Die Lösung kann nur lauten: ALLE Tätigkeiten, die nichts mit deiner Kerntätigkeit zu tun haben, streichen: Keine Arbeitsgruppen, keine Schulfeste, keine Klassenfahrten, keine Exkursionen, feste Sprechezeiten für Beratungen und Gespräche mit Schülern und Eltern (z.B. eine Stunde pro Woche), keine E-Mails und Telefonanrufe nach 18 Uhr beantworten, keine Nächte durchkorrigieren (dann dauert die Rückgabe der Arbeit eben länger als 2 bzw. 3 Wochen), nicht für jede Lerngruppe neue Arbeitsblätter entwerfen, bei Zeitmangel auf Differenzierung verzichten, konsequenter Einsatz des Lehrbuchs, keine nicht-vorgeschriebenen Tests, Hausaufgaben und Hefte nur stichprobenartig in den Unterrichtsstunden kontrollieren (= nicht mit nach Hause nehmen) usw.
In der Theorie hört sich das so einfach an. In der Praxis ist das mMn nicht umsetzbar. Ich könnte dir zahllose Beispiele nennen, wo Kollegen ganz ohne ihr Zutun an Arbeitsgruppen, Klassenfahrten, etc. gekommen sind.
Wenn das Sekretariat deine Privatnummer rausgibt, kannst du tausendmal eine feste Sprechstunde anbieten... Die Eltern rufen dich trotzdem am Sonntag Abend um 22 Uhr an...
Die Klassenarbeit Nummer 1 muss ich rausgeben bevor ich die Klassenarbeit Nummer 2 schreibe. Bei 15 Klassenarbeiten in 20 Schulwochen kannst du dir ausrechnen, wie lange ich Zeit habe zur Korrektur. Drei Wochen sicher nicht.
Bei den Arbeitsblättern, ja, das muss nicht sein. Zumindest nicht in jedem Fach. Aber wenn Trump halt Präsident wird, muss man das im Englisch-Unterricht behandeln und da findest du nix in einem Lehrbuch...
Zudem: Natürlich arbeite ich, um Geld zu verdienen. Aber die Zeit, die ich auf der Arbeit verbringe, nimmt einen nicht unerheblichen Teil meines Tages ein. Und da mag ich es mir so gestalten, dass es auch für mich angenehm ist. Und wenn ich zum x-ten Male das Allergleiche mache, ja, dann hängt es mir auch irgendwann mal zum Hals raus...