Wann und wo war das denn so?
In meiner eigenen Schulzeit war es im ländlicheren Raum nicht unüblich und hatte damit zu tun, dass Hauptschulen viel kleinere Systeme waren. Bei uns gab es für ein Gebiet mit 35 000 Einwohnern ein Gymnasium (4-zügig) 2 Realschulen (ca. 3 zügig) und 3 Hauptschulen (meist 2 zügig). In kleinen Schulen hast du oft einen größeren Abstand zum bereits kleineren Klassenteiler. Und diese Zustände halte ich rückblickend für absolut positiv, weil gerade SuS mit Schwierigkeiten an kleineren Systemen viel besser aufgehoben sind, wo jede Lehrkraft jeden Schüler kennt und auch jeden potentiellen Ausbildungsbetrieb im Ort. Dass man Schüler, die an solchen Schulen gut aufgehoben waren, jetzt in 7-zügige Gesamtschulen steckt und den Eltern erzählt, dass sie dort gut aufgehoben wären, weil da alle gemeinsam lernen würden, halte ich für den größten Beschiss gegenüber den Betroffenen der Schulpolitik der letzten 30 Jahre (wobei man für Förderschulen und Inklusion in weiten Teilen den gleichen Text schreiben könnte).
Und ja, das sage ich auch, weil ich solche SuS an meiner Schulform und unter den dort herrschenden Bedingungen nicht unterrichten möchte und es inzwischen manchmal muss (was für die Schüler noch viel schlimmer ist, als für mich). Trotzdem kann ich gleichzeitig anerkennen, dass viele Lehrkräfte dort gute Arbeit geleistet haben und bin auch gerne bereit ihnen Ressourcen zu gönnen, die ich in dem Umfang am Gymnasium nie kriegen werde und auch nicht brauche.