Beiträge von Moebius

    Ich habe am Gymnasium Schüler, die bei mir in Mathe keinen Antwortsatz auf eine gerade Linie schreiben können, ohne dass in 5 Worten 10 Rechtschreibfehler sind, von der Grammatik reden wir mal gar nicht, da dort überhaupt keine grammatikalische Struktur erkennbar ist, die man bewerten könnte.

    In Deutsch haben diese Schüler regelmäßig eine 3 auf dem Zeugnis. Ich habe noch nie in das Deutsch Curriculum geguckt, gehe aber davon aus, dass die zu erwartenden Leistungen an einen Schüler des Jahrgangs 5 daraus bestehen, sich mit seinesgleichen irgendwie durch Grunzlaute verständlich machen zu können. Sonst würden meine Kolleginnen ja nicht angemessen bewerten.

    Durchschnittlich trinkt jeder Deutsche über 15 Jahren pro Tag etwa 30 mg reinen Alkohol, das entspricht knapp 0,2 l Wein oder 2 0,33 Flaschen Bier. Ich würde sagen, da liege ich knapp drunter, aber nicht weit.

    Ich bin grundsätzlich ein Freund davon, dass jeder Mensch tun und lassen kann, was er will so lange er andere damit nicht beeinträchtigt.

    Sowohl bei Alkohol als auch bei Canabis (und auch normalem Tabak) steht für mich primär der Schutz von Jugendlichen an erster Stelle.

    Da sehe ich persönlich beim Alkohol eine positive Entwicklung, meine Schüler trinken heute deutsch weniger als zu meiner eigenen Schulzeit.

    Canabis halte ich im Kontext mit Jugendlichen für das wesentlich größere Problem. Ich habe in fast jeder 10. oder 11. Klasse Schüler (ja, praktisch ausschließlich Jungs), die ganz klar abhängig sind und denen man das auch in Form einer Persönlichkeitsänderung anmerkt. Alkoholabhängige Schüler hatte ich noch nie, zumindest nicht so, dass es schulisch auffällig wurde.

    Das mein Standpunkt persönlich gefärbt sein kann, gebe ich gerne zu, ich trinke selber Alkohol, konsumiere aber kein Canabis.

    Trotzdem habe ich den Eindruck, dass es in sich selbst für progressiv-liberal haltenden Kreisen die Tendenz gibt, Canabis für harmloser zu erklären, als es ist.

    Die deutschsprachige Medienlandschaft ist so breit aufgestellt, dass jede vernünftige Meinung auch irgendwo abgebildet wird. Wer weder bei Spiegel, Focus, Stern, Zeit, Handelsblatt, Welt, NZZ oder BZ fündig wird und davon fabuliert, dass die deutschen Medien ja alle gleichgeschaltet wären, befindet sich mit seinem eigenen Standpunkt in der Regel außerhalb eines vernünftigen, demokratischen Diskurses.

    LEB funktioniert nur, wenn man es sich vom Anbieter auch anpassen lässt und auch jemand im Haus Arbeit rein steckt und zum Beispiel die Textbausteine passend zur Schule vorbereitet. Jedes LEB sollte im Prinzip auf die jeweilige Schule genau zugeschnitten sein, schau dir mal die LEBs von zwei verschiedenen Schulen an, die können komplett unterschiedliche Dinge abbilden.

    Das ist aber mit einigem am Arbeit verbunden, sowohl im Haus als auch (mit entsprechenden Kosten) beim Anbieter.

    Datenschutzkonform heißt im einfachsten Fall keine lokale Speicherung von Daten, dann ist es automatisch datenschutzkonform.
    Das ist auch eigentlich heute heute technischer Standard und ich würde ein anderes System auch nicht mehr einführen. Der einzelne Lehrer braucht nur einen Browser. In Unter- und Mittelstufe benutzen wir LEB-Online, das funktioniert auch und macht das, was es soll, ist vom Nutzerinterface und der allgemeinen Bedienbarkeit her allerdings eine Reise in die Vergangenheit.

    Lehrer ist ein Beruf mit stark schwankender und insgesamt hoher Belastung, man steht unter ständiger Beobachtung und Druck. Die Arbeitszeiten sind oft entgrenzt, man muss damit rechnen, immer wieder kritisiert und hinterfragt zu werden und muss damit souverän umgehen können.

    Psychische Vorerkrankungen können dabei ein massives Problem bis zu Uneignung für den Beruf sein, müssen aber nicht, psychische Erkrankungen sind sehr unterschiedlich. Die Kernfrage ist: Bist du in der Lage unter hohem Duck zu arbeiten und kannst du dich von schwierigen Situationen distanzieren, ohne dass es dich zu sehr belastet.

    Diese Frage sollte man mit seinem behandelnden Arzt oder Psychologen besprechen und dann sollte man die Antwort auch ernst nehmen. Pauschale Ermutigungen aus dem persönlichen Umfeld (oder aus Lehrerforen, deren Schreiber es eigentlich besser wissen sollten) unter der Überschrift "Lebe doch einfach deinen Traum" sind nett gemeint aber mehr auch nicht.

    Warum sollte ich mir ausgerechnet die Meinung von einer Partei durchlesen, die die Entwicklung über 10 Jahre nachweislich völlig falsch eingeschätzt und zumindest zum Teil mit verursacht hat?

    Die EU hat China vor zwei Wochen angeboten mehreren 100 Millionen Impfstoffdosen, die hier aktuell ungenutzt rumliegen, kostenfrei ab zu geben. China hat das nicht mal beantwortet, soweit ich weiß. Da geht es nur darum, scheinbar das Gesicht zu wahren, man lässt lieber 1 Millionen Landsleute über die Klinge springen, bevor man gegenüber dem Westen die sowieso nicht zu übersehende Schwäche eingesteht.

    Völlig ohne Zusammenhang sei an dieser Stelle mal darauf hingewiesen, dass der chinesische Weg ja auch in diesem Forum noch von einzelnen als positiv gesehen wurde, als in Europe und den USA die Corona-Maßnahmen langsam zurückgefahren wurden.

    1. Die Bewertung einer Klassenarbeit obliegt den pflichtgemäßen Ermessen der Lehrkraft, Listen darüber, wofür genau man Punkte geben oder abziehen kann, gibt es nicht.

    2. 1 von 4 Lösungen wurde richtig erkannt, zusätzlich eine falsche angegeben. Bei mir gäbe das 0 Punkte, natürlich kann man da für falsche Lösungen auch was abziehen, sonst kann man ja nach dem Zufallsprinzip Pärchen angeben, da werden dann die richtigen schon dabei sein. Muss man sicher nicht direkt machen, wenn der Schüler nur 2 Lösungen angegeben hat, in so fern ist die Bewertung des Kollegen sicher großzügig aber vertretbar.

    3. Das ganz wirkt hier sehr nach einer Elternfrage, nicht nach einer Lehrerfrage.

    In Deutschland sind bisher nur wenig Amokläufe an Schulen erfolgt, das aber zum Teil in Gymnasien mit ansonsten unauffälliger Klientel. Bei solchen Extremtaten (wie auch der aktuellen) sind es oft Sondersituationen bei denen meist eine psychische Erkrankung des Täters eine Rolle spielt. Das in einen Kontext zu einem strukturellen Problem und Staatsversagen, wie dem Themenkomplex "Silvesternacht" zu stellen, halte ich für nicht zielführend, das sind ganz unterschiedliche Baustellen.

    Die einzige Parallele ist für mich, dass der Staat oft sehr lange "pädagogisch" arbeitet ohne eine klare Grenze zu ziehen und oft an erster Stelle steht, bloß nicht die Rechte der Gefährder zu verletzen. Den Schuh müssen wir uns im schulischen Kontext - zwei Nummern kleiner - aber genau so anziehen, auch bei uns haben ein Großteil der KuK große Hemmungen in jede Situation zu gehen, die möglicherweise einen Konflikt mit Schülern oder Eltern bedeuten würde und lassen Dinge im Zweifelsfall lieber laufen.

    Dann bist Du aber eine der ganz Wenigen. Uns Regelschullehrern wird doch auch hier im Forum immer erzählt welche Bereicherung inkludierender Unterricht für die normalen Schüler doch sei.

    Hier im Forum erzählt das eigentlich kaum jemand, dieses Narrativ kommt in der Regel von Personen, die mit der praktischen Umsetzung Ihrer Ideen nichts zu tun haben.

    Wie kommt ihr darauf?

    Ein einmal erreichte Amt kann nicht so einfach wieder entzogen werden, ich kenne auch Fälle, bei denen ein Schulleiter per Versetzung und ohne Bewerbungsverfahren eingesetzt worden ist.

    Grundsätzlich wir man bei einem Versetzungsantrag auf einen geeigneten Dienstposten versetzt. Das schließt die gleiche Besoldungsstufe ein. Das Problem kann nur sein, dass dadurch die Möglichkeiten deutlich eingeschränkt werden und die Versetzung möglicherweise nicht zu Stande kommt, weil es eben keinen freien Dienstposten in der Besoldungsstufe gibt.

    Die meisten, die dringend versetzt werden wollen, stimmen daher freiwillig zu, auch auf einen niedrigeren Dienstposten versetzt und dabei zurückgestuft zu werden.

    Im Primarbereich glaube ich aber, dass das aktuell gar nicht unbedingt notwendig ist, so vielen Leitungsstellen, wie da nicht besetzt werden können. Für wahrscheinlicher halte ich es, dass man dich freundlich aber bestimmt fragt, Lob du nicht gleich eine Schulleitung übernehmen möchtest (da müsstest du dann natürlich noch mal eine Bewerbung durchlaufen).

    Das gilt nur, wenn die selbständige Tätigkeit die Haupterwerbstätigkeit ist. Jemand, der über Beihilfe und PKV bereits versichert ist, muss sich natürlich nicht zusätzlich gesetzlich versichern, er erhält ja auch keine Leistungen aus der GKV.

    (Das gilt übrigens auch, wenn man aus dem Beamtenstatus ausscheidet und stattdessen dann durch selbständige Tätigkeit verdient, in der Regel kommt man dann nicht mehr so einfach in die GKV rein und muss sich zu 100% privat versichern.)

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