Beiträge von Moebius

    Die Darstellung "xyz stellt jetzt für Biotech/AZ/... deren Vakzine her" ist in der Regel auch deutlich verkürzt, die Herstellung ist ein vielschnittiger Prozess und es geht eigentlich immer nur um einzelne Teilschritte. Bei Biontech habe ich schon von Firmen gelesen, die recht offensiv verkündet haben, dass sie jetzt "bei der Herstellung des Biontech-Impfstoffes mithelfen". Bei genauerem Hinschauen stellt man dann fest, dass sie Gläschen für das Abfüllen liefern.

    Bei der deutschen Firma, die Sputnik V mit produzieren will, geht es wohl um die Vermehrung einer Zelllinie zur Herstellung des Vektors, wenn ich das richtig gelesen habe.

    Kennst Du denn Zahlen für Moderna?

    Stand heute sind in D etwa 13 000 000 Dosen verimpft worden, davon ca. 700 000 von Moderna.

    Schön und gut. Aber hieß es nicht die ganze Zeit, dass die ganzen Impfstoffe nicht so einfach zu produzieren wären und es nur wenige Firmen/Standorte gibt, an denen die Produktion möglich ist?

    Die Herstellung eines mRNA-Impfstoffes ist etwas ganz anderes, also die eines Vektorimpfstoffes.

    Das Nadelöhr sind die Herstellung des mRNA-Grundstoffes und der Lipidhülle. Beide Komponenten kommen bei anderen Impfstoffarten nicht vor. Das von einzelnen aktuelle plakativ kommunizierte "gebt die Lizenzen frei, damit Indien und Südafrika die Impfstoffe selber produzieren können, ist populistischer Unsinn.

    Die Bundesregierung hatte nach Angaben aus Regierungskreisen aus juristischen Gründen keine Alternative zum Aussetzen der Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Denn nach der Mitteilung der deutschen Arzneimittelbehörde Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) am Montag hätten ansonsten Körperverletzungs-Klagen gedroht, da es sich um eine staatliche Impfkampagne handele, erfuhr Reuters aus Regierungskreisen. Nachdem bereits fünf europäischen Länder die Impfungen ausgesetzt hatten, hatte das PEI insgesamt sieben Fälle einer seltenen Thrombose-Krankheit registriert, die es im Zusammenhang mit den Impfungen sieht - deutlich mehr als bei rund 1,6 Millionen verimpften AstraZeneca-Dosen zu erwarten gewesen wäre. Nach der Meldung des PEI sei man verpflichtet gewesen, Ärzte und zu Impfende darüber aufzuklären und die europäischen Arzneimittelbehörde EMA zu informieren, hieß es weiter.

    Inzwischen sind wir also schon bei "deutlich mehr als zu erwarten gewesen wäre". Das kann bei 7 natürlich immer noch ein statistischer Ausreißer sein, aber die Kommunikation bleibt eine Katastrophe.

    Eine medizinische Behandlung auf eigenes Risiko ist aber ein juristisches Problem.

    Ich weise mal auf die Diskussion hin, die wir bei der Zulassung geführt haben: Die EU hat sich für eine begrenzte Marktzulassung und gegen eine Notfallzulassung entschieden. Der Grund war, dass die EU das Haftungsrisiko für Impfschäden nicht übernehmen wollte, bei einer Notfallzulassung, wie in den USA oder GB, sind die Hersteller erst mal raus aus der Haftung.

    Das fand die EU damals so wichtig, dass man dafür auch eine Verzögerung bei der Zulassung gegenüber den genannten Staaten in Kauf genommen hat.

    Jetzt zu sagen, "die Vorteile überwiegen, die Impfung ist so wichtig, dass wir trotz möglichen Risiken erst mal weiter machen müssen und dann schauen wir später mal" ist vom Vorgehen her nicht ganz konsistent (gelinde gesagt).

    Und diese Widersprüchlichkeit im ganzen Prozess ist in meinen Augen die Kernursache für das verlorene Vertrauen.

    Bloß keine pragmatischen Lösungen. (Alle angemeldeten Erstimpfungen ersatzweise mit Biontech durchführen und etwas Luft bei der Verfügbarkeit gewinnen, in dem man die Zweitimpfung auf den spätesten möglichen Termin legt und nicht mehr die Dosis für die Zweitimpfung zurücklegt, was inzwischen bei Biontech komplett überflüssig ist, weil die Liefermengen da steigen und die Lieferung funktioniert.)

    Es wird ein völlig falsches Bild von der Bedeutung von Astrazeneca gezeichnet, indem man so tut, dass die deutsche Impfkampagne mit Astrazeneca steht und fällt. Mehr als 2/3 des in D bisher verimpfeten Impfstoffes sind von Biontech, für das 2. Quartal wurde schon vor Wochen von einem Astrazeneca-Anteil von unter 20% ausgegangen und seitdem hat Astrazeneca die Lieferprognosen deutlich reduziert und Biontech erhöht.

    Wer bezahlt eigentlich die Impfung bei Privatversicherten?

    Habe gelesen, dass Vorsorgemaßnahmen -dazu zählt vielleicht auch eine Impfung- selbst bezahlt werden müssen, sofern die Beitragsrückerstattung in Anspruch genommen wird.

    Soweit ich weiß, werden die Impfungen über die Impfzentren gar nicht individuell abgerechnet. (Kann das einer der hier bereits Geimpften bestätigen?)

    Das wird sich wahrscheinlich ändern, wenn die Impfungen durch die Hausärzte durchgeführt werden. Eine Regelung dazu dürfte aber noch ausstehen.

    Das hat schon seine Richtigkeit. Ausschließlich BionTech ist nur noch für die 16-17 jährige vorgesehen.

    Zumindest in BW heißt das Folgendes:

    "Menschen aus der zweiten Priorität von 16 bis 18 Jahren können vor diesem Hintergrund nun mit Biontech geimpft werden, dem einzigen Impfstoff, der bereits ab 16 Jahren zugelassen ist. Eine Zuteilung von Impfstoffen nach der Altersgruppe erfolgt damit zukünftig nur noch für Menschen von 16 bis 18 Jahren, alle anderen können einen Termin buchen, sofern Termine verfügbar sind, unabhängig vom Impfstoff. Eine Wahlfreiheit beim Impfstoff besteht nicht."

    https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/pre…impfberechtigt/

    Richtig und nicht ganz unproblematisch für uns.

    Aktuell ist meines Wissens noch kein einziger Impfstoff für Kinder und Jugendliche in Sicht.

    Ich meine ich hätte mal irgendwo gelesen, dass Biotech auch eine Studie für unter 16jährige planen würde, aber es besteht durchaus die Gefahr, dass wir auch im nächsten Schuljahr zwar eine zu 70% geimpfte Gesamtbevölkerung und geimpfte Lehrer haben, aber ungeimpfte Schüler in großen Gruppen, was offensichtlich dann nach wie vor ein Problem wäre.

    Die Frage Astrazeneca nehmen oder nicht dürfte sich für viele eher entspannen, weil der Großteil der bestellten Mengen bei uns erst eintreffen wird, wenn der Drops gelutscht ist.

    Astrazeneca hat eine weitere drastische Kürzung seiner Impfstoff-Lieferungen in die Europäische Union angekündigt. Man beabsichtige, im ersten Halbjahr dieses Jahres 100 Millionen Dosen in die EU-Staaten liefern, 30 Millionen davon im ersten Quartal, teilte der britisch-schwedische Pharmakonzern mit. Zuletzt war der Konzern noch von 220 Millionen Dosen bis zur Jahresmitte ausgegangen.

    Gestern habe ich noch eine anderen Artikel gelesen, nach dem in den USA ca. 70 Millionen fertige Dosen von AZ lagern, die weder verimpft werden können (da dort noch nicht zugelassen), noch exportiert (da Exportverbot).

    Pfizer/Biontech haben gestern zum x-ten Mal die Lieferprognosen erhöht, auf aktuell 2,3-2,4 Milliarden Dosen für dieses und 3 Milliarden Dosen für nächstes Jahr. Das dürfte dann ungefähr der Gesamtkapazität aller weltweit produzierten Impfstoffe für alle menschlichen Infektionskrankheiten aus der Vor-Corona-Zeit entsprechen. (Wenn ich mal grob schätze, dass sonst im Durchschnitt jeder Mensch alle 2-3 Jahre eine Impfung erhält.)

    Das halte ich für Wunschdenken (und auch für überflüssig).

    Wenn ich einen Impftermin bekomme, der mit meiner Unterrichtszeit kollidiert, ok, dann muss ich frei gestellt werden. Warum sollte ich vormittags frei kriegen, wenn ich am Nachmittag geimpft werde?

    Wenn ich mich am nächsten Tag krank fühle, melde ich mich krank. Warum sollte ich frei gestellt werden, wenn ich mich gut fühle und arbeitsfähig bin?

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