend sein. Ansonsten wird erwartet, dass sie auch nachmittags vor Ort sind. Und zwar bis mind. 16.30 Uhr. Die allermeisten sind aber länger da.