Beiträge von dasHiggs

    Vielleicht auch etwas zuviel Geheule von Lehrern? Sorry, aber wenn man sich die DDR zurückwünscht, läuft was schief. Macht doch zu Schuljahresbeginn eine Übersicht, was man aus den Vorjahren können muss und gebt das als ersten Test raus. Ist ja jeder Lehrkraft unbenommen, mehr Auswendiglernen zu lassen, wenn sie den Anwendungsbezug für den Untergang des Abendlandes hält.

    Eine Übersicht was man können muss, dann ein Test dazu und fertig? Ich glaube nicht, dass du die Realtität in solchen Klassen richtig einschätzt.

    Hier beklagen KuK, dass den SuS Jahre(!) an Inhalten fehlen. Diese KuK unterrichten an BKs und WBKs, die zum Teil ihre SuS innerhalb von effektiv 1,5 Jahren zur Fachhochschulreife führen sollen. Ich frage mich mitlerweile wie das in Zukunft noch funktionieren soll, ohne mehr als 80% der SuS einer Klasse zu ignorieren..

    du verdienst ja weniger als ich brutto

    An dieser Stelle würde ich dir empfehlen, dass du dich nochmal mit dem Brutto sowie Nettogehalt von Beamten vs. Angestellten beschäftigst. Du und deine Mutter vergleichen hier Äpfel mit Birnen.

    Ums noch deutlicher zu machen als Beamtenbrutto vs. Angestelltenbrutto:
    Ein Selbstständiger mit 100.000€ Jahresbrutto hat unter der Annahme, dass er fürs Alter so vorsorgt, dass er in etwa auf unsere Versorgung kommt, netto

    weniger zu Verfügung jeden Monat als wir. Da sind schon über 800€ für Pflege und GKV(!) fällig, dann die komplette Altersvorsorge selbst organisieren, diverse weitere Versicherungen...

    Das was @NRW-Lehrerin hier beschreibt zeigt eigentlich nur, wie extrem hoch mittlerweile die Sozialabgaben in unserem Land sind. Lohnsteuertechnisch ist Deutschland da gar nicht so extrem, aber Lohnsteuer+Sozialabgaben zieht den meisten den Boden unter den Füßen weg. Das ist auch der Grund, warum wir Beamten so viel besser dastehen als die Angestellten und diese Schere immer weiter auseinandergeht.

    Ein Kommentar, der deutlich macht, bei wem es hier an Intelligenz mangelt🙄

    Wieso? Ich empfinde mich nicht als unterbezahlt in meinem Beruf oder denke, dass man da draußen so viel mehr hinterhergeschmissen bekommt. Magst du mir erklären wie du das meinst?

    Manche Beiträge hier sind sehr aufschlussreich:

    Der gemeine verbeamtete Lehrer will wesentlich bessere Arbeitsbedingungen anderer Berufe nicht wahrhaben und verteidigt dazu noch vehement seine eigenen unerquicklichen Arbeitsbedingungen und sein vergleichsweise schlechteres Gehalt im Vergleich zu ähnlich qualifizierten Berufen. Wie soll eine Berufsgruppe denn bessere Rahmembedingungen erzielen, wenn doch alles so toll ist? 🙄

    Falls das auf mich bezogen sein sollte: Ich kann zwischen Adressaten unterscheiden, d.h. du kannst mir glauben, dass ich "nach außen" durchaus vehement für bessere Arbeitsbedingungen, gerechte Entlohnung etc. eintrete. Hier "unter uns" kann man aber doch mal die Kirche im Dorf lassen und darf feststellen, dass man mit 4000€ netto doch ganz solide dasteht.

    Absolut nicht. Das ist ja gerade einmal das Einstiegsgehalt im ersten Jahr. Dann geht es schnell nach oben und in Höhen, von denen Lehrkräfte nichtmal träumen könnten.
    Aber eigentlich wär mir das Gehalt nicht so wichtig. Die Arbeitsbedingungen, die dich dort allerdings mitbekomme sind wirklich unglaublich gut.

    Intelligenz zeigt sich an der Berufswahl. Was deine Ausführungen für Rückschlüsse auf deine Intelligenz zulassen überlasse ich dir.

    Gehaltsreporte bilden fast ausschließlich Grundgehälter ab. Mit Bonuszahlungen, Prämien, Mitarbeiteraktien, etc. bist du da ganz schnell in anderen Dimensionen.

    Du meinst so wie bei uns die Pension?

    Meine Fächer sind Geographie, Biologie und Chemie.

    Oha, damit wirds da draußen aber schwierig. Biologen und Chemiker (mit Fachstudium und sehr häufig promoviert) gibts da draußen aktuell wie Sand am Meer.

    Als ob diese Eltern auch nicht nur mit heißem Wasser kochen würden. Wir Lehrer sind ja nicht auf den Kopf gefallen und mussten Anstrengungen meistern. Das Referendariat ist sicher kein Zuckerschlecken! Du solltest dich durchaus mehr wertschätzen!

    Na dann raus mit dir in die freie Wirtschaft!

    Ich durfte mit der OBAS so eine Art verschärftes Ref machen bei durchgängig 20 Stunden Unterricht die Woche + 18 UBs in zwei Jahren. War nicht mehr Arbeit als mein Fachstudium. Über diese Belastung lachen meine Freunde und Bekannte in Großkanzleien, den Big4 Strategieberatungen usw nur. Und nur die sind in den Sphären wie du sie beschreibst. Der A13 Lehrer braucht sich mit seinem netto vor nichts zu verstekcen. Durschnittsgehalt von Akademikern liegt laut dem Gehaltsreport 2022 bei knapp 60k€ Brutto, also ziemlich genau 3k€ netto. Da hat der A13er ja im ersten Jahr schon mehr. Und wie wir ja hier diskutieren gibt es ja üppigste Zulagen bei Familiengründung.

    Welche Fächer unterrichtest du?

    Ich denke, es ist auch ein Unterschied, ob man wie ich an einer einschlägigen Reichenschule arbeitet, wo die Kinder in Porsche/SUV-Kolonnen zur Schule gebracht werden oder in einem sozial schwacheren Umfeld. Ich werde tagtäglich mit der wachsenden sozialen Schere zwischen Akademikern konfrontiert und frage mich, welche Arbeitgeber solche Lebensstandards finanzieren.

    Wie kommst du darauf, dass du in der "freien Wirtschaft" eine ähnliche Karriere hingelegt hättest wie die Eltern, die ihre Kinder im Porsche zu euch bringen?


    Ich bin als Seiteneinsteiger mit Mathematik und Physik ja am ehesten noch jemand, dem das gelingen könnte und würde nie im Leben darauf vertrauen, dass ich sowas erreichen würde. Und selbst wenn, dann nur mit deutlich höherem Aufwand als im Lehramt.

    Das war einmal. Seitdem aber die Reallöhne der Beamten und der meisten Angestellten in der freien Wirtschaft in den letzten 30 Jahren signifikant zugunsten der freien Wirtschaft auseinanderdividieren, gilt Lehrer nicht mehr als Aufstiegsberuf.

    Du hast ein völlig falsches Bild davon, was man planbar in der "freien Wirtschaft" verdienen kann. Bei den allermeisten Fakulten liegt der Verdienst in der "freien Wirtschaft" deutlich unter dem, was man als Beamter, womöglich noch mit Familie letztendlich raus hat.

    Ich schreib deshalb planbar, da man als angehender Lehrer gut abschätzen kann, wo man am Ende finanziell steht. Das ist bei einer Karriere in der "freien Wirtschaft" anders. Bis auf einen Kumpel (der Typ ist halt auch einfach ein Brain) verdienen meine anderen ehemaligen Kommilitonen schlechter als ich, bei deutlich mehr Stunden pro Woche.

    EDIT: Vielleicht habe ich deinen Beitrag auch missverstanden: Die Löhne der freien Wirtschaft sind im Vergleich zum öD signifikant mehr angestiegen, da hast du recht. Fakt ist aber, dass man selbst nach diesem Anstieg als verbamteter Lehrer immer noch sehr gut wegkommt (siehe mein anekdotisches Beispiel oben).

    Bei der Kostenaufstellung, die jEder machen sollte, der ein Kind erwartet, ist der Verdienstausfall ein großer Posten, der immer mit berechnet wird (werden sollte). Jede vernunftbegabte Person mit laufenden Ausgaben tut dies.

    Das bestreitet doch niemand.

    Dieser Verdienst fällt weg, weil es das Kind gibt und ich weniger bezahlte Arbeit leisten kann, nicht weil ich will.

    Und genau hier liegt dein Verständnisproblem: Dein Wollen interessiert niemanden. Du erbringst weniger Lohnarbeit, dafür erhälst du weniger Lohn (*dieses Prinzip gilt auch bei Beamten, bevor sich jetzt am Wort "Lohn" aufgehangen wird). Aus welchen Gründen dies erfolgt interessiert an dieser Stelle nicht. An anderen Stelle allerdings sehr wohl. Jemand mit Kindern bekommt Kindergeld, Zuschläge, erhöhte Beihilfe etc, der Brunnenbauer mit Sabbatical in Simbabwe bekommt vllt. einen feuchten Händedruck. Du vermischt hier ständig zwei getrennt zu betrachtende Bereiche.

    Der Verdienstausfall zahlt also zu den anfallenden finanziellen Nachteilen wegen des Kindes.

    Ja, die Frage ist nur, warum der Staat selektiert ein paar priviligierte Personen (zu denen ich ja auch gehöre) diese Nachteile kompensieren sollte, den anderen aber nicht.

    ?? Der Lohnausfall ist anteilig. 25% in meinem Fall. Keine Ahnung, was man daran nicht verstehen kann oder wie man das nicht als Kosten ansehen kann. Ist mir tatsächlich nicht begreiflich, erst Recht, wenn der Verdienstausfall der größte Posten bei der Kostenkalkulation für ein Kind ist.

    Du arbeitest 25% weniger und hast daher 25% weniger Bezüge (wobei dir netto durch unsere Steuerprogression etwas mehr bleiben dürfte). Was soll es da nicht zu verstehen geben?

    Nochmal: Care Arbeit wird in Deutschland nicht bezahlt, du darfst das nicht mit dem Wegfall deiner Bezüge gegenrechnen.

    Wenn ich im Sabbatjahr in Simbabwe Brunnen baue leiste ich einen tollen, extrem wichtigen Beitrag, allerdings werde ich wohl nicht erwarten können, dass diese Tätigkeit auch nur annähernd so gut bezahlt wird wie mein Lehrerjob. Natürlich wäre es toll wenn es anders wäre, ist es aber nicht.

    Ein schöner Film, der diese genetische Entwicklung aufs Korn nimmt, ist Idiocracy

    Letztens noch gesehen ;) Großartiger Film und leider erschreckend realistisch, zumindest die Entwicklung der Stammbäume am Anfang des Films..

    Übrigens erwarten wir selbst gerade auch Nachwuchs, d.h.ich würde durch Bezahlung von Care Arbeit, hohe Zuschläge etc auch profitieren. Nur geht es meiner Meinung nach so nicht. Eine eh schon sehr priveligierte Berufsgruppe kann sich nicht noch mehr Vorteile rausgreifen, während der Großteil der Bevölkerung leer ausgeht. Hier braucht es zunächst politisch eine Entscheidung und erst dann kann die Umsetzung erfolgen und eben nicht: "Ich persönlich setze Care Arbeit mit Lohnarbeit gleich, von daher darf ich das so rechnen".

    Natürlich ist mir Care Arbeit ein Begriff, diese wird aber, im Gegensatz zu Lohnarbeit, in unserem Land nicht vergütet. Klar wäre es schön wenn es anders wäre, ist es aber nicht.

    Man kann doch aber nicht hingehen und jetzt trotzdem so rechnen, als würde diese Arbeit vergütet. Und dann auch noch sein individuelles Gehalt damit gegenrechnen, das hinkt doch hinten und vorne. Der Lohnausfall bei einem Lehrer ist deutlich größer als bei einem Kassierer/einer Kassiererin, leistet der/die schlechtere Care Arbeit?!

    Natürlich kannst du dich mit DINK vergleichen. Dann berücksichtige aber auch bitte, dass ihr weniger Arbeitsleistung erbringt, woraus auch ein geringeres Gehalt resultiert. Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen.

    Die grenzüberschreitenden Äußerungen, man würde Kinder aus Wohlstandsüberlegungen und wegen irgendwelcher "Karnickelprämien" in die Welt setzen sind natürlich überzogen. Allerdings ist es genau so überzogen sich so hinzustellen, als würde man aus reiner Nächstenliebe und mit maximaler Selbstlosigkeit Kinder in die Welt setzen. Die Entscheidung für oder gegen Kinder sind in unserer Gesellschaft ja wohl eher egoistischer Natur. Wir sind von der Natur nunmal darauf hardcodiert und fortpflanzen zu wollen und diesem Wunsch erfüllen sich (Gott sei Dank) ja auch viele. Nur sollte man es im Nachhinein nicht als Aufopferung darstellen sondern als das was es ist, nämlich die Erfüllung eines persönlichen Wunsches.

    Wir haben ein Kind. Unser derzeitiger Verdienstausfall: Etwa 1800 Euro im Monat, da wir in TZ arbeiten müssen (müssen, nicht wollen, da es sonst mit den Kitaschließzeiten nicht mehr passt, die Brücke auf der A45 hat da ihr Übriges zu beigetragen). Wir arbeiten insgesamt immer Minimum 1,5 Stellen, derzeit 0.75 und 0,75.

    Sorry, aber das ist doch Quatsch. Das was du hier beschreibst sind Opportunitätskosten. Du erbringst ja schließlich auch weniger Arbeitsleistung.

    Nach deiner Definition von Kosten würde mich der Lehrerberuf ca. 300.000€ im Monat kosten: In der Zeit, in der ich als Lehrer arbeiten muss, kann ich nämlich leider nicht als DAX-Vorstand arbeiten.. Das ist einfach eine falsche Definition des Begriffs "Kosten".

    Der Rest deiner Auflistung, das sind die Kosten. Demgegenüber stehen die Einnahmen durch das Kind (Zuschlag, Kindergeld, beim zweiten Kind auch die erhöhte Beihilfe für einen selbst). Und da sind wir uns wohl einig, dass die Kosten größer sind als die Einnahmen.

    Das würde ich so oder so immer machen, die Gewerkschaft der Polizei stellt Musterwiderspruchsformulare als .docx zur Verfügung. Letztes Jahr hab ich das leicht angepasst und Widerspruch eingelegt. Die Vergangenheit zeigt ja, dass man selbst bei nachgewiesender amtsunangemessenen Alimentation nur Kohle bekommt, wenn man auch immer brav Einspruch eingelgt hat. Soviel zum Respekt des Dienstherren.

    Dazu kann durchaus ein gewisser Absentismus durch legale Maßnahmen verstanden werden (Weiterbildung, ehrenamtliche Tätigkeit wie Schöffe oder Feuerwehr,).

    Ich bin mit meinem Beitrag wohl übers Ziel hinausgeschossen:

    Sich einfach krankmelden, obwohl nichts vorliegt finde ich selbstverständlich auch falsch, schließe es als absolut letzte Instanz aber mittlerweile nicht mehr aus, was ich bisher immer getan habe. Auch bin ich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten natürlich gewillt, temporär auf einen Inflationsausgleich zu verzichten. Was hier aber vorbereitet wird ist die absolute, dauerhafte Absenkung der Realbeslodung im zweistelligen Prozentbereich, was mit "ins Gesicht spucken" noch zu nett betitelt ist.

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