Beiträge von Kapa

    Bafög? Wohngeld? Hartz 4 (geht nur in Ausnahmefällen)? Du musst man wegkommen von deiner kaputten Welt, wo der Staat völlig pleite ist und auch keine Lust hat das zu tun.

    Hahahahaha, der war gut :)

    Als Student mit Eltern, die zwar ein Mietshaus und ein Eigenheim (300 Jahre alter sanierungsbedürftiger Hof) gabs für mich zwar Bafög (rund 200 € im Monat, hat über die 4,5 Jahre Studium geschwankt), aber das hat weder für den Lebensunterhalt noch für die Wohnung gereicht (bzw. hätte ich nach Miete ganze 1,50€ noch gehabt vom Bafög). Zitat, das ich mir dann damals im Bafög-Amt anhören durfte: "Verklagen Sie doch ihre Eltern auf Unterhalt.". Wohngeld hätte ich zur damaligen Zeit im Umfang von 30 € bekommen.
    Arbeiten gehen war da die einzige Lösung, an einem Unistandort (recht kleine Stadt mit vielen Studenten), wo die Jobs rar gesäht waren. Dafür gabs dann in den Semesterferien Arbeit auf dem Bau etc. Das hat dann gereicht mit viel Sparsamkeit irgendwie über die Runden zu kommen. Für die verpflichtende Exkursion in Geografie (ins westlich geprägte, überseeische Ausland, da es keine anderen Alternativen gab) musste ich dann einen Kredit aufnehmen, da die Uni keinen Cent beisteuerte. Wir hatten einige "Ewigstudenten" im Fachbereich, die nur so lange studierten, weil sie sich die Exkursion nicht leisten konnten.
    Damaligen Freunden mit Ausbildungen ging es, hinsichtlich Bafög und Wohngeld, nicht viel anders.

    @Lehramtsstudent

    "Genau genommen liegt das Durchschnittsausziehalter in Deutschland bei circa 25 - und damit sogar noch vor manch einem südeuropäischen Land."Tja, nur liegt das nicht nur an den faulen Kindern, die nicht ausziehen wollen. Das Höchstalter, bis zu dem die Eltern verpflichtet sind die Kinder zu unterstützen liegt bei 25 Jahren. Wenn dann das eigene Geld nicht ausreicht für Wohnung etc. ist da erst mal nichts mit Auszug, so sehr das Kind das auch will. Ging mir nach Beendigung meines Studiums und (glücklicherweiser nur kurz) während meiner Wartezeit auf eine Anstellung auch so. Selbst den Umzug in die Stadt, in der ich dann Arbeit gefunden hatte, musste ich mir erkämpfen bei den zuständigen Ämtern, immerhin wollte ich ja VOR dem ersten Monatsgehalt ausziehen. Der Fakt, das ich sonst hätte 100km pro Tag pendeln müssen zwischen zwei Orten, zwischen denen es KEINEN ÖNPV gab, war da uninteressant. Meine Eltern (beide arbeitend in zwei unterschiedlichen Orten) müssten erst das eine Auto verkaufen, sie müssen ja bis 25 für mich sorgen.
    Bestimmte Amtsbereiche sind bei sowas sehr kreativ und vor allem diejenigen, die das System nicht dreist ausnutzen wollen, schauen dann erstmal in die Röhre.
    Spannend dabei ist auch die Verteilung von Kompetenz bei den Akademikerberatern des Jobcenters: Vorliegende Urkunde über das 1. Staatsexamen. Hinweis darauf, das noch keine Berufserfahrung besteht + vollständiger Lebenslauf, in dem dick und fett ersichtlich ist: Kein 2. Staatsexamen. Was bekommt man unter Androhung, das man da sich zu melden hat auf die Stelle, für Stellenangebote von denen zugesendet? Richtig: Schulleiterstellen, Stellen, in denen klar gefordert wird "2. Staatsexamen", etc. Ist nicht so einfach mit den Ämtern wenn man ehrlich sein will.

    Das Ganze zieht sich dann weiter in die Uni, mittlerweile (als Doktorant habe ich neben der Schule noch 4 SWS an einer Uni übernommen) sind die "jungen" Studenten auch nicht in der Lage, reflektiert eine Hausarbeit zu schreiben und Quellen kritisch zu hinterfragen. Expierment von mir ist in der letzten Woche vollkommen gescheitert:

    Studenten, großteilig Lehrämter im 1. und 2. Semester, hatten die Aufgabe, eine historische Stellungnahme zu einer provokanten These zu formulieren. Die Quellen, die sie vorher zu lesen hatten, waren widersprüchlich. Das Material, dass dann zur Stellungnahme genutzt werden sollte ging den Quellen komplett entgegen. Und was kam jetzt bei den ersten raus? Keinerlei Quellenkritik, keinerlei Einordnung in den historischen Kontext, teilweise sogar vollkommen falsche zeitliche Einordnung des Kontexts anhand der FALSCHEN ZAHLEN in der einen Quelle (das allein war schon ein dicker Widerspruch). Vermutung A: Die haben einfach nicht richtig gelesen. Befürchtung A: Die habens gelesen (sie konnten immerhin wiedergeben was drin stand), aber kein Wort verstanden bzw. konnten nicht auf die Aufgabe adäquat reagieren.
    Traurigerweise verwende ich sogar schon extra für die jungen Studis Operatoren, die sie auch aus der Schule kennen sollten. Pustekuchen, die Bewertung (Teilnote 1 für den Kurs) liegt im Durchschnitt bei 75% im Bereich 3,0 und schlechter.

    An meiner Dissertation weiter schreiben (zumindest die nächste Stunde noch wenn ich mich nicht zu sehr ablenken lasse) und dann mit meiner Partnerin einen schönen Rotwein und eine gute Serie genießen.

    Magst du eher kräftigeren Käse oder eher weniger Kräftigen?

    so ein Quatsch!In jeder kleineren Stadt gibt es Stadtbibliotheken, deren Benutzung für Jugendliche bis 18 Jahren frei ist.

    Ich lese sehr viel, kaufe aber kaum Bücher. Wo sollte ich sie auch lagern? Und das Geld für all die Bücher, die ich in meinem Leben zur Unterhaltung gelesen habe, hätte ich nicht bezahlen wollen.

    Zugang zu Büchern hat, rein technisch gesehen, wohl jeder.
    Es ist vielmehr die Bedeutung, die im Elternhaus dem Lesen beigemessen wird:

    Toller Zeitvertreib
    oder mühsamer und damit überflüssiger Luxus?

    In der Stadt in der ich aufgewachsen bin und in der Stadt, in der ich derzeit lebe (Kleinstadt unter 10000 Einwohner):
    Keine Bibliothek bzw. eine Bibliothek die von 8- 13 Uhr auf hat und zwar am Montag, Mittwoch und Donnerstag. In der Stadt, in der ich groß geworden bin kostete der Monatsbeitrag fürs Ausleihen etc. um die 40 €. Dafür konnte man so viele Bücher wie man wollte lesen. Oder aber man nahm das gestaffelte Angebot: Pro Buch 1,50 - 3 € dafür dann aber bitte nur in der Bibliothek lesen (die im Übrigen nur eine geringe Anzahl an Sitzplätzen hatte).

    Ich hatte das Glück, in einem belesenen Elternhaus groß zu werden, die Bibliothek meiner Eltern werde ich dann irgendwann übernehmen (derzeit ca 6 - 8000 Bücher/Büchlein) und meine eigene Sammlung (1549) sowie die Sammlung eines Bekannten (dessen Familie hat nach seinem Ableben kein Bedarf an seinen rund 9000 Werken) hinzufügen, Glück im Unglück: Meine Eltern haben ein entsprechend großes Mietshaus, das ich im kommenden Jahr übernehmen werde und das dann vollkommen ausgeschöpft werden wird. Platzbedarf hierfür ist riesig, es lohnt sich aber und ich würde jedes Buch vermissen, das ich mir über die Jahre gekauft habe bzw das mir geschenkt wurde.

    Und ja, Lesen bedarf einer Bedeutungsbeimessung, die muss aber nicht allein durch das Elternhaus erfolgen. Mein Cousine (aus sozial sehr schwachem und kulturell desinteressierten Elternhause) wurde auch erst durch die Schule ans Lesen herangeführt. Da bedarf es aber auch die Lust der Erzieher/Lehrer und vor allem das Interesse daran, dass näher zu bringen.

    Allgemein ist es Jungen zuzuschreiben, dass sie weniger lesen als Mädchen.

    @Lehramtsstudent :
    Na ein Glück ist das Bleiberecht in Deutschland nicht an irgendwelchen kruden Vorstellungen von Bildung gebunden.
    Glücklicherweise kenn ich genug muslimische Jungen, die gerne lesen, vor allem nach dem man sie an ansprechende Bücher rangeführt hat.

    DAs Problem mit dem Lesen ist, dass Bücher Geld kosten und nicht alle Eltern dafür den Sinn sehen. Hinzu kommt, dass die Kids Sekten ans lesen herangeführt werden und oft gar nicht wissen, welch spannende Bücher es gibt.


    Ich habe 15-jährige Schüler, die ein einziges Buch besitzen (und nicht wissen, was drinsteht). Die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihren Kindern vorlesen, dürfte gegen 0 gehen. Ich weiß nicht, ob es ein Ausbrechen aus diesem Kreislauf geben kann? Aber wenn, dann auch darüber, dass gemütliches Vorlesen wieder Einzug hält. Dass Erzieher den Eltern konkret sagen: schauen Sie mit ihrem Kind jeden Abend ein Buch an. Eine Woche lang dasselbe Buch. Ich leihe Ihnen welche aus. Und auch wenn Sie selbst nicht so gut oder gerne lesen ist es für ihr Kind immens wichtig, probieren Sie es mal aus.

    Für viele andere normale zivilisatorische Errungenschaften gilt ja Ähnliches (Ernährung z.B.) Natürlich kann Schule nicht alles auffangen, worans zu Hause bei manchem mangelt, ich glaube auch nicht, dass das ernsthaft einer erwartet. Aber damit umgehen muss sie halt, was anderes kann sich eine Gesellschaft doch gar nicht leisten.

    Ich hatte im Studium Mitstudenten, über die ich Ähnliches berichten kann: Bücher? IHHHH!
    An meiner Schule sehe ich aber wieder vermehrt Schüler (hauptsächlich die Mädels) mit Büchern rumrennen die nicht zur Schule gehören.

    Carab, nicht die Flinte ins Korn werfen, das kann am Anfang schwierig sein, weil die Kinder ja auch ausprobieren, wie weit sie mit dir gehen können (und manchmal haben die nen verdammt langen Atem :) ).

    Mein Tipp:
    Lass Sie am Anfang der Stunde und am Ende der Stunde hinter den Stühlen Aufstellung nehmen und zur Ruhe kommen. Wenn es ruhig ist, begrüßt ihr euch vernünftig und dann lässt du sie wieder sich setzen.
    Die Sache mit dem Finger vor dem Mund funktioniert bei mir auch noch bei den Großen (also ab 7. Klasse aufwärts).
    Was du neben den Tipps von Nordseekrabbe auch versuchen kannst (je nach dem ob ihr das an der GS "dürft"): Alternativ den Sitzplan so ändern, dass die "Störer" nicht in der Nähe von einander sitzen.Ansonsten kann ich Nordseekrabbe beipflichten, das aus der Ecke kommt, funktioniert auch bei meinen querlligeren 7ern, 8ern und 9ern in den meisten Fällen.

    Hallo,

    das mti den Pflichtstunden ist nicht in jedem Bundesland gleich, unterscheidet sich aber bei der Laufbahn Grundschule nur marginal.
    Berlin als Ziel hat verschiedene Vor- und Nachteile. Solltest du die Verbeamtung anstreben, ist der größte Nachteil, dass Berlin nicht mehr verbeamtet. Worüber du dir im Klaren sein musst: Auch Grundschulen in Berlin haben starke Unterschiede was die Leistungsfähigkeit und das Verhalten der Schüler angeht. Da kann das von Überbehütet, hochmotiviert und super leistungsfähig bis hin zu Klassen mit einem Großteil an sozialen und verhaltenstechnischen Auffälligkeiten variieren. Es kann also kommen, dass du an einer Schule landest, die einen Brennpunkt darstellt.

    Das Gehalt ist von Bundesland zu Bundesland tatsächlich unterschiedlich, je nachdem ob du verbeamtet wirst oder wie du eingrupiert wirst können da schon sehr starke Unterschiede bestehen. Die Frage dabei ist, was für dich "ganz gut verdienen" ist.
    Eine weitere Frage ist die nach der Anerkennung deiner Abschlüsse in Deutschland und der daraus resultierendne Eingruppierung.
    Ich denke zu dem Ganzen werden hier aber noch weitaus qualifiziertere Antworten kommen ;)


    An sich finde ich es mutig, diesen neuen Schritt zu wagen. Zutrauen würde ich es mir derzeit, ich habe jedoch noch keine Kinder und noch nicht solange in "meinem" Schulsystem gearbeitet wie du im Vergleich.

    Selber machen ist auch für die Schüler schöner, weil sie sehen, dass ihre Arbeiten eben gewürdigt werden.

    Was ich mal selbst angefertigt habe, bzw anfertigen lassen habe:

    Eine große Weltkarte auf beschreibbarer/abwischbarer Folie. Da können die Schüler, die ich im Schuljahr habe sich verewigen. Geht bei mir aber nur, weil ich fast immer in einem Raum Geo habe und mehrere Klassen. Da kommen manchmal total interessante Reiseziele bei raus.

    Juckt mich jetzt herzlich wenig. Jeder durchschnittlich intelligente Leser weiß, was gemeint ist, ohne auf den Political-Correctness-Train aufzuspringen.

    Hm, dann bin ich wohl unterdurchschnittlich intelligent oder was möchtest du mir damit sagen?
    Ist schon spannend, wie du jeden, der nicht nach deiner Art und Weise erzogen wurde sondern nach Methoden, die dir nicht passen, als nichtsnutzig bezeichnest und einen Begriff zur weiteren Verdeutlichung deiner Aussage nutzt, der schon vor NS-Zeiten als absichtliche Abwertung anderer Menschen durch den Stempel "weniger entwickelt" genutzt wurde.
    Wunderbar finde ich es auch, dass du "Political-Correctness" in seiner eher pejorativen Verwendung als Kampfbegriff gegen zu viel Rücksichtsnahme auf sprachliche Genauigkeit benutzt. Da würden sich die Rechten der 90iger drüber freuen.

    Aber wo kämen wir da nur hin, mal über bestimmte Dinge unserer Muttersprache nachzudenken, die ein Relikt einer Zeit sind, indem man davon ausging, dass es "hochwertige und minderwertige Rassen" beim Menschen gibt. Ein wenig Sprachsensibilität wäre da mal angebracht.
    Du sprichst ja schließlich (hoffe ich jedenfalls) auch nicht von "Kanacken", wenn du über ein bestimmtes Schülerklientel redest.

    Ich teile Lord Voldemorts Aussage, dass Respekt und Autorität zur Erziehung gehören.
    Die "Kuschelpädagogen", die mit 45 burnoutgeplagt sind, verdienen nicht mein Mitleid. Klare Grenzen setzen und einfordern ist wichtig.

    Nur erwächst Respekt auch dadurch, dass man dem Gegenüber eine Form von Respekt entgegen bringt. Autorität gehört durchaus zur Erziehung muslimischer Jungen. Das Problem an der Geschichte ist, dass viele Schüler aus diesem Hintergrund (ja auch aus dem italienischen oder spanischen z.B.) patriarchalisch geprägt sind und wir als Lehrer oft zu wenig Einfluss auf die Umgestaltung des Respektgewinnes haben.

    Meine Erfahrung mit diesem "Kulturkreis" ist, dass einerseits Verständnis für verschiedene Gedankengänge bei den Kids und das klare Einfordern (+ transparent machen) von einzuhaltenden Regeln und Konsequenzen bei Nichteinhalten dazu führen, dass da ein Umdenken stattfinden kann bei den "Problemfällen". Im besten Falle erfolgt das unter Mitwirkung des Elternhauses und anderer Instanzen (Sozialarbeiter z.B.).

    1. Wenn es nicht wirklich weh tut und der Erziehung zuträglich ist, ja. Magst ja dagegen sein, aber wunder dich nicht, wenn Waldorfpädagogik nur nichtsnutzige Hottentotten hervorbringt.

    Hm, ich denke nicht, dass Erziehung dazu führt, das Kinder mit orientlaischem/sdeutschen/asiatischen/amerikanischen Hintergrund zu Mitgliedern der Khoikhoi (oder einem der Untergliederungen wie z. B. den Nama, Korana oder Griqua bzw. Orlam und Baster) werden. Das geht tatsächlich nur durch Geburt.

    Im Übrigen: Der Begriff Hottentotte ist in seiner Verwendung ein tolles Paradebeispiel für Rassismus der ursprünglich Menschen benannte, die eine, den Europäern, unterlegene Kultur und Mangel an intellektuellen Fähigkeiten haben sollen. Schön, dass du dieses Wort in seiner ursprünglichen Form verwendest, find ich klasse, zeigt gut auf, was du so für ein Bild im Kopf hast.


    Unseren Dissenz verstehe ich nicht, @Conni. Jemand schrieb irgendwas von "Berlin ist scheiße" und ich antwortete, dass alle Lehrer in Berlin bald (!) sehr gut verdienen werden, nämlich rund 5300,- Euro netto (A 13 + Erfahrungsstufe 5, wenn sie denn für jeden bleibt). Dass es ab 2018 ("bald") 5300,- Euro sein werden, steht in der Tabelle (siehe Link). Was stimmt daran nicht?

    Berlin ist also nicht "scheiße", sondern für Lehrer gehaltsmäßig bald sehr attraktiv.

    Warum jetzt Netto-Rechnungen aufgemacht werden, verstehe ich hingegen nicht. Netto ist nicht vergleichbar, weil es bei jedem anders sein kann; also vergleicht man brutto.

    Der Rest geht wohl nicht an mich ???

    Nur das die Berliner eben kein A13 sondern E13 bekommen

    Plattyplus:
    Du hattest also schon mal einen Schüler, der Mordopfer wurde, und einen, der Mörder war. Die Beweggründe für Mord sind ja unterschiedlich gelagert, manchmal reicht schon das falsche Atmen, aber das ja doch wohl im Regelfall eher bei Menschen, die von vornerein als psychisch krank zu beschreiben sind.

    Fallbeispiel Berlin:
    Kollege und ich mit einer Klasse am S-Bahn Gleis. S-Bahn fährt ein, Schüler lassen die Leute erst anständig raus (und das obwohl sie von einer "Hauptschule" waren, suprise!). Während wir nun also warten, das alle aussteigen, kommt eine Einzelperson und schubst die Schüler beseite um sich gegen die rausströmenden reinzukämpfen. Kommentar eines Schülers "Hey, lassen sie die Leute doch erst mal raus.". Reaktion des Typen: Backpfeife. Reaktion meines Kollegen: Direktes ansprechen was die Scheiße soll. Gegenreaktion des Typen: "Willste dir auch eine Fangen du Schwuchtel!". Meine Reaktion: Vernünftig mit dem Typen reden und deeskalieren (waren ja immerhin Schüler dabei). Reaktion des Typen: Angriff. Reaktion meinerseits: Ausweichen, anbringen eines Hebels und zu Boden bringen. Reaktion meines Kollegen: Polizei rufen.
    Würde ich immer wieder so machen. Egal ob ich nun ne Chance habe oder nicht. Wenn ein Kind einfach so geschlagen wird, weil dem Erwachsenen etwas nicht passt, dann merkt sich ein Kind, wer geholfen hat oder nicht fürs Leben. Das brennt sich ein wenn die anderen Erwachsenen einfach wegschauen. Davon abgesehen geht es nicht an, dass nen Erwachsener fremde Kinder schlägt weil ihm nen Furz verquer sitzt.

    Ich denke es vom Ende her:
    Meine Erfahrungen auf der "Straße" haben gezeigt, dass die meisten Proleten, die meinen Schwächere zu drangsalieren, klein mit Hut werden wenn man ihnen energisch genug klar macht, dass das Verhalten nicht akzeptabel ist. Messer werden in den seltensten Fällen von Leuten genutzt, die einem anderen ne Backpfeife verpassen, die verlassen sich nämlich auf ihr Einschüchterungspotenzial ohne Waffe. Oftmals sind die Backpfeifer diejenigen, die meinen, nem Gör eine verpassen zu können, weils eh keinen kümmert und die Leuts wegschauen.

    Vermutlich bin ich da ein wenig vorgeprägt, ich hab in meiner Schulzeit aber viel mit Russlanddeutschen und Nazis im Ort zu tun gehabt, die immer mal wieder meinten, mit kleineren Schlägen austesten zu können, was passiert. Sowas ändert sich dan nrecht schnell wenn man sich entscheidet, dagegen vorzugehen. Es gibt natürlich auch dort Ausnahmen, die sofort bereit sind mit Messer oder anderer Waffe auf dich zuzustürmen.

    Latrinparolen?
    Du hast in den Lauf einer Pistole geblickt: In Deutschland? War es eine echte oder Schreckschusswaffe? Neben meiner Bundeswehrzeit und Auslandseinsatz hab ich auch auf Reisen in etwas weniger "zivilisierte" Gegenden (Detroit z. B.) das ein oder andere Male in den Lauf von Waffen geschaut. Ist unangenehm und gar nicht schön, das stimmt. Abgesehen vom Kriegsgebiet wird eine Schusswaffe jedoch von "Gangs" gegen Ottonormalverbraucher nur genutzt um einzuschüchtern. Abknallen würde nämlich sehr viel mehr Probleme bereiten als nur Bedrohen. Dennoch sollte man bei einer Schusswaffe oder auch einem gezückten Messer nicht den Helden spielen, das stimmt schon. Du nimmst aber prinzipiell an, das jeder, der einem Schwächeren ne Backpfeife verpasst bewaffnet ist?

    Zum trainierten Schläger:
    Auch da meine Erfahrung aus nun fast 20 Jahren Kampfsport und Straße...die meisten Pöbler/Straßenschläger sind nicht ausgebildet "im Kämpfen", die können nur als erster zudreschen. Mit ein wenig gesundem Menschenverstand und Körpergefühl lässt sich sowas aber durchaus vermeiden. Und um auf deine Frage zu antworten: Gegen einen Schläger komme ich durchaus gut an. Schon allein, weil mir aufgrund meiner Körperstatur bzw. meinem Auftreten nicht angesehen werden kann, dass ich mich recht gut verteidigen kann und Erfahrung darin habe. Selbstverteidigung lebt im Übrigen auch davon, dass man dne ÜBerraschungseffekt ausnutzt, der entsteht, wenn der vermeindlich stärkere Angreifer mitbekommt, dass man eben nicht das wehrlose Opfer ist.

    "Lieber eine Backpfeife kassiert und überlebt, als eingeschritten und am Ende tot (sowohl der Schüler als auch ich)." --> Lebst du in Russland oder nem Gebiet, wo Bandenkriege herrschen oder die Mafia nicht fackelt?
    Bei uns geht das hier recht zivilisiert ab, selbst in den speziellen Ecken in Berlin wirst du für ein Dazwischengehen nicht sofort niedergemäht.

    Der verlinkte Artikel ist übrigens ein Witz als Argument für deine Position "lieber Backpfeife bei Schülern riskieren als abgeknallt zu werden" und zwar: Es geht im Artikel um die Vorbereitung in Krisengebieten. Kolumbien, Lesotho, Afghanistan. Tipp da von mir aus der BW-Zeit: Beschäftige dich, wenn dich das interessiert, lieber mit SERE-Training bzw. mit Verhaltensweisen, denn wenn du in Afghanistan oder einem anderen Land mit Dschiadis bist und selber nicht wohlhabend bist, ist dein Leben kein Pfifferling wert und dir bleibt nicht viel mehr übrig als zu beten oder auf ein profundes Training zurückgreifen zu können. Da hilft dir der Artikel null gegen.

    Im Übrigen: Eine Idioten, der einen Schwächeren eine Backpfeife verpasst mit einer Geiselnahme zu vergleichen ist echt schwach.

    "Wenn ich aber eh keine Chance habe aus der Situation rauszukommen durch Deeskalierung oder Flucht, dann Angriff mit voller Härte. Und beten, daß das reicht, um den Typen mir gegenüber zu beeindrucken. Da darf ich selber dann aber nicht ans "Morgen" denken. Da könnte es nämlich passieren, daß es für mich kein "Morgen" mehr gibt."
    Wie war das mit Latrinenparolen? Das ist genau so eine.... Das Mindset für einen Angriff mit voller Härte sollte man einüben, in unserer zivilisierten Geselslchaft ist das nämlich leider nicht mehr so drin wie es sein sollte.


    "Ich war mal mit meiner Freundin in der Großstadt unterwegs, als ein Bulli mit 6 Kerlen anhielt und einer nach dem Weg zum nächsten Puff fragte. Von hinten kam nur ein Spruch "laßt uns doch die Kleine nehmen". Gegen die 6 hätte ich keine Chance gehabt. Flüchten geht auch nicht, die sind mit dem Auto einfach schneller. Da kam bei mir nur noch der Gedanke: "Gegen 6 hast keine Chance, aber der Erste der sie anrührt, den machst platt!" Da gab es dann für mich kein Morgen mehr."
    --> Weil Lichter aus oder weil dich als Puffersatz genommen? Ne im Ernst: Selbst mit 2 Personen ist es für ungeübte schwer klar zu kommen. Aber was willst du uns mit der Story sagen? Deine gewählte Option war "Oh, na klar, nehmt sie ruhig mit, aber bringt sie mir bitte wieder!"?
    Aber schöne Geschichte....

    Naja,ich würde dann im Fall der Fälle bei einer Backpfeife aber auch eher wegschauen, wenn ich ehrlich sein darf. Wenn es dabei bleibt, ist es nämlich noch glimpflich ausgegangen. Bringt ja nichts, wenn man dann die Situation eskaliert und feststellen muß, daß der andere doch stärker bzw. den Straßenkampf gewohnt ist.

    Ich würde jedenfalls bei sowas immer davon ausgehen, daß mein Gegenüber ein Messer dabei hat und das auch zieht! Also wenn schon Erziehung, dann gleich mit dem ganz großen Hammer, den ich leider nicht in der Tasche habe.
    --> Denkt die Situation immer vom Ende her, wenn ihr es Euch erlauben könnt. Wenn ihr es euch nicht erlauben könnt der Konfrontation aus dem Weg zu gehen, dann sofort mit maximalem Einsatz rangehen und hoffen, daß das Überraschungsmoment reicht.

    Du würdest wegschauen, wenn jemand vorsetzlich einen Schüler von dir verletzt? Auch eine Backpfeife ist eine Verletzung und kann bei Menschen, die keine Gewalt gewöhnt sind (ja Backpfeife gehört zur körperlichen Gewalt), Schäden verursachen, die wirklich schwer wieder raus zu bekommen sind.
    Ich hab Verständnis für "Eigenschutz vor Fremdschschutz", aber einfach weggucken? Dein Ernst?

Werbung