Man kann sich doch anschauen, wodurch sich Unterricht heute von dem vor 20-30 Jahren unterscheidet:
- Weniger klassische Inhalte, mehr "Kompetenzorientiertung" und ähnliches
- Weniger leistungsdifferenzierte Förderung in entsprechenden Schulformen, mehr gemeinsamer Unterricht für alle
- Weniger lehrerzentrierte Methoden, mehr offene Unterrichtsformen
- Mehr neue Technologien
- Änderung in der Zusammensetzung der Schülerschaft, ein höherer Anteil an Migranten und SuS aus sozial problematischen Familienverhältnissen
- speziell für Mathe und Physik: der Anteil der Fächer an der Stundentafel ist deutlich geschrumpft
Das Ergebnis ist eine massive Leistungverschlechterung in diesem Zeitraum. Dafür hätte man im übrigen kein Pisa gebraucht, jeder, der den direkten Vergleich hat, erzählt das seit Jahren.
Ich will nicht behaupten, ob und in welchem Umfang die genannten Punkte ursächlich für die Verschlechterung sind, aber die Korrelationen sind eindeutig, auf jeden Fall haben diese Punkte nicht zur Verbesserung des Schulwesens beigetragen.
Was wird gefordert als Reaktion auf die schlechten Pisa-Ergebnisse?
Mehr Technik, mehr "Alltagsweltbezug", mehr "schülerzentrierter Unterricht" (was auch immer das sein soll), jeweils von Leuten, die das auch vorher schon gefordert habe.
Jeder, der was zu entscheiden hat, wird behaupten, Pisa zeige, dass jetzt wirklich das gemacht werden sollte, was er vorher auch schon wollte.
Es wird nicht besser werden, nur schlimmer.
Fröhliche Weihnachten.