Beiträge von Moebius

    Gaza als eigenständiger Staat ist von niemandem anerkannt, die Anerkennung eines palästinänsischen Staates ist kompliziert, Deutschland erkennt ihn nicht an. Daher würde ich die Geschehnisse vom 7.11. von der völker- und kriegsrechtlichen Ebene nicht höher hängen als sie sind. Es handelt sich um Terrorismus von der abscheulichsten Sorte, aber auch nicht um mehr.

    Das vorgehen Israels in Gaza ist völkerrechtlich für mich kein Krieg. Genau so wenig ist es ein Kriegsverbrechen, Genozid, Apartheid oder sonst was in der Richtung. Es ist ja kein Zufall, dass die Kritiker sich an Allgemeinplätzen abarbeiten und nicht an konkreten Vorwürfen, mir wäre kein einziger Vorfall im Zuge des aktuellen Kampfes gegen die Hamas bekannt, der tatsächlich ein Verstoß gegen Völkerrecht darstellen würde, immer, wenn es dann doch mal konkret wurde ("500 Tote im Krankenhaus") hat es sich hinterher als Propagandaerfindung entpuppt.

    Israel wird die Hamas in der Nordhälfte von Gaza noch so weit bekämpfen, bis alle greifbaren Strukturen zerstört sind, ich vermute, dass das der Fall sein wird, wenn man die Kommandozentrale unter dem Al Shifa Krankenhaus eingenommen hat. Ich glaube nicht, dass man dann noch komplett in den Süden geht.

    Im übrigen ist es bezeichnend, dass gerade jetzt in Deutschland Zehntausende auf die Straße gehen.

    Keinen von denen habe ich gegen die Tötung von 200 000 Moslems durch Assad auf die Straße gehen sehen, als der sein halbes Land zerbombt hat.

    Niemand davon hat gegen die Internierung von 1 500 000 muslimischen Uiguren in chinesischen Umerziehungslagern protestiert (hier scheint die gesamte arabsiche Welt eine bemerkenswerte Toleranz zu haben, die einzigen Proteste dagegen, habe ich von westlichen Regierungen wahrgenommen).

    Im Jemen-Krieg sind seit 2015 geschätzte 370 000 Menschen umgekommen. Mir wäre völlig unbekannt, das irgendwer für die demonstriert hätte.

    Jetzt gehen zehntausende in Deutschland auf die Straße - nicht, aus Solidarität mit den Palästinensern, sondern nur, weil es gegen Israel geht.

    Das Bild, was in Teilen des politisch-gesellschaftlichen Spektrums vom Konflikt herrscht, hat die Grenze zum Realitätsverlust leider weit überschritten. Vor ein paar Tagen habe ich zum Beispiel ein kurzes Video von einer pro-Palästina Demo in den USA gesehen, zu der einige Personen mit Regenbogenflaggen "solidarisch mitmarschieren" wollten. Nach wenigen Sekunden musste die Polizei eingreifen um die Personen vor ziemlich Brutalen Angriffen von den übrigen Demonstrationsteilnehmern schützen.

    Das einzige Land im nahen Osten, in dem Quere Menschen unbehelligt leben können, ist Israel, die Hamas regiert in Gaza auf Basis der Scharia, Homosexuelle müssen dort damit rechnen, zu Tode gesteinigt zu werden. Trotzdem gibt es Gruppen aus dem Queren Spektrum, die sich sogar mit den radikalen Elementen der Palästinänser solidarisieren, weil sie aus irgendeinem diffusen Gefühl heraus die Palästinänser als die Unterdrückten identifizieren und ihre eigene wahrgenommene Position in der Gesellschaft in die Situation projizieren.

    Und letztlich sind wir damit wieder bei dem, was ich vor einigen Seiten schon mal geschrieben habe: paradigmatisch die Verantwortung bei Israel zu sehen und bei allen Forderungen nach Frieden diese immer nur einseitig an Israel zu adressieren ist für mich linker Antisemitismus.

    Man kann ja ernsthaft über das Thema Vor- und Nachteile von KI-Einsatz diskutieren, aber solche Aussagen:

    Ich bin verbeamtet, aber wenn so viele Beamte in 15 Jahren überflüssig werden sollten, wird die finanzielle Schraube in Form von mangelndem Inflationsausgleich und sinkender Pension kräftig angezogen werden können.

    Zudem bin ich ungern Sozialpädagoge und möchte auch nicht so gerne fachfremd irgendwo anders im ÖD eingesetzt werden.

    Fachwissen wird immer unwichtiger werden, ...

    Daher überlege ich mir auch, den Beruf noch zu wechseln, vielleicht in Teilzeit.

    lassen bei mir doch ein wenig das Gefühl aufkommen, dass wir uns hier doch ein klein wenig in Richtung "Trollen" bewegen.

    Dem habe ich nichts hinzuzufügen!

    Ich schon:

    Der erste Schritt muss selbstverständlich die bedingungslose Freilassung der Geiseln durch Hamas und das Ende der Raketenangriffe auf Israel sein.

    Erste Feuerpausen hat es übrigens bereits gegeben, die gestrige auch mit einem gewissen Erfolg, da durch die militärische Absicherung durch israelische Truppen die Flucht einiger hundert Zivilisten aus dem Norden des Gaza-Streifens möglich wurde, nachdem am Tag zuvor ein ähnlicher Versuch dadurch gescheitert ist, dass Hamas Kämpfer die fliehenden Zivilisten beschossen haben, um ihre menschlichen Schutzschilde an der Flucht zu hindern.

    Das Kernproblem ist, dass "selbstgesteuertes Lernen" immer noch als Lösung des Problems schlechten Bildungserfolges gesehen wird. Es gibt nicht nur keine Belege für dieses Paradigma, es ist eigentlich längst widerlegt. Nur das obere Leistungsdrittel profitiert von mehr Freiheit und Eigenverantwortung (da gerne), für die Übrigen ist ein Mensch, der kontrolliert, strukturiert und unterstützt sinnvoll und dafür bedarf es die persönliche Beziehung. Den nervenden Lehrer, der hinter mir steht, kann ich nicht einfach ausschalten und das ist auch gut so.

    Ich habe auch nichts gegen das YouTube-Video, aber gerade die schwächeren Schüler können ganz alleine überhaupt nichts mit dem immer vielfältigeren Angebot anfangen, die brauchen die Lehrkraft, und sei es nur, damit die ihnen sagt: "Schau dir mal das YouTube-Video an".

    (Mit dem Problem, dass YouTube sind über die exzessive Monetarisierung auf den Weg in die Unbrauchbarkeit gemacht hat, will ich hier mal nicht anfangen.)

    Telegram hat seinen Ursprung in Russland und sitzt heute in Dubai, "Markenkern" ist es, sich regularorischer Bemühungen zu entziehen (teilweise auch von russischer Seite, ich will den Machern nicht unterstellen, mit dem russischen Staat zusammen zu abreiten). Dort ist es sicher schwieriger, die missbräuchliche Verwendung eines Namens zu verhindern, als bei westlich geprägten Plattformen.

    Die KI kann das aber sehr wohl. Unterricht planen, Aufgaben erstellen, Lösungen korrigieren und Rückmeldungen geben.

    Das wird die KI vielleicht mal können, aktuell sind die Ergebnisse (und ich habe alles davon in diversen Variationen probiert) aber noch nicht so, dass sie auch nur als ernsthafte Unterstützung für einen durch mich geplanten Lernprozess dienen könnte, geschweige denn als eigenständiger Ersatz.

    (Und wir sind bei uns wirklich schon sehr weit, wir dürfen zB automatisierte Klassenarbeiten mit Classtime schreiben und kontrollieren lassen, mache ich auch, die KI-Funktion bei der Korrektur schalte ich aber ab, weil sie mehr Probleme produziert als mir Arbeit abnimmt.)

    Was glaubst du, was wirst du in 10-15 Jahren tun?

    Da das der Zeitrahmen ist, in dem ich gedenke mir Gedanken über Altersteilzeit oder frühzeitige Pensionierung zu machen, wäre dein Szenario für mich ein Wunschraum, sonst wird der aktuelle Lehrermangel beidem wohl größere Steine in den Weg legen.

    Allein mir fehlt der Glaube.

    Wir haben gerade einen 20 jährigen Zyklus mit diversen Formen von eigenverantwortlichen und schülerzentrieren Unterrichtsformen hinter uns, an dessen Ende nach Hattie die Erkenntnis steht, dass das Fragend-Entwickelnde-Unterrichtsgespräch unter Anleitung einer kompetenten Lehrperson die effektivste Lernform ist (böse gesagt: moderner Frontalunterricht).

    Wir beginnen diesen Zyklus jetzt von vorne, nur mit iPad und Lern-Apps statt Lernbuffet und Stationenlernen, die Erkenntnis am Ende wird aber die gleiche sein. (Was nicht bedeutet, dass Lern-Apps und iPads nicht ihre berechtigten Einsatzbereiche hätten, genau so wie Stationenlernen und Lernbuffets.)

    Mach einfach Latein/Biologie erstmal vielleicht klappt es ja und du bist zufrieden. Wenn du nichts bekommst, kannst du ja immer noch mit Mathematik erweitern oder was anderes machen.

    Klar, mach erst mal 7 Jahre ne Ausbildung, die dir vielleicht nichts bringt, dann kannst du ja immer noch anfangen, dir Gedanken zu machen.

    Etwas überlegt an seine Zukunftsgestaltung zu gehen kann man von einem Abiturienten durchaus erwarten.

    Bio/Latein auf SEk2 ist eine Killer-Kombi. Natürlich kann es auch einzelne geben, die damit eine Stelle bekommen, selbst das ist aber vermutlich nur realistisch, wenn man zu den besten in der Gruppe gehört.

    Wie hätte ich diese KI deiner Meinung nach bei dieser Frage "richtig bedienen" sollen?

    Du hättest erkennen sollen, dass eine Sprach-KI nicht das richtige Werkzeug für diese Frage ist.

    Eine Sprach-KI generiert Texte, sie recherchiert nicht.

    Eine sinnvolle Variante wäre zB gewesen, der KI einen längeren Artikel zu dem Thema zu importieren und ihr direkt zu diesen Text die Aufgabe zu geben "Schreibe mir eine Zusammenfassung des Artikels mit folgenden Schwerpunkten und folgender Struktur...".

    Humane Intelligenz scheint in diesem Fall mit weitem Vorsprung im Vorteil zu sein.

    Eine Sprach-KI ist keine Suchmaschine, sie generiert Texte. Genau das hat sie getan.

    Sprach-KI produziert keine "Wahrheiten", das ist überhaupt nicht ihre Funktion.

    Freie KI-Modelle haben überhaupt keinen Zugang auf das Internet, zB bei Chat-GPT hat das nur die kostenpflichtige Version. Die Texte, die zum Training verwendet werden, werden auch nicht gespeichert, sondern lediglich genutzt, um das nachgebildete neuronale Netzwerk zu trainieren. Die Wiedergabe korrekter Informationen ist bei einer KI also überhaupt nicht intendiert, diese Informationen werden in ihr ja gar nicht gespeichert.

    Das Problem sind weniger die üblichen Nachfrageschwankungen zwischen Latein und Französisch, sondern eher die Tendenz an vielen Schulen, Spanische als weitere zweite Fremdsprache ein zu führen. Bei uns hat sich dadurch der Bedarf an Lateinstunden halbiert, mehrere Latein-Kollegen unterrichten nur noch ihr zweites Fach und es ist absehbar, dass wir den nächsten neuen Latein-Kollegen frühestens in 15 Jahren brauchen können.

    Das würde zu überhaupt keinem anderen Ergebnis führen, als mein Vorschlag, auch bei einem Teilbeschäftigungsverbot "X darf keinen Frühdienst machen" kann und sollte die Schulleitung ihr dann andere Aufgaben im Rahmen ihrer Funktionsstelle zuweisen.

    Wenn sich das gleiche im persönlichen Gespräch erreichen lässt, ist das die schnellere und unkompliziertere Lösung.

    Wenn du in Elternzeit bist gelten die Regeln zur Rückkehr aus der Elternzeit unberührt von einer parallelen Teilzeit, Rechtsanspruch zur Rückkehr an die Stammschule also nur bei bis zu 1 Jahr, soweit ich weiß. (Vielleicht kann noch jemand aus NRW genaueres sagen.)

    Auch zur Anmeldung der Elternzeit gilt allerdings eine Frist von 7 Wochen. Selbst wenn du den Antrag nächste Woche abgibst, kannst du also bestenfalls wenige Tage vor Weihnachten in Elternzeit gehen, letztlich gewinnst du bei deinem Alternativmodell nur die drei Wochen im Januar, hast dafür aber wesentlich mehr Aufwand und kannst nicht sicher sein, ob das so klappt.

    Meine ernstgemeinter Rat: Änderung der Stundenzahl zum 2. Halbjahr beantragen, in der Zeit dazwischen eine andere Lösung finden und notfalls Krank melden, wenn die Gesamtbelastung für dich nicht mehr machbar ist.

Werbung