Beiträge von Moebius

    Dieser Automatismus "wenn jemand Trump gewählt hat, dann aus Protest (oder weil er ein Rassist/Idiot) ist" ist Teil des Problems und zeugt von einer gewissen Überheblichkeit.

    Ich habe oben schon mal ausgeführt, dass die Trump'sche Präsidentschaft für viele individuell durchaus von Vorteil war und ich habe ein paar Kontakte in die USA. Insbesondere viele Selbständige - intelligente und hart arbeitende Menschen - äußern sich durchaus reflektiert und oft mit den Grundtenor: Das Verhalten und Auftreten von Trump ist mir absolut unangenehm, was meine persönliche wirtschaftliche Situation angeht, fahre ich mit ihm aber deutlich besser als mit der Alternative.

    Die wenigsten Menschen treffen ihre Wahlentscheidung unter altruistischen Motiven anhand der Frage, was denn für die Gesellschaft als ganzes gut ist. Für die meisten steht der individuelle Nutzen im Vordergrund, je näher man am unteren Rande des wirtschaftlichen Gefälles steht, um so mehr Verständnis habe ich dafür auch.

    Bei der letzten Wahl gab es zB große Überraschung im liberalen Lager darüber, dass Trump in der Gruppe der Latinos - die bald die Bevölkerungsmehrheit in den USA stellen werden - deutlich hinzu gewonnen hat. Viele Mitglieder dieser Gruppe wollen vor allem die Chance, Wohlstand durch eigene Leistung zu erreichen und viele von denen schauen mit Angst und Verachtung auf die Zustände in Venezuela und Kuba zurück, die sie hinter sich gelassen haben. Wenn die vier Damen von "The Squad" dann öffentlich über das Ziel einer sozialistischen Gesellschaft sprechen kommt das im deutschen Journalistenmus unheimlich gut und progressiv an, viele Latinos in den USA sagen sich aber, "na dann doch lieber Trump".

    Aktuell kann man schon rein aus logistischen Gründen nicht wählen, macht auch wenig Sinn, da beide aktuell verwendeten Impfstoffe praktisch identisch sind.

    Wenn AZ verfügbar ist, wird sich das ändern, spätestens wenn über die Hausärzte geimpft werden kann, kann ich natürlich mit dem auch besprechen, welchen Impfstoff ich kriegen kann und möchte. Und wenn Lehrer doch schon relativ für geimpft werden können und das dann über die Impfzentren läuft: niemand hindert mich daran am Anfang zu fragen, welcher Impfstoff verwendet wird. Und niemand hindert einen daran, dann zu gehen, wenn einem die Antwort nicht passt. Ich glaube kaum, dass man dann vom 150 kg-Türsteher festgehalten und zwangsgeimpft wird. Es kann dann sein, dass man keinen zweiten Termin im Impfzentrum bekommt, aber selbst da bezweifle ich, dass die Organisation das hin bekommt.

    Aktuell würde ich mich mit AZ auch nicht impfen lassen, denn es ist immer noch nicht geklärt, ob man hinterher mit einem besseren Impfstoff problemlos nachimpfen kann. Wie ich schon mal erwähnt habe: es gibt Impfstoffe, bei denen eine zweite Impfung mit einem anderen Präparat Probleme machen kann. Und wenn ich die Wahl hätte zwischen AZ jetzt oder Biontech in 2 Monaten würde ich lieber noch zwei Monate warten, obwohl ich sonst bei einer schnellen Impfung sofort dabei wäre.

    Alles was Herr Spahn aktuell zu dem Thema sagt, ist sowieso nur Theaterdonner.

    Wissen ist der Feind der Angst, daher mal in Kürze, wie mRNA-Impfstoffe überhaupt funktionieren, da ich nicht den Eindruck habe, dass das allgemein bekannt ist:

    Die wesentlichen Bestandteile des Corona-Virus sind der Kern, der die Erbinformation enthält und die Spike-Proteine an der Oberfläche. Nach Eindringen in den Körper docken die Spike-Proteine das Virus an Körperzellen an und ermöglichen das Eindringen. In der Zelle initiiert das Virus dann seine Vermehrung, dabei spielen mRNA-Sequenzen eine Rolle, die im menschlichen Körper eine Botenfunktion haben und die Produktion bestimmter Proteine veranlassen.

    Der mRNA-Impfstoff enthält nur die Sequenz, die die Informationen des Spike-Proteins enthält, die eigentliche Erbinformation des Viruskerns ist nicht enthalten. Nach der Impfung veranlassen die mRNA-Sequenzen Körperzellen dazu das Spike-Protein zu produzieren und in den Körper auszuschütten. Das Spike-Protein greift dann, wie auch beim vollständigen Virus, Körperzellen an. Der Unterschied ist aber, dass die eigentliche Erbinformation des Virus fehlt, eine erfolgreiche Attacke hat also keine weiteren Folgen, da in den Körperzellen anschließend kein weiteres Virusmaterial produziert werden kann, da hierfür die Erbinformation fehlt.

    Die Reaktion des Immunsystems ist aber die gleicht - es bildet Antikörper gegen das Spike-Protein und lernt dieses zu bekämpfen. Auf ein späteres Eindringen des Virus ist das Immunsystem dadurch vorbereitet, da es das Spike-Protein wiedererkannt ud unmittelbar bekämpfen kann, ohne wirksames Spike-Protein ist das Virus aber unfähig in Körperzellen ein zu dringen und sich zu vermehren.

    Ist das Injizierte mRNA-Material einmal abgebaut, so endet der Prozess im Körper.

    Im Grundsatz ist der Ansatz über die mRNA sehr viel gezielter als klassische Impfmethoden, da ausschließlich der Prozess ausgelöst wird, der für die Stimulierung des Immunsystems verantwortlich ist, bei der Impfung mit Vektorvieren wird zum Beispiel ein wesentlich komplexerer Vorgang im Körper initiiert. Daher ist - vom grundsätzlichen Wirkprinzip her - die Gefahr von Nebenwirkungen bei mRNA-Impfstoffen deutlich geringer als bei klassischen Methoden. Wobei diese grundsätzliche Tatsache natürlich nicht garantiert, dass es im konkreten Einzelfall doch anders aussehen kann.

    Sinovac, einer der drei chinesischen Wirkstoffe hat heute die offizielle Studie vorgelegt und hat eine Wirksamkeit von

    *trommelwirbel*

    ...

    50,4%!

    Im Grunde wäre das ein schöner Grund, die ganze Ladung das Klo runter zu spülen und von vorne an zu fangen, leider hat man schon ein paar hundert Millionen Dosen verkauft und politisch hat man sehr vielen Schwellenländern auch schon sehr viel versprochen. Daher sind die Veröffentlichungen dazu ein Lehrstück in der Kategorie "Wie ich mir die Sache schön rede":

    https://www.globaltimes.cn/page/202101/1212629.shtml

    https://www.scmp.com/news/china/sci…efficacy-chinas

    So kommt man zum Beispiel zu dem Ergebnis, der Impfstoff könne "100% der schweren Fälle" verhindern. Das Geheimnis hinter diesen Statistik-Tricks: solche Fälle gibt es bei einer Untersuchung nur eine Hand voll, 7 in der Kontrollgruppe, 0 in der Impfgruppe, da kann man gut behaupten es wären 100% verhindert worden, ohne dass das eine nennenswerte Signifikanz hätte.

    Und ja:

    jede eingesendete Lösung muss von der Lehrkraft auch irgendwie sichtbar wahrgenommen werden, sonst demotiviert das natürlich.

    Das heißt aber nicht, dass ich jede Lösung korrigieren und bewerten kann und muss.

    Ich sehe alle eingereichten Lösungen am Ende der Woche gesammelt durch. Unser Schulserver hat in dem Modul zum Glück eine Kommentarfunktion, dabei habe ich den Text "Hallo ... , du hast die Aufgabe ... gelöst. ... . Viele Grüße, Moebius" in der Zwischenablage und setze ihn bei jedem Schüler ein und fülle die Lücken mit Name / Qualitätsaussage / 1 individuellem Satz und hab dann bei jedem Schüler in relativ kurzer Zeit eine Rückmeldung der Form "Hallo Karl-Uwe , du hast die Aufgabe überwiegend gelungen gelöst. Deine Zeichnungen sind aber oft etwas flüchtig. Viele Grüße, Moebius" stehen. Das ist in überschaubarer Zeit zu schaffen.

    Wenn ein Kind über ein Handy verfügen kann ist Einscannen und Lösung übermitteln wirklich kein Hexenwerk:

    - Bild mit der App scannen und speichern

    - Seite des Schulservers aufrufen (Link und Passwort können im Handy gespeichert sein)

    - passende Aufgabe in der Übersicht auswählen

    - gespeicherte Datei hochladen

    Das ist ein wiederkehrender Vorgang mit maximal 10 Klicks. Unsere Fünftklässler kriegen das gut und - soweit ich das beurteilen kann - alleine hin. Meine Aufgaben sind grundsätzlich die ganze Woche frei geschaltet, trotzdem laden etwa die Hälfte die Lösung innerhalb der Zeit der Doppelstunde hoch (was wir nie gefordert haben), die übrigen - bis auf wenige Ausnahmen - bis zum Abend des gleichen Tages.

    Man kann es sich wirklich als Deutscher kaum vorstellen, wie geteilt die politische und mediale Landschaft in der USA ist (auch wenn bei uns die Tendenz ja durchaus auch in diese Richtung geht) und ja, die ist das linke Spektrum genau so dran schuld, wie das rechte.

    CNN gilt ja bei uns immer noch als seriöser und neutraler Nachrichtensender - das ist einfach nicht wahr.

    Zum Teil sieht man das eine Art von Journalismus, die für uns einfach nur skurril ist. Beispiel aus meinem letzten USA-Aufenthalt: Diskussionsrunde über die Politik von Donald Trump auf CNN. Teilnehmer: 6 Journalistinnen (ja ausschließlich Frauen), 2 von der Washington Post, 3 von der Huffington Post, 1 von der New Your Times (alles Zeitungen die sich klar im linken Spektrum positionieren). Und dann läuft eine Stunde lang eine Diskussion, die ausschließlich daraus besteht, dass A sagt, Trump wäre aus irgendeinem Grund unmöglich, B stimmt ihr entschieden zu, C sieht das genau so und findet ihn aus einem weitern Grund eigentlich noch unmöglicher, D ist begeistert, dass das endlich mal jemand ausspricht, ... und so weiter ... über eine Stunde! In der man sich nur gegenseitig in seiner Meinung bestätigt. Parallel läuft dann auf FOX eine Diskussion mit dem Gegenprogramm - ungerechtfertigte Angriffe auf unseren armen Präsidenten durch liberal Media.

    Jede Videokonferenz-Software läuft so gut, wie der Server, auf dem sie installiert ist.

    Das kann schlecht sein - wenn man bei einer freien Software die wenigen offenen Gratisserver nutzt, die sicher nicht dafür ausgelegt sind, in einer Pandemie bundesweiten Videounterricht zu ermöglichen - oder gut, wenn man die entsprechende Software selbst auf einem vernünftigen und gut angebundenem Schulserver installiert.

    Das wäre zumindest mal eine sehr gute Nachricht, auch wenn es erst in der zweiten Jahreshälfte voll greifen dürfte:

    Zitat

    Das Mainzer Biotechunternehmen Biontech hat die Produktionsprognose für seinen Covid-19-Impfstoff für dieses Jahr deutlich angehoben. Biontech gehe nun von einer Produktionskapazität von zwei Milliarden Impfdosen aus, teilte die Firma in einer Investorenpräsentation mit. Bislang hatten Biontech und sein US-Partner Pfizer bis zu 1,3 Milliarden Dosen bis Ende des Jahres 2021 angepeilt. Die neue Einschätzung beruhe auf eine kontinuierlichen Verbesserung der Prozesse und einer Erweiterung der bestehenden Werke sowie darauf, dass mehr Lieferanten und Vertragshersteller gewonnen werden könnten.

    Das wäre mit Abstand die größt Menge aller Produzenten, wahrscheinlich mehr als alle anderen relevanten westlichen Impfstoffe (für mich: Moderna, Astrazeneca, Curevac) zusammen.

    Das Problem ist, dass die Gefahr wirklich besteht. Guck mal hier zum Beispiel:

    Zitat

    Denn das multiinflammatorische Syndrom (MIS-C) betreffe, wie das Portal Scinexx resümiert, 2 von 100.000 an Covid-19 erkrankten Kindern und Jugendlichen.

    Ich habe nicht bestritten, dass eine grundsätzliche Gefahr betehen mag, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass durch die Art der Darstellung dieser Gefahr der Eindruck entstehen könnte, sie wäre sehr groß. Und das ist nicht der Fall, das beschriebene Phänomen betrifft etwa 0,005% der erkrankten Kinder.

    Die möglichen Langzeitfolgen sind das (zumindest für mich) interessante.

    Jede Form von Folge ist ein Symptom, ob Langzeit oder Kurzzeit.

    Hier soll der Eindruck erweckt werden, es bestünde die wesentliche Gefahr, dass Millionen Leute symptomfrei erkranken, von der Erkrankung nix mitkriegen, aber irgendwann später schwere Langzeitfolgen haben. Das ist nicht das Ergebnis der jeweils angeführten Studien, da sich diese - naturgemäß - auf die Untersuchung der Langzeitfolgen bei der Gruppe beschränken, die aktiv erkrankt war.

    Jemand, der asymptomatisch erkrankt war, hatte in der Regel auch eine deutlich niedrigere Virenlast und der Organismus hatte insgesamt deutlich weniger mit dem Virus zu tun.

    Deine These «Jeder gestreamte Date wird gespeichert. Das ist technisch gar nicht anders möglich« dagegen ist absolut steil, könntest du da mehr zu schreiben?

    Bei jedem Streaming gibt es eine kurze Speicherung des Datenstroms, weil ja digitale Daten zunächst "gesammelt" werden müssen, bis man die Gesamtinformation für ein Bild zusammen hat und es auch immer kurze Schenkungen und Unterbrechungen in der Datenübertragung gibt. Dass dieses buffering bei einer Videokonferenz sehr gering ist, ist schon dadurch bedingt, dass die Verzögerung zwischen den einzelnen Beteiligten ja bei einer funktionierenden Konferenz kaum zu merken ist. Wir reden über hundertstel Sekunden.

    Eine dauerhafte Speicherung ist dies nicht und es gibt auch Urteile dazu, dass die Gesetzte, die sich auf die Speicherung von Daten beziehen, hierauf nicht oder nur sehr begrenzt anwendbar sind. Eine dauerhafte Speicherung erfolgt nur dann, wenn jemand die Konferenz mit schneidet. (Was technisch natürlich möglich ist.)

    Grundsätzlich ist es - ganz ohne Frage - sinnvoll, sich bei Videokonferenzen mit Schülern Gedanken um den Schutz von Bild- und Tonaufnahmen zu machen. Als grundsätzicher Hebel zur generellen Ablehnung sollte man das Thema aber nicht instrumentalisieren.

    Wer kommt nach der Pandemie für die Schäden und Folgeschäden auf. Die Regierung hat es verpasst Leute einzustellen, die die Miillarden für die IT-Mittel abrufen, z.B. Endgeräte für Schüler und Lehrer. Jetzt werden viele Leben durch Mobbing und Pädophilie zerstört. Es wird Millarden kosten, die ganzen Mittschnitte wieder aus dem Netz zu bekommen. Vieles wird bleiben und der Schaden ersetzt werden müssen. Wer zahlt das? Jeder für sich allein oder die verantworliche Regierung?

    Wenn Lehrer Unterricht per Videokonferenz halten, führt das zu Pädophilie, alles klar.

    Ich habe für jeden Kollegen Verständnis, der Bedenken in Bezug auf Videokonferenzen hat (ich bin auch kein Fan), sei es in Bezug auf den entstehenden Arbeitsaufwand oder auch in Bezug auf Bedenken wegen Bild- und Tonaufnahmen. Es gibt ja offensichtlich auch Möglichkeiten, beides im Blick zu haben, dafür gab es in dieses Thread ja genügend konstruktive Vorschläge.

    Bei dir ist es aber offensichtlich anders rum: Du willst grundsätzlich keine Videokonferenzen halten und suchst jetzt Hebel um das zu erzwingen. Und da es mit einer rein juristische Argumentation wohl nicht funktioniert, eskaliert man halt auf der "moralischen" Ebene (Bitte wählen Sie: Nazivergleich / sexuelle Abartigkeit / Terrorismus).

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