Beiträge von Moebius

    Grundsätzlich gilt da wie immer, dass man nur jemandem helfen kann, der Hilfe möchte.

    Als Aufgabe der Lehrkraft würde ich es auf jeden Fall sehen, die Regeln des schulischen Miteinanders durchzusetzen. Wenn jemand nach Alkohol riecht, spreche ich das an, wenn jemand sichtbar alkoholisiert ist, schicke ich ihn nach hause. Beides ist erst mal auf die Situation bezogen und nicht auf den übergeordneten Komplex "Du hast wohl ein Alkoholproblem". Da kann man Hilfsangebote machen, aber damit der Betreffende überhaupt erst mal offen dafür ist, diese von dir oder jemandem anderen an zu nehmen, muss er erst mal verstehen, dass er Genzen überschreitet und das nicht dauerhaft machen kann.

    Ich finde wirklich, dass dieses PISA-Zeug massiv überschätzt wird.

    Von mir aus könnte Deutschland bei Pisa direkt aussteigen, dann müsste man an solchen Tagen nicht dutzende "Was sich in der Schule jetzt ganz dringend ändern muss" Artikel lesen. Pisa ist kein Instrument zur Meinungsbildung, weil die meisten sowieso nicht bereit sind ihre Meinung zu ändern. Pisa wird lediglich von interessierten Kreisen instrumentalisiert um Ihre sowieso vorhandenen Vorstellungen zu puschen.

    Das ist allerdings kein Vorwurf an Pisa. Pisa ist im großen und ganzen eine gut gemachte Studie, die sehr viel valides Datenmaterial bietet. Man muss es nur verstehen. Die meisten, die darüber reden, sind aber von ihrer Vorbildung her gar nicht dazu in der Lage.

    Den größten Sprung hab es wohl beim Leseverständnis, was durch extra Kurse oder ähnliches verbessert wurde.

    Schon bei der 1. Pisa-Studie war eine zentrale aber kaum diskutierte Erkenntnis, dass die höchste Korrelation der Ergebnisse zum Faktor "pro Schüler in das Bildungssystem investiertes Geld" bestand.

    Oder auf Deutsch: mehr Unterricht in kleineren Lerngruppen führt zu besserem Erfolg.

    Wer hätte das ahnen können.

    Niemals, das ist zu anstrengend.

    Absolut nicht, ein Kennzeichen vom ich-du-wir Prinzip ist, dass man sich zurücklehnen und die anderen die Arbeit machen lassen kann, wenn man heute mal keinen Bock hat. Wie bei jeder Gruppenarbeit.

    Wenn mein Finger mein Zwiebelschneiden auf einmal anfängt weh zu tun und sich eine rot Flüsslgkeit verteilt, dann brauche ich wahrscheinlich ein größeres Messer.

    Oder du analysierst das Problem erst mal ausführlich nach dem ich-du-wir Prinzip.

    Man kann sich doch anschauen, wodurch sich Unterricht heute von dem vor 20-30 Jahren unterscheidet:

    - Weniger klassische Inhalte, mehr "Kompetenzorientiertung" und ähnliches

    - Weniger leistungsdifferenzierte Förderung in entsprechenden Schulformen, mehr gemeinsamer Unterricht für alle

    - Weniger lehrerzentrierte Methoden, mehr offene Unterrichtsformen

    - Mehr neue Technologien

    - Änderung in der Zusammensetzung der Schülerschaft, ein höherer Anteil an Migranten und SuS aus sozial problematischen Familienverhältnissen

    - speziell für Mathe und Physik: der Anteil der Fächer an der Stundentafel ist deutlich geschrumpft

    Das Ergebnis ist eine massive Leistungverschlechterung in diesem Zeitraum. Dafür hätte man im übrigen kein Pisa gebraucht, jeder, der den direkten Vergleich hat, erzählt das seit Jahren.

    Ich will nicht behaupten, ob und in welchem Umfang die genannten Punkte ursächlich für die Verschlechterung sind, aber die Korrelationen sind eindeutig, auf jeden Fall haben diese Punkte nicht zur Verbesserung des Schulwesens beigetragen.

    Was wird gefordert als Reaktion auf die schlechten Pisa-Ergebnisse?

    Mehr Technik, mehr "Alltagsweltbezug", mehr "schülerzentrierter Unterricht" (was auch immer das sein soll), jeweils von Leuten, die das auch vorher schon gefordert habe.

    Jeder, der was zu entscheiden hat, wird behaupten, Pisa zeige, dass jetzt wirklich das gemacht werden sollte, was er vorher auch schon wollte.

    Es wird nicht besser werden, nur schlimmer.

    Fröhliche Weihnachten.

    Häh? Was denkst du denn, wo das PV-Silicium herkommt? Egal welches Silicium wird durch Reduktion mit Kohle aus Quarz gewonnen. Pro Jahr werden sowas wie 8.8 Millionen Tonnen davon produziert, ich kann dir gerne ausrechen, wie viel Kohlendioxid das unvermeidbar gibt.

    Ich bin kein Chemiker, aber soweit ich weiß, entsteht bei der Silizium-Reduktion Kohlenmonoxid, nicht -dioxid.

    Und die theoretische Unvermeidbarkeit mag ja mal ein Problem sein, wenn man die Vermeidbarkeiten abgearbeitet hat, aber davon sind wir noch weit entfernt. Und wenn ich das Kilo Silizium x-mal mit Kohlestrom auf 2000°C erhitzen muss um es auf +99,9% zu kriege, lehne ich mich mal so weit aus dem Fenstern, dass dafür wesentlich Kohlenstoff drauf geht als für die 1 zu 2 Reaktion bei der Reduktion.

    Der Quarz wird mit Kohle reduziert, es geht gar nicht anders. Das Problem ist da nicht, woher der Strom kommt sondern einfach der chemische Prozess.

    Industrielles Silizium wird durch Reduktion mit Kohlenstoff hergestellt, die Menge des benötigten Kohlenstoffes ist dabei kaum relevant, ebensowenig das freigesetzte Kohlendioxid. Anschließend muss das Silizium zu hochreinem Solarsilizium aufbereitet werden, dazu sind eine ganze Reihe an Prozessschritten notwenig, die hochgradig energieintensiv sind. Dafür wird Strom benötigt, und in China ist das eben sehr günstiger Kohlestrom.

    Übrigens Atomstrom ist nicht klimaneutral, wenn man Abbau von Uran und auch Bau der AKWs mitrechnet.

    Nach der Logik sind das allerdings Wind- und Solarenergie auch nicht.

    (Solarenergie steht sogar eher schlecht da, weil die Herstellung von Silizium sehr energieintensiv ist und überwiegend in Asien mit Hilfe von Kohlestrom stattfindet.)

    Ich habe ja schon mal dargelegt, warum ich die Betrachtung von Kernenergie als Alternative für wenig erfolgversprechend halte. Das heißt aber nicht, dass ich ein grundsätzliches Problem mit dem Bau der Dinger habe. Wenn die Franzosen und Tschechen das (mit modernen Sicherheitsstandards) auf eigene Kosten machen wollen, soll es mir recht sein. Ich gehe nur davon aus, dass der Weg scheitern wird, weil bei jedem Kernkraftwerk das gleiche passieren wird, wie bei den wenigen aktuell gebauten - die Kosten werden völlig aus dem Ruder laufen und den Franzosen wird irgendwo zwischen 4 und 8 der ca. 20 geplanten neuen Blöcke das Geld ausgehen, weil jedes mal der Steuerzahler wieder einspringen muss.

    Ich weiß, ich wiederhole mich, aber ihr macht das mit eurem "es ist eh alles schrecklich und hoffnungslos und wird nur noch schlimmer" ja auch:

    Engagiert euch und macht es besser. Oder hört auf zu jammern.

    Nochmal anders formuliert: wenn die SuS im zu Unterrichtsbeginn im Klassenraum sitzen, geht ihr da erstmal von einer 3 aus aus oder 4, die sich im Laufe der Stunde nach oben oder unten gehen kann?

    Versteht ihr, was ich meine?

    Ich kann keine Note geben, alleine dadurch, dass ein Schüler im Klassenraum sitzt. Damit ist der Schüler zunächst mal "nicht bewertbar". Im Laufe der Zeit müssen alle Beteiligten dafür sorgen, dass er bewertbar wird, vorzugsweise der Schüler, indem er sich aktiv beteiligt, wenn das nicht passiert ich, indem ich Leistungen einfordere.

    Letzteres führt zu einer schlechteren Bewertung als ersteres.

    Letzteres mache ich um so sparsamer, je älter der Schüler ist, in der Oberstufe gibt es ohne eigene aktive Beteiligung keine ausreichende Gesamtnote.

    So lange ich einen Schüler noch nicht bewerten kann, schreibe ich mir auch nichts auf, wenn ich dann in zweiten oder dritten Bewertungsrunde bei einigen Schülern immer noch Lücken habe, weiß ich, dass ich mich um die gezielt kümmern muss.

    Vor deinem Ansatz würde ich warnen, weil er bei Eltern und Schülern oft zu der völlig falschen Verkürzung führt "Wenn man da ist und nicht stört, kriegt man auf jeden Fall eine 4".

    Das ist wirklich reine Spekulation. Alles, was die beiden Seiten bisher gemacht haben, ist Theaterdonner, daraus ab zu leiten, wie schwierig eine Einigung wirklich ist, ist kaum möglich.

    Die persönliche Einschätzung aus Verbandskreisen ist nicht so pessimistisch, wie man das anhand der "Faktenlage" erwarten könnte.

    Aus meiner Sicht hat hier auch niemand irgendwas kaputt geredet. Allen ist glaube ich bewusst, dass das Referendariat Möglichkeiten bietet die macht, die als Seminarleiter vorliegt, zu missbrauchen.

    Diese theoretische Möglichkeit bietet das System Schule genau so.

    Das System Referendariat dient unter anderem dazu, dafür zu sorgen, dass im System Schule Menschen landen, die das nicht machen, sondern sich verantwortungsvoll in ihrer Position verhalten.

    Und tatsächlich gibt es in beiden Systemen aktuell eher den Druck auch Personen mit zweifelhafter Eignung im Zweifelsfall eher bestehen zu lassen.

    Diese Dinge sind aber der reine Selbstzweck. Keine Ahnung, warum man nicht einfach so befördert wird, wie in den meisten anderen Jobs (auch im ÖD) auch.

    Kannst du irgend ein aktuelles Beispiel nennen für eine automatische Beförderung?

    Ich glaube in Bayern gibt es die Regelbeförderung noch, sonst nirgendwo, und in der Wirtschaft wird garantiert niemand automatisch befördert, da erfolgt das nur nicht auf Basis eines so ausführlichen Bewerbungsverfahrens sondern meist auf Basis der alltäglichen Arbeit und der dort erbrachten Leistung. Trotzdem wird nicht jeder "einfach so" befördert.

    Okay ja, das stimmt wohl.

    Es ging gerade nicht um Gewinner, sondern darum, welche Personengruppe welche Probleme hatte. Weiter oben schrieb ich zum Beispiel auch, dass es für viele Alleinstehende Probleme mit Dating oder Einsamkeit gab, jedenfalls alles andere als eine normale Zeit war. Die beiden Kolleg*innen versuchen aber seit mehreren Seiten zu erklären, wie geil die Zeit war und dass das daran liegt, dass sie entspannt bei voller Bezahlung im Homeoffice arbeiten konnten.

    Bezug habe ich darauf genommen, das hast du wahrscheinlich überlesen:

    Ich habe nichts überlesen, ich nehme die entsprechenden Beiträge nur nicht ernst und ignoriere sie daher.

    Ärzte und Polizisten (mwd) mussten im Dienst erscheinen, während ihre Kinder nicht betreut wurden. Das war für diese Personengruppen durchaus ein Problem. So generell hatten es kinderlose Lehrer in Deutschland wohl mit am besten weltweit, das kann man wahrscheinlich festhalten.

    Es gibt jede Menge Personen, die ganz objektiv "Gewinner" der Pandemie waren, wie in jeder Kreise haben auch dort einige Menschen viel Geld verdient. Lehrer gehören ganz sicher nicht dazu. Und jemandem seine Kinderlosigkeit als Privileg vor zu halten, finde ich ziemlich daneben, du hättest dich selbst jederzeit dafür entscheiden können, hast das aber aus guten Gründen nicht. Und du weißt nicht, welche Hintergründe die Kinderlosigkeit bei deinem Gegenüber hat.

    Wärst du verbeamteter Polizist und dein Partner Arzt und hättet zwei kleine Kinder zu betreuen, sähe deine heile 2020 Welt wohl etwas anders aus...

    Bei all den Menschen, die es 2020 schwer hatten, wäre mir jetzt nicht das Paar mit einem fünfstelligem Monatseinkommen als erstes Beispiel für besonders notwendiges Mitgefühl eingefallen. Polizisten gehörten sogar zu den "Gewinnern" der Pandemie, in fast allen Bereichen sind Straftaten sehr deutlich zurück gegangen.

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