Beiträge von Moebius

    Außerunterrichtliche Tätigkeiten sind Teil der normalen Aufgaben einer Lehrkraft, der Samstag ist rechtlich ein Werktag. Und nicht alles, was "Arbeit am Schüler" ist, ist als Unterrichtstätigkeit anzurechnen, das gilt auch für Fahrten, Wandertage, etc.

    Wie immer muss man sagen: es kommt auf den Einzelfall an.

    Es gibt keine genaue, belastbare Grenze, bis zu der eine außerunterrichtliche Zusatztätigkeit angekündigt werden muss (abgesehen von Ladungsfristen bei Konferenzen), das heißt aber umgekehrt natürlich nicht, dass man sich kurzfristig für alles bereit halten muss. Anfallende Dinge so langfristig und verlässlich wie möglich zu planen, gehört zur pflichtgemäßen Aufgabe der Schulleitung.

    Auch beim Umfang muss man immer das Gesamtpaket beachten. Das Zusatzaufgaben zeitlich nicht erfasst werden heißt nicht, dass man die KuK mit beliebig vielen Zusatzaufgaben zubomben darf. Der Umfang muss unter Berücksichtigung der Arbeitszeitvorgaben für Beamte angemessen sein.

    Leider fehlt bei solchen Dingen oft die vernünftige Mitte im Kollegium.

    Die KuK, die bereits zwei Klassenfahrten begleitet haben und eine freiwillige AG betreuen klatschen am lautesten Beifall, wenn auf der Dienstbesprechung der Punkt "Schulfest am Samstag" kommt, die KuK die sich im Schuljahr bisher aus allem erfolgreich rausgehalten haben, was nach 13:10 Uhr stattgefunden hat, sind die ersten die sich über die Mehrarbeit beschweren.

    Über die Logik des Genderns zu diskutieren ist so, als würden sich zwei Kinder über die Regeln eines Spiels streiten, das sie sich gerade selber ausgedacht haben. Für die Betroffenen eine ernste Angelegenheit, von außen betrachtet sollte man es nicht all zu ernst nehmen. Aber immerhin sind diejenigen beschäftigt, die sonst alle anderen eh nur von der Arbeit abhalten würden.

    ich weiß aber auch nicht, was ich davon halten soll, wenn das Sehen eines Plakats zu einer Bewerbung führt.

    Du bestellst dir auch nicht direkt eine Pizza, nur weil du gerade eine Werbung für Pizza gesehen hast. Werbung funktioniert anders.

    Es wäre grundsätzlich schon sinnvoll und möglich durch geeignete Werbung das Image des Berufes so zu beeinflussen, dass sich mehr geeignete Leute durch ihn angesprochen fühlen, andere Arbeitgeber machen das auch.

    Nur das hier ist halt keine geeignete Werbung.

    Angeblich sollen sich schon 800 Interessenten gemeldet haben ...

    Nein, man hat 8000 Weiterleitungen von der Kampagnenwebseite auf die Seite des MK registriert, was überhaupt bei aussagekräftiges Kriterium für irgendwas ist.

    Zitat

    »Die Kampagne spricht also an, und man redet über sie. Das ist wichtig, weil wir Aufmerksamkeit benötigen, damit sich mehr Leute für den Lehrerberuf interessieren«

    ...

    »Wir wollen mehr Personen für diesen attraktiven Beruf gewinnen – und diese gute und erfreulicherweise auffallende Kampagne ist ein Mittel dafür.«

    Heißt auf gut deutsch:

    Hauptsache auffallen.

    Eine Werbelogik, die nicht neu ist, die erste große Diskussion darüber gab es als Beneton mit Bildern von AIDS-Kranken geworben hat, wenn ich mich richtig erinnere.

    Selbst wenn es so wäre, das es mögliche Kandidaten auf den Beruf aufmerksam macht (was ich bezweifle), dann würde diese Kampagne immer noch ignorieren, das so ein Mist auch Auswirkungen auf diejenigen hat, die diesen Beruf bereits ausüben und die dies ganz offenkundig überwiegend als Geringschätzung und "in's Lächerliche ziehen" empfinden.

    Vielleicht ist es einfach so, dass ich immer grundsätzlich optimistisch und positiv denke und daher eure Interpretation bei mir nicht auf fruchtbaren Boden fällt. Eine wie auch immer geartetes negatives Klischee-Bild kann ich daher in der Werbung nicht mit gutem Willen sehen.

    Man kann sich alles schön reden, aber wie es auf praktisch alle anderen in diesem Forum wirk kann man hier lesen, wie es nach außen wirkt, kann man an den genau so fatalen Reaktionen in dem Artikel und den genannten Kommentarspalten lesen. Und es ist die Funktion einer Werbung nach außen zu wirken, man kann keinen Frosch neben die Plakatwand stellen, der jedem der davor steht und den Kopf schüttelt erklärt, wie es gemeint sein soll.

    Und unter dem Ergebnis kann man nicht ernsthaft zu einem anderen Schluss kommen, als dass die "Werbung" ein peinlicher Totalausfall ist und das hätte jeder mit etwas Verstand auch vorher erkennen können.

    Ich frage mich wirklich, ob du die warnenden Stimmen, die dem Klischeebild vom "energiesparenden Halbtagslehrer" widersprochen haben, einfach alle ignoriert hast.

    Ingenieur123 ist nicht der ursprüngliche Ersteller dieses Threads (wenn der sich nicht gerade neu angemeldet hat, wovon ich mal nicht ausgehen möchte), das war LonySZ, der ist der Adressat der warnenden Stimmen. Aber erfahrungsgemäß wird der die auch nicht wahrnehmen, bei so was verarbeiten die Leute meist nur das, was sie hören möchten.

    Das ist alles richtig. Aber das Verhältnis von a) Metadiskussion/Nebenschauplatz zu b) Antwort auf die gestellte Frage ist hier im Lehrerforum tatsächlich nochmal anders, als ich es aus anderen Foren kennen. Ich kann auch verstehen, dass neue Mitglieder nicht bei der Stange bleiben, nachdem sich von ihnen eröffnete Threads so entwickelt haben.

    Stimmt, Lehrer sind Klugscheißer.

    Wer sich davon abschrecken lässt, dem ist wohl eine berufliche Fehlentscheidung erspart worden, denn die KuK in diesem Forum sind nicht mehr oder weniger Klugscheißer, als die, mit denen man hinterher zusammenarbeiten muss.

    Im übrigen finde ich es schon etwas ironisch, wenn bei jemandem, der nach eigener Aussage 5 Jahre das falsche studiert hat, jetzt argumentiert wird mit:

    Wenn eine erwachsene Frau, die ein mehrjähriges, forderndes Studium hinter sich hat, sowie Praktika in verschiedenen Bereichen so klar ihren Wunsch nach der Arbeit im Lehramt formuliert, sehe ich keinen Grund, ihr diesen Wunsch auszureden oder an der Ernsthaftigkeit zu zweifeln.

    das scheint mir eher eine reflexartige Demutshaltung auf den Beruf 'Arzt' zu sein.

    Etwas kritische Reflexion hätte vielleicht schon beim ersten mal einen falschen Weg erspart und was das Lehramt betrifft ist weder ein Medizinstudium noch medizinische Praktika irgendeine Basis auf der man sich ein Bild von dem Beruf machen könnte.

    Außerdem gehe ich davon aus, dass sie in dieses Forum gekommen ist, um andere Sichtweisen zu bekommen, keinen Beifall.

    Mag sein, dass du es richtig findest (wie viele andere hier auch, da bist du nicht alleine), es war aber gar nicht ihre Frage.

    In der Schule wäre das wohl eine Themaverfehlung.

    Das hier ist ein Diskussionsforum, falls ich jemals einen Service anbiete, bei dem ich nur gestellte Fragen beantworte, rechne ich das auch nach Stundensatz ab.

    Kleiner Hinweis noch auf mögliche Falle:

    Schule A und B sind beide nur zu 90% versorgt.

    Schule A beschließt, den Ganztag zu kapitalisieren, dadurch werden 25 Lehrerstunden in ein Budget umgewandelt, den Ganztag machen ab da externe Kräfte, die Versorgung steigt formal auf 100%

    Behörde sieht, dass Schule A jetzt zu 100% versorgt ist und B immer noch nur zu 90% und ordnet eine Lehrkraft mit halber Stelle von Schule A an Schule B ab.

    Sicher stark vereinfacht aber das Kernproblem ist tatsächlich so: Durch Kapitalisierung sinkt die Zahl euch zustehender Lehrerstunden, bei gleichem Personal steigt damit gleichzeitig die formale Versorgung und man wird weniger Neueinstellungen bekommen und eher abordnen müssen.

    Monetarisierung ist in Niedersachsen möglich und bedeutet, dass die Schule weniger Stunden bekommt und stattdessen ein Budget, mit dem sie Angebote im Ganztag durch externe Kräfte ausbringen kann. Da die in der Regel günstiger sind als Lehrerstunden, kann man ein umfangreicheres Angebot ausbringen, als dies ohne die Monetarisierung möglich ist.

    Haken bei der Sache: die Stunden werden gekürzt und es fallen nicht nur Stellen weg, sondern auch Einsatzmöglichkeiten, die für diejenigen, die sie jetzt bekommen, oft eine Entlastung bedeuten. Beispiel: Die Mittagsbetreuung wird erlassgemäß mit 50% angerechnet. Kapitalisiert man jetzt die Ganztagsstunden und nimmt dafür externe Aufsichten, dann kann auch kein Kollege diese Stunden mehr bekommen. Manch ein Kollege muss aber vielleicht sowieso bis in den Nachmittag da bleiben, isst sowieso in der Mensa und war ganz froh darüber, dabei nebenbei eine Aufsicht machen zu können, für die er eine halbe Stunde bekommen hat.

    Ähnliches gilt für andere Angebote im Ganztag. Es kann schnell passieren, dass das kapitalisierte Budget für neue Dinge ausgegeben wird und der Kollege, der seit 10 Jahren eine AG macht, an der er auch hängt, bekommt dann zu hören "Die Stundenanrechnung kannst du nicht mehr kriegen, weil wir die Stunden kapitalisiert haben, vielleicht, wenn du dich zukünftig vielleicht mit einer statt zwei Stunden zufrieden gibst ... ".

    Ich würde dringen empfehlen, vorher ganz genau zu klären, wer mit den kapitalisierten Mitteln dann was machen soll und was auf Lehrerseite für die fehlenden Stunden dann wegfallen soll.

    Wenn, dann würde ich so dicht wie möglich am Bereich bleiben, den ich bereits gelernt habe und auf dem ich aufbauen kann.

    Heißt in diesem Fall BBS mit Fachrichtung, bei der so viel wie möglich angerechnet werden kann.

    Du bist in deiner jetzigen Situation unzufrieden und hast einen verklärten Blick auf deine Schulzeit, als das Leben noch einfach und du glücklich warst. Das lag aber nicht an der Schule.

    Das IQB kann nix zulassen, das muss schon das jeweilige Bundesland machen.

    In der Liste ist lediglich die Rede von TR, die "diese Eigenschaften erfüllen".

    Vor einem Jahr haben wir hier noch über die Probleme des Tablets in Prüfungen gesprochen, die haben sich inzwischen zu 80% gelöst (ich habe im letzten Schuljahr einige Arbeiten mit Tablet geschrieben und das ohne irgendwelche Probleme). Ich halte es nicht für sinnvoll viel Zeit und Energie in "wir machen jetzt wieder WTR" zu stecken, es wird in 5 Jahren keine extra-Taschenrechner mehr geben.

    (Das ist keine persönliche Präferenz, ich bin nur Pragmatiker und kämpfe nicht gegen Windmühlen.)

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